William Prout

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William Prout. Von Henry Wyndham Phillips (1820 - 1868)

William Prout (* 15. Januar 1785 in Horton (Gloucestershire); † 9. April 1850 in London) war ein englischer Arzt und Chemiker; er leistete einen wichtigen Beitrag zur Atomtheorie.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

William Prout war der Sohn des Bauern John Prout († 1820).[1] Er verbrachte sein Leben als praktizierender Arzt in London, beschäftigte sich aber viel mit chemischer Forschung. Er arbeitete an biochemischen Themen und führte viele Analysen von Sekreten lebender Organismen durch. Er glaubte, dass die Sekrete durch den Zerfall von Körpergewebe entstünden. 1823 entdeckte er, dass der Magensaft Salzsäure enthält, die durch Destillation isoliert werden kann. 1827 schlug er vor, die Substanzen in Nahrungsmitteln in Kohlenhydrate, Fette und Proteine einzuteilen.

Er ist jedoch eher wegen seiner Forschungen in physikalischer Chemie in Erinnerung geblieben. Im Jahr 1815 stellte er – ausgehend von den damals bekannten etwa 20 Atommassen – die Hypothese auf, dass die Atommasse eines jeden Elements ein ganzzahliges Vielfaches vom Atommasse des Wasserstoffs sei. Das Wasserstoff-Atom sei also das einzig fundamentale Teilchen und die Atome der anderen Elemente seien aus verschiedenen Gruppierungen von Wasserstoff-Atomen zusammengesetzt.

Die angenommene Ganzzahligkeit stand zwar schon seit 1803 mit den von John Dalton veröffentlichten Atommassen in Widerspruch und wurde auch von späteren genaueren Messungen der Atommassen widerlegt. Prouts Ansatz versprach jedoch einen so grundlegenden Einblick in die Struktur des Atoms, dass Ernest Rutherford 1920 dem ersten entdeckten Baustein der Atomkerne den Namen Proton (griech. proton „das Erste“) auch deshalb gab, um damit zugleich William Prout zu ehren.

Prout trug auch zur Verbesserung des Barometers bei. Die Royal Society in London übernahm seine Bauweise als Standard.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brock, W.H.: The life and work of William Prout. Med Hist. 1965 April; 9(2): 101–126. p.102