Winfried Völlger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Winfried Völlger (* 5. November 1947 in Halle) ist ein deutscher Künstler und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Völlger gehörte zu den bedeutendsten Romanciers der DDR. Insgesamt erreichten seine Bücher eine verkaufte Gesamtauflage von ca. einer Million. Hervorzuheben ist insbesondere sein Roman Das Windhahn-Syndrom (1983). Heute ist er weitgehend vergessen.

Nach dem Besuch der zehnklassigen allgemeinen Oberschule lernte er zunächst Fotograf, holte dann nach der Armeezeit das Abitur nach und studierte von 1968 bis 1973 in Halle Mathematik, ohne das Studium abzuschließen. Als Künstler ist er Autodidakt und arbeitete nach 1973 vor allem als freier Schriftsteller, aber auch als Regisseur, Grafiker und Bildhauer. Er veröffentlichte neben etlichen Kinder- und Jugendbüchern mehrere Essays und Romane für Erwachsene, womit er seinerzeit einen wichtigen Beitrag zur unangepassten DDR-Literatur leistete. Einige seiner Bücher konnten erst Jahre später bzw. nach der Wende erscheinen. Auf Einladung des PEN-Club-Francaise bereiste er in den Jahren 1986 und 1987 Paris und Südfrankreich.

Seit 1994 befasst er sich verstärkt mit bildnerischen Arbeiten und gestaltet Skulpturen und Grafiken. Ausstellungen seiner Werke fanden in mehreren Städten statt, darunter in Halle, Rom, Katlenburg, Halberstadt, Ludwigsburg, Leipzig und Freyburg (Unstrut). Seine Vaterstadt Halle verlieh ihm 1996 das Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Halle. 1997 war er Ehrengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom und 2000 Stipendiat der Cranach-Höfe zu Wittenberg. Beim Internationalen Bildhauersymposium 2000 im Buchdorf Mühlbeck errang er einen 1. Preis. Der Verlag Piatnik (Wien) produziert seit 1998 das von ihm entwickelte linguistische Kartenspiel "Wortmeister".

Völlger war daneben pädagogisch tätig und übernahm zwischen 1992 und 2004 Lehraufträge (Kreatives Schreiben, Kulturgeschichte), vor allem für die Fachhochschule Merseburg und das private Bildungs- und Forschungsinstitut von Prof. Hans-Georg Mehlhorn in Leipzig (Fortbildung von Kreativitätspädagogen, insgesamt etwa viertausend Seminarstunden).

Werke (Bücher)[Bearbeiten]

  • Ija, der Esel von der blauen Wiese, Berlin, Kinderbuchverlag, 1976
  • Theater mit Zwecke, Berlin, Kinderbuchverlag, 1978
  • Verwirrspiele, eine frisierte Biographie, Rostock, Hinstorff Verlag, 1981
  • Der Zauberfalter, Halle, Postreiter-Verlag, 1981 (mit Farbfotos von Klaus-Jürgen Hofer)
  • Eine Stadt stromab. Geschichten vom Bauen, Berlin, Verlag Junge Welt, 1982
  • Der Windhahn, Berlin, Kinderbuchverlag, 1982
  • Das Windhahn-Syndrom, Rostock, Hinstorff-Verlag, 1983; 4. Aufl. 1989
  • Der Honigtopf, Halle, Postreiter-Verlag, 1984
  • Offene Schlösser. Ansprüche und Aussagen, Rostock, Hinstorff-Verlag, 1987
  • DIe weiße Katze, Halle, Postreiter-Verlag
  • Partitur eines verlorenen Sieges, Rostock, Hinstorff-Verlag, 1989
  • Wehrpflicht, Rostock, Hinstorff-Verlag, 1990
  • Entfernung. Von der Schwierigkeit ein Deutscher zu sein, Freising, Freisinga Verlag, 1991
  • Creutzer, Kriminalhörspiel, MDR 1993
  • Herbst in Halle. Zeitzeugnisse zur sanften Revolution in Halle 89/90, Halle, R & B, 1999