Wimmelburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wimmelburg
Wimmelburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wimmelburg hervorgehoben
51.519211.51170Koordinaten: 51° 31′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Mansfeld-Südharz
Verbandsgemeinde: Mansfelder Grund-Helbra
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 8,56 km²
Einwohner: 1246 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06313
Vorwahl: 03475
Kfz-Kennzeichen: MSH, EIL, HET, ML, SGH
Gemeindeschlüssel: 15 0 87 470
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Hütte 1
06311 Helbra
Bürgermeister: Andreas Zinke (parteilos)
Lage der Gemeinde Wimmelburg im Landkreis Mansfeld-Südharz
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Über dieses Bild
Die Wimmelburger Grundschule
Die Kirche St. Cyriacus im Ort

Wimmelburg ist eine Gemeinde westlich der Lutherstadt Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde gehört zur Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra.

Geografie[Bearbeiten]

Bemerkenswert ist die Lage des Ortes, im Tal der Bösen Sieben zwischen unter Naturschutz stehenden Abraumhalden aus früheren Kupferbergbauzeiten, darunter die Lutherhalden im Goldgrund, wo der Vater des Reformators Martin Luther 1508/09 zwei Schmelzhütten als Hüttenmeister betrieb.

Unweit von Wimmelburg befindet sich in etwa 100 Meter Tiefe mit der Wimmelburger Schlotte die längste bekannte Gipshöhle Deutschlands (bislang befahren und vermessen 2838 Meter Länge, vermutlich über 5000 Meter lang – nicht öffentlich zugänglich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend): Hergisdorf, die Lutherstadt Eisleben, Bornstedt, und Blankenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Einige Bodenfunde lassen auf mehrfache Zu- und Abwanderung der Bevölkerung schließen. Es wurden z. B. ein Steinplattengrab (Jungsteinzeit), eine Wohngrube (Bronzezeit) und eine Deckschale (Eisenzeit) gefunden. Damals existierten viele Höhlensiedlungen im Gebiet der heutigen Gemeinde sowie auf der Hüneburg, auf dem Friedrichsberg und nahe der Birkenschäferei.

Erstmals wurde Wimmelburg in einer Urkunde von 1038 erwähnt. In jenem Jahr wurde am 25. April der sächsische Pfalzgraf Siegfried auf der "Wigmodeburg" beigesetzt. Im frühen Mittelalter gehörte der Ort zur Grafschaft Mansfeld. Hoyer von Mansfeld, der Vater von Hoyer I. von Mansfeld und Stammvater der Grafen von Mansfeld, erwarb es, als er Christina, die Tochter des Grafen Siegfried II. von Weimar-Orlamünde, heiratet.[2]

Wimmelburg liegt in unmittelbarer Nähe zur Lutherstadt Eisleben, der ehemaligen Residenzstadt der Grafschaft. Nach dem Aussterben der Grafen von Mansfeld-Bornstedt kam das Amt Wimmelburg an Sachsen. Nach Napoleons Sieg über Preußen (1806/07) kam Wimmelburg unter französische Verwaltung, und ab 1807 gehörte es kurzzeitig zum Königreich Westphalen. Nach dem Sturz Napoleons und der Neuordnung der Länder auf dem Wiener Kongress (1815) gehörte Wimmelburg zur Provinz Sachsen in Preußen, von 1946 bis 1952 und seit 1990 zu Sachsen-Anhalt.

Wigmodeburg und Kloster Wimmelburg[Bearbeiten]

Von der Wigmodeburg her leitet sich der Name des Dorfes ab. Die Burg stand auf dem Plateau des Friedrichsbergs über dem heutigen Sportplatz, wie aus einer Urkunde von 1121 hervorgeht. Die Burg wurde zwischen 1060 und 1070 durch die Gräfin Christina von Mansfeld, die Frau des Grafen Hoyer von Mansfeld, in ein Kloster umgewandelt. Das dem Heiligen Cyriacus geweihte Kloster Wimmelburg bestand an dieser Stelle bis zum Jahr 1121 und wurde dann ins Tal verlegt. 1526 wurde es durch die Grafen von Mansfeld-Mittelort und -Hinterort säkularisiert und in ein Amt umgewandelt. Die Klosterkirche wurde in eine evangelische Kirche umgewandelt. Ein Großbrand am 10. Januar 1680 zerstörte einen Großteil des Kirchengebäudes, das in der Folge nur teilweise und wenig sachkundig repariert wurde. Als Teile der heutigen Kirche St. Cyriacus sind von der ursprünglich großen und stattlichen Klosterkirche heute nur noch der Hauptchor mit der zugehörigen Apsis, der nördliche Nebenchor mit der Apsis, die Vierung und der nördliche Querhausarm, dieser allerdings nur als Ruine, erhalten. Die übrigen Klostergebäude, soweit sie nicht bereits durch das Feuer zerstört worden waren, verschwanden im 18. Jahrhundert, als an ihrer Stelle ein großes Herrenhaus errichtet wurde, das zu Zeiten der DDR als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft genutzt wurde und noch heute die Anlage dominiert.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 40,4 %
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80
70
60
50
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30
20
10
0
73,1 %
14,5 %
12,3 %

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist der parteilose Andreas Zinke. Er wurde erstmals am 18. Juni 2000 gewählt und im April 2007 in seinem Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten Grün über Silber mit einem stilisierten bewurzelten Lindenbaum in verwechselten Farben.“

Die Farben der Gemeinde sind Grün und Silber (Weiß).

Vereinsleben[Bearbeiten]

Das örtliche Vereinsleben ist besonders auf Sport und Tiere orientiert. Neben den Sportvereinen FSV Grün-Weiß Wimmelburg (Fußball) und TTV Wimmelburg (Tischtennis) bestehen der Verein Deutscher Schäferhunde, der Kaninchenzuchtverein und die Jagdgesellschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Renate Seidel: Die Grafen von Mansfeld. Geschichte und Geschichten eines deutschen Adelsgeschlechts. 1. Auflage. Fouqué Literaturverlag, Engelsbach 1998, ISBN 3826742303, S. 91

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wimmelburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien