William Longespée, 3. Earl of Salisbury

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Das Wappen von William Longespée.

William Longespée, 3. Earl of Salisbury (* zwischen 1170 und 1180; † 7. März 1226 in Salisbury) war durch Ehe 3. Earl of Salisbury (de iure uxoris).

William war ein unehelicher Sohn des englischen Königs Heinrich II. Plantagenet. In der älteren Geschichtsforschung galt Rosamund Clifford, die wohl berühmteste Mätresse des Vaters, als seine Mutter. Wahrscheinlicher aber war es Ida, die von einigen Historikern als eine Tochter von Roger III. de Tosny identifiziert wurde. Diese heiratete gegen Ende 1181 Roger Bigod, 2. Earl of Norfolk und danach verwies William in seinen Schriftstücken offen auf "die Gräfin Ida, meine Mutter."[1]

Sein Beiname entsprach seiner bevorzugten Waffe, dem Langschwert (Longespée, Loungue-Épée oder Longsword), der zum Eigenname seiner Familie wurde.

Herkunft[Bearbeiten]

Anlässlich seiner Schwertleite durch seinen Vater erhielt William das Wappen des Grafen Gottfried V. von Anjou, des Begründers der Plantagenetdynastie, was seine Zugehörigkeit zu diesem Herrscherhaus unterstreichen sollte.

Im Jahr 1197 oder 1198 heiratete William auf Veranlassung seines Halbbruders Richard Löwenherz die Erbgräfin Ela of Salisbury († 24. August 1261), Tochter von William of Salisbury, 2. Earl of Salisbury. Mit ihr hatte er mehrere Kinder, darunter:

Leben[Bearbeiten]

1199 war William bei der Krönung von Johann Ohneland anwesend und Zeuge der Huldigung König Wilhelms I. von Schottland an den König von England in Lincoln. Von seinem Halbbruder wurde er mit verschiedensten diplomatischen Missionen in Frankreich (1202) und in Wales (1204) betraut. 1209 führte er eine Delegation an den Hof Kaiser Ottos IV. in Deutschland an.

Im Kampf gegen König Philipp II. von Frankreich führte William 1213 eine Flotte die Küste Flanderns entlang und vernichtete bei Damme eine französische Flotte. Eine Landung seines Heeres an der Küste wurde zurückgeschlagen. Dennoch hatte er sein Hauptziel erreicht, denn die französische Flotte hatte zu einer Invasion Englands bereitgestanden. Als Marschall von England führte William 1214 doch noch ein englisches Heer nach Flandern, wo er sich mit dem Grafen Ferrand von Flandern und Kaiser Otto IV. vereinte. Doch in der entscheidenden Schlacht bei Bouvines wurde die Koalition von dem französischen Heer vernichtend geschlagen, William geriet in die Gefangenschaft des Feindes. Er wurde aber schon 1215 im Tausch für den Grafen Robert III. von Dreux wieder freigelassen.

Grab von William Longespée in der Kathedrale von Salisbury

Im selben Jahr war William in Runnymede an der Seite König Johanns, der dort die Magna Carta unterzeichnete. Im Juni 1216 lief er aber auf die Seite des französischen Prinzen Ludwig VIII. den Löwen über, der erfolgreich in England gelandet und in London eingezogen war. Doch schon im März 1217 wechselte er wieder auf die Seite des Kindkönigs Heinrich III., war an dem Sieg in der Schlacht von Lincoln und zusammen mit Hubert de Burgh in mehreren Gefechten auf See gegen die Franzosen beteiligt. Im Herbst 1217 zog sich Prinz Ludwig aus England zurück. Als Angehöriger eines Kontingents englischer und französischer Ritter schloss sich William im Jahr 1219 der Belagerung von Damitte (fünfter Kreuzzug) an.[2]

1220 legte William zusammen mit seiner Frau den vierten und fünften Stein bei der Grundsteinlegung für die Kathedrale von Salisbury. 1224 begleitete er Richard von Cornwall auf einen Feldzug in die Gascogne. Auf der Seereise zurück nach England, 1225, erlitt er Schiffbruch an der Île de Ré, wo er sich mehrere Monate versteckte. William starb kurz nach seiner Rückkehr und wurde als erster in der neuen Kathedrale von Salisbury bestattet. Die Liegefigur seines Grabes war überhaupt die erste, die einen Ritter in vollständiger Rüstung darstellte. Bei der Öffnung seines Grabes 1791 wurde in seinem Schädel die gut erhaltene Leiche einer Ratte gefunden, die Spuren einer Arsenvergiftung aufwies. Der Chronist Roger of Howden hatte einst gemutmaßt, dass William durch Hubert de Burgh vergiftet worden sei. Die Ratte ist heute in einem Museum in Salisbury ausgestellt.

Williams Witwe gründete 1229 die Lacock Abbey, in die sie 1238 als Nonne eintrat und 1240 zur ersten Äbtissin gewählt wurde. Sie wurde auch hier begraben.

Literatur[Bearbeiten]

  • D. Richardson, K. G. Everingham, D. Faris: Plantagenet Ancastry (Genealogical Publishing Com, 2004)
  • Ralph V. Turner: Eleonore von Aquitanien – Königin des Mittelalters, C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63199-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Turner, S. 295
  2. L'Estoire de Eracles empereur Liv. 32, Cap. XII, in: Recueil des historiens des croisades (1859), Historiens Occidentaux II, S. 343
Vorgänger Amt Nachfolger
William of Salisbury Earl of Salisbury
(iure uxoris für Ela of Salisbury)

1198–1226
Margaret Longespée