William Tyssen-Amherst, 1. Baron Amherst of Hackney

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Lord Amherst of Hackney.

William Tyssen-Amherst, 1. Baron Amherst of Hackney (* 25. April 1835 in Narford Hall, Norfolk; † 16. Januar 1909 in London) war ein britischer Abgeordneter und Sammler.

Er war der älteste Sohn von William George Daniel-Tyssen und Mary geb. Fountain. Er wurde im Eton College erzogen und besuchte das Christ Church College in Oxford. Er heiratete 1856 Margaret Susan Mitford, die Tochter von Admiral Robert Mitford. Aus der Ehe gingen sieben Töchter hervor. 1877 änderte er seinen Namen in Tyssen-Amherst. 1880 bis 1892 war er Mitglied des britischen Parlament. 1892 wurde er geadelt als Baron Amherst of Hackney und wurde Peer im House of Lords. Er hatte außerdem mehrere weitere Ämter.

Tyssen-Amherst war bekannt als Sammler von Manuskripten, Inkunabeln und Büchern, antiken Möbeln und ägyptischen Kunstwerken. Sein Landsitz in Didlington Hall wurde zu einem Museum für seine Bibliothek und für seine berühmte und schnell wachsende ägyptische Sammlung, darunter die sogenannten Amherst Papyri. Er reiste häufig nach Ägypten und unterstütze dort tätige Ägyptologen wie Flinders Petrie oder Howard Carter. 1906 stellte sich heraus, dass seine Ländereien und Geldanlagen von einem unseriösen Verwalter komplett veruntreut waren und er musste mit dem Verkauf seiner Sammlung beginnen. Seine Sammlung von Caxton-Drucken wurde an J. Pierpont Morgan verkauft. Die bedeutendsten Manuskripte und Bücher würden bei zwei Auktionen 1908 und 1909 versteigert, die Kunstsammlung im Dezember 1908. Seine Papyri wurden 1913 an die Pierpont Morgan Library in New York verkauft, der Rest seiner ägyptischen Sammlung im Juni 1921.

Nach seinem Tod wurde sein Titel durch seine Tochter Mary Rothes Margaret Cecil, die sich ebenfalls für Ägyptologie interessierte, und deren Sohn weitergeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Seymour de Ricci: A Handlist of a Collection of Books and Manuscripts belonging to The Right Hon. Lord Amherst of Hackney at Didlington Hall, Norfolk. Cambridge University Press, Cambridge 1906, Volltext.
  • Maurice L. Bierbrier: Who Was Who in Egyptology. Third revised edition. Egypt Exploration Society, London 1995, ISBN 978-0856981258, S. 14.

Weblinks[Bearbeiten]