Windows Genuine Advantage

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Windows Genuine Advantage (WGA)
WGA Logo
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version 1.9.42.0
(26. Juni 2009)
Betriebssystem ab Microsoft Windows XP[1]
Kategorie Produktaktivierung, Digitale Rechteverwaltung
Lizenz EULA, proprietär
Deutschsprachig ja
www.microsoft.com/genuine/

Die Windows-Echtheitsprüfung Windows Genuine Advantage (WGA), dt. etwa „Echtheitsvorteil“, ist ein Programm und Teil von Microsofts Maßnahmen zum Schutz von Softwarelizenzen unter Windows XP. Bei dem Betriebssystem Windows 7 wurde das Tool in Windows Activation Technologies (WAT) umbenannt.[2]

Das wirtschaftlich begründete und durch das Urheberrecht legitimierte Ziel des Unternehmens wird als Bestreben ausgegeben, Kunden und Partner vor Softwarefälschern zu schützen. Tatsächlich wird der Einsatz unlizenzierter Windows-Betriebssysteme erschwert, indem binnen 30 Tagen eine Produktaktivierung erfolgen muss oder eine Deaktivierung wesentlicher Funktionen erzwungen wird. Nach Ablauf der 30-Tage-Frist wird in nicht näher bestimmten Situationen und dem Nutzer nicht näher erkennbaren Funktionen die Gültigkeit von Softwarelizenzen überprüft. Neben der technischen Realisierung (Implementierung) der Software umfasst das Konzept Windows Genuine Advantage Schulungen, Entwicklung sowie die Durchsetzung der von Microsoft erstellten Richtlinien.

Verbreitung[Bearbeiten]

Windows Genuine Advantage wurde für Windows XP im Juli 2005 obligatorisch eingeführt, um die Echtheit der eigenen Kopie der Originalversion von Microsoft Windows zu bestätigen, laut Hersteller zu „optimieren“, und Microsoft beim Einsatz gegen Softwarepiraterie zu unterstützen. In Windows Vista ist es bereits von Anfang an integriert. Aktuell (Februar 2008) wird berichtet, dass die WGA-Verfahren für alle nachfolgenden Produkte laufend nachgebessert werden.

Hauptbestandteile[Bearbeiten]

Das WGA-Programm setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: der WGA-Gültigkeitsprüfung und Windows Genuine Advantage Notifications. Mit der sogenannten Gültigkeitsprüfung wird ermittelt, ob es sich bei der installierten Windows-XP-Kopie um lizenzierte Originalsoftware handelt. Die WGA-Notifications weisen Benutzer, bei denen die Gültigkeitsprüfung fehlgeschlagen ist, darauf hin, dass keine Originalsoftware von Windows verwendet wird. Anschließend wird der Benutzer auf Informationen über die Vorteile einer Originalkopie von Windows XP verwiesen.
In Windows Vista verändert WGA dessen Verhaltensweise bei der Gültigkeitsprüfung, der Aktivierung und im Falle eines Manipulations- oder Hackingversuchs:

„Wenn Sie Windows nicht innerhalb von 30 Tagen nach der Installation aktivieren, kann Windows nur mit reduziertem Funktionsumfang verwendet werden. Im Modus mit reduziertem Funktionsumfang können Sie Windows immer nur eine Stunde lang für begrenzte Problembehandlung verwenden. Sie können wieder uneingeschränkt mit Ihrem Computer arbeiten, wenn Sie Ihre Version von Windows aktivieren.“[3]

Weder sind durch Publikation von Microsoft Dateien außerhalb der Windows-Registrierungsdatenbank bekannt, welche die Resultate der Softwareaktivierung enthalten, noch jene, deren Funktion an die erfolgte Aktivierung gebunden ist.

WGA-Gültigkeitsprüfung[Bearbeiten]

Durch die Gültigkeitsprüfung werden zunächst Daten über die Hard- und Softwareumgebung des Computers gesammelt und in verschlüsselter Form via Internet an Microsoft gesendet. Dort wird mit einer Datenbank geprüft, ob jede Lizenznummer weltweit nur für ein System verwendet wird. Ungültige oder mehrfach verwendete Lizenznummern werden als Schwarzkopien angesehen und führen schließlich zu Fehlermeldungen beziehungsweise zum Ausschluss von Support und Aktualisierungen (Updates) für die entsprechenden Microsoft-Programme.
Sicherheitsupdates, d. h. kritische Patches, werden aber weiterhin zur Verfügung gestellt und lassen sich ohne weiteres über Microsoft Update, den webbasierten Software-Aktualisierungs-Dienst Windows Update, oder die im Betriebssystem integrierte automatische Update-Funktion installieren.

Der Assistent zur Windows-Überprüfung führt dieselbe Gültigkeitsprüfung wie WGA aus, allerdings handelt es sich um ein eigenständiges Dienstprogramm (Tool), das unabhängig davon arbeitet, ob man von Microsoft Dateien herunterladen oder sein System auf den neuesten Stand bringen möchte.

Windows Genuine Advantage Notifications[Bearbeiten]

Die WGA-Notifications-Programmkomponente wurde in der Vergangenheit als „kritisches Update“ KB905474 nahezu unbemerkt auf Windows-PCs installiert. Im Nachhinein hat Microsoft diese Prozedur bei Windows XP aber revidiert – auch aufgrund erheblicher Proteste seitens der Anwenderschaft – und den Installationsablauf insoweit geändert, als der Installation nun explizit zuzustimmen ist. Zwischenzeitlich gab es auch ein kleines Tool namens RemoveWGA[4], das darüber informiert, ob entsprechende Dateien installiert sind, und zusätzlich deren systemweite Entfernung ermöglicht. Microsoft hatte sich gegen eine Veröffentlichung gewehrt – gibt aber derweil selbst eine Anleitung zur Deinstallation[5] –, so dass der Entwickler die Software seit Oktober 2006 nicht mehr zum Download anbietet.[6]

Microsoft Genuine Advantage[Bearbeiten]

Als Überbegriff etabliert sich – analog zum im Segment der Produktaktualisierungen von Windows und Office – „Microsoft Genuine Advantage“ (MGA).[7]

Neben WGA existiert somit für Microsoft-Office-Produkte – zunächst für die 2007-Version – das spezielle Office-Genuine-Advantage-Programm (OGA). Es stellt gegenüber der aus Office 2000 bekannten Verkettung von Dateien in dem Profilverzeichnis „Dokumente und Einstellungen“ eine Verringerung der Erschwernis für die legale Nutzung einer Lizenz dar: Das Bereinigen des Profilverzeichnisses führt nicht mehr zu Störungen im Zugang zu Programmen von Microsoft Office.

Gesammelte Daten[Bearbeiten]

Wenn über WGA die Echtheit der Installation geprüft wird, werden folgende Daten gesammelt:[8]

  • BIOS-Prüfsumme
  • MAC-Adressen
  • IP-Adresse
  • GUID
  • Seriennummer der Festplatte, auf der Windows installiert ist
  • Sprachversion des Betriebssystems
  • Betriebssystem-Version
  • PC-BIOS-Information (make, version, date)
  • PC-Hersteller
  • Lokale Einstellungen des Benutzers
  • Validierungs- und Installationsresultate
  • Windows- und/oder Office-Product-Key
  • Windows-Product ID

Spyware-Anschuldigung[Bearbeiten]

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Die Kontaktaufnahme des installierten Windows (oder Teilen daraus) mit Microsofts Zentralrechnern wird manchmal auch als „nach Hause telefonieren“ bezeichnet und könnte mehr als kritisch betrachtet werden, dabei wäre zuerst eine Grenze zwischen Eingriffen in die Privatsphäre und techn. notwendigen oder sinnvollen Datenerfassungen zu ziehen.

Bekannte Punkte sind:

  • WGA sendet Daten an Microsoft-Server
  • Die Daten werden zentral bei Microsoft gehalten
  • Via WGA lassen sich Funktionen von Windows ferngesteuert ein- und ausschalten
  • Laut Microsoft werden die WGA-Daten zurzeit für Echtheitsprüfung verwendet
  • Es gibt keine offizielle und komplette Deklaration aller zurückgesendeten Daten
  • Keine unparteiische Überwachung der Datensammlung bei Microsoft durch Dritte

Das Original-Windows/Office-Angebot[Bearbeiten]

Wenn ein rechtmäßiger Endanwender einem Betrüger aufgesessen ist und erst im Nachhinein erfährt, dass sein Lizenz-/Produktschlüssel ungültig und das erworbene Produkt eine Schwarzkopie und somit illegal ist – ihm werden entsprechende Software-Angebote und -Funktionen verwehrt –, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, von Microsoft durch spezielle Kits kostenlosen Ersatz zu bekommen.

Autorisierte Kunden erhalten entweder eine elektronische Lizenz, d. h. sie bekommen eine E-Mail-Bestätigung mit einem neuen 25-stelligen Product Key und einer Anleitung dazu…

„Nur wenn Sie über eine gefälschte Hologramm-CD verfügen, können Sie das Freiexemplar bestellen. Auf diese Weise können die Kunden nachweisen, dass eine Fälschung stattgefunden hat. Kunden, die keine gefälschte CD erhalten haben, aber bereit sind, einen Fälschungsbericht über eine betrügerische Transaktion einzureichen, können das Angebot des elektronischen Lizenzschlüssels wahrnehmen.“[9]

…oder – wie z. B. im Falle des Office Genuine Advantage Kits – eine CD mit einem neuen Schlüssel, womit die Office-Software neu installiert und erneut aktiviert werden muss.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Beschreibung des Windows Genuine Advantage-Programms (WGA), Artikel bei Microsoft, vom 7. November 2008
  2. Windows 7: WGA wird WAT (Version vom 17. Mai 2009 im Internet Archive)
  3. Aktivieren von Windows Vista
  4. Firewall Leak Tester (Version vom 30. März 2008 im Internet Archive)
  5. Deaktivierung oder Deinstallation der Pilotversion von Microsoft Windows Genuine Advantage Notifications
  6. Microsoft taking control back of his WGA (Version vom 7. Juni 2008 im Internet Archive)
  7. Microsoft Genuine Advantage – Datenschutzbestimmungen
  8. Microsoft’s Calling Home Problem: It’s a Matter of Informed Consent. Abgerufen am 20. Oktober 2006 (engl.)
  9. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu WGA und OGA

Weblinks[Bearbeiten]