Winnie Madikizela-Mandela

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Winnie Madikizela-Mandela im August 2014

Winnie Madikizela-Mandela (* 26. September 1934 oder 1936 in eMbongweni bei Bizana, Pondoland) ist eine südafrikanische Politikerin. Sie wurde als Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela in der Pondoland-Region, die heute zur Provinz Ostkap gehört, geboren und ist die Ex-Frau von Nelson Mandela, dem früheren südafrikanischen Präsidenten und Führer des African National Congress. Wegen ihrer politischen Führungsrolle wird sie von Anhängern auch „die Mutter der Nation“ genannt.

Zeit der Apartheid[Bearbeiten]

Während der späteren Jahre der langen Haftzeit ihres Mannes (August 1962 – Februar 1990) entwickelte sie sich unter der Apartheid zu einer führenden Gegnerin der weißen Minderheitsregierung. In dieser Zeit war ihre Bewegungsfreiheit mehrmals auf die Stadt Brandfort beschränkt. Ausnahmen bildeten die Gelegenheiten, in denen sie ihren Mann im Gefängnis besuchen durfte.

In einer umstrittenen Rede proklamierte Winnie Mandela 1985 vor einer jubelnden Menschenmenge: „With our boxes of matches and our necklaces we shall liberate this country“[1] (Mit unseren Streichholzschachteln und unseren Halsketten werden wir dieses Land befreien) – ein Verweis auf die brutalen Lynchmorde durch die „Halskrausenmethode“ (englisch: necklacing).

1988 wurde sie zusammen mit ihrem Mann mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen[2] ausgezeichnet.

Im selben Jahr kam der Verdacht auf, dass sie in Entführungen, Vergewaltigungen, Folterungen und einen Mord der Mitglieder des Mandela United Football Club (die für sie als Leibwächter arbeiteten) verwickelt sein könnte.[3] Im Januar 1989 erfolgte die Anklage. Sie wurde 1991 für schuldig befunden, die Entführung von vier Jugendlichen angeordnet zu haben. Einer der Jungen war von ihrem Leibwächter ermordet worden. Dieser sagte vor Gericht aus, dass das 14-jährige Opfer auf ihre Anweisung hin mit Necklacing zu töten gewesen sei. Dabei wird dem Opfer ein mit Benzin getränkter Autoreifen um Hals und Arme gehängt und angezündet. Das oberste Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 2. Juni 1993, wandelte die Gefängnisstrafe von fünf Jahren aber in eine Geldstrafe (umgerechnet 7.500 DM) um.

Seit den 1990er Jahren[Bearbeiten]

Winnie Madikizela-Mandela, 2008

Während der Übergangszeit nach der Apartheid schien sie gegenüber der davor dominierenden weißen Minderheit eine weniger versöhnliche Haltung einzunehmen als ihr 1990 freigelassener Ehemann. Die 38-jährige Ehe der Mandelas mündete im April 1992 in die Trennung, gefolgt von der Scheidung im März 1996. Winnie Mandela nahm den Familiennamen Madikizela-Mandela an. Sie wurde im Mai 1994 in der ersten Regierung nach der Apartheid stellvertretende Ministerin für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie, elf Monate später nach Korruptionsvorwürfen jedoch entlassen. 2003 wurde sie wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt, die Strafe wurde 2004 auf dreieinhalb Jahre reduziert.[4] 2009 kandidierte sie bei den Parlamentswahlen auf dem fünften Listenplatz des ANC.[4] Seit dieser Wahl ist sie Mitglied der Nationalversammlung. Ihren Sitz behielt sie bei den Wahlen 2014.

Familie[Bearbeiten]

Winnie Mandela-Madikizela hat mit Nelson Mandela die beiden Töchter Zenani („Zeni“, * 1959) und Zindziswa („Zindzi“, * 1960).[5]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anné Mariè du Preez Bezdrob: Winnie Mandela. A Life. Zebra, Cape Town 2003, ISBN 1-86872-662-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Row over 'mother of the nation' Winnie Mandela. The Guardian, 27. Januar 1989, abgerufen am 5. Januar 2009 (HTML, englisch).
  2. List of previous recipients. United Nations Human Rights, 2. April 2008, abgerufen am 29. Dezember 2008 (PDF; 43 kB, englisch).
  3. Winnie Mandela Named in Beatings. The New York Times, 10. Mai 1990, abgerufen am 5. Juni 2006 (HTML, englisch).
  4. a b Winnie set for shock comeback to ANC politics. In: The Guardian vom 1. März 2009 (englisch), abgerufen am 25. Dezember 2012
  5. Nelson Mandela Family Tree bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 18. Juli 2013