Winnie Madikizela-Mandela

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Winnie Madikizela-Mandela (2008)

Winnie Madikizela-Mandela (* 26. September 1934 oder 1936 in eMbongweni bei Bizana, Pondoland) ist eine südafrikanische Politikerin. Sie wurde als Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela in der Pondoland-Region, die heute zur Provinz Ostkap gehört, geboren und ist die Ex-Frau von Nelson Mandela, dem früheren südafrikanischen Präsidenten (Mai 1994 – Juni 1999) und Führer des African National Congress. Aufgrund ihrer politischen Führungsrolle wird sie von Anhängern auch „die Mutter der Nation“ genannt.

Inhaltsverzeichnis

Zeit der Apartheid [Bearbeiten]

Während der späteren Jahre der langen Haftzeit ihres Mannes (August 1962 – Februar 1990) unter der Apartheid entwickelte sie sich zu einer führenden Gegnerin der weißen Minderheitsregierung. In dieser Zeit wurde ihre Bewegungsfreiheit mehrmals auf die Stadt Brandfort eingeschränkt. Ausnahmen bildeten die Gelegenheiten, in denen sie ihren Ehemann im Gefängnis besuchen durfte.

In ihrer bislang umstrittensten Rede proklamierte Winnie Mandela im Jahr 1985 vor einer jubelnden Menschenmenge: „With our boxes of matches and our necklaces we shall liberate this country“.[1] (Mit unseren Streichholzschachteln und unseren Halsketten werden wir dieses Land befreien) – ein Hinweis auf die brutalen Lynchmorde durch die „Halskrausenmethode“ (englisch: necklacing).

1988 wurde sie gleichzeitig mit ihrem Mann mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen[2] ausgezeichnet.

Im selben Jahr kam der Verdacht auf, dass sie in Entführungen, Vergewaltigungen, Folterungen und einen Mord der Mitglieder des Mandela United Football Club (die für sie als Leibwächter arbeiteten) verwickelt war.[3] Es folgte eine Anklage im Januar 1989. Sie wurde 1991 für schuldig befunden, die Entführung von vier Jugendlichen angeordnet zu haben. Einer der Jungen war von ihrem Leibwächter ermordet worden. Dieser sagte vor Gericht aus, dass das 14-jährige Opfer auf Weisung Winnie Mandelas mit der Mordart Necklacing zu töten gewesen sei. Dabei wird dem Opfer ein mit Benzin getränkter Autoreifen um Hals und Arme gehängt und angezündet. In einem Berufungsverfahren wurde ihre dafür verhängte Gefängnisstrafe von sechs Jahren in eine Geldstrafe umgewandelt.

1990er Jahre [Bearbeiten]

Während des Überganges nach der Apartheid schien sie gegenüber der vorher dominierenden weißen Minderheit eine weniger versöhnliche Haltung anzunehmen als ihr 1990 freigelassener Ehemann. Die 38-jährige Ehe der Mandelas mündete in die Trennung im April 1992, gefolgt von der Scheidung im März 1996. Winnie Mandela nahm den Familiennamen Madikizela-Mandela an. Sie wurde stellvertretende Ministerin für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie in der ersten Regierung nach der Apartheid (Mai 1994), wurde jedoch elf Monate später nach Korruptionsvorwürfen entlassen. 2003 wurde sie wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt, die 2004 zu dreieinhalb Jahren reduziert wurden.[4] 2009 ließ sie sich als Kandidatin für die Parlamentswahlen aufstellen und wurde auf den fünften Listenplatz gewählt,[4] so dass sie seither einen Sitz im Parlament hat.

Werke [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Anné Mariè du Preez Bezdrob: Winnie Mandela. A Life. Zebra, Cape Town 2003, ISBN 1-86872-662-2

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Row over 'mother of the nation' Winnie Mandela. The Guardian, 27. Januar 1989, abgerufen am 5. Januar 2009 (HTML, englisch).
  2. List of previous recipients. United Nations Human Rights, 2. April 2008, abgerufen am 29. Dezember 2008 (PDF; 43 kB, englisch).
  3. Winnie Mandela Named in Beatings. The New York Times, 10. Mai 1990, abgerufen am 5. Juni 2006 (HTML, englisch).
  4. a b Winnie set for shock comeback to ANC politics. In: The Guardian vom 1. März 2009 (englisch), abgerufen am 25. Dezember 2012