William Speirs Bruce

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William Speirs Bruce

William Speirs Bruce (* 1. August 1867 in London; † 28. Oktober 1921 in Edinburgh) war ein in London geborener Polarforscher und Ozeanograph schottischer Abstammung. Er leitete die Schottische Antarktisexpedition von 1902 bis 1904 im Weddell-Meer.

1892–93 führte eine Walfangreise, die Dundee Whaling Expedition, zu den Falklandinseln Bruce erstmals in die antarktischen Gewässer. Zu den Teilnehmern dieser Expedition gehörte auch sein Freund und Künstler William Gordon Burn-Murdoch.

1901 sollte Bruce Robert Falcon Scott auf dessen Discovery-Expedition in die Antarktis begleiten. Er lehnte jedoch ab, da er eine eigene Expedition, die Scottish National Antarctic Expedition, vorbereitete. Am 2. November 1902 segelte er mit der Scotia nach Süden. Er erreichte Festland, fand aber keinen geeigneten Platz für eine Überwinterung, woraufhin er wieder nach Norden fuhr und den Winter auf den Südlichen Orkneyinseln verbrachte und die dortige Fauna untersuchte.

Im Januar 1904 entdeckte er Coatsland an der östlichen Küste des Weddell-Meeres. Er benannte die Region nach James Coats Jr. und Major Andrew Coats, die die wichtigsten Unterstützer der Expedition waren. Am 15. Juli 1904 kam das Schiff nach der Rückreise in Nordirland an. Diese Expedition war die erste, die bewegte Bilder der Küste der Antarktis produzieren konnte, außerdem wurde die erste Benutzung von Dudelsäcken im Bereich der Antarktis von dieser Expedition dokumentiert. Aufgrund der ersten Film- und Tondokumente der Antarktis gilt Bruce auch als Pionier des Dokumentarfilms.

Auf Laurie Island etablierte Bruce die Wetterstation Omond House, die später von Argentinien übernommen wurde und bis heute die am längsten ohne Unterbrechung in Betrieb befindliche meteorologische Station der Antarktis ist.

Bruce weitere Forschung widmete sich vor allem Spitzbergen, des Weiteren leitete er von 1915–16 eine Walfangstation auf den Seychellen. Da Bruce jedoch das tropische Klima hasste, zog er sich nach Schottland zurück. Dort starb er 1921 nach langer, schwerer Krankheit. Seine Asche wurde im Südpolarmeer verteilt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Polar exploration (Home university library of modern knowledge; 8). Williams & Norgate, London 1911
  • The voyage of the „Scotia“. Being the record of a voyage of exploration in Antarctic seas. Blackwood, Edinburgh 1906 (zusammen mit Robert C. Mossman und James H. Pirie)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]