Winterburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Winterburg
Winterburg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Winterburg hervorgehoben
49.8627777777787.6508333333333290Koordinaten: 49° 52′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 2,57 km²
Einwohner: 203 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55595
Vorwahl: 06756
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 116
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz: www.bad-sobernheim.de
Ortsbürgermeister: Ralf Hartung
Lage der Ortsgemeinde Winterburg im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Kirche in der engen Ortsmitte
Ellerbach bei Winterburg

Winterburg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim an. Winterburg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Winterburg liegt tief im engen Ellerbachtal im südöstlichen Hunsrück, westlich des Gauchswaldes und südlich des Soonwalds. Angrenzende Gemeinden sind im Westen Ippenschied, im Norden Winterbach, im Osten Allenfeld sowie Rehbach und Bockenau südlich davon. Die nächstgrößeren Städte sind Bad Kreuznach im Osten und Simmern im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Winterburg wurde erstmals im Jahr 1325 urkundlich erwähnt, als Graf Johann II. von Sponheim die Burg Winterburg dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg zu Lehen auftrug.[3] Die Burg lag über dem nördlichen Teil des Dorfes. Auf dem Gelände des heutigen Schullandheims befand sich die ehemalige Vorburg. Die eigentliche Hauptburg lag an der Spornspitze und ist bis auf wenige Mauerreste verschwunden. Durch Kaiser Ludwig IV., den Bayern, bekam das Dorf „Wynthirberg“ 1331 Stadtrechte.[3][4] Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Burg 1689 von französischen Truppen endgültig zerstört.[5] 1747 errichtete man ein neues Amtshaus (das heutige Schullandheim) auf den Fundamenten der alten Burg. 1784 wurde die heutige evangelische Kirche neu erbaut (vor der Zerstörung der alten Kirche wurde sie als Simultankirche genutzt).

Winterburg gehörte zur Hinteren Grafschaft Sponheim und wurde bei der Teilung der sponheimischen Besitzungen im Jahr 1776 der Markgrafschaft Baden zugeordnet. Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Sobernheim im Rhein-Mosel-Departement. Winterburg war Hauptort einer Mairie, zu der zwölf Ortschaften in neun Gemeinden gehörten. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam die Region und damit auch Winterburg 1815 zum Königreich Preußen und wurde 1816 dem Kreis Kreuznach im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Von 1896 bis 1936 hatte Winterburg Anschluss an die Bahnstrecke der Kreuznacher Kleinbahnen, die das Ellerbachtal abwärts bis nach Bad Kreuznach führte und Personen transportierte.

Bevölkerungsentwicklung

Im Ort Winterburg lebten im Jahr 1607 29 Familien, im Jahr 1699 nur 18 und im Jahr 1772 insgesamt 53 Familien.

Die weitere Entwicklung der Einwohnerzahl von Winterburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 302
1835 295
1871 240
1905 204
1939 233
Jahr Einwohner
1950 269
1961 263
1970 295
1987 249
2005 215

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Winterburg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber eine rote Burg mit Torturm und doppeltem gezinnten Mauerkranz“.

Es wurde 1951 genehmigt und geht zurück auf ein Gemeindesiegel aus dem 14. Jahrhundert, das eine Burg mit einem Torturm und einem doppelten Mauerkranz zeigt und die Umschrift trägt Sigillum ciovium in Winterberch trägt. In den folgenden Jahrhunderten sind nach diesem Vorbild neue Stempel geschnitten worden, die ebenfalls eine Burg mit Torturm und doppeltem Mauerkranz und jetzt der deutschen Umschrift: „Siegel und Bürger in Winterburg“ aufweisen. Für den Wappenentwurf hat die ältere Form des Gemeindesiegels als Vorlage gedient. Die Farben sind den Wappenfarben der Hinteren Grafschaft Sponheim entnommen, zu der das Amt Winterburg gehört hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Winterburg ist in erster Linie für das Schullandheim Winterburg bekannt, welches von den Mainzer Gymnasien und sonstigen Gruppen gerne als Ziel für Klassenfahrten oder für Seminare genutzt wird. Trägerverein ist die „Schullandheim-Vereinigung 1955 Mainz e.V.“, ein gemeinnütziger Verein.[7]

Im Ortskern von Winterburg findet man alte Fachwerkhäuser und Gebäude, die teilweise aus den Überresten der 1689 zerstörten Burg bestehen. Im Norden des Dorfes befinden sich ein Hotel, die renovierte evangelische Kirche und der Friedhof, auf dem ein 1869 errichteter Gedenkstein zu Ehren des Dichters Johann Nikolaus Götz steht.

An Vereinen und öffentlichen Einrichtungen gibt es die Freiwillige Feuerwehr, das Gemeindehaus, den Turnverein und den Soonwald-Nahe-Chor.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Bundesstraßen 41 und 50 sind gut erreichbar und führen zum einen zum Rhein-Main-Gebiet und dem Flughafen Frankfurt und zum Flughafen Hahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winterburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Wilhelm Fabricius: Die Herrschaften des unteren Nahegebietes: der Nahegau und seine Umgebung, Bonn: Behrendt, 1914, S. 131 (dilibri.de)
  4. Stadtrecht der Stadt Winterberg in der Graffschaft Spanheim vom Jahr 1331. In: Carl Friedrich Walch (Hrsg.): Vermischte Beyträge zu dem deutschen Recht, Bd. VI. Christian Friedrich Gollner, Jena 1777, S. 252–263 (Google-Books) = Christoph Jakob Kremers: Diplomatische Beyträge, Bd. III. Frankfurt am Main / Leipzig 1761, S. 358–367 (Google-Books).
  5. Geschichte der Burg Winterburg auf den Seiten des Schullandheims Winterburg
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Website des Schullandheim Winterburg
  8. Bibliographie der österreichischen Drucke des XV. und XVI. Jahrhunderts 1913: Biografie [1]
  9. Wiens Buchdruckgeschichte 1883
  10. Die ersten Buchdrucker Wiens
  11. Geschichte des Buchdrucks