Wilsberg (Fernsehserie)
| Seriendaten | |
|---|---|
| Originaltitel | Wilsberg |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Produktionsjahr(e) | seit 1995 |
| Länge | 90 Minuten |
| Episoden | 36 |
| Genre | Krimiserie |
| Musik | Martin Ernst, Dieter Golm |
| Erstausstrahlung | 20. Februar 1995 auf ZDF |
| Besetzung | |
Wilsberg ist der Name einer ZDF-Krimiserie, die im westfälischen Münster spielt. Gedreht wird die Serie in Münster sowie für Innenaufnahmen in Köln.
Der Held der Wilsberg-Krimis, Georg Wilsberg, ist ein Buchantiquar, der aus Geldmangel nebenbei auch Aufträge als Privatdetektiv annimmt.
Die Idee und die Figuren stammen von Jürgen Kehrer, der schon seit 1990 Bücher über Wilsberg schreibt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Besetzung
[Bearbeiten] Georg Wilsberg
Georg Wilsberg ist Namensgeber der Serie. In der ersten Folge Und die Toten lässt man ruhen war Wilsberg ein Briefmarkenhändler und wurde von Joachim Król gespielt. Seit der zweiten Folge In alter Freundschaft, deren Erstausstrahlung über drei Jahre nach der ersten Folge gesendet wurde, ist Wilsberg abweichend von der Romanvorlage Antiquar und wird von Leonard Lansink gespielt.[1] Früher war Wilsberg Rechtsanwalt, er verlor jedoch seine Zulassung. Seitdem betätigt er sich häufig als Privatdetektiv. Die Einnahmen benötigt der stets klamme Wilsberg dabei dringend. Zusätzlich ist er auf die Unterstützung seiner Freunde – zunächst Manni, später Ekki – vor allem des Autos wegen, und Alex angewiesen, die er für seine Ermittlungen einspannt. Der Kommissarin Anna Springer verdankt Wilsberg viel, denn sie ist schon oft seine Rettung in höchster Not gewesen. Umgekehrt gibt er ihr meist den entscheidenden Tipp zur Lösung des Falles.
Über die Gründe, warum Wilsberg seine Zulassung als Anwalt verlor, gibt es widersprüchliche Aussagen. In der ersten Folge Und die Toten lässt man ruhen sagt Wilsbergs Auftraggeber: „Sie haben Kommissar Merschmann angezeigt, weil er einen Demonstranten zusammengeschlagen hatte. Aber Merschmann hat sich gerächt und Ihnen die Lizenz entziehen lassen.“ In der dritten Folge Wilsberg und die Tote im See erzählt Wilsberg, er habe Geld vom Konto eines Mandanten genommen, um einem korrupten Polizisten eine Falle zu stellen. Die Sache ging schief, die Kollegen des Polizisten vertuschten die Sache, und er verlor wegen Veruntreuung seine Zulassung. In der 16. Folge Callgirls kommt es im Dialog mit seinem Erzrivalen, dem Anwalt Debelius, zu folgendem Dialog: Debelius sagt, er habe dafür gesorgt, dass Wilsberg die Lizenz verlor, weil er Gelder von Mandanten unterschlagen habe. Wilsberg kontert, er habe nur das Vermögen dieses spielsüchtigen Mandanten zugunsten dessen Frau und Kinder retten wollen.
[Bearbeiten] Manfred Höch
Manfred „Manni“ Höch war ein ehemaliger Klassenkamerad Wilsbergs und dessen bester Freund, er arbeitete im münsterschen Rathaus als Beamter in der Abteilung der Stadtplanung im Bauamt und saß zusätzlich im Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen. Wilsberg fuhr grundsätzlich mit Mannis rotem Volvo-Kombi herum. Höch stellte so etwas wie den „ewigen Loser“ in der Serie dar, jedoch war er eigentlich ein Perfektionist.
Gespielt wurde Manfred Höch von Heinrich Schafmeister. Seit der 15. Folge ist er jedoch nicht mehr dabei. In der Serie wurde er nach Bielefeld versetzt, wobei die Stadt als Running-Gag der Serie verwendet wird.
In der 30. Folge Bullenball ist ein Bild von ihm in einer Zeitung abgedruckt, und Wilsberg ruft ihn daraufhin im Bauamt Bielefeld an.
In der 35. Folge Die Bielefeld-Verschwörung kommt er wieder nach Münster, weil ein Indiz eines Einbruchs in seinem Büro eine Adresse in Münster enthält.
[Bearbeiten] Ekkehard Talkötter
Ekkehard „Ekki“ Talkötter ist seit der 15. Folge mit von der Partie. Er ist Steuerprüfer, dessen Büro im Stadthaus 1 untergebracht ist, und soll Wilsbergs Finanzen unter die Lupe nehmen.[2] Im Verlauf seiner Arbeit beteiligt er sich aber an Wilsbergs Ermittlungen und tritt Mannis Nachfolge als „Autoverleiher“ an. Von da an ist der anfangs unliebsame Finanzbeamte ins Ermittlungsteam aufgenommen und kann Wilsberg durch seinen Beruf so manches Mal behilflich sein. Mit der Zeit entdeckt Ekki dabei auch seine Leidenschaft für detektivische Ermittlungen, wobei ihm sein Steuerprüfer-Ausweis mehr als nützlich ist. Darüber hinaus zeigt Ekki schüchternes Interesse an Alex Holtkamp. Ekkis Eltern, die im fiktiven Dorf Horsthausen im Münsterland leben und von Heinrich Giskes und Brigitte Böttrich gespielt werden, treten erstmalig in Folge 34 Aus Mangel an Beweisen in Erscheinung.
Dargestellt wird Ekki Talkötter von Oliver Korittke.
[Bearbeiten] Alex Holtkamp
Alex Holtkamp ist die Patentochter und Nichte von Wilsberg. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wobei sie ihr Examen wegen dringender Ermittlungen „zwischen Tür und Angel“ machen musste, und ist mittlerweile Rechtsanwältin. Ihre Büroräume befinden sich am Hafenweg im Münsteraner Hafen. Während des Studiums half sie in Wilsbergs Antiquariat aus und wurde durch diese Arbeit in Wilsbergs Ermittlungen hineingezogen.
Alex Holtkamp ist seit der 4. Folge dabei und wird gespielt von Ina Paule Klink.
[Bearbeiten] Anna Springer
Anna Springer ist Hauptkommissarin des Morddezernats Münster und kommt als solche ständig Wilsberg in die Quere, der ebenfalls in ihren Fällen ermittelt. Wilsberg ist schon lange mit Springer befreundet, dennoch behindern sich die beiden während ihrer Ermittlungen ständig gegenseitig. Trotz alledem empfindet Anna eine große Sympathie für Wilsberg, der das allerdings nicht recht bemerken will.
Anna Springer wird gespielt von Rita Russek.
[Bearbeiten] Overbeck
Overbeck ist der Assistent von Hauptkommissarin Springer. Er ist ein „Mann der Tat“ und schießt dabei oft über sein Ziel hinaus, wenn er zum Beispiel vorschnell eine Wohnung stürmt. Mit Wilsberg versteht er sich nicht sonderlich gut und begegnet ihm mit Häme, wird aber am Ende regelmäßig von diesem bei der Lösung der Fälle ausgestochen.
Overbeck wird gespielt von Roland Jankowsky.
[Bearbeiten] Grabowski
Grabowski ist Ekkis Vorgesetzter im Finanzamt. Er wird von Vittorio Alfieri gespielt.
[Bearbeiten] Gastauftritte
- Tobias Schlegl hat in der 3. Folge Wilsberg und die Tote im See eine kleine Rolle als Arbeitskraft auf einem Bauernhof.
- Harald Schmidt hat in der 6. Folge Wilsberg und der letzte Anruf eine kleine Rolle als sarkastischer Notar und ehemaliger Studienfreund von Wilsberg.
- Berthold Tillmann, der Oberbürgermeister Münsters ist in der 10. Folge Der Minister und das Mädchen als Statist zu sehen.[3]
- Bela B., Sänger der deutschen Punkrock-Band Die Ärzte, ist in der 14. Folge Todesengel zu sehen.
- Hugo Egon Balder hat in der 31. Folge Frischfleisch eine Rolle als Ehemann einer Callboy-Kundin.
- Hanno Friedrich hat in der 35. Folge Die Bielefeld-Verschwörung eine Rolle als Arbeitskollege und Freund von Alex Holtkamp.
- Jürgen Kehrer, der Autor der Wilsberg-Bücher, hat einige Cameo-Auftritte:
- In der 4. Folge Wilsberg und der Mord ohne Leiche ist er einer der Besucher der Präsentation des Hafenbauprojektes.
- In der 10. Folge Der Minister und das Mädchen ist er ein Reporter, der die Umweltschützer am Aasee fotografiert und befragt.
- In der 21. Folge Unter Anklage ist er einer der Gäste auf der von Ekki zu Wilsbergs Geburtstag organisierten Überraschungsparty.
- In der 28. Folge Oh du tödliche… schnappt er Wilsberg fast einen Weihnachtsbaum vor der Nase weg.
- In der 29. Folge Gefahr im Verzug wird bei einer Firma Landmaschinen Kehrer ermittelt, die sich hinterher als Lieferant für illegale Wehrtechnik im Rahmen einer Proliferation herausstellt.
- In der 34. Folge Aus Mangel an Beweisen spielt er einen Beamten der Spurensicherung.
[Bearbeiten] Episodenführer
Seit 1995 wurden 36 Episoden gedreht, von denen bis Ende Januar 2012 bereits 35 Episoden ausgestrahlt wurden. Für 2012 wurden die Dreharbeiten der Episoden 37 bis 40 angekündigt.[4] Weitere Folgen sind in Planung. „Auf 50 Folgen will ich es mindestens bringen“, äußerte sich Lansink.[5]
| Folge | Titel | Regie | Drehbuch | Erstausstrahlung | Titel der Buchvorlage | DVD-Veröffentlichung | FSK |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Und die Toten lässt man ruhen | Dorothea Neukirchen | Jürgen Kehrer | 20. Feb. 1995 | Und die Toten lässt man ruhen | 26. Sep. 2007 | 12 |
| 2 | In alter Freundschaft | Dennis Satin | Bernd Schadewald | 25. Mai 1998 | In alter Freundschaft | 26. Sep. 2007 | 12 |
| 3 | Wilsberg und die Tote im See | Dennis Satin | Dennis Satin | 22. Nov. 1999 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 6 |
| 4 | Wilsberg und der Mord ohne Leiche | Dennis Satin | Jürgen Kehrer | 3. Feb. 2001 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 12 |
| 5 | Wilsberg und der Schuss im Morgengrauen | Dennis Satin | Jürgen Kehrer | 20. Okt. 2001 | Das Kappenstein-Projekt | 3. Sep. 2004 | 12 |
| 6 | Wilsberg und der letzte Anruf | Dennis Satin | Ralf Löhnhardt | 13. Apr. 2002 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 6 |
| 7 | Wilsberg und der Tote im Beichtstuhl | Manuel Siebenmann | Ulli Stephan | 23. Nov. 2002 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 12 |
| 8 | Wilsberg und der stumme Zeuge | Peter Lichtefeld | Heidrun Arnold und Jens Urban | 3. Mai 2003 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 12 |
| 9 | Letzter Ausweg: Mord | Dennis Satin | 18. Okt. 2003 | (keine) | 3. Sep. 2004 | 12 | |
| 10 | Der Minister und das Mädchen | Dennis Satin | Jürgen Kehrer und Dennis Satin | 14. Feb. 2004 | Der Minister und das Mädchen | 3. Sep. 2004 | 12 |
| 11 | Tod einer Hostess | Manfred Stelzer | Ulli Stephan | 1. Mai 2004 | (keine) | 9. Dez. 2004 | 12 |
| 12 | Tödliche Freundschaft | Thorsten Näter | Thorsten Näter | 6. Nov. 2004 | (keine) | 9. Dez. 2004 | 12 |
| 13 | Schuld und Sünde | Buddy Giovinazzo | Ulli Stephan und Norbert Eberlein | 5. Mär. 2005 | (keine) | 23. Jun. 2005 | 12 |
| 14 | Todesengel | Buddy Giovinazzo | Jürgen Kehrer | 14. Mai 2005 | Wilsberg isst vietnamesisch | 23. Jun. 2005 | 12 |
| 15 | Ausgegraben | Peter F. Bringmann | Timo Berndt | 19. Nov. 2005 | (keine) | 1. Mär. 2006 | 12 |
| 16 | Callgirls | Walter Weber | Eckehard Ziedrich | 4. Feb. 2006 | (keine) | 1. Mär. 2006 | 12 |
| 17 | Falsches Spiel | Peter F. Bringmann | Thorsten Näter | 25. Mär. 2006 | (keine) | 15. Feb. 2007 | 12 |
| 18 | Tod auf Rezept | Marc Hertel | Thorsten Näter | 2. Dez. 2006 | (keine) | 15. Feb. 2007 | 12 |
| 19 | Miss-Wahl | Walter Weber | Stefan Rogall | 17. Feb. 2007 | (keine) | 21. Jun. 2007 | 12 |
| 20 | Die Wiedertäufer | Martin Gies | Eckehard Ziedrich | 7. Apr. 2007 | Wilsberg und die Wiedertäufer | 21. Jun. 2007 | 12 |
| 21 | Unter Anklage | Martin Gies | Timo Berndt | 27. Mai 2007 | (keine) | 16. Jun. 2008 | 12 |
| 22 | Filmriss | Reinhard Münster | Eckehard Ziedrich | 12. Jan. 2008 | (keine) | 16. Jun. 2008 | 12 |
| 23 | Royal Flush | Reinhard Münster | Timo Berndt | 8. Mär. 2008 | (keine) | 14. Jul. 2008 | 12 |
| 24 | Interne Affären | Catharina Deus | Ulli Stephan | 26. Apr. 2008 | (keine) | 14. Jul. 2008 | 12 |
| 25 | Das Jubiläum | Reinhard Münster | Stefan Rogall | 27. Dez. 2008 | (keine) | 24. Aug. 2009 | 12 |
| 26 | Der Mann am Fenster | Reinhard Münster | Sönke Lars Neuwöhner | 11. Apr. 2009 | (keine) | 24. Aug. 2009 | 12 |
| 27 | Doktorspiele | Hans-Günther Bücking | Matthias Keilich, Khyana el Bitar | 25. Apr. 2009 | Wilsberg und der tote Professor | 15. Sep. 2010 | 12 |
| 28 | Oh du tödliche… | Hans-Günther Bücking | Eckehard Ziedrich | 16. Dez. 2009 | (keine) | 15. Sep. 2010 | 16 |
| 29 | Gefahr im Verzug | Hans-Günther Bücking | Eckehard Ziedrich | 20. Mär. 2010 | (keine) | 1. Sep. 2011 | 12 |
| 30 | Bullenball | Hans-Günther Bücking | Timo Berndt | 25. Nov. 2010 | (keine) | 1. Sep. 2011 | 12 |
| 31 | Frischfleisch | Hans-Günther Bücking | Jan Martin Scharf, Arne Nolting | 8. Apr. 2011 | (keine) | 17. Nov. 2011 | 12 |
| 32 | Tote Hose | Hans-Günther Bücking | Eckehard Ziedrich | 11. Jun. 2011 | (keine) | 17. Nov. 2011 | 12 |
| 33 | Im Namen der Rosi | Hans-Günther Bücking | Matthias Keilich, Khyana El Bitar | 28. Sep. 2011 | (keine) | ||
| 34 | Aus Mangel an Beweisen | Hans-Günther Bücking | Jürgen Kehrer | 25. Jan. 2012 | (keine) | ||
| 35 | Die Bielefeld-Verschwörung | Hans-Günther Bücking | Timo Berndt | 18. Feb. 2012 | (keine) | ||
| 36 | Tod eines Schülers | Hans-Günther Bücking | Martin Eigler | offen | (keine) |
[Bearbeiten] Vorspann
Im Vorspann ist der Titel Why Did You Do It? von der britischen Bluesrock-Band Stretch aus dem Jahr 1975 zu hören.
Ina Paule Klink übernimmt zwar erst ab der vierten Folge Wilsberg und der Mord ohne Leiche eine Rolle, tritt allerdings bereits ab der dritten Folge Wilsberg und die Tote im See im Vorspann in Erscheinung. Sie ist unter anderem unter den Arkaden des Prinzipalmarktes zu sehen.
Im Vorspann der ersten 14 Folgen sind Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister vor dem Kiepenkerl-Restaurant in Münster zu sehen. Diese Szene wurde ab der 15. Episode herausgeschnitten, der ersten Episode, in der Oliver Korittke statt Heinrich Schafmeister zu sehen ist, da sämtliche Szenen im Intro, die bis dahin Schafmeister zeigten, durch Szenen von Korittke ersetzt wurden. Die übrigen Teile des Vorspanns blieben unverändert.
Die 35. Folge Die Bielefeld-Verschwörung ist die erste Folge, in der sowohl Schafmeister als auch Korittke mitspielen. Zugleich ist dies die bislang einzige Folge, in der Schafmeister auftritt, ohne im Vorspann zu sehen zu sein.
[Bearbeiten] Öffentliche Aufführungen
Auf den Aasee-Terrassen werden in Münster regelmäßig die Folgen der Kriminalserie gezeigt. Ebenso wurde der Erbdrostenhof als Kulisse für Freiluftkino-Vorstellungen genutzt.[6]
Die neuen Folgen der Fernsehserie werden regelmäßig im Münsteraner Cineplex vor der TV-Premiere gezeigt, gelegentlich sind die Hauptdarsteller dabei anwesend.[7] Eine Ausnahme stellt die Folge Die Bielefeld-Verschwörung dar, deren Premiere am 16. Februar 2012 im Cinestar in Bielefeld erfolgte, bei der beide Vorstellungen ausverkauft waren.[8][9][10]
[Bearbeiten] Interaktive Angebote
Unter dem Namen „eScript“ wurde 2001 vom ZDF ein Projekt gestartet, bei dem den Zuschauern die Möglichkeit gegeben wurde, auf die Handlung einer Folge Einfluss zu nehmen.[11][4] Bei der vierten Folge Wilsberg und der Mord ohne Leiche war es möglich, sich im Rahmen des Projektes eScript an der Entstehung des Drehbuchs zu beteiligen.[12][13] Das Drehbuch der neunten Folge Letzter Ausweg: Mord wurde 2002 im Rahmen des Projektes eScript sogar erstmals vollständig im Internet entwickelt, was eine Premiere für das deutsche Fernsehen darstellte.[4]
Mit den Folgen Aus Mangel an Beweisen sowie Die Bielefeld-Verschwörung wurden erstmals zwei Fernsehfilme des ZDF durch ein interaktives Online-Angebot im Crossmedia-Stil als fiktiver Blog einer der Nebenrollen inhaltlich miteinander verknüpft.[14]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Das Projekt eScript, das dem Zuschauer die Einflussnahme auf die Drehbücher von Wilsberg-Folgen ermöglichte, wurde 2001 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde.[13]
Anlässlich der 25. Folge Das Jubiläum erhielt Leonard Lansink am 29. April 2008 die silberne Rathausmedaille von Münsters Oberbürgermeister Berthold Tillmann.[3][15]
Wilsberg wurde 2011 mit der Bronze Medaille beim New York Festival ausgezeichnet.[4]
[Bearbeiten] Einschaltquoten
Nach Senderangaben verfolgen durchschnittlich 5,5 bis 6 Millionen Zuschauer die Erstausstrahlungen der Krimi-Folgen.[16] Im Durchschnitt erreichen die Folgen einen Marktanteil von rund 18 %.[3] In der Zuschauergruppe der 18 bis 49-Jährigen werden Marktanteile von etwa 12,5 % erzielt.[3]
[Bearbeiten] Running Gag
Als Running Gag wird in jeder Episode mindestens einmal Bielefeld erwähnt oder steht irgendwo geschrieben.[3][17] Der Grund des Scherzes ist, dass Bielefeld die Heimatstadt des zuständigen ZDF-Redakteurs Martin R. Neumann ist.[3] Zur Folge Die Bielefeld-Verschwörung äußerte sich der ZDF-Redakteur Martin R. Neumann: „Der Film ist der Höhepunkt unserer ständigen Bielefeld-Hommage“.[18]
[Bearbeiten] Die Wilsberg-Romane
Seit 1990 veröffentlichte Jürgen Kehrer 18 der in Münster spielenden Wilsberg-Kriminalromane, zwei davon gemeinsam mit der Autorin Petra Würth. Sie sind alle im Dortmunder Grafit Verlag erschienen.
[Bearbeiten] Der Wilsberg-Comic
Aktuell arbeitet der Illustrator Jörg Hartmann im Münsteraner Erphoviertel an der grafischen Umsetzung des Wilsbergstoffes als Comic-Adaption.[19][20] Während der Produktionsphase berichtet ein eigens eingerichteter Wilsberg-Blog über den Fortgang der Arbeiten.[19] Nach zehnjähriger Arbeit soll der 80-seitige Comic im Sommer 2012 beim Carlsen Verlag erscheinen.[20] Der Comic ist eine Adaption der zweiten Wilsberg-Folge In alter Freundschaft, in dem die Dialoge des Autoren Jürgen Kehrer enthalten sein werden.[20] Sofern der erste Comic sich erfolgreich vermarkten lasse, ist eine Fortsetzung als Comic-Serie geplant.[20]
[Bearbeiten] Wilsberg in Münster
Seit 2003 bietet StattReisen Münster in Zusammenarbeit mit dem Presseamt der Stadt Münster Stadtführungen unter dem Gesichtspunkt Wilsberg an.[21] In knapp 90 Minuten werden dem Besucher der Stadt so die wichtigsten Schauplätze der Serie in der Realität gezeigt, so zum Beispiel das Antiquariat Solder in der Frauenstraße, das im Film Antiquariat Wilsberg heißt, oder den Prinzipalmarkt, der häufig als Kulisse dient.
[Bearbeiten] Weblinks
- Wilsberg in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Wilsberg beim ZDF
- Wilsberg beim Autoren Jürgen Kehrer
- Wilsberg-Comic von Jörg Hartmann
- Alle Episoden mit Schauspielern und Filmcrew bei beruehmtedetektive.de
- Fotos von den Dreharbeiten aus der Galerie Filmstadt Münster der Stadt Münster
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Jürgen Kehrer: Und die Toten lässt man ruhen, Dortmund 1990, S. 7.
- ↑ Pressefoto „Stadthaus 1“ der Stadt Münster
- ↑ a b c d e f Westfälische Nachrichten: Nachrichten Münster: Etablierter Phlegmatiker – Dreharbeiten zu Wilsberg-„Jubiläum“ gestartet, Münster, 30. April 2008
- ↑ a b c d schattenblick.org: Wilsberg und die neuen Medien: Interview mit Wilsberg-Redakteur Martin R. Neumann, Magda Huthmann
- ↑ zehn.de: Wilsberg: Der Mürrische
- ↑ muenster.de: Wilsberg: Krimi im ZDF
- ↑ Westfälische Nachrichten: Leonard Lansink ist noch lange nicht „Wilsberg“-müde: 2012 werden gleich vier Folgen gedreht / Premiere im Cineplex, Münster, Martin Kalitschke, 20. Januar 2012
- ↑ Westfalen-Blatt: Bielefeld: Thomas Kramer moderiert »Wilsberg«-Premiere – ZDF-Journalist begrüßt mehr als 1000 Fans und Leonard Lansink, Bielefeld, sb, 24. Januar 2012
- ↑ Neue Westfälische: „Wilsberg“-Vorpremiere in Bielefeld, Bielefeld, Stefan Brams, 17. Februar 2012
- ↑ Westfalen-Blatt: Westfalen-Blatt holt »Wilsberg« nach Bielefeld, Bielefeld, Stefan Biestmann, 24. Januar 2012
- ↑ Tagesspiegel: ZDF-Samstagskrimi: Wilsberg interaktiv, Kurt Sagatz, 28. Januar 2012
- ↑ Wilsberg und der Mord ohne Leiche bei beruehmtedetektive.de
- ↑ a b Grimme-Institut: Grimme Online Award 2001: Preisträger
- ↑ Westfälische Nachrichten: Fernsehen: „Wilsberg“: Zwei Krimis und ein Internet-Intermezzo, Münster, Meike Lorenzen, 26. Januar 2012
- ↑ Presseamt Stadt Münster: Silber für Wilsberg und sein Team: Stadt Münster empfing Protagonisten der ZDF-Krimireihe im Friedenssaal des Rathauses
- ↑ Westfälische Nachrichten: Nachrichten Münster: „Wilsberg“-Jubiläum und „kein Ende in Sicht“, 12. Oktober 2009
- ↑ Münstersche Zeitung: Wilsberg: Zuviel Köln im Münster-Krimi, Münster, 14. Juni 2011
- ↑ Neue Westfälische: „Wilsberg“-Vorpremiere in Bielefeld, Bielefeld, Stefan Brams, 17. Februar 2012
- ↑ a b Blog von Jörg Hartmann zur Comic-Adaption
- ↑ a b c d Münstersche Zeitung: Zehn Jahre Vorbereitung: Wilsberg-Comic soll 2012 erscheinen, Münster, Sebastian Deppe, 2. September 2011
- ↑ Pressefoto „Antiquariat Söder“ der Stadt Münster