Winfried Schulze
Winfried Schulze (* 13. Oktober 1942 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Historiker und ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrats.
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Leben[Bearbeiten]
Der Sohn eines Kaufmanns studierte ab 1964 zuerst in Köln, dann an der Freien Universität Berlin Geschichte und Politikwissenschaft. Nach seiner Promotion 1970 bei Gerald Stourzh war er Assistent am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin. 1974 wurde er dort Assistenzprofessor, noch im selben Jahr und vor seiner 1975 erfolgten Habilitation Professor an der damaligen Gesamthochschule Kassel. Nach drei Semestern ging Schulze 1976 an die FU Berlin zurück und wechselte 1978 an die Ruhr-Universität Bochum. 1993 folgte er einem Ruf als Nachfolger von Eberhard Weis an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit innehatte. Zum Ende des Wintersemesters 2007/2008 wurde Schulze emeritiert.
Schulze beschäftigt sich sowohl mit der Geschichte der frühen Neuzeit als auch mit der Geschichte und Methodologie der Geschichtswissenschaft. Er war 1984/85 Stipendiat des Historischen Kollegs in München und erhielt 1996 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit 1989 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Schulze ist Initiator des Portals Server Frühe Neuzeit (inzwischen zu historicum.net weiterentwickelt).
Seit 1996 ist Schulze ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der finnischen und österreichischen Akademien. Von 1998 bis 2001 war er Vorsitzender des Wissenschaftsrats. Seit Juni 2007 ist Schulze Vorsitzender des im April desselben Jahres gewählten Hochschulrats der Universität Paderborn.[1] Er ist darüber hinaus Mitglied im Beirat des Centrums für Hochschulentwicklung.[2]
Zu seinen Schülern gehören unter anderem die Historiker Gudrun Gersmann, Wolfgang Schmale, Wolfgang Burgdorf und Arndt Brendecke.
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Einführung in die neuere Geschichte, 5. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8952-1422-7.
Literatur[Bearbeiten]
- Rüdiger Hohls, Konrad H. Jarausch (Hrsg.): Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus. DVA, Stuttgart 2000, ISBN 3-421-05341-3, S. 404–434 (Interview, online)
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Winfried Schulze im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Seite beim Historischen Seminar der LMU München
- Veröffentlichungen von Winfried Schulze – Digitalisate bei historicum.net
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Senat der Universität Paderborn wählte am Mittwoch, 25. April 2007, Hochschulrat. Pressemeldung der Universität Paderborn, 25. April 2007.; Pressemeldung der Universität Paderborn zur konstituierenden Sitzung des Hochschulrats, 8. Juni 2007.
- ↑ Centrum für Hochschulentwicklung: Beirat. Abgerufen am 4. November 2009 [1]
Helmut Coing | Ludwig Raiser | Hans Leussink | Reimar Lüst | Theodor Heidhues | Wilhelm A. Kewenig | Andreas Heldrich | Hans-Jürgen Engell | Heinz Heckhausen | Kurt Kochsiek | Dieter Simon | Gerhard Neuweiler | Karl-Heinz Hoffmann | Dagmar Schipanski | Winfried Schulze | Karl Max Einhäupl | Peter Strohschneider | Wolfgang Marquardt
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schulze, Winfried |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1942 |
| GEBURTSORT | Bergisch Gladbach |
- Neuzeithistoriker
- Hochschullehrer (Universität Kassel)
- Hochschullehrer (Freie Universität Berlin)
- Hochschullehrer (Ruhr-Universität Bochum)
- Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Leibnizpreisträger
- Geboren 1942
- Mann
- Deutscher
- Person (Bergisch Gladbach)