William McKinley

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter William McKinley (Begriffsklärung) aufgeführt.
William McKinley (1900)
Unterschrift McKinleys

William McKinley, Jr. (* 29. Januar 1843 in Niles, Ohio; † 14. September 1901 in Buffalo, New York) war ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und der 25. Präsident der Vereinigten Staaten. Er übte dieses Amt vom 4. März 1897 bis zum 14. September 1901 aus, als er an den Folgen eines acht Tage zuvor auf ihn verübten Attentats verstarb.

Werdegang bis zur Präsidentschaft[Bearbeiten]

William McKinley, Jr. war eines von neun Kindern von William McKinley (1807–1892) und Nancy Campbell Allison (1809–1897). Die Eltern waren irischer und schottischer Herkunft. Am 25. Januar 1871 heiratete er Ida Saxton, mit der er zwei Töchter hatte: Katherine (1871–1875) und Ida (1873–1873). Beide Kinder starben jung an Typhus.

Nach seiner Teilnahme am Sezessionskrieg, in den er 1861 als einfacher Soldat marschierte und als Major ehrenhaft entlassen wurde[1], wurde McKinley 1876 für Ohio ins Repräsentantenhaus gewählt. Dort wurde er zum Wortführer einer strikten Schutzzollpolitik, womit er den Wünschen seiner industriellen Klientel entsprach, aber 1890 eine schwere Wahlniederlage seiner Partei hervorrief. Dennoch wurde er im November 1891 zum Gouverneur von Ohio gewählt. Dieses Amt trat er Anfang 1891 an und übte es bis Januar 1896 aus. Während seiner Zeit als Gouverneur hatte er Sympathien für Gewerkschaften gezeigt und sich für Arbeitnehmerrechte eingesetzt.[2]

Präsidentschaft (1897–1901)[Bearbeiten]

Vereidigung von William McKinley (Mitte) im März 1897
Präsident McKinley am Schreibtisch (1900)
Letzte Aufnahme von William McKinley vor dem Attentat am 6. September 1901

Bereits als Gouverneur von Ohio hatte McKinley zunehmend Kontakte zu Unternehmern geknüpft, insbesondere zu dem Industriellen Mark Hanna. Dieser schlug McKinley eine Präsidentschaftskandidatur für die Wahl von 1896 vor. Hanna fungierte fortan als McKinleys Wahlkampfmanager, dem es auch gelang, größere Summen an Spendengeldern zu beschaffen. Im Sommer 1896 wurde der ehemalige Gouverneur von Ohio zum Kandidaten der Republikanischen Partei gekürt. Am Wahltag, dem 3. November 1896, konnte McKinley den Kandidaten der Demokraten William Jennings Bryan komfortabel besiegen. Er errang einen Stimmenanteil von 51 Prozent, während auf Bryan knappe 47 Prozent entfielen. Im Electoral College war sein Vorsprung mit 271 gegen 176 noch deutlicher. William McKinley wurde am 4. März 1897 als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er löste den nicht mehr kandidierenden Demokraten Grover Cleveland ab.[3] McKinley wurde damit der letzte US-Präsident, der aktiv am Bürgerkrieg teilgenommen hatte.

Innenpolitik[Bearbeiten]

Anders als in der Außenpolitik setzte McKinley innenpolitisch relativ wenige Akzente. So hatte er beispielsweise keine größere legislative Agenda. Seit Beginn seiner Amtszeit sprach sich McKinley für eine Neugestaltung der Einfuhrzölle aus. Obwohl er nach seinem Amtsantritt ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit genoss, konnte er nicht verhindern, dass der Kongress höhere Zölle beschloss. Obwohl der Präsident dem eher skeptisch gegenüberstand unterzeichnete er die entsprechende Gesetzesvorlage. Auch wandte er sich dem Problem der sogenannten Trusts in der Wirtschaft kaum zu, obwohl diese in der Öffentlichkeit teilweise massiv kritisiert wurden. Er nahm daher Abstand von seiner Politik als Gouverneur, in der er Gewerkschaften nahestand. In der Wirtschaftspolitik bekannte sich der Präsident sonst zur Laissez-faire-Theorie.[4][5] McKinley gilt (auch wenn seine beiden Vorgänger bereits entsprechende Akzente setzten) als erster Präsident der Progressiven Bewegung. Begünstigt durch die gute wirtschaftliche Lage um die Jahrhundertwende setzte er auf eine stabile Währungspolitik durch den Goldstandard und förderte die amerikanische Industrie durch Schutzzölle und die Erschließung neuer Absatzmärkte in Ostasien: Open-Door-Policy to China.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Ende der 1890er-Jahre rückte eine aktivere Außenpolitik der Vereinigten Staaten mehr und mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussionen. Dies begründete sich insbesondere im Vordringen europäischer Kolonialmächte in Afrika und Asien. Unter McKinleys Präsidentschaft billigte der Kongress einen weiten Ausbau der Seestreitkräfte. Deren Aufgabe sollte unter anderem auch darin bestehen, den Überseehandel zu schützen. Imperialistische Strömungen in den amerikanischen Politik zielten in besonderem Maße auf die Erschließung neuer Wirtschaftsmärkte. Der Präsident stimmte mit den Positionen der Imperialisten im Wesentlichen überein.[6] So führte er die USA in den Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898), der die spanischen Kolonien in den Philippinen und der Karibik unter US-Kontrolle brachte. Im Friedensvertrag von Paris hatten die USA, wie schon in der im April 1898 ausgesprochenen Kriegserklärung an Spanien, auf eine Annektierung Kubas verzichtet, doch fielen ihnen auch Puerto Rico und Guam zu.[7] Unter seiner Präsidentschaft annektierten die USA Hawai'i, führten einen siegreichen Krieg gegen Spanien und wurden durch die Übernahme der Philippinen, Guam, Puerto Rico und Kuba zu einer Kolonialmacht.

Auf den Philippinen wurde anschließend die Unabhängigkeitsbewegung niedergeschlagen, die zur Gründung der Ersten Philippinischen Republik geführt hatte (Philippinisch-Amerikanischer Krieg, 1899–1902). Die Niederschlagung des Aufstandes war mit erheblichem Leiden für die Zivilbevölkerung verbunden, die unter Massakern, Folter und völliger Rechtlosigkeit litt. Es starben zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Zivilisten durch Krieg, die Niederschlagung des Aufstandes und Cholera[8] Danach waren die Philippinen bis zum Zweiten Weltkrieg faktisch eine amerikanische Kolonie. Insgesamt schlugen die USA außenpolitisch unter seiner Präsidentschaft einen imperialistischen Kurs ein und wurden Weltmacht. In diese Phase fiel auch das Ende der Binnenkolonisation im Westen des Landes.

Unter McKinley wurden außerdem die Beziehungen zum Vereinigten Königreich intensiviert. In den folgenden Jahren führte dies zu sehr engen politischen und wirtschaftlichen Kooperationen beider Länder.

Wiederwahl 1900 und Attentat[Bearbeiten]

Die Ermordung Präsident McKinleys
Grabmal William McKinleys in Canton, Ohio

Im November 1900 wurde McKinley für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt. Bei der Wahl kam es erneut zum Duell zwischen ihm und dem Demokraten William Jennings Bryan, wobei McKinley dieses Mal einen noch deutlicheren Sieg erringen konnte. 51,6 Prozent der amerikanischen Wähler sprachen sich für McKinleys Verbleib im Weißen Haus aus, während Bryan rund 45 Prozent der Stimmen erlangte. Auch im Wahlmännergremium konnte er sich mit 292 gegen 155 Stimmen klar durchsetzen. Seine zweite Amtszeit trat er turnusgemäß am 4. März 1901 an.

Am 6. September 1901 wurde er durch den Anarchisten Leon Czolgosz beim Besuch der Pan-American Exposition, der Weltausstellung in Buffalo, New York, angeschossen. Zunächst bestand noch Hoffnung, dass der Präsident die beiden Schussverletzungen, die er in Brust und Unterleib erlitten hatte, überleben würde. Doch am 14. September 1901, acht Tage nach dem Attentat, erlag McKinley im Alter von 58 Jahren seinen schweren Verletzungen. Er war nach Abraham Lincoln 1865 und James A. Garfield 1881 der dritte ermordete US-Präsident, sowie das fünfte während seiner Amtszeit verstorbene Staatsoberhaupt der USA. Czolgosz legte ein Geständnis ab, den Präsidenten angeschossen zu haben und wurde im Oktober 1901 auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet.[9]

Nach seinem Tod wurde McKinley wie auch Abraham Lincoln und später John F. Kennedy im Ostsaal des Weißen Hauses aufgebahrt. Später fand noch eine Aufbahrung im Staatskapitol von Ohio statt. Am 19. September 1901 wurde der 25. Präsident der USA in Canton, Ohio bestattet. Dort wurde ihm auch ein Denkmal gewidmet.

Sein Nachfolger im Weißen Haus wurde der bisherige Vizepräsident Theodore Roosevelt, der erst im März desselben Jahres die Nachfolge des während McKinleys erster Amtsperiode verstorbenen Garret Hobart angetreten hatte. Als Reaktion auf die Ermordung McKinleys beauftragte der Kongress den Secret Service, der zuvor nur für die Bekämpfung von Finanzkriminalität zuständig war, mit dem Schutz des Präsidenten.

Nachwirkung[Bearbeiten]

500-Dollar-Banknote mit McKinleys Konterfei

Unter Historikern sowie der amerikanischen Öffentlichkeit wird McKinley heute als durchschnittlicher Präsident angesehen. Seine Popularität zu Lebzeiten und während seiner Amtszeit verblasste jedoch recht schnell nach seinem Tod, was im Wesentlichen auf die Amtsführung seines Nachfolgers Theodore Roosevelt zurückzuführen ist. Dieser führte die Außenpolitik im Wesentlichen weiter und orientierte sich innenpolitisch deutlich mehr am Progressivismus. Während McKinley nach Meinung der meisten Historiker in der Innenpolitik keine bleibenden Akzente setzten konnte (wie beispielsweise ein Reformprogramm), so leitete er in der Außenpolitik eine neue Phase ein. Fortan traten die Vereinigten Staaten in der Weltpolitik stärker auf als bisher und begannen, ihre Interessen im Zweifelsfall auch durch den Einsatz der Streitkräfte durchzusetzen. Durch McKinleys verstärkte Außenpolitik sei daher die Ära der Präsidenten des sogenannten Gilded Age zu Ende gegangen, die als weniger führungsstark angesehen wurden. Dies begründet sich insbesondere damit, dass nach dem Sezessionskrieg und der damit verbundenen Amtsführung Abraham Lincolns die amerikanischen Präsidenten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts weniger Einfluss auf die Politik ausgeübt haben.[10][11]

Das Porträt von William McKinley ist auf der 500-Dollar-Banknote abgedruckt, die bis 1969 als Zahlungsmittel herausgegeben wurde. Nach ihm ist der Mount McKinley in Alaska benannt, der höchste Berg Nordamerikas. Ebenso wurde in Buffalo ihm zu Ehren das McKinley-Monument aufgestellt.

William McKinley war außerdem der erste amerikanische Präsident, der sich filmen ließ.[12]

Literatur[Bearbeiten]

  • Armstrong, William H. Major McKinley: William McKinley and the Civil War. Kent, Ohio: The Kent State University Press 2000. ISBN 978-0-87338-657-9.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Raimund Lammersdorf: William McKinley 1897-1901. Der Eintritt in die Weltpolitik. In: Christof Mauch, Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 246.
  2. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 247
  3. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 247/48
  4. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 248
  5. American President: William McKinley: Domestic Affairs
  6. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 249/50
  7. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 250ff.
  8. [Smallman-Raynor, Matthew; Andrew D Cliff (Januar 1998), "The Philippines Insurrection and the 1902–4 cholera epidemic: Part I – Epidemiological diffusion processes in war", Journal of Historical Geography 24 (1): 69–89, doi:10.1006/jhge.1997.0077/ Smallmann-Raynor]
  9. American President: William McKinley: Death of the President
  10. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 253
  11. American President: William McKinley: Impact and legacy
  12. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 248

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William McKinley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: William McKinley – Zitate (Englisch)
 Wikisource: William McKinley – Quellen und Volltexte (englisch)