William de Valence, 1. Earl of Pembroke

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Wappen von William de Valence als Earl of Pembroke.

William de Valence, 1. Earl of Pembroke, bzw. Guillaume de Lusignan († vor 18. Mai 1296[1][2]), war ein französischer Adliger und englischer Peer des 13. Jahrhunderts. Er war ein jüngerer Sohn des Grafen Hugo X. von Lusignan und der Isabella von Angoulême und war damit ein Angehöriger der einflussreichsten Familie des französischen Poitou. Aus dem Familienbesitz erhielt er unter anderem Valence, Montignac und Bellac als Erbe.

Leben[Bearbeiten]

Sein Wappen bevor er zum Earl of Pembroke wurde.

Während des Zerfalls des so genannten angevinischen Reichs in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatten die Lusignans mehrfach die Fronten zwischen den Konfliktparteien der französischen Krone und dem Haus Plantagenet gewechselt. Zuletzt war Hugo X. mit letzteren sowohl politisch als auch dynastisch verbündet; er war mit der Mutter des englischen Königs Heinrich III. verheiratet, der somit auch Williams Halbbruder war. Nachdem diese Allianz 1242 in der Schlacht bei Taillebourg von König Ludwig IX. geschlagen wurde, mussten sich die Lusignans zur Gänze der französischen Krone unterwerfen.

Durch die familiäre Verbindung zum englischen Königshaus eröffneten sich für William in England aussichtsreichere Karrierechancen. Um das Jahr 1247 zog er mit seinen Brüdern Guy und Aymar an den Hof ihres Halbbruders, König Heinrich III., wo sie schnell einflussreiche Positionen einnahmen. William wurde mit Joan de Munchensi († 1307) verheiratet, Enkelin und Erbin von William Marshal, wodurch er zum Earl of Pembroke und Wexford (in Irland) aufstieg. Sein Bruder Aymar wurde zum Bischof von Winchester ernannt. Zusammen mit dem König nahm er 1250 das Kreuz zum sechsten Kreuzzug, den sie aber nie antraten.

In der Auseinandersetzung des Königs mit einer Opposition der Barone um Simon de Montfort (Second Baron's War) war William naturgemäß einer der engsten Verbündeten der Krone, zumal er als landesfremder Emporkömmling bei dem etablierten normannisch-englischen Adel verhasst war. Als er sich 1258 weigerte, die Provisions of Oxford anzuerkennen, wurde er in Wolvesey Castle von den Baronen belagert und anschließend aus England ausgewiesen. William versöhnte sich 1259 in Paris mit Montfort und konnte 1261 nach England zurückkehren, wo er sofort wieder zu den engsten Getreuen des Königs avancierte. Er kämpfte für ihn 1264 in der Schlacht von Lewes, wo die Königlichen gegen Montfort eine vernichtende Niederlage erlitten; der König geriet in die Gefangenschaft der Barone und William war erneut zur Flucht nach Frankreich genötigt. Schon 1265 kehrte er nach Pembrokeshire zurück, um mit seinem Neffen, Prinzen Eduard Plantagenet, gegen die Barone zu kämpfen. In der Schlacht von Evesham gelang ihnen der entscheidende Sieg über die Barone; Montfort fiel im Kampf.

Den Prinz begleitete er von 1270 bis 1274 auf dessen Kreuzzug nach Palästina und unterstützte ihn, nach dessen Königskrönung, bei der Eroberung von Nordwales 1282. Anschließend diente er ihm als Gesandter in Frankreich und in Schottland während der Unabhängigkeitskriege. 1294 bis 1295 diente er dem König als Heerführer während eines Walisischen Aufstandes, anschließend in der Gascogne.[3] Dort starb er 1296 in Bayonne und wurde in Westminster Abbey bestattet.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner Ehe mit Joan de Munchensi hatte insgesamt 8 Kinder. Diese sind unter anderem:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 444
  2. andere Quellen sprechen vom 18. Mai 1296; siehe Weblink
  3. Dictionary of National Biography: William de Valence. Abgerufen am 14. November 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Earl of Pembroke
um 1247–1296
Aymer de Valence