Winfried Hermann

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Winfried Hermann, 2013

Winfried „Winne“ Hermann (* 19. Juli 1952 in Rottenburg am Neckar) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Seit Mai 2011 ist er Minister für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Hermann engagierte sich am Eugen-Bolz-Gymnasium Rottenburg in der Schülermitverwaltung und übte zeitweilig das Amt des Schulsprechers aus. 1971 schloss er die höhere Schule mit dem Abitur ab. Danach leistete Hermann seinen Zivildienst im Kinderheim Diasporahaus Bietenhausen bei Haigerloch ab und begann 1973 ein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch, Politik und Sport an der Eberhard Karls Universität Tübingen, welches er 1979 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1981 auch das zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend war er bis 1984 an einem Gymnasium in Stuttgart als Lehrer tätig. Von 1989 bis 1998 leitete er den Fachbereich Gesundheit und Umwelt an der Volkshochschule Stuttgart.

Winfried Hermann ist verheiratet und hat eine Tochter.

Partei[Bearbeiten]

1982 wurde Hermann Mitglied bei den Grünen. Von 1992 bis 1997 war er Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Hermann gehörte von 1984 bis 1988 dem Landtag von Baden-Württemberg an.

Von 1998 bis 2011 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1998 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Seit 2002 war er Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Sportpolitik. Daneben war er von 2002 bis 2005 umweltpolitischer Sprecher, seit 2005 zusätzlich Sprecher für Verkehrspolitik. In der 17. Legislaturperiode war er von 2009 bis 2011 Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages.

Winfried Hermann ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen.

Minister[Bearbeiten]

Winfried Hermann 2012

Seit Mai 2011 ist Hermann Minister im neu geschaffenen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur im Kabinett Kretschmann in Baden-Württemberg und zuständig für die Themen Straßenwesen, ÖPNV, Auto-, Schienen-, Schiff-, Luft-, Rad- und Fußverkehr sowie Infrastruktur.

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 fällt in die Ressortzuständigkeit des Ministers. In einem Interview hatte er zuvor abgelehnt, für das Projekt Stuttgart 21 Verantwortung zu übernehmen, sollte der geplante Volksentscheid dessen Weiterführung ergeben.[1] Obwohl der Volksentscheid später eine Weiterführung ergab, blieb er Minister und vertritt nun die Landesregierung bei diesem Projekt, was teils erhebliche Kritik bei den Projektgegnern hervorrief.[2]

Der Minister will das Schienenverkehrsangebot in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren um weitere 15 bis 20 Prozent ausweiten. Dies soll insbesondere durch verstärkten Wettbewerb erreicht werden.[3]

Ein weiterer Schwerpunkt im Ministerium ist das Thema Nachhaltige Mobilität. Ziel ist es, Baden-Württemberg zu einem Pionierland für Elektromobilität, der Radinfrastruktur und für eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger zu werden.[4] Im Bereich Straßenbau plant das Ministerium eine Verschiebung der Prioritäten weg vom Neubau hin zu mehr Investitionen in die Sanierung und Ertüchtigung.[5]

Hermann lehnt die von der CSU vorgeschlagene PKW-Maut in Form einer Vignette ab.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winfried Hermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Dann gebe ich den Bahnhof ab" In: die tageszeitung, 12. Mai 2011.
  2. "MP Kretschmann und Minister Hermann (...) verstecken sich hinter dem Schwindel Volksabstimmung". Auf: Bei-Abriss-Aufstand, 26. März 2012.
  3.  »Der Ausbau der Schienenverbindungen ist kein Selbstläufer mehr«. In: Internationales Verkehrswesen. 65, Nr. 1, 2013, S. 32 f..
  4. Ministerium
  5. Ministerium
  6. Pkw-Maut hat Freunde nicht nur in der CSU. Handelsblatt online, 11. Juli 2013.
  7. Baden-Württemberg: HzL gewinnt SPNV-Strecken Zollernalb Eurorailpress.de vom 5. August 2013
  8. Winfried Hermann: Solidarische Moderne, abgerufen am 23. März 2011.