Windebyer Noor

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Windebyer Noor
Windebyer Noor 4 - Mai 2005.jpg
Geographische Lage Kreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein
Zuflüsse Schnaaper Au, Windebyer Au, Broosby-Bach und 7 weitere
Abfluss Ostsee (Stadthafen) durch unterirdische Verbindung
Städte am Ufer Eckernförde
Daten
Koordinaten 54° 28′ 30″ N, 9° 48′ 23″ O54.4759.80638888888890Koordinaten: 54° 28′ 30″ N, 9° 48′ 23″ O
Windebyer Noor (Schleswig-Holstein)
Windebyer Noor
Höhe über Meeresspiegel m ü. NN
Fläche 3,893 km²[1]
Länge 3,4 kmf6
Breite 1,9 kmf7
Volumen 25.000.000 m³[1]
Umfang 10 km[1]
Maximale Tiefe 14 m[1]
Mittlere Tiefe 6,42 m[1]
Einzugsgebiet 16,61 km²[1]

Das Windebyer Noor (veraltet auch: Eckernförder Noor, Schna(a)per Noor und Goos-Noor; dänisch: Vindeby Nor, plattdeutsch: Winnebyer Noor, Winneby-Noor) ist ein 389 ha großer Binnensee in Schleswig-Holstein. Er liegt am Westrand der Stadt Eckernförde, zu deren Gemeindegebiet er gehört. Im Süden und Westen grenzt die namensgebende Gemeinde Windeby an das Ufer des Sees. Ehemalige Anrainer des Sees waren auch die Gemeinde Borby bis zu ihrer Eingemeindung 1934 (Borbyer Exklave Schnaap) und die Gemeinde Gammelby bis 1973 (Grasholz).

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Der See war ehemals direkt als Endteil der Eckernförder Bucht mit der Ostsee verbunden. Die Hohlform des Windebyer Noores entstand als glaziales Zungenbecken während der Weichselvereisung. In dieser Zeit teilte sich der weichseleiszeitliche Ostseegroßgletscher in Schleswig-Holstein in einen „Holsteiner Lobus“ und einen „Eckernförder Lobus“. Der „Eckernförder Lobus“ wiederum teilte sich im heutigen Eckernförder Gebiet unter Ausnutzung einer (nach Ansicht einiger Geologen schon vor der Eiszeit angelegten) Tiefenlinie der Eckernförder Bucht in eine nördliche („Windebyer Noor-Zunge“) und eine südliche („Wittensee-Goossee-Zunge“) Teileiszunge. Die Windebyer-Noor-Zunge formte u. a. die Hüttener Berge, die Wittensee-Goossee-Zunge die Duvenstedter Berge. Ein Hinweis auf die glaziale Entstehung ist auch ein großer Findling im Windebyer Noor, der „Weiße Stein“. Durch Sandablagerungen bildete sich nach der Eiszeit im Laufe der Zeit ein Strandwallsystem (Nehrung), das das Noor allmählich von der Eckernförder Bucht abschloss; die endgültige Trennung erfolgte allerdings erst 1929 durch künstliche Aufschüttungen. Heute ist das Windebyer Noor nur noch unterirdisch mit der Ostsee verbunden; allerdings existieren inzwischen Pläne der Stadt Eckernförde zur Wiederherstellung einer offenen Verbindung, zu deren Verwirklichung bereits erste Schritte geleistet wurden.

Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung rund um das Windebyer Noor in der Eisenzeit schließen. Dazu gehören Muschelschalenhaufen und Küchenabfälle, die während des Baus der Eckernförder Umgehungsstraße 1951 an mehreren Stellen gefunden und mittels Pollenanalyse der Eisenzeit zugerechnet werden konnten, dazu gehören aber auch die Funde der beiden Moorleichen von Windeby. 1995 wurden mittels eines Sedimentenecholots zwei „fossile Inseln“ im Windebyer Noor entdeckt – möglicherweise handelt es sich dabei um untergegangene Siedlungen, da der Wasserstand der Ostsee und damit auch des Windebyer Noors zu jener Zeit um einige Meter unter dem heutigen lag.

Ein „Ostwall“ (auch: „Osterwall“) des Danewerks führte bis an das Windebyer Noor heran.

Bis in die 1970er Jahre hinein existierte im Windebyer Noor eine Badeanstalt der Kaserne Carlshöhe.

Situation heute[Bearbeiten]

Auf dem über Jahrtausende hindurch aufgespülten Strandwall steht heute die Altstadt von Eckernförde. Der Begriff Noor weist auf den ursprünglichen Zustand hin.

Rund drei Viertel des Windebyer Noores sind von einem Wanderweg, der teilweise auf der alten Eisenbahntrasse der Eckernförder Kreisbahnen von Eckernförde nach Owschlag verläuft, umgeben – die völlige Umrundung ist über Eckernförder Straßen möglich. Da der Wanderweg nicht konsequent direkt am Ufer des gesamten Noores herumgeführt und etwa ein Viertel ausgespart wurde, sind Bruchwälder und Schilfgürtel in teilweise ungestörter Lage erhalten geblieben.

Das Windebyer Noor ist seit 1957 von einem Berufsfischer-Familienbetrieb inzwischen in dritter Generation gepachtet, der das Noor mit Aal, Barsch, Brasse, Karpfen, Plötze und Zander sowie seit 1990 vermehrt mit Maräne bewirtschaftet. Der Betrieb vermietet auch Angelboote. Aus der Zeit bis 1929, als noch die Verbindung mit der Ostsee bestand, konnten sich Heringsbestände halten, die in letzter Zeit jedoch abnahmen. Diese Heringe erreichen mit etwa 15 cm eine geringere Größe als die im offenen Meer.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Windebyer Noor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein: Windebyer Noor, abgerufen am 26. Dezember 2011