Winkelhaken
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Als Winkelhaken bezeichnet der Schriftsetzer eine verstellbare Lehre zum Zusammensetzen einer Zeile aus Bleisatz-Lettern für den Hochdruck (auch: Buchdruck). In der Fach- und Umgangssprache der Setzer wird der Winkelhaken „Kelle“ genannt.
Der Winkelhaken ist eine winkelförmige Schiene, meist aus Neusilber gefertigt, die über einen feststehenden und einen verschieb- und feststellbaren Anschlag („Frosch“) aus Stahl verfügt. Der Abstand zwischen diesen Anschlägen entspricht der erwünschten Zeilenlänge. Der Abstand wird mit mehreren Quadraten eingestellt und nicht gemessen. Je nach Verwendungszweck gibt es unterschiedlich lange Winkelhaken. Darüber hinaus sind auch Winkelhaken mit zwei festen Anschlägen für stets wiederkehrende Zeilenlängen wie z. B. im Zeitungssatz gebräuchlich.
Durch Verwendung des Winkelhakens ist sichergestellt, dass alle Zeilen exakt die gleiche Länge bekommen und beim „Einspannen“ des gesamten Satzes, der aus etlichen Zeilen besteht, ein „geschlossener Satz“ entsteht. Durch die Ansammlung (das Setzen) der unterschiedlich breiten Lettern in den Winkelhaken entsteht eine Zeile. Diese wird durch Hinzufügen von unterschiedlich breitem, nicht mitdruckendem Spatien-Blindmaterial für die Wortzwischenräume genau auf die eingestellte Winkelhaken- bzw. Zeilenbreite gebracht. Alle Zeilen müssen gleichmäßig gefüllt sein, damit sich im Druckprozess keine Wortabstände oder anderes Blindmaterial nach oben arbeiten kann - „Spießen“ genannt.
Der geschlossene Satz wird mit dem Schließzeug in die „Form“ (die Druckform) oder einen Schließrahmen gespannt. Der Winkelhaken wurde bereits von Johannes Gutenberg entwickelt und im Buchdruck verwendet, bis er durch die Einführung der Setzmaschinen (Monotype und Linotype) verdrängt wurde. Aber auch danach wurden immer noch Überschriften und Akzidenzen damit gesetzt oder er wurde zum Ablegen verwendet.

