Wingas

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Wingas Holding
Rechtsform GmbH
Gründung 1993
Sitz Kassel, Deutschland
Leitung Gerhard König, Ludwig Möhring, Artour Chakhdinarov, Gennady Ryndin
Mitarbeiter 263 (2010)
Umsatz 11,3 Mrd. EUR (2012)
Website www.Wingas.de

Die Wingas Holding GmbH (Außenauftritt und Eigenschreibweise WINGAS) mit Sitz in Kassel ist ein führendes deutsches Gashandelsunternehmen. Wingas ist eine Tochter der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (W&G), einem Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall, des größten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten, und der russischen Gazprom. Wintershall hält derzeit noch 50 Prozent plus einen Anteil an W&G, der russische Erdgasproduzent 50 Prozent minus einen Anteil.

Im Dezember 2013 genehmigte die EU-Kommission die komplette Übernahme von Wingas durch das russische Unternehmen Gazprom. Die endgültige Übernahme soll Mitte 2014 abgeschlossen sein.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wingas wurde 1993 durch Wintershall und Gazprom zum gemeinsamen Erdgashandel und -vertrieb gegründet. Wingas handelt und vertreibt Erdgas an Stadtwerke, regionale Versorger, Industriebetriebe und Kraftwerke in Deutschland und im europäischen Ausland. Als europäisches Energieunternehmen ist Wingas in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik, Dänemark, Luxemburg und den Niederlanden aktiv. Der Bruttoumsatz des Unternehmens lag im Jahr 2012 bei 11,3 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl bei ca. 330 [1]. Der Marktanteil in Deutschland lag im Jahr 2010 bei 20 Prozent.

Neben der Vermarktung von Erdgas vermietet die Wingas seit 1996 freie Übertragungskapazitäten an nationale und internationale Telekommunikationsunternehmen. Die Lichtwellenleiter (LWL-Kabel) sind neben dem Erdgasnetz der Schwestergesellschaft Gascade verlegt worden.

Entflechtung[Bearbeiten]

Nach den Vorgaben des dritten Liberalisierungspakets der EU, welches durch die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes in nationales Recht umgesetzt wurde, ist der Wingas-Konzern ab 2010 mit der Ausgliederung des Transportnetzes und der Speicheraktivitäten weitgehend entflechtet und umstrukturiert worden. Im Zuge dieser Restrukturierung wurde 2012 die ehemalige Wingas GmbH & Co KG in die W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (W&G) umgewandelt und das gesamte Gashandels- und -vertriebsgeschäft des Konzerns auf die neu gegründete Tochter Wingas GmbH übertragen.

Die W&G ist somit seit August Muttergesellschaft der „neuen“ Wingas und der Gascade, die das Transportnetz hält. Das Speichergeschäft wird als Tochter der Wingas in einer neu gegründeten Tochter, Astora GmbH & Co. KG, geführt.

Gastransport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gascade

Gascade (vormals Wingas Transport) ist seit Februar 2012 als sog. Independent Transmission Operator (ITO) für den diskriminierungsfreien Betrieb des Ferngasnetzes zuständig. Die Beteiligungen an den Neubaupipelines NEL (Norddeutsche Erdgasleitung) und OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) werden von W&G direkt gehalten.

Gasspeicher[Bearbeiten]

Astora ist seit Februar 2012 für das Speichergeschäft als direkte Tochter der Wingas tätig. Im niedersächsischen Rehden verfügt Astora über den größten unterirdischen Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Das entspricht dem Jahresbedarf von zwei Millionen Einfamilienhäusern oder in etwa einem Fünftel der in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität für Erdgas. Beim Speicher Rehden handelt es sich um ein ehemaliges natürliches Erdgasvorkommen, gefördert wurde seinerzeit durch Wintershall.[2] Derzeit entstehen weitere Erdgasspeicher in Großbritannien (Saltfleetby) und Deutschland (Jemgum). Im Mai 2007 wurde der Erdgasspeicher Haidach bei Straßwalchen in Salzburg mit einem Speichervolumen von bis zu 1,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas von der Astora, der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) und Gazprom Export in Betrieb genommen. Bis 2011 wurde dieser nur ans deutsche Gasnetz angebundene Speicher auf 2,4 Milliarden Kubikmeter ausgebaut, ab 2014 soll er auch ans österreichische Gasnetz angebunden werden. Astora kann bis zu 20 Prozent seines Absatzes in Speichern vorhalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtverwaltung Kassel, abgerufen am 29. September 2013
  2. Astora internet-Seite. Abgerufen am 8. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]