Bischöfliches Willigis-Gymnasium

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Bischöfliches Willigis-Gymnasium
Schulform Gymnasium
Gründung 1852
Adresse

Willigisplatz 2

Ort Mainz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 59′ 45,2″ N, 8° 16′ 12,4″ O49.99598.2701Koordinaten: 49° 59′ 45,2″ N, 8° 16′ 12,4″ O
Träger Bistum Mainz
Schüler etwa 1000
Lehrkräfte etwa 100
Leitung Dr. Roman Riedel (seit 1. April 2010)
Website www.willigis-online.de
Die Schule vom Willigisplatz aus gesehen
Das offizielle Logo des Willigis-Gymnasiums und der Willigis-Realschule

Das Bischöfliche Willigis-Gymnasium ist ein von Wilhelm Emmanuel von Ketteler 1852 gegründetes Gymnasium in der Mainzer Altstadt. Es befindet sich in der Trägerschaft des Bistums Mainz und ist nach dem früheren Mainzer Bischof Willigis benannt.

Das Willigis-Gymnasium bildet einen Schulverbund mit der später gegründeten Willigis-Realschule, ist im Gegensatz zu dieser allerdings eine reine Jungenschule, wovon es in Deutschland im Zuge der Koedukation inzwischen nur noch sehr wenige gibt. Seit relativ kurzer Zeit werden auch einige Mädchen - vor allem aus der Willigis-Realschule - in die Oberstufe zugelassen. Das Willigis-Gymnasium war ebenfalls 1967 die Pilotschule zur Erprobung der Mainzer Studienstufe.

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Der Fokus der Schule liegt als kirchliche Einrichtung auf der christlichen Erziehung, beispielsweise durch verpflichtenden Religionsunterricht sowie regelmäßige Gottesdienste. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf musischen Fächern. Seit dem Schuljahr 2008/09 nimmt das Willigis-Gymnasium am rheinland-pfälzischen G8-Pilotprojekt teil, das das Abitur nach 12 Schuljahren ermöglichen soll.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schule wurde am Fest Maria Lichtmess 1852 als St.-Marien-Schule gegründet. Zur Schulleitung und Unterrichtserteilung berief Ketteler die Marianisten. Als ab 1874 im Kulturkampf den Orden die Aufnahme neuer Mitglieder verboten war, wurde dadurch auch die Tätigkeit des Schulordens stark beeinträchtigt. Schulische Hilfskräfte aus der städtischen Geistlichkeit und weltliche Lehrer halfen, diese Zeit zu überbrücken. Bischof Paul Leopold Haffner entschied trotz der nur vier verbliebenen Schulbrüder, dass die Marienschule erhalten bleiben müsse. Nach 1899 begonnener Planung wurde im Jahr 1901 ein nach Entwurf des Frankfurter Architekten Hans Rummel ausgeführter Erweiterungsbau der St.-Marien-Schule im Beisein von Bischof Heinrich Brück sowie des rheinhessischen Provinzialdirektors Freiherr von Gagern, des Gouverneurs Paul von Collas, des Oberbürgermeisters Heinrich Gassner, des Mainzer Domkapitels und anderer Prominenz eingeweiht.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Schule zum Militärlazarett umgewandelt. Der Unterricht wurde in der Sakristei von St. Stephan, im Priesterseminar und in der Bischöflichen Kanzlei fortgeführt. Trotz Einspruch von Bischof Ludwig Maria Hugo wurde Johannes Gärtner, der dritte Schulleiter, im März 1923 von den Franzosen ausgewiesen; Gründe hierfür wurden nicht bekannt. Dompräbendant Wettig wurde bis zur Schließung der Schule 1938 aufgrund der nationalsozialistischen Politik bezüglich kirchlicher Schulen der nächste Schulleiter. Bischof Albert Stohr verkündete in seinem Hirtenbrief vom 1. Mai 1938 das Aus für alle Konfessionsschulen im Bistum. Erst 1955 wurde die Schule wiedereröffnet und bis 1960 hielt nach und nach der Schulbetrieb wieder Einzug, bevor es dann zur Umbenennung in den heutigen Namen Willigis-Gymnasium kam. 1972 schließlich wurde auch die Willigis-Realschule gegründet, was einige Jahre später aufgrund steigender Schülerzahlen eine Erweiterung und Sanierung des Schulgebäudes notwendig machte, die 1985 endgültig abgeschlossen wurde. [1]2011 wurde die Schule um ein Mensagebäude erweitert und renoviert .

Bekannte Lehrer[Bearbeiten]

1922-1925 war Heinrich Rohr Lehrer an der Bischöflichen Marienschule.

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Folgende bekannte Personen des öffentlichen Lebens haben das Willigis-Gymnasium (bzw. die St.-Marien-Schule) besucht:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schulgeschichte (PDF; 88 kB)
  2. Jahresschrift 2007/08 des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums und der Bischöflichen Willigis-Realschule, S. 48
  3. Hessischer Rundfunk-Doku "Das ganze Leben ist ein Circus" über Heinz Schenks Leben

Weblinks[Bearbeiten]