Winnenden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Winnenden
Winnenden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Winnenden hervorgehoben
48.8763888888899.3977777777778292Koordinaten: 48° 53′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 292 m ü. NHN
Fläche: 28,05 km²
Einwohner: 27.287 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 973 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71349–71364
Vorwahl: 07195
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 085
Stadtgliederung: Kernstadt und 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Torstraße 10
71364 Winnenden
Webpräsenz: www.winnenden.de
Oberbürgermeister: Hartmut Holzwarth (CDU)
Lage der Stadt Winnenden im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild
Blick von der Zipfelbachtalbrücke der B 14 nach Winnenden

Winnenden [ˈvɪnəndn̩] ist eine Stadt rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Sie ist die fünftgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart. Seit 1. Januar 1973 ist Winnenden eine Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Winnenden liegt am westlichen Rande des Schwäbischen Waldes in 270 bis 504 Meter Höhe. Die Altstadt liegt auf einem Hügel zwischen dem Buchenbach und dem Zipfelbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Winnenden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Backnang, Allmersbach im Tal, Berglen, Remshalden, Korb, Schwaikheim und Leutenbach

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Winnendens besteht aus der Kernstadt, dem 1964 entstandenen Wohnbezirk Schelmenholz (kein eigenständiger Stadtteil), der im Jahr 2000 4.441 Einwohner zählte, und den Stadtteilen Baach, Birkmannsweiler, Breuningsweiler, Bürg, Hanweiler, Hertmannsweiler und Höfen, die erst im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliedert wurden. Zu den einzelnen Stadtteilen gehören noch separat gelegene Wohnplätze mit besonderem Namen, wie Lange Weiden, Pfeilhof in Baach, Buchenbachhof, Burkhardshof und Neumühle in Birkmannsweiler, Sonnenberg in Breuningsweiler, Schulerhof in Bürg, Degenhof in Hertmannsweiler und Ruitzenmühle in Höfen. In der Kernstadt werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehört beispielsweise das Wohngebiet „Am Hungerberg“.

Raumplanung[Bearbeiten]

Winnenden bildet ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart, in der die Landeshauptstadt Stuttgart als Oberzentrum ausgewiesen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht von Winnenden im Jahr 1685, Kiesersche Forstkarte

Der Ort Winnenden entstand vermutlich im 12. Jahrhundert. Gottfried von Schauenburg-Winnenden ist in einer Urkunde von 1181 als Zeuge in einer Urkunde Kaiser Friedrich I. erwähnt, der hier seine Burg hatte. Um 1200 kam die Burg, die um diese Zeit Windin genannt wird, zur Herrschaft Heinrichs von Neuffen. 1277 wurde sie auf Konrad von Weinsberg übertragen. Im Jahr 1212 bekam der Ort durch den späteren Kaiser Friedrich II. die Stadtrechte verliehen, Winnenden ist somit die älteste Stadt im Rems-Murr-Kreis. Am 10. Oktober 1325 wurden Burg und Stadt Winnenden an Württemberg verkauft. Aus der Herrschaft Winnenden entstand in württembergischer Zeit das Amt Winnenden, das später zum Oberamt erhoben wurde. Das Stadtschloss (die Deutschordenskommende Winnenden, die seit 1291 erwähnt und auch Schloss Winnenthal genannt wird), kam erst 1665 zu Württemberg.

Im Bauernkrieg stand Winnenden zunächst unter dem Einfluss des Armen Konrad, musste sich aber 1519 dem Schwäbischen Städtebund ergeben. Eine pestähnliche Seuche kostete im Jahr 1616 ungefähr die Hälfte der Bevölkerung das Leben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1638 und 1643 geplündert. Kaiserliche, französische und schwedische Truppen besetzten zeitweise Winnenden.

Ansichtskarte Winnenden 1898

1665 erwarb Herzog Eberhard III. von Württemberg die Deutschordenskommende Winnenden als herzogliches Kammerschreibereigut. Aus dessen Gebiet entstand das Stabsamt Winnenthal. 1693 setzten französische Truppen Winnenden in Brand. Sämtliche Gebäude innerhalb des Stadtmauerrings brannten ab.

1808 wurden das Oberamt Winnenden und das Stabsamt Winnenthal aufgelöst und seine Gemeinden, darunter alle heutigen Stadtteile Winnendens, dem Oberamt Waiblingen zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Waiblingen hervorging.

Mit der Fertigstellung des Abschnitts WaiblingenBacknang der Murrtalbahn 1876 erhielt Winnenden Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz.

Am 11. März 2009 geriet die Stadt weltweit in die Schlagzeilen, als die Albertville-Realschule zum Schauplatz des sogenannten Amoklaufs von Winnenden wurde, bei dem in Winnenden 13 und im Verlauf der anschließenden Flucht des Amokläufers nach Wendlingen am Neckar drei weitere Menschen, darunter der 17-jährige Täter, ums Leben kamen. Der verletzte Täter beendete den Amoklauf durch einen Suizid.[2][3]

2012 beging Winnenden die 800-Jahr-Feier.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre wurden mehrere Nachbargemeinden eingegliedert. Dadurch erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung und die Einwohnerzahl überschritt die 20.000-Einwohner-Grenze. Daher stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss.

Baach (Winnenden)

Baach wurde 1357 erstmals erwähnt und gehörte größtenteils der Deutschordens-Komturei Winnenden an. Mit dieser kam der Ort 1665 an Württemberg und gehörte dann zum Amt bzw. Oberamt Winnenden.


Birkmannsweiler

Birkmannsweiler wurde 1304 als Berkamswiler erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Winnenden. Der Ort kam vermutlich 1325 an Württemberg (Amt Winnenden), doch hatte der Deutschorden auch hier Besitz. Im Jahr 1545 umfasste der Ort bereits 42 Haushalte.

Breuningsweiler

Breuningsweiler wurde 1293 als Bruningswiler erstmals erwähnt, als das Kloster Lorch das Vogtrecht über seine Güter Württemberg überließ. 1443 waren auch die Schenken von Winnenden sowie die Deutschordenskomturei begütert. Um 1545 waren hier bereits 19 Haushalte ansässig. Ab 1665 gehörte der ganze Ort zu Württemberg (Amt Winnenden).

Hauptartikel: Breuningsweiler


Bürg

Bürg wurde 1210 als castrum Winidum erstmals erwähnt. 1525 hieß es die Bürg, 1624 Altwinnenden. Die Burg Altwinnenden war Sitz der Herren von Winnenden, bevor diese an Württemberg gelangte. Der Ort gehörte zunächst mit den Wohnplätzen Schulerhof und Stöckenhof zur Gemeinde Baach. 1815 wurde Bürg eine eigene Gemeinde innerhalb des Oberamts Waiblingen. Der Wohnplatz Stöckenhof wurde am 1. Januar 1972 in die Nachbargemeinde Öschelbronn umgegliedert, die ihrerseits am 1. April 1972 Teil der neu gebildeten Gemeinde Buchenberg (ab 27. Dezember 1972 Berglen) wurde.

Hanweiler

Hanweiler wurde 1426 als Heinwiler erstmals erwähnt. 1477 wurde „im Trombach genannt Hanweiler“ erwähnt. Der Wald Trombach wurde bereits 1288 von den Herren von Neuffen an die neu gegründete Deutschordenskomturei geschenkt. Hanweiler gehörte somit zur Deutschordenskomturei und gelangte mit dieser an Württemberg. Es gehörte zunächst zur Kammerschreiberei, 1753 zur Landschaft und war dem Stabsamt Winnenthal zugeordnet.

Hertmannsweiler

Hertmannsweiler wurde 1444 als Hertmannswiller erstmals erwähnt. Der Ort gehörte bereits zu Württemberg und war dem äußeren Gericht des Amtes Winnenden zugeordnet. Im Jahr 1545 umfasste der Ort 73 Haushalte.

Höfen

Höfen wurde 1524 als zun Höfen erstmals erwähnt. 1559 wurde zwischen Ober und Unter Heffa unterschieden. Die „zwei Höfe bei Winnenden“ gehörten wohl bei Gründung der Deutschordenskomturei zu dessen Besitz. 1665 kam der Ort an Württemberg und wurde dem Stabsamt Winnenthal zugeordnet.

Zeitpunkt der Eingliederung in die Stadt Winnenden
  • 1. Januar 1971: Höfen
  • 1. Dezember 1971: Baach, Bürg (u. a. mit Stöckenhof), Hertmannsweiler
  • 1. Januar 1972: Breuningsweiler, Hanweiler sowie Umgliederung des Wohnplatzes Stöckenhof in die Nachbargemeinde Öschelbronn (heute Berglen)
  • 1. Januar 1974: Birkmannsweiler

Religionen[Bearbeiten]

Winnenden gehörte anfangs zum Bistum Konstanz. 1537 wurde wie in ganz Württemberg ab 1534 die Reformation eingeführt. Danach war Winnenden eine rein protestantische Stadt. Sie gehört zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Waiblingen. Zur heutigen Stadtkirchengemeinde Winnenden gehören die Stadtkirche St. Bernhard und die Schlosskirche St. Jakobus. In letzterer trifft sich die Gemeinde zum Gottesdienst. Zur Evangelischen Kirchengemeinde Winnenden gehörten zunächst auch die Gemeindeglieder aus den Stadtteilen als Filialgemeinden, wo ebenfalls die Reformation eingeführt wurde. Später wurden teilweise eigene Kirchengemeinden gegründet. So entstand 1837 die Kirchengemeinde Hertmannsweiler, zu der seit 1911 auch die Gemeindeglieder aus Bürg gehören. 1964 wurde in Bürg eine eigene Kirche (Auferstehungskirche) erbaut. 1840 entstand die Kirchengemeinde Birkmannsweiler, zu der seit 1911 auch Baach und Höfen gehören. Breuningsweiler wurde 1922 eine eigene Kirchengemeinde, die auch die Gemeindeglieder des Nachbarortes Buoch (Gemeinde Remshalden) betreut. Heute bilden die Stadtkirchengemeinde, die Kirchengemeinde Schelmenholz-Hanweiler und die Paul-Schneider-Haus-Gemeinde die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Winnenden. Predigtstellen der Kirchengemeinde Schelmenholz-Hanweiler sind die 1962 erbaute Kirche Hanweiler und das Christophorushaus im Schelmenholz. Die Paul-Schneider-Haus-Gemeinde feiert Gottesdienst im gleichnamigen Gemeindezentrum.

Im 20. Jahrhundert gewannen Katholizismus und Islam durch Zuzüge an Bedeutung. 1946 entstand die erste katholische Seelsorgeeinheit in Winnenden nach der Reformation, und 1958 wurde die Pfarrei gegründet. Die eigene Kirche St. Karl Borromäus wurde 1961 gebaut. Die Pfarrei betreut unter anderem auch die Katholiken der Stadtteile Baach, Birkmannsweiler, Breuningsweiler, Bürg, Hanweiler, Hertmannsweiler, Höfen und Schelmenholz und ist Teil des Dekanats Rems-Murr. In Schelmenholz wurde 1971 das Maximilian-Kolbe-Haus als weiteres Gemeindezentrum erbaut. Ferner gibt es im Ortsteil Oppelsbohm der Gemeinde Berglen noch das Gemeindezentrum St. Maria, das ebenfalls zur Kirchengemeinde Winnenden gehört.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Winnenden auch einige Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche mit Gemeinden in Winnenden und Birkmannsweiler, die Gemeinde Gottes und die Volksmission entschiedener Christen. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Winnenden vertreten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1803 2.442
1823 2.776
1843 3.239
1855 3.000
1861 3.037
1. Dezember 1871 3.168
1. Dezember 1880 ¹ 3.617
1. Dezember 1890 ¹ 3.530
1. Dezember 1900 ¹ 3.730
1. Dezember 1910 ¹ 4.414
16. Juni 1925 ¹ 4.723
16. Juni 1933 ¹ 5.134
Jahr Einwohnerzahlen
17. Mai 1939 ¹ 5.783
1946 8.021
13. September 1950 ¹ 8.917
6. Juni 1961 ¹ 11.685
27. Mai 1970 ¹ 14.243
31. Dezember 1975 22.261
31. Dezember 1980 22.334
27. Mai 1987 ¹ 22.044
31. Dezember 1990 23.995
31. Dezember 1995 26.144
31. Dezember 2000 27.269
31. Dezember 2005 27.758
Quartal 1/2009 27.536
31.Dezember 2011 27.219 [4]

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[5]
Wahlbeteiligung: 48,8 % (2004: 49,6 %)
 %
40
30
20
10
0
30,4 %
29,0 %
17,6 %
15,4 %
7,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,8 %p
-1,6 %p
-1,1 %p
+0,9 %p
+7,5 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 26 Mitglieder des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

CDU 30,44 % (8 Sitze)
FWV1 29,02 % (8 Sitze)
SPD 17,61 % (4 Sitze)
ALI2 15,44 % (4 Sitze)
FDP 7,49 % (2 Sitze)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Oberbürgermeister.

1Freie Wählervereinigung Winnenden, 2Alternative und Grüne Liste Winnenden

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt stand der Magistrat bestehend aus dem Amtsbürgermeister, dem Bürgermeister, dem Amtsschreiber, elf Gerichtsverwandten und sechs Ratsverwandten. Die Aufsicht über die Stadt übte der Vogt aus. Ab 1613 gab es einen eigenständigen Obervogt, zuvor einen gemeinsamen Obervogt mit Waiblingen.

Seit 1819 trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung „Stadtschultheiß“, seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 1973 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Oberbürgermeister

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Winnenden zeigt in Silber einen von zwei grünen Windenranken umgebenen goldenen Schild, darin drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander. Die Stadtflagge ist schwarz-gelb. Wappen und Flagge wurde der Stadt Winnenden vom Innenministerium Baden-Württemberg am 23. Januar 1961 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit der Stadt zum Herzogtum Württemberg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Winnenden unterhält seit 1969 eine Partnerschaft mit Albertville (Département Savoie) in den französischen Alpen. Die jüngste Partnerstadt von Winnenden ist das spanische Santo Domingo de la Calzada (La Rioja), mit dem 1993 der Partnerschaftsvertrag besiegelt wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen/Ausstellungen[Bearbeiten]

Feuerwehrmuseum Winnenden
  • Große Modelleisenbahnanlage der PMW e. V.
  • Feuerwehrmuseum Winnenden – direkt am Bahnhof
  • Heimatmuseum Winnenden – im Schwaikheimer Torturm
  • Heimatstube im Stadtteil Winnenden-Hertmannsweiler
  • Nikolaus-Lenau-Ausstellung im Schloss-Café

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Winnental
Schwaikheimer Torturm
  • Sehenswerter historischer Altstadtkern mit Fachwerkhäusern und repräsentativen Bürgerhäusern aus der Barockzeit sowie dem Schwaikheimer Torturm, dem Wahrzeichen der Stadt und dem Diebsturm.
  • Stadtkirche St. Bernhard, die heutige Pfarrkirche der Kirchengemeinde wurde als Kapelle im frühgotischen Stil erbaut und nach der Reformation umgebaut. Der Turm erhielt beim Wiederaufbau 1693 eine Kuppel mit glockenförmig abgedeckter Laterne.
  • Schloss Winnental war zunächst eine Kommende des Deutschen Ordens, dann Residenzschloss der Herren von Württemberg-Winnental.
  • Die Schlosskirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die als ursprüngliche Pfarrkirche im 14. Jahrhundert nach mehreren Vorgängerkirchen am selben Ort erbaut wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses gelegen, wurde sie auch vom Deutschen Orden benutzt. Im Chor steht der im Jahre 1520 errichtete Jacobus-Hochaltar, der das Leben und Wirken des Apostels Jakobus darstellt.
  • Die „Neumühle“ in Winnenden-Birkmannsweiler wurde für den Witwer und Müller Johann Jakob Schurr (auch Johann Jacob Schurrer genannt[6]) erbaut, weist aber Initialen im Schlußstein auf, die in Verbindung zu seinem Schwager Johann Adam Groß der Ältere gebracht werden. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage ausgebaut, instand gesetzt und beherbergte auf vier Etagen einen Mahlbetrieb. Seit 1987 steht die Neumühle unter Denkmalschutz.[7]
  • Das Winnender Markthaus wurde im Herbst 2006 eröffnet. In ihm befindet sich neben verschiedenen Geschäften auch die Winnender Stadtbücherei. Das Markthaus soll die Innenstadt (Marktstraße) attraktiver machen.
  • Das Wohngebiet Arkadien Winnenden wurde zwischen 2007 und 2012 erbaut. Es ist ein Projekt von Strenger aus Ludwigsburg und wurde international ausgezeichnet als nachhaltigstes Bauprojekt weltweit (Green Dot Award). Unter Einheimischen ist es bekannt als "Die Toskana".

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:

  • Die evangelische Pfarrkirche Birkmannsweiler ist die ehemalige Ulrichskapelle, die im 19. Jahrhundert umgebaut wurde. Die Holzkanzel stammt von 1520/30.
  • Die evangelische Kirche Breuningsweiler wurde 1922/23 erbaut, 1973 erfolgte die Einweihung des Kirchenneubaus.
  • In Bürg gibt es erst seit 1964 eine Kirche (Auferstehungskirche), doch ist auch hier 1355 eine Kapelle St. Veit bezeugt.
  • Hanweiler hat seit 1962 eine evangelische Kirche.
  • Die Kirche Hertmannsweiler wurde 1733 anstelle einer Vorgängerkirche erbaut und 1876 erneuert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Mai: Winnender Wonnetag (seit 2004)
  • Juli: City-Treff Winnenden, DLRG 24h-Schwimmen
  • August: Winnender Weintage, Breuningsweiler Hocketse
  • Oktober: Winnender Herbstmarkt
  • Oktober/November: Winnender Kinder- und Jugendbuchtage seit 1984 im Festsaal des Zentrums für Psychiatrie
  • November/Dezember (1. Adventwochenende): Weihnachtsmarkt Winnenden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Winnenden liegt an der B 14 (StuttgartSchwäbisch Hall) zwischen Waiblingen und Backnang. Bis zur Einweihung der Umgehungsstraße im September 2009 führte der Verlauf der B14 durchs Stadtzentrum, denn der autobahnähnliche Ausbau der B14 ab Fellbach war 1979 nur bis zum südwestlichen Ortseingang von Winnenden erfolgt. Seit 2002 wurde an der vierspurigen Westumfahrung gebaut. Der vorübergehend als Bundesstraße 14n bezeichnete 2006 freigegebene südliche Bauabschnitt über die Zipfelbachtalbrücke endete zunächst an der Anschlussstelle Winnenden-Mitte vor der Baustelle des Tunnel Leutenbach, der zwischen Leutenbach und Winnenden den Hungerberg und die Murrbahnlinie unterquert. Der Tunnel sowie das nördliche Teilstück bis Nellmersbach wurden am 21. September 2009 freigegeben. Die alte B14-Trasse durch Winnenden und Hertmannsweiler wurde zurückgestuft und teilweise rückgebaut.

Bahnhof

Winnenden liegt an der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental (Kursbuchstrecke 785, „Murrbahn“). Hier verkehrt auch die Linie S3 (Backnang–Stuttgart–Flughafen) der S-Bahn Stuttgart. Vom Bahnhof Winnenden erreicht man in ca. 25 Minuten Stuttgart. Innerstädtisch wird ein Netz von Buslinien betrieben, die aber auch zu angrenzenden Gemeinden verkehren. Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Überregionale Bedeutung haben der Reinigungsgerätehersteller Kärcher, A&M Electric Tools mit den Elektrowerkzeug-Marken AEG und Milwaukee sowie der mittelständische Sportgerätehersteller Gotthilf Benz Turngerätefabrik.

Medien[Bearbeiten]

Über das lokale Tagesgeschehen in Winnenden berichtet die Tageszeitung Winnender Zeitung des Zeitungsverlags Waiblingen.

Bildung[Bearbeiten]

Winnenden hat zwei Gymnasien (Lessing-Gymnasium und Georg-Büchner-Gymnasium), zwei Realschulen (Albertville- und Geschwister-Scholl-Realschule), eine Förderschule (Haselsteinschule), eine Werkrealschule (Robert-Boehringer-Schule) in der Kernstadt, drei Grundschulen in der Kernstadt (Stöckachschule, Kastenschule und Hungerbergschule) und je eine weitere Grundschule in den Stadtteilen Birkmannsweiler, Breuningsweiler, Hertmannsweiler, Höfen und Schelmenholz.

Die Bodenwaldschule für Erziehungshilfe sowie das Berufsbildungswerk für hör- und sprachbehinderte Jugendliche, beide in Trägerschaft der Paulinenpflege Winnenden, runden das Schulangebot in Winnenden ab. Die 1823 gegründete Paulinenpflege ist eine evangelische Institution der Jugend- und Behindertenhilfe. Sie unterstützt Schulen und Betreuungseinrichtungen für behinderte Jugendliche und Erwachsene.

Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie[Bearbeiten]

Am 1. März 1834 wurde nach Plänen des Mediziners und Reformers der klinischen Psychiatrie Karl Heinrich Gotthilf von Köstlin im Schloss Winnenthal eine Nervenheilanstalt eingerichtet. Dr. Albert Zeller wurde mit der Leitung der Heil- und Pflegeanstalt beauftragt. Zeller prägte mit seiner Arbeit in Winnenthal die Entwicklung der Psychiatrie in Deutschland. Der Dichter Nikolaus Lenau, der Amokläufer Ernst August Wagner und auch der Arzt und Physiker Robert Mayer waren hier in Behandlung.

Im Jahre 1940 wurde die staatliche Anstalt Württembergs Zwischenanstalt für Patienten und Heimbewohner aus dem Bürgerhospital Stuttgart, Göppingen, der Paulinenpflege Winnenden, Rottenmünster und Stetten im Remstal. Im Rahmen der „Aktion T4“ wurden 396 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder durch die Nationalsozialisten infolge der sogenannten Euthanasie durch die sogenannten „Grauen Busse“ der Gemeinnützigen Krankentransport GmbH (Gekrat) in die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck verlegt und dort ermordet.

1971 wurde aus der ehemaligen Heilanstalt das moderne Psychiatrische Landeskrankenhaus (PLK). Im Jahre 1996 änderte sich die Rechtsform des Krankenhauses in eine Anstalt des öffentlichen Rechts und das PLK wurde in Zentrum für Psychiatrie (ZfP) umbenannt.

Heute ist das Zentrum für Psychiatrie Winnenden – Klinikum Schloß Winnenden ein modernes Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie mit ca. 400 Betten und einer zeitgemäßen Ausstattung.

Neues Kreiskrankenhaus[Bearbeiten]

Am 14. Juli 2008[8] hat der Kreistag des Rems-Murr-Kreises beschlossen, in Winnenden das neue zentrale Kreiskrankenhaus zu errichten. Im Gegenzug werden die Krankenhäuser in Backnang und Waiblingen nach Fertigstellung des neuen Krankenhauskomplexes geschlossen. Die Baukosten sollen ca. 280 Millionen Euro betragen, das Krankenhaus wird an das Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie angrenzen.[9] Mit den Vorarbeiten wurde 2008 begonnen, Mitte Juni 2009 begannen die eigentlichen Bauarbeiten. Die Eröffnung ist für den 25 Januar 2014 geplant.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Das „Wunnebad“ bietet als Hallen- und Freibad u. a. 2.000 m² Wasserfläche, eine Rutsche mit Zeitmessung, einen Strömungskanal und eine Saunalandschaft. Im Winter werden die drei Beachvolleyballfelder mit einer Eisbahn überbaut. Im Stadtteil Höfen gibt es ein Mineralfreibad, das nur im Sommer geöffnet hat, im Stadtteil Bürg ein weiteres, ehrenamtlich betriebenes Freibad.

Sport[Bearbeiten]

Größter Sportverein ist die Sportvereinigung Winnenden (SV Winnenden 1848 e. V.) mit 2800 Mitgliedern und 15 Abteilungen. Die Abteilung Leichtathletik ist Teil der bei den bei Baden-Württembergischen und Deutschen Meisterschaften oft erfolgreichen Startergemeinschaft LG Rems-Murr. Außerdem spielt die Frauenfußballmanschaft des SV Winnenden in der Landesliga (6.Liga).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Winnenden hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • Dr. Christian Wunderlich (1806–1871)
  • Dr. Albert Zeller (1804–1877)
  • Maria Huzel (1856–1946)
  • Ernst Spingler (1878–1963)
  • Albert Gänßle (1891–1970)
  • Dr. Robert Boehringer (1884–1974)
  • Dr. Adolf Schmidgall (1900–1985)
  • Hermann Schwab (1917–2000), Oberbürgermeister a. D.
  • Karl-Heinrich Lebherz, Oberbürgermeister a. D.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Die Liste enthält Personen, die in Winnenden geboren sind. Ob die Stadt zu ihrem späteren Wirkungskreis gehört, ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Alfred Daiber (1886– um 1958), u. a. ein Architekt; nach seinen Plänen wurde 1932 die Friedhofskapelle in Winnenden errichtet.
  • Alfred Kärcher (1901–1959), Tüftler und Unternehmer; gründete 1935 die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, heutiger Weltmarktführer für Hochdruckreiniger.

Literatur[Bearbeiten]

  • Geographisches, Statistisch-Topographisches Lexikon von Schwaben, Bd. 2, Ulm 1801, Sp. 1143–1145.
  • Beschreibung des Oberamts Waiblingen, Stuttgart-Tübingen, 1850, S. 202–219.
  • Winnenden in Sage und Geschichte, von G. Börner, 1923, Neuausgabe Verlag W. Halder, Winnenden 1999.
  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1961.
  • Winnenden – gestern und heute: Lebenswege zwischen Steinzeit, Kindheit und Ewigkeit. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Winnenden, Bd. 8. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2001, ISBN 978-3-89735-178-3, 240 S. mit 170 Abb.
  • Unser Schelmenholz. Geschichte und Geschichten. Winnender Veröffentlichungen, Bd. 1. Hrsg. von der Stadt Winnenden und der Evangelischen Kirchengemeinde Schelmenholz-Hanweiler. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2003, ISBN 978-3-89735-239-1.
  • 700 Jahre Birkmannsweiler. Winnender Veröffentlichungen, Bd. 2. Hrsg. von der Stadt Winnenden und der Kultur- und Heimatvereinigung Birkmannsweiler e. V. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-275-9.
  • Schauer, Eberhard: Herrschaftsverhältnisse in Winnenden von ca. 1000 bis 1325. In: Heimatkundliche Blätter (= Sonderveröffentlichung der Winnender Zeitung), I, 1, 21. Mai 1981.
  • Roland Schurig (Hrsg.): Hier in der kleinsten Zelle unseres Staates... Winnenden 1933–1945. Winnenden-Gestern und Heute Bd. 6, Hennecke 1995, ISBN 978-3-927981-44-7
  • Roland Schurig (Hrsg.). "Breuningsweiler. Einblicke in 700 Jahre Ortsgeschichte". Winnenden - Gestern und Heute Bd. 5, Hennecke 1993, ISBN 978-3-927981-33-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Daten zu Alfred Kärcher http://www.kaercher.de/de/unternehmen/Geschichte.htm

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Landtag von Baden-Württemberg: Sonderausschuss zum Amoklauf (PDF; 16,4 MB)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHeimo Fischer und Benno Stieber: Der Amoklauf des Tim K. In: Financial Times Deutschland. 12. März 2009, archiviert vom Original am 14. März 2009, abgerufen am 12. März 2009.
  4. http://www.winnenden.de/,Lde/start/verwaltung-politik/13_05_31_Zensus2011.html
  5. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE119085
  6. Biografische Angaben, abgerufen am 4. Juli 2013
  7. Eine Mühle im Dornröschenschlaf, abgerufen am 4. Juli 2013
  8. Meilensteine/ Projektchronologie
  9. Website zum Klinikneubau

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winnenden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Winnenden – in den Nachrichten