William Johnson (Richter)

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William Johnson (* 17. oder 27. Dezember 1771 in Charleston, South Carolina; † 4. August 1834 in New York City) war ein amerikanischer Jurist und Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten.

Familie und Jugend[Bearbeiten]

Johnsons Vater, William Johnson senior war Kämpfer im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Aus diesem Grund wurde er von Henry Clinton nach St. Augustine verbannt.[1] Seine Mutter Sarah Nightingale beteiligte sich ebenfalls an der Revolution. „Während der Belagerung Charlestons stopfte sie ihre Unterröcke mit Patronen aus, um diese ihrem Mann zu bringen.“[2] Sein Studium der Rechtswissenschaften an der Princeton University schloss Johnson 1790 ab. Nach weiterem Unterricht bei Charles Cotesworth Pinckney erhielt Johnson 1793 seine Anwaltszulassung. 1794 heiratete er Sarah Bennett. Mit ihr hatte er eine Tochter, Anna Hayes Johnson, die später Romulus Mitchell Saunders heiratete.[3]

Arbeit als Politiker[Bearbeiten]

Von 1794 bis 1798 vertrat Johnson, als Mitglied der Demokratisch-Republikanische Partei, seine Heimatstadt Charleston im Repräsentantenhaus von South Carolina, ab 1796 als dessen Sprecher. 1798 wurde er zum Richter am neu gegründeten Obersten Gerichtshof von South Carolina ernannt.

Arbeit als Bundesrichter[Bearbeiten]

Am 22. März 1804 benannte Thomas Jefferson Johnson als Kandidat für den Posten eines beisitzenden Richters am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Am 24. März 1804 wurde er vom Senat der Vereinigten Staaten bestätigt und trat zwei Tage später die Nachfolge von Alfred Moore an. Johnson war der erste von insgesamt drei von Jefferson ernannten Bundesrichtern. Während seiner Zeit am Obersten Gerichtshof verfocht Johnson stets seine Meinung. Während John Marshall als Vorsitzender die Mehrheit der Richter hinter sich scharen konnte, entwickelte Johnson den Ruf als Vertreter der abweichenden Meinung. Im Jahr 1808 trat die Unabhängigkeit Johnsons besonders zutage, als er sich den Anweisungen des Generalbundesanwalts Caesar A. Rodney und Thomas Jeffersons widersetzte, da er der Meinung war, die Exekutive dürfe nicht die Kontrolle über Fragen des Seehandels innehaben. Während des Streits um die Nullifikationsdoktrin, der von 1831 bis 1833 andauerte versuchte Johnson seine Unabhängigkeit dadurch zu bewahren, dass er seinen Wohnsitz in South Carolina aufgab um so dem Druck der Öffentlichkeit zu entgehen. Johnson starb 1834 nach einer Kieferoperation. Er ist auf dem Friedhof der St. Philip’s Church in Charleston beigesetzt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johnson, Bradley T. "The Memoir of Jane Claudia Johnson." Southern Historical Society Papers, volume XXIX, 1901, S. 34.
  2. Johnson, Bradley T. "The Memoir of Jane Claudia Johnson." Southern Historical Society Papers, Vol. XXIX, 1901, S. 34.
  3. Hanson, George Adolphus. Old Kent: the Eastern Shore of Maryland , Notes Illustrative of the Most Ancient Records of Kent County, 1876, S. 57

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Henry J. Abraham: Justices and Presidents: A Political History of Appointments to the Supreme Court, 3rd, Oxford University Press, New York 1992, ISBN 0-19-506557-3.
  • Clare Cushman: The Supreme Court Justices: Illustrated Biographies, 1789–1995, 2nd, (Supreme Court Historical Society, Congressional Quarterly Books), 2001, ISBN 1568021267.
  • Flanders, Henry. The Lives and Times of the Chief Justices of the United States Supreme Court. Philadelphia: J. B. Lippincott & Co., 1874 auf Google Books.
  • John P. Frank: The Justices of the United States Supreme Court: Their Lives and Major Opinions. Chelsea House Publishers, 1995, ISBN 0791013774.
  • The Oxford Companion to the Supreme Court of the United States. Oxford University Press, New York 1992, ISBN 0195058356.
  • Fenton S. Martin: The U.S. Supreme Court: A Bibliography. Congressional Quarterly Books, Washington, D.C. 1990, ISBN 0871875543.
  • Melvin I. Urofsky: The Supreme Court Justices: A Biographical Dictionary. Garland Publishing, New York 1994, ISBN 0815311761, S. 590.
  • White, G. Edward. The Marshall Court & Cultural Change, 1815-35. Gekürzte Neuauflage, 1991.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]