Wilster

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Wilster im Kreis Steinburg, für den Fluss im Land Hadeln, siehe Wilster (Fluss).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wilster
Wilster
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wilster hervorgehoben
53.92259.37444444444442Koordinaten: 53° 55′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Amt Wilstermarsch
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 2,71 km²
Einwohner: 4373 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1614 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25554
Vorwahl: 04823
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 113
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kohlmarkt 25
25554 Wilster
Webpräsenz: www.wilster.de
Bürgermeister: Walter Schulz (CDU)
Lage der Stadt Wilster im Kreis Steinburg
Karte

Wilster (niederdeutsch: De Welster) ist eine Stadt im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Wilster um 1895

Wilster bildet das Zentrum der Wilstermarsch, einem der größten Viehzuchtgebiete Deutschlands (Rotbuntes Niederungsrind). Bereits 1163 wurde zum ersten Mal eine St.-Bartholomäus-Kirche erwähnt, die wohl auf der Wurt nördlich der Wilsterau lag und zum Mittelpunkt einer Siedlung holländischer Kolonisten wurde. 1282 erhielt die Siedlung Lübsches Stadtrecht und gehört damit zu den ältesten Städten Schleswig-Holsteins. Am Übergang über die Au („Op de Göten“) wurde Markt gehalten, hier ist bis heute das alte Rathaus von 1585 erhalten. Es zeugt vom großen wirtschaftlichen Aufschwung Wilsters im 16. Jahrhundert, der durch die Lieferung von Getreide nach Hamburg und Fernhandel mit eigenen Schiffen bis nach Schottland und Portugal entstand.

Die Kriege im 17. und 18. Jahrhundert verringerten den Wohlstand Wilsters, eine zweite Blüte erlebte es jedoch Ende des 18. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammen die St.-Bartholomäus-Kirche von Ernst Georg Sonnin (erbaut 1775–1780) und vornehme Bürgerhäuser, wie das heutige Rathaus (ehemaliges Palais Doos, 1785/1786) und das Haus Michaelsen (erbaut 1788), von dem heute nur das Gartenhaus in der Sonninstraße erhalten ist (das Wohnhaus wurde von einem Itzehoer Kaufmann 1826 nach Itzehoe versetzt).

1878 bekam Wilster einen Eisenbahnanschluss, wodurch auch in kleinerem Umfang Industrie entstand. Dadurch und dank der damaligen Nachfrage nach Agrarprodukten wurde die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg zu einer weiteren Blütezeit Wilsters. Nach dem Krieg hatte es damit zu kämpfen, dass Gewerbe eingingen und Bewohner abwanderten. Der Neubau der Kasenorter Schleuse (1925) sorgte dafür, dass jedenfalls die Wilsterau schiffbar blieb.

Heute dient Wilster als Unterzentrum für die umliegenden Gebiete. Seit dem 1. Juli 2005 bildet die Stadt Wilster mit dem Amt Wilstermarsch eine Verwaltungsgemeinschaft. Seitdem führt das Amt Wilstermarsch die Verwaltungsgeschäfte der Stadt.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 804 mm und ist damit vergleichsweise normal, da er in das mittlere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 64 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juli. Im Juli fallen 2,3 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren sehr stark. An nur 21 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Politik[Bearbeiten]

Ratsversammlung[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 hat die CDU neun (einschließlich des Bürgermeisters) und die SPD acht Sitze in der Ratsversammlung.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau. Oben ein silbernes Nesselblatt, belegt mit einem von Silber und Rot geteilten Schildchen, unten schwimmend auf silbernen Wellen ein silberner Fisch.“[2]

Altes Rathaus

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die B 5 nach Itzehoe und Brunsbüttel sowie die B 431 Richtung Meldorf.

Wilster hat einen Bahnhof an der „Marschbahn“ von Hamburg-Altona nach Westerland, an dem Nahverkehrszüge halten.

Energie[Bearbeiten]

Wilster ist Standort eines 380-kV-Schaltwerks. Hier nehmen die 380-kV-Stromkreise, die über die Elbekreuzung 2 nach Dollern führen und die 380-kV-Leitung zum Kernkraftwerk Brokdorf ihren Ausgang.

Die geplante Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung "Nord.Link" mit einer Kapazität von 1.400 MW verläuft zwischen dem norwegischen Tonstad und Wilster. Sie soll 2018 in Betrieb gehen.[3] Diese Leitung könnte aus regenerativen Energiequellen erzeugten Strom nach Norwegen transportieren, um ihn dort in Pumpspeicherkraftwerken zu speichern und bei Bedarf nach Deutschland zurückzuführen.

Das Ortsschild, das als Beispiel in der StVO dient

Sonstiges[Bearbeiten]

Wilster im Kreis Steinburg verdankt seine Bekanntheit auch der Tatsache, dass dieser Ort seit Jahrzehnten als Beispiel für das Ortsschild (Zeichen 310 der StVO) dient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jutta Kürtz: 1282-1982, 700 Jahre Stadt Wilster. Wilster 1982
  • R. Friedrichs u. H. Jacobs: 725 Jahre Wilster, Spiegelbilder einer alten Stadt. 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. Gemeinsame Presseerklärung von Statnett, TenneT and KfW: Joint statement: Interconnector project NORD.LINK first developed.. Abgerufen am 10. Juli 2013.