William Luther Pierce

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William Luther Pierce (2001)

William Luther Pierce III. (* 11. September 1933 in Atlanta, Georgia; † 23. Juli 2002 in Mill Point, West Virginia) war Gründer und Leiter der National Alliance und ein Angehöriger von George Lincoln Rockwells American Nazi Party (ANP). Er wurde vor allem bekannt als Autor des rassistischen Romans The Turner Diaries (1978).

Leben[Bearbeiten]

Pierce übersprang in der Schule eine Klasse, die letzten beiden Jahre High School verbrachte er an einer Militärschule.[1] Nachdem er diese 1951 beendet hatte, arbeitete er kurze Zeit als Hilfsarbeiter auf einer Ölplattform. Er erhielt ein Stipendium für ein Physikstudium an der Rice University in Houston, Texas, an der er 1955 einen Abschluss als Bachelor erlangte.[2] Er war anschließend am Los Alamos National Laboratory tätig und setzte dann sein Studium an der Caltech, später an der University of Colorado at Boulder fort. Dort erwarb er 1962 einen Abschluss als Ph.D.[2] Von 1962 bis 1965 lehrte er als Assistenzprofessor Physik an der Oregon State University.[3]

Der Physikdozent gab seine akademische Tätigkeit auf, um sich ganz dem Verbreiten seiner weitgehend neonazistischen Weltanschauung widmen zu können. Als weißer Separatist gründete er zu diesem Zweck 1970 die Organisation National Alliance, gab in seinem Verlag National Vanguard eine Zeitschrift sowie mehrere Bücher heraus, schuf die Radiosendung American Dissident Voices und baute einen großen Versandhandel mit Vertriebswegen auf. Berüchtigt wurde Pierce vor allem für seinen Roman The Turner Diaries (dt. ‚Die Turner-Tagebücher‘) (1978), den er unter dem Pseudonym Andrew Macdonald veröffentlichte und der möglicherweise die Vorlage für mehrere politisch motivierte Attentate bildete.

1999 flüchtete der in Deutschland gesuchte Neonazi Hendrik Möbus zu Pierce und wurde von ihm aufgenommen. Möbus half beim Ausbau des Labels Resistance Records, außerdem schrieb er unter dem Pseudonym „Hagen von Tronje“ (nach der Figur aus der Nibelungensage) für das Magazin Resistance.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Griffin, 2001 S. 29/30.
  2. a b William Pierce Biography, Anti-Defamation League. 2007. Abgerufen am 18. Juli 2007. 
  3. Pierce, William L., Hutchinson Encyclopedia of Modern Political Biography, S. 604, Oxon Helicon Publishing Limited, 2004, ISBN 978-1859862735.
  4. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, Erweiterte und überarbeitete Ausgabe 2007, Index Verlag, ISBN 978-3-93687-800-4, Seite 324f.