Windesheimer Chorherren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Windesheimer Kongregation der lateranensischen Chorherren oder die Regularkanoniker vom Lateran der Windesheimer Kongregation (lat.: Congregatio Canonicorum Regularium Lateranensium Vindesemensis, Ordenskürzel: C.R.V.) sind eine Kongregation der Augustiner-Chorherren.

Entstanden ist die Kongregation aus der ursprünglichen Laiengemeinschaft der Brüder vom Gemeinsamen Leben. Die Spiritualität derselben ist die Devotio moderna, die bei dem Chorherrn Thomas von Kempen zur vollen Blüte gelangte.

Benannt ist sie nach dem Kloster Windesheim bei Zwolle (Niederlande), das am 17. Oktober 1387 eingeweiht wurde. Dank der Reformbemühungen des Hildesheimer Chorherren Johannes Busch (1400–1480) breitete sich die Kongregation besonders im Nordwesten Deutschlands aus. Kloster Frenswegen war das erste deutsche Kloster, das sich 1400 der Windesheimer Kongregation anschloss. Andere Klöster waren unter anderem Kloster Herrenleichnam in Köln, Kloster Gaesdonck, Kloster Böddeken im Fürstbistum Paderborn, Kloster Kirschgarten bei Worms, Kloster Rebdorf in Bayern oder Kloster Riechenberg bei Goslar. Auch Grauhof im Hochstift Hildesheim wurde nach der Rekatholisierung 1643 mit Windesheimer Chorherren erneuert. Der dortige Propst Bernhard Goeken war von 1715 bis 1726 Generalprior der Kongregation. In der Schweiz schlossen sich St. Leonhard in Basel, Beerenberg in Winterthur und St. Martin in Zürich der Kongregation an.[1]

Die letzte verbliebene Kanonie der Kongregation, Kloster Frenswegen, wurde 1809 unter Napoleon aufgelöst. 1961 wurde die Kongregation von der weltweiten Konföderation der Augustiner-Chorherren wiederbegründet. Heute befindet sich ihr Sitz in der Propstei Paring im Landkreis Kelheim bei Regensburg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Kohl, Ernest Persoons, Anton G. Weiler (Hrsg.): Monasticon Windeshemense. 4 Bände. Archives et bibliothèques de Belgique, Brüssel 1976–1984 (Archives et bibliothèques de Belgique. Numéro spécial ; 16).
  • Aloysia Elisabeth Jostes: Die Historisierung der Devotio moderna im 15. und 16. Jahrhundert. Verbandsbewußtsein und Selbstverständnis der Windesheimer Kongregation. Selbstverlag, Groningen 2008, ISBN 978-90-367-3478-3 (Zugleich: Groningen, Univ., Diss., 2008).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Siegwart: Augustiner Chorherren im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 9. Januar 2009