Willie Francis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Willie Francis (* 12. Januar 1929 in St. Martinville, Louisiana; † 9. Mai 1947 ebenda) war ein zum Tode verurteilter Amerikaner, der eine elektrische Exekution überlebte.

1944 war der Apothekenbesitzer Andrew Thomas in St. Martinville, Louisiana, ermordet worden. Der Verdacht fiel auf Willie Francis, seinen farbigen, knapp 16-jährigen Beschäftigten. Bei einer Vernehmung trug Francis laut Polizeiangaben die Brieftasche von Thomas bei sich. Francis gestand den Mord. Nach Recherchen des Buchautors Gilbert King gab es Hinweise auf sexuellen Missbrauch von Francis durch Thomas.[1] Francis wurde zum Tode verurteilt.

Francis sollte am 3. Mai 1946 hingerichtet werden. Er überlebte jedoch seine Exekution auf dem elektrischen Stuhl. Berichten zufolge schrie er unter der Lederkapuze, die ihm über den Kopf gestülpt worden war: „Nehmt sie ab! Lasst mich atmen!“[2]

Danach wurde debattiert, ob Francis als exekutiert zu gelten hatte oder nicht. Den Prozess vor dem US Supreme Court (Francis vs. Resweber) verlor Francis jedoch.[3] Er wurde am 9. Mai 1947 um 12:05 Ortszeit hingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gilbert King: The Execution of Willie Francis. Race, Murder, and the Search for Justice in the American South. Basic Civitas, New York 2008, ISBN 978-0-465-00265-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Arthur S. Miller, Jeffrey H. Bowman: Death by Installments: The Ordeal of Willie Francis. Greenwood Press, New York 1988, ISBN 0-313-26009-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gilbert King: The Execution of Willie Francis. Basic Civitas, New York 2008, ISBN 978-0-465-00265-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2.  Jürgen Martschukat: Geschichte der Todesstrafe in Nordamerika. Von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart (= Beck’sche Reihe 1471). C.H.Beck, München 2002, ISBN 3-406-47611-2, S. 117 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Louisiana ex rel. Francis v. Resweber (No. 142)