Wimmental

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49.1627777777789.3533333333333220Koordinaten: 49° 9′ 46″ N, 9° 21′ 12″ O

Wimmental
Stadt Weinsberg
Wappen von Wimmental
Höhe: 220 m
Fläche: 2,8 km²
Einwohner: 609 (30. Jun. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 74189
Vorwahl: 07134
Karte

Lage Wimmentals in Weinsberg

Wimmental

Wimmental ist ein Teilort der Stadt Weinsberg (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg). Die ehemalige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 als Ortschaft in die Stadt Weinsberg eingemeindet. Sie hat 609 Einwohner (Stand: 30. Juni 2009) und eine Fläche von 2,80 km².[1]

Geografie[Bearbeiten]

Wimmental liegt im oberen Tal des Sülzbaches (in Wimmental früher Gerbersbach genannt), einem Seitental des Weinsberger Tales. Die nächsten Orte sind in jeweils nur wenigen Kilometern Entfernung das zu Bretzfeld gehörende Dimbach im Nordosten, das zu Obersulm gehörende Sülzbach im Süden und das ebenfalls zu Weinsberg gehörende Grantschen im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Oswald
Wimmentaler Kreuzweg

Wimmental wurde 1254 erstmals in einer Urkunde erwähnt; es gehörte den Herren von Weinsberg. 1441 ging es an Kurpfalz, das es als Lehen an die Herren von Neuenstein gab, die es 1487 an das Kloster Schöntal verkauften. 1504 ging die Oberherrschaft an Württemberg. Als Besitz des Klosters Schöntal nahm Wimmental zwar an der Reformation teil, wurde 1628 aber rekatholisiert. In der Folge wohnen auch heute noch, anders als in der Kernstadt und den anderen Teilorten Weinsbergs, überwiegend Katholiken in Wimmental.

Nach Aufhebung der Abtei Schöntal 1802/03 kam Wimmental vollständig in württembergischen Besitz und wurde 1803 bis 1806 zunächst dem Oberamt Heilbronn zugeteilt.[2] 1807 wurde Wimmental in das Oberamt Weinsberg eingegliedert; 1926 kam es nach dessen Auflösung wieder zum Oberamt Heilbronn. 1939 wurden 276 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 345.[3]

Im Rahmen der Kommunalreform ab 1970 war zunächst vorgesehen, Wimmental in der neu zu schaffenden Gemeinde Obersulm aufgehen zu lassen. Dies traf auf Ablehnung, da sich der Ort immer talabwärts orientiert hatte. Eine Bürgerversammlung am 11. März 1973 ergab, dass die Einwohner eindeutig für den Anschluss an die Stadt Weinsberg waren. Eine Bürgeranhörung am 20. Januar 1974 bestätigte dies mit einer Mehrheit von 86 % (bei einer Beteiligung von allerdings nur 38 %). Der Eingliederungsvertrag wurde am 7. März 1974 unterzeichnet, die freiwillige Eingliederung in die Stadt Weinsberg am 1. Januar 1975 wirksam.

Religionen[Bearbeiten]

Wimmental war zwar ab 1504 unter württembergischer Oberhoheit, aber Besitz des Klosters Schöntal. Es nahm deshalb zwar an der Reformation teil, wurde 1628 aber rekatholisiert. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner ist auch heute noch katholisch. Für sie gibt es eine eigene katholische Kirchengemeinde, die Katholische Kirchengemeinde St. Oswald Wimmental, die auch für Grantschen und die zwei Weinsberger Nachbargemeinden Ellhofen und Lehrensteinsfeld zuständig ist und gegenwärtig 1.600 Mitglieder hat (Stand: 2003). Die evangelischen Christen in Wimmental gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Sülzbach, die rund 1.700 Mitglieder hat, davon 170 aus Wimmental (Stand: 2008).[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Im Weinsberger Gemeinderat sind zwei Sitze für Vertreter Wimmentals reserviert. Da Weinsberg nach der Unechten Teilortswahl wählt, werden die Wimmentaler Vertreter nicht nur von den Einwohnern Wimmentals, sondern von allen Weinsbergern gewählt.

Bei jeder Kommunalwahl wird von der wahlberechtigten Bevölkerung Wimmentals ein Ortschaftsrat mit sechs Mitgliedern gewählt, der bei wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören ist. Seit der Wahl 2009 sind die Freie Wählervereinigung Weinsberg 1950 (FWV) und die CDU im Ortschaftsrat Wimmental mit jeweils drei Mitgliedern vertreten. Andere Wahlvorschläge als FWV oder CDU gab es keine.

Ortsvorsteher und Bürgermeister[Bearbeiten]

Auf Vorschlag des Ortschaftsrats hin wählt der Weinsberger Gemeinderat für jede Ortschaft einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. In Wimmental ist dies seit 1997 (Stand: 2009) Hugo Baum.

Letzter Bürgermeister Wimmentals vor der Eingemeindung war von 1968 bis 1975 der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Egon Susset, der von 1975 bis 1977 auch erster Ortsvorsteher war. Sein Nachfolger in diesem Amt war von 1977 bis 1997 Rudolf Hörbe.

Das Wappen Wimmentals

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wimmentaler Wappen zeigt: In Silber auf grünem Boden an rotem Pfahl ein grüner Weinstock mit blauen Trauben, unten überdeckt mit dem goldenen Großbuchstaben W. Die Flaggenfarben Wimmentals sind Blau-Weiß.

Das Wappenbild wurde nach 1930 in den Gemeindedienststempel aufgenommen und geht auf eine farbige Zeichnung in einer 1692 erstellten Abschrift der Dorfordnung von 1566 zurück, die der schöntalische Amtmann und Klostergeistliche Joseph Müller dem Ort zum neuen Jahr 1692 schenkte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Denkmale[Bearbeiten]

Der Schöntaler Pfleghof
Die Kapelle Ave Maria

Das 1678 erbaute und 1748 erweiterte barocke ehemalige Amtshaus des Klosters Schöntal, der sogenannte Pfleghof, beherbergt heute das katholische Pfarramt. Das Pfarrhaus ist in Fachwerk ausgeführt, die Hofmauer schmücken barocke Bildwerke. Direkt gegenüber befindet sich die ehemalige Schöntalische Kelter von 1581. Im Steinernen Haus, einem Bau aus der Zeit um 1600, hielten die Katholiken von 1650 bis 1686 wegen Schwierigkeiten mit der württembergischen Herrschaft ihre Gottesdienste ab. Die katholische Kirche St. Oswald wurde 1845 bis 1849 im neuromanischen Stil an Stelle eines kleineren Vorgängerbaus erbaut, von dem sie den unteren Teil des Chorturms von 1453 übernahm, auf den ein neuer achteckiger Turmaufbau gesetzt wurde. Oberhalb des Ortes in den Weinbergen auf dem Altenberg wurde 1854 die Kapelle Ave Maria erbaut, 1900 ein Kreuzweg ergänzt. In Wimmental befinden sich als weitere Zeugnisse der katholischen Frömmigkeit viele Bildstöcke.

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Wichtigster Wimmentaler Verein ist der 1910 gegründete Gesangverein Urbanus Wimmental. Einen Sportverein gibt es nicht in Wimmental, aber ein eigenes kleines Freibad, das 1963 in der Doppelfunktion Feuerlöschteich und Freibad erbaut wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Mit den Nachbarorten Dimbach, Sülzbach und Grantschen ist Wimmental durch Kreisstraßen verbunden. Die Bundesautobahn 6 führt zwar mit der Talbrücke Wimmental direkt an Wimmental vorbei, hat aber hier keine Anschlussstelle. Die nächste Autobahnanschlussstelle befindet sich in Weinsberg. Der Öffentliche Nahverkehr wird mit Bussen abgewickelt, die nächste Bahnstation ist wenige Kilometer entfernt in Obersulm-Sülzbach an der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn, wo auch Anschluss zur Stadtbahn Heilbronn besteht.

Weinbau[Bearbeiten]

Wimmental ist ein traditionsreicher Weinbauort. Die 1948 gegründete Weingärtnergenossenschaft Wimmental schloss sich 1994 der WG im benachbarten Grantschen an.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Wimmental bezieht sein Wasser von der Sulmwasserversorgungsgruppe, die schon 1911 von allen Gemeinden des oberen Sulmtals gegründet wurde und ihre Mitglieder mit Wasser aus eigenen Quellen versorgt. In Nachfolge Wimmentals ist heute die Stadt Weinsberg Mitglied der Sulmwasserversorgungsgruppe. Wegen des steigenden Bedarfs wird seit 1959 auch Wasser von der Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) bezogen. Es handelt sich um Bodenseewasser, das die NOW von der Bodensee-Wasserversorgung bezieht.

Bildung[Bearbeiten]

Wimmental verfügt zusammen mit Grantschen über die gemeinsame Grundschule Grantschen/Wimmental. Alle weiterführenden Schulen sind in Weinsberg oder Obersulm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle für Einwohnerzahl und Fläche: Jahrbuch für die Stadt Weinsberg 2009, S. 103.
  2. Wolfram Angerbauer: Vom Oberamt zum Landkreis Heilbronn: der lange Weg zur Kreisreform 1938 am Beispiel des württembergischen Unterlandes. Landkreis Heilbronn, Heilbronn 1988 (Schriftenreihe des Landkreises Heilbronn; 2), S. 12.
  3. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg.
  4. Selbstdarstellung der Evangelischen Kirchengemeinde Sülzbach (abgerufen am 29. Juli 2008).

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Hörbe: Chronik Wimmental. Rudolf Hörbe, Weinsberg 1998.

Weblinks[Bearbeiten]