Wilson Pickett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilson Pickett mit Pino Presti, 1969

Wilson Pickett (* 18. März 1941 in Prattville, Alabama; † 19. Januar 2006[1] in Reston, Virginia) war ein US-amerikanischer Sänger. Er war einer der populärsten Soul-Sänger der 1960er Jahre.

Leben[Bearbeiten]

1955 zog Pickett nach Detroit, wo er in verschiedensten Kirchenchören sang; auch gehörte er zur Gospelgruppe The Violinaires. 1961 schloss er sich der Rhythm and Blues-Formation The Falcons an, die einen neuen Leadsänger suchten, nachdem Eddie Floyd ihnen den Rücken gekehrt hatte. 1962 schrieb er für sie den Mini-Hit I Found a Love, als Folge dessen der Falcons-Produzent Robert Bateman Pickett zu einer Solo-Karriere anstachelte. Pickett trennte sich dann von den Falcons und verpflichtete sich 1963 bei Lloyd Price’ Label Double L Records. Mit der Single If You Need Me tauchte Pickett erstmals in den US-amerikanischen Pop-Charts auf. Der Song wurde später viel gecovert, unter anderem von Solomon Burke und den Rolling Stones.

1964 bekam Pickett von Jerry Wexler einen Vertrag bei Atlantic Records angeboten, den er annahm. Nach In The Midnight Hour von 1965 folgte bis 1971 Hit auf Hit, darunter das bekannte Everybody Needs Somebody to Love, das ebenfalls auch von den Rolling Stones interpretiert wurde und später ein großer Hit für die Blues Brothers werden sollte. Viele seiner Hits schrieb Pickett selbst, wobei ihm Steve Cropper als Co-Autor zur Seite stand. Im März 1971 tourte Pickett zusammen mit vielen anderen Musikern aus den USA und aus Afrika durch Ghana. In Deutschland hatte Pickett keinen nennenswerten kommerziellen Erfolg; nur zwei seiner Titel erreichten die Verkaufs-Hitlisten. Seine höchste Platzierung dort war 1968 eine Nummer 32 mit dem Titel Stagg-O-Lee.

1973 verließ Pickett Atlantic auf dem Zenit seiner Karriere und wechselte zu RCA Records, was er später sehr bereute. Mit seiner Debüt-Single Take a Closer Look at the Woman You’re With auf dem neuen Label tauchte er ein vorerst letztes Mal in den US-amerikanischen Pop-Charts auf, dann ließen die Erfolge sehr stark nach. Pickett trat zwar weiterhin auf und veröffentlichte auch Platten, ließ sich aber in den Hitparaden nicht mehr blicken.

Ab den frühen 1980er Jahren kam Pickett häufiger mit dem Gesetz in Konflikt. Er verprügelte Promoter, Manager und Musiker, landete, nachdem er eine Person mit einer Schusswaffe bedroht hatte, im Gefängnis und musste 1987 ins Krankenhaus eingeliefert werden, da er sich mit Mitgliedern seiner Band geschlagen hatte. Im selben Jahr schaffte eine Neuveröffentlichung von In The Midnight Hour auf Motown noch einmal einen Platz 62 in den Single-Charts.

1991 wurde Pickett in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[2] Er verfiel mehr und mehr dem Alkohol. Im Januar 1992 musste er sein Haus in Englewood aufgrund von Mietrückständen verlassen. Im darauffolgenden April fuhr er in betrunkenem Zustand den 86-jährigen Pepe Ruiz an und verletzte ihn lebensgefährlich. Im Mai wurde er zu einer Geldstrafe sowie einer Entziehungskur verurteilt, nachdem er seine Freundin geschlagen hatte. 1993 landete er aufgrund des Verkehrsunfalls vom vorhergehenden Jahr für ein Jahr im Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungszeit. Bereits im April 1996 wurde Pickett wegen des Besitzes von zwei Gramm Kokain erneut inhaftiert.

Einige Jahre nach seiner Entlassung kehrte er ins Studio zurück und erhielt für sein 1999er Album It’s Harder Now eine Grammy-Nominierung.

Eine Neuaufnahme seines Titel 634-5789 ist mit ihm und anderen Sängern im Film Blues Brothers 2000 zu hören.

Wilson Pickett verstarb in einem Krankenhaus in Reston, US-Bundesstaat Virginia, infolge eines Herzinfarkts.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • It’s Too Late, 1963 (Double-L)
  • Saturday Night At The Uptown, 1964 (Atlantic)
  • In the Midnight Hour, 1965 (Atlantic)
  • The Exciting Wilson Pickett aka In The Exciting, 1966 (Atlantic)
  • The Wicked Pickett, 1966 (Atlantic)
  • The Best of Wilson Pickett, 1967 (Atlantic)
  • The Sound of Wilson Pickett, 1967 (Atlantic)
  • I’m In Love, 1968 (Atlantic)
  • The Midnight Mover, 1968 (Atlantic)
  • Hey Jude, 1969 (Atlantic)
  • Great Hits, 1969 (Atlantic)
  • In Philadelphia, 1970 (Atlantic)
  • Right On, 1970 (Atlantic)
  • If You Need Me, 1970 (Joy)
  • Wickedness, 1971 (Trip)
  • Don’t Knock My Love, 1971 (Atlantic)
  • The Best of Wilson Pickett, Vol. II, 1971 (Atlantic)
  • Greatest Hits, 1972 (Atlantic)
  • Mr. Magic Man, 1973 (RCA)
  • Miz Lena’s Boy, 1973 (RCA)
  • Wilson Pickett’s Greatest Hits, 1973
  • Tonight I’m My Biggest Audience, 1974 (RCA)
  • Live In Japan, 1974
  • Pickett in Pocket, 1974 (RCA)
  • Peace Breaker, 1975 (DJM)
  • Join Me & Let’s Be Free, 1975 (RCA)
  • Chocolate Mountain, 1976 (Big Tree?/Wicked)
  • A Funky Situation, 1978 (Big Tree/Wicked)
  • I Want You, 1979 (EMI America)
  • The Right Track, 1981 (EMI America)
  • American Soul Man, 1987 (Motown)
  • A Man and a Half: The Best of Wilson Pickett, 1993 (Rhino)
  • It’s harder now, 1999 (Rhino)

Singles[Bearbeiten]

Everybody Needs Somebody to Love
  • If You Need Me, 1962
  • It’s Too Late, 1963
  • I’m Done to My Last Heartbreak, 1963
  • My Heart Belongs to You, 1963
  • I’m Gonna Cry, 1964
  • Come Home Baby, 1964
  • In the Midnight Hour, 1965
  • Don’t Fight It, 1965
  • 634-5789, 1966
  • Ninety Nine and a Half, 1966
  • Land of 1000 Dances, 1966
  • Mustang Sally, 1966
  • Everybody Needs Somebody to Love, 1967
  • I Found a Love Pt. 1, 1967
  • You Can’t Stand Alone, 1967
  • Funky Broadway, 1967
  • Stagg-O-Lee, 1967
  • I’m in Love, 1967
  • Soul Dance Number Three, 1967
  • I’m a Midnight Mover, 1968
  • I’ve Come a Long Way, 1968
  • She’s Looking Good, 1968
  • I Found a True Love, 1968
  • Jealous Love, 1968
  • A Man and a Half, 1968
  • Hey Jude, 1968
  • Mini-skirt Minnie, 1969
  • Born to Be Wild, 1969
  • Hey Joe, 1969
  • You Keep Me Hangin’ On, 1969
  • Engine Number 9, 1970
  • Sugar, Sugar, 1970
  • She Said Yes, 1970
  • Cole, Cooke, and Redding, 1970
  • Don’t Knock My Love – Pt. 1, 1971
  • Don’t Let the Green Grass Fool You, 1971
  • Call My Name, I’ll Be There, 1971
  • Fire and Water, 1972
  • Funk Factory, 1972
  • Mr. Magic Man, 1973
  • Take a Closer Look at the Woman You’re With, 1973
  • International Playboy, 1973
  • Soft Soul Boogie Woogie, 1974
  • Take Your Pleasure Where You Find It, 1974
  • I Want You, 1979
  • Groove City, 1979
  • Live With Me, 1980
  • Don’t Turn Away, 1987

Literatur[Bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage. St. Martin’s Press, New York City 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 521f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Soul Pioneer Wilson Pickett Dies at 64. Los Angeles Times
  2. Wilson Pickett in der Rock and Roll Hall of Fame