Winfried Baumgart

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Winfried Baumgart (* 29. September 1938 in Streckenbach, Schlesien) ist ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten]

Baumgart wurde 1938 als Sohn eines schlesischen Beamten geboren. Er studierte von 1958 bis 1963 Geschichte und Anglistik in Saarbrücken, Edinburgh und Genf. 1966 wurde er an der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes mit der Dissertation Die deutsche Ostpolitik im Sommer 1918. Zwischen Brest-Litowsk und Compiègne zum Dr. phil. promoviert. Außerdem absolvierte er Dolmetscher-Studien (Englisch, Französisch und Russisch) und erlangte ein Diplom.

Von 1966 bis 1970 war er Assistent an der Universität des Saarlandes und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1970 habilitierte er sich mit der Arbeit Der Friede von Paris 1856. Studien zum Verhältnis von Kriegführung, Politik und Friedensbewahrung. 1971 wurde er außerplanmäßiger Professor für Geschichte an der Universität Bonn.

Ab 1973 war er ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Baumgart war außerdem Gastprofessor an der Georgetown University (1978/79), der Universität Paris III (1988/89), der Universität Glasgow (1990/91) und der Universität Riga (1993). Seit 2003 ist er emeritiert.

Er veröffentlichte zahlreiche Werke, darunter Akten zur Geschichte des Krimkriegs (mehrbändig, 1979 ff.), Deutschland im Zeitalter des Imperialismus (5. Auflage, 1986) und das Bücherverzeichnis zur deutschen Geschichte (17. Auflage, 2010).

Baumgart ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten]

  • Deutsche Ostpolitik 1918. Von Brest-Litowsk bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Oldenbourg, Wien u.a. 1966.
  • Bibliographie zum Studium der neueren Geschichte. Mit einem Geleitwort von Konrad Repgen. Röhrscheid [in Kommission], Bonn 1969.
  • Deutschland im Zeitalter des Imperialismus (1890–1914). Grundkräfte, Thesen und Strukturen (= Deutsche Geschichte. Band 4). Ullstein, Frankfurt am Main u.a. 1972, ISBN 3-548-03844-1. (5. Auflage, Kohlhammer, Stuttgart u.a. 1986, ISBN 3-17-009178-6)
  • Der Friede von Paris 1856. Studien zum Verhältnis von Kriegführung, Politik und Friedensbewahrung. Oldenbourg, München u.a. 1972, ISBN 3-486-43571-X.
  • Bücherverzeichnis zur deutschen Geschichte. Hilfsmittel, Handbücher, Quellen (= Deutsche Geschichte. Band 14). Ullstein, Frankfurt am Main u.a. 1971, ISBN 3-548-03856-5. (17. Auflage, Steiner, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-515-09792-5)
  • Vom europäischen Konzert zum Völkerbund. Friedensschlüsse und Friedenssicherung von Wien bis Versailles (= Erträge der Forschung. Band 25). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-06399-6. (2. Auflage, 1987)
  • Europäisches Konzert und nationale Bewegung. Internationale Beziehungen 1830–1878 (= Handbuch der Geschichte der internationalen Beziehungen. Band 6). Schöningh, Paderborn u.a. 1999, ISBN 3-506-73726-0.
  • Wörterbuch historischer und politischer Begriffe des 19. und 20. Jahrhunderts. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-58907-8.

Herausgeberschaften[Bearbeiten]

  • Von Brest-Litovsk zur deutschen Novemberrevolution. Aus den Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen von Alfons Paquet, Wilhelm Groener und Albert Hopman März–Nov. 1918 (= Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 47). Mit einem Vorwort von Hans Herzfeld. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1971, ISBN 3-525-35816-4.
  • Akten zur Geschichte des Krimkriegs. Oldenbourg, München 1979 ff.
  • Mit Wolfgang Elz: Konrad Fuchs. Ausgewählte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Zum 65. Geburtstag. Lang, Frankfurt am Main u.a. 1993, ISBN 3-631-44818-X.
  • Kaiser Friedrich III. Tagebücher 1866–1888. Schöningh, Paderborn u.a. 2012, ISBN 978-3-506-77384-5.
  • König Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. Briefwechsel 1840–1858. Schöningh, Paderborn u.a. 2013, ISBN 978-3-506-77597-9.
  • General Albrecht von Stosch. Politische Korrespondenz 1871–1896 (= Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 70). Oldenbourg, München 2014, ISBN 978-3-11-034612-1.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]