Windowstaste
Die Windowstaste (auch Windows-Logo-Taste) ist eine Taste auf Computertastaturen, die von Microsoft zusammen mit dem Betriebssystem Windows 95 eingeführt wurde. Ihren Namen verdankt sie dem typischerweise auf ihr befindlichen Windows-Logo, das meist einfarbig ausgeführt ist. Häufig ist das Symbol auf einer kreisförmigen, tastbaren Erhöhung der Tastenoberfläche ausgeführt. Bei Verwendung der Tastatur mit dem Betriebssystem Linux wird die Taste im Englischen auch als super key oder Meta-Taste bezeichnet.[1]
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Geschichte[Bearbeiten]
Die Einführung von Windows 95 war verbunden mit der Umstellung vom 102-Tasten- zum 105-Tasten-Layout. Die Tastaturbelegung wurde dabei um zwei Windowstasten und eine Menü-Taste erweitert. Auf den meisten Tastaturen finden sich die Windowstasten beidseits jeweils zwischen Strg und Alt, jeweils beidseitig neben und auf Höhe der Leertaste. Abweichend vom vollständigen 105-Tasten-Layout existiert auf manchen Notebook-Tastaturen und neueren Tastaturen für Windows Vista nur noch eine Windowstaste, meist zwischen der linken Strg- und Alt-Taste.
Wie Windows wurde Linux ursprünglich für IBM-kompatible PCs entwickelt und wird weiter auf Computern eingesetzt, die auch mit Windows betrieben werden. Deren Prozessoren stammen von Intels x86-Prozessoren ab (auch die von AMD), und neben den ursprünglich verwendeten Desktop-PCs handelt es sich heute auch um Notebooks und Subnotebooks mit ähnlichen Tastaturen. Bei derartigen Geräten wird im Englischen von Linux-Anwendern auch die Bezeichnung super key verwendet (während Linux heute auch auf ganz anderer Hardware läuft). Viele Jahre vor der der Entwicklung der x86-Prozessoren und der Einführung der eigentlichen Windowstaste bezog sich super key jedoch auf von Tom Knight am MIT Artificial Intelligence Laboratory entwickelte Tastaturen.[1]
Tastenbeschriftung[Bearbeiten]
Normkonformität[Bearbeiten]
Die internationale Normreihe ISO/IEC 9995 „Information technology – Keyboard layouts for text and office systems“ erlaubt (erfordert aber nicht) an spezifischen Positionen[2] eine oder insgesamt zwei „operating system keys“ („Betriebssystemtasten“), deren Funktion ausdrücklich dem verwendeten Betriebssystem freigestellt ist.[3] Diese können mit dem dafür seit 2012 in der Norm vorgesehenen Schleifenquadrat (⌘) oder aber ausdrücklich mit einem Logo eines Betriebssystems beschriftet werden.[3] Die deutsche Tastaturnorm DIN 2137 verweist in diesem Zusammenhang auf ISO/IEC 9995. Insoweit ist die Windowstaste als herstellerspezifische Ausprägung der „Betriebssystemtaste“ in ihrer gängigen Anordnung und Ausführung normkonform.
Betriebssystem Windows[Bearbeiten]
Die Windowstaste war ursprünglich mit dem Windows-3-Logo beschriftet:
. Mit dem Erscheinen von Windows XP wurde ein neues Windows-Logo eingeführt, das sich kurz darauf auch auf den neuen Tastaturen wiederfand
.
Auf Geräten mit vorinstalliertem Windows 8 und speziell für solche Geräte angebotenen Tastaturen ist ein erneut verändertes Logo zu finden:
.
Andere Betriebssysteme[Bearbeiten]
Eine andere Ausprägung der „Betriebssystemtaste“ ist beispielsweise die Befehlstaste bei Computern von Apple. Für Linux-Nutzer existieren auch Tastaturen, auf deren (als „Super-Taste“ bezeichneter) „Windowstaste“ an Stelle des Windows-Logos das Linux-Maskottchen Tux abgebildet ist. Dies stellt jedoch einen rein optischen Unterschied dar. Der Scan-Code und damit die Funktion der Taste im tatsächlich verwendeten Betriebssystem bleiben gleich.
Funktion[Bearbeiten]
Betriebssystem Windows[Bearbeiten]
Unter Windows, bis Windows 7, bewirkte ein einfacher Tastendruck das Öffnen des Startmenüs; ein zweiter Tastendruck schloss dieses Menü wieder und setzte, je nach System, den Eingabefokus des Benutzers wieder auf die zuvor aktive Anwendung zurück. Seit Windows 8 wird durch ein einfachen Druck der Taste die Startseite geöffnet, durch einen weiteren Druck wird zu zuletzt verwendeten App zurückgewechselt.
Auch ohne diese Taste kann ihre Basisfunktion, das Öffnen des Startmenüs, über die Tastenkombination Strg + Esc aufgerufen werden. Für Windows RT muss, im Gegensatz zu allen anderen Windows-NT-Versionen, mindestens eine Windowstaste vorhanden sein.
Tastenkombinationen bewirken verschiedene Aktionen der Benutzeroberfläche:
+ B setzt den Fokus auf das erste Element im Systray.
+ D minimiert die komplette Fensterlandschaft zum Desktop und zurück.
+ E öffnet ein Fenster des Windows-Explorers.
+ F öffnet die Suchfunktion.
+ L sperrt den Rechner (Anwendungen laufen weiter, zum erneuten Zugriff ist die Eingabe des Kennwortes erforderlich).
+ M minimiert alle Fenster, die einen Button in der Taskleiste haben und zeigt den Desktop; Fenster ohne Taskleisten-Button werden so zugänglich.
+ Shift ⇧ + M stellt alle zuvor minimierten Fenster wieder her.
+ R öffnet das Fenster Ausführen.
+ Pause öffnet das Fenster „Systemeigenschaften“.
+ U erlaubt jederzeit Zugriff auf die Eingabehilfen.
+ Tab ↹ lässt den Fokus durch die Taskleistenschaltflächen wandern, und zwar unabhängig von der Reihenfolge der letzten Aufrufe.
Zusätzliche Kombinationen, wenn Microsoft OneNote installiert ist:
+ N öffnet eine neue MS OneNote Randnotiz.
+ Shift ⇧ + N öffnet MS OneNote.
+ S ermöglicht das Erstellen eines Bildschirmausschnitts (analog zum Windows Snipping Tool), der in MS OneNote übertragen wird.
Seit Windows Vista sind zusätzlich folgende Tastenkombinationen möglich bzw. geändert:
+ 0-9 Das Programm an der Stelle in der Schnellstartleiste, die der Ziffer entspricht wird ausgeführt. Unter Windows 7 bezieht sich diese Funktion auf die an die Taskleiste angehefteten Programme. Die Ziffer Null ruft dabei das zehnte Programm auf, entsprechend ihrer Position auf der Tastatur.
+ B Aktiviert die "Ausgeblendete Symbole einblenden"-Schaltfläche in der Taskleiste
+ T erlaubt jederzeit Zugriff auf die minimierten Fenster der Taskleiste. Wiederholtes Drücken wechselt die Anwendung. Mit Enter wird das Fenster ausgewählt.
+ T Der erste Eintrag in der Taskleiste wird fokussiert.
+ X Taste zum Öffnen des Windows-Mobilitätscenters, wo man - je nach Ausstattung des Rechners - zu einem externen Monitor umschalten kann, den Akku-Status sieht, Helligkeit und Lautstärke einstellen kann usw.
+ Tab ↹ öffnet unter Windows Vista und 7 eine 3D-Darstellung aller geöffneten Anwendungen, durch die sich scrollen lässt. Diese Funktion ist auch als „Flip 3D“ bekannt und wird nur mit aktivierter Aero-Oberfläche unterstützt. Unter Windows 8 bewirkt diese Tastenkombination einen Wechsel zwischen Windows-Apps.
Für Windows 7 wurden weitere neue Tastenkombinationen eingeführt:
+ ↑ Das aktive Fenster wird maximiert.
+ ↓ Das aktive Fenster wird minimiert oder wiederhergestellt.
+ ← Das aktive Fenster wird[Anm 1] an den linken Bildschirmrand gesetzt.
+ → Das aktive Fenster wird[Anm 2] an den rechten Bildschirmrand gesetzt.
+ Shift ⇧ + ↑ Das aktive Fenster wird auf die komplette Bildschirmhöhe vergrößert (Breite und Position bleiben unberührt).
+ Shift ⇧ + ← Das aktive Fenster wird auf den linken Monitor verschoben.
+ Shift ⇧ + → Das aktive Fenster wird auf den rechten Monitor verschoben.
+ Leertaste Der Inhalt des Desktops wird eingeblendet, solange man
gedrückt hält, Leertaste kann man loslassen.
+ G Die auf dem Desktop befindlichen Gadgets werden in den Vordergrund gebracht.
+ P Umschalten zwischen Bildschirm, externen Monitoren oder Projektoren sowie Kombinationen zwischen diesen.
+ + aktiviert die Bildschirmlupe und zoomt hinein.
+ - (bei aktivierter Bildschirmlupe) Herauszoomen
Unter Windows 8 wurden folgende Tastenkombinationen eingeführt oder abgeändert:[4]
wechselt zwischen Startmenü und zuletzt verwendeter App.
+ C öffnet das „Charms-Menü“ (das z. B. Einstellungen für die aktuelle App bietet).
+ X öffnet eine Art Ersatz-Startmenü, das Zugriff auf Systemfunktionen bietet.
+ Leertaste Wechseln des Tastaturlayouts
Andere Betriebssysteme[Bearbeiten]
Unter anderen Betriebssystemen funktioniert die Windowstaste beispielsweise als Befehlstaste (Apple Macintosh, für Tastenkombinationen) und als Compose-Taste (eine Tottaste).
Zur Bedienung des Fenstermanagers Openbox für Unix-artige Betriebssysteme wie Linux werden Tastenkombinationen in einer (in einem Texteditor anpassbaren) XML-Datei mit auf rc.xml endendem Namen definiert, d. h. einer Tastenkombination werden bestimmte „Aktionen“ zugeordnet.[5] Voreingestellt sind mit der Linux-Distribution Lubuntu (welche Openbox einsetzt) Kombinationen mit der Windowstaste zum Wechsel zwischen schirmfüllenden „Arbeitsflächen“ eines virtuellen Desktops.[6] Die Zeilen
<keybind key="W-F4">
<action name="GoToDesktop">
<to>4</to>
</action>
</keybind>
der mit Lubuntu ausgelieferten Datei lubuntu-rc.xml bewirken beispielsweise, dass die Kombination
+ F4 – kodiert durch „W-F4“[7] – Arbeitsfläche 4 (<to>4</to>) auf dem Bildschirm erscheinen lässt.[Anm 3] In der (englischen) Dokumentation[7] wird die Windowstaste (kodiert als „W“) auch als super key bezeichnet. Genauer heißt es dort, dass der super key „gewöhnlich durch die Windowstaste dargestellt wird, falls eine solche vorhanden ist“.[8] Anders könnte es sich etwa bei der Tastatur einer SPARCstation verhalten, die für den Betrieb mit einer Unix-Variante von SUN Microsystems gedacht war.[9][10] Trotz Fehlens einer „Windowstaste“ sollte eine solche Hardwarekonfiguration auch mit Linux betreibbar sein,[11] so dass der super key durch eine andere Taste als die Windowstaste realisiert werden müsste (etwa durch die Meta-Taste).[12]
Anmerkungen[Bearbeiten]
- ↑ Es wird wiederhergestellt, wenn es am rechten Bildschirmrand ist
- ↑ Es wird wiederhergestellt, wenn es am linken Bildschirmrand ist.
- ↑ Die Angaben beziehen sich auf 2012: Dave Kennedys Blog und Lubuntu 12.10.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Artikel Super key (keyboard button) in der englischen Wikipedia.
- ↑ ISO/IEC (Hrsg.): ISO/IEC 9995-2:2009 – Alphanumeric section. In: ISO/IEC 9995: Information technology — Keyboard layouts for text and office systems. 2009, Clause 8: Functions of the alphanumeric zone of the alphanumeric section (Anmerkung: Die Platzierungsmöglichkeiten für dort nicht ausdrücklich genannte Funktionstasten ergeben sich aus den allgemeinen Platzierungsanforderungen für Funktionstasten und den geforderten Platzierungen für genannte Funktionstasten.).
- ↑ a b ISO/IEC (Hrsg.): ISO/IEC 9995-7:2009 Symbols used to represent functions – Amendment 1 (2012). In: ISO/IEC 9995: Information technology — Keyboard layouts for text and office systems. 2012 (die Symbolspezifikation lautet: Symbol 99 (IEC 60417-6090) “Operating System key”: “To invoke a function defined by the currently active operating system – NOTE: This symbol may be replaced by a logo related to a specific operating system”).
- ↑ http://www.tecchannel.de/pc_mobile/windows/2039003/windows_8_wichtige_tastenkombinationen_im_ueberblick/
- ↑ Help:Bindings. openbox.org, 26. Mai 2010, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
- ↑ Dave Kennedy: LXDE/Openbox keyboard shortcuts cheat sheet. 21. September 2012, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
- ↑ a b Help:Bindings. Modifiers. openbox.org, 26. Mai 2010, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch): „Super key (Usually bound to the Windows key on keyboards which have one)“
- ↑ Eintrag bind des englischen Wiktionary: „computing“
- ↑ John J. G. Savard: Today's Keyboards. 2009, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
- ↑ SPARCstation keyboard. Computer History Museum, 2013, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
- ↑ SPARCstation 5. Operating systems. Englische Wikipedia, 14. März 2013, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
- ↑ Artikel Meta key der englischen Wikipedia.
| Tasten einer IBM/Windows-Tastatur (deutsche/österreichische Belegung „T1“) | ||||||||||||||||||||||||
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