Winterthur

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt. Zu weiteren Bedeutungen von Winterthur siehe Winterthur (Begriffsklärung).
Winterthur
Wappen von Winterthur
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Winterthur
BFS-Nr.: 0230i1f3f4
Postleitzahl: 8400–8411, 8310, 8352, 8482
UN/LOCODE: CH WIN
Koordinaten: 698805 / 26185247.4999938.750002439Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 8° 45′ 0″ O; CH1903: 698805 / 261852
Höhe: 439 m ü. M.
Fläche: 68.05 km²
Einwohner: i104'468 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1535 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 23,3 % (31. Dezember 2011)[2]
Stadtpräsident: Michael Künzle (CVP)
Website: www.stadt.winterthur.ch
Karte
Schützenweiher Bichelsee Guemüliweier Ziegelweier Deutschland Kanton Schaffhausen Kanton St. Gallen Kanton Thurgau Bezirk Andelfingen Bezirk Bülach Bezirk Pfäffikon Bezirk Uster Bezirk Zürich Altikon Brütten Dägerlen Dättlikon Dinhard Elgg Ellikon an der Thur Elsau Hagenbuch ZH Hettlingen ZH Hofstetten ZH Neftenbach Pfungen Rickenbach ZH Schlatt ZH Seuzach Turbenthal Wiesendangen Winterthur Zell ZHKarte von Winterthur
Über dieses Bild
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Blick auf Winterthur
Strassenkarte von Winterthur

Winterthur (französisch Winterthour, lateinisch Vitudurum, im Volksmund Winti genannt) ist mit rund 105'000 Einwohnern die sechstgrösste Stadt der Schweiz und die zweitgrösste des Kanton Zürich. Die Stadt ist als politische Gemeinde auch Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Winterthur war früher eine bedeutende Industriestadt und ist heute als Dienstleistungs-, Bildungs-, Kultur- und Freizeitzentrum mit 16 Museen bekannt. Der Bahnhof Winterthur bewältigt die drittgrösste Zug- und Personenfrequenz der Schweiz; 15 Kilometer südwestlich liegt der Flughafen Zürich.

Allgemeines[Bearbeiten]

Winterthur liegt in der Nordostschweiz an der Eulach und wird oft als Tor zur Ostschweiz bezeichnet. Winterthur und die umliegenden Gemeinden verstehen sich trotz der Nähe zu Zürich, das 20 Kilometer südlich liegt, als eigene Agglomeration mit mehr als 123'000 Einwohnern. Das spinnenförmig zwischen sieben bewaldeten Hügeln liegende Stadtgebiet wird im Süden von der Töss umflossen. Richtung Südosten erstreckt sich das als Erholungsgebiet beliebte obere Tösstal, während gegen Norden das teilweise noch stark landwirtschaftlich geprägte Zürcher Weinland anschliesst.

Winterthur erhielt 1264 das Stadtrecht durch die Habsburger, jedoch waren die Grafen von Kyburg die eigentlichen Stadtgründer. In der ehemaligen Industriestadt sind die Unternehmen Sulzer, SLM und Rieter oder ihre Nachfolgeorganisationen bis heute tätig, jedoch nicht mehr in ihrer einstigen Grösse. Die Stadt ist heute auf den Dienstleistungssektor ausgerichtet und Sitz der AXA-Winterthur Group.

Geographie[Bearbeiten]

Winterthur liegt in der Nordostschweiz nördlich von Zürich am Ausgang des (oberen) Tösstals und damit am Rande des Zürcher Oberlandes, das im Südosten liegt. Im Norden liegt das Weinland, das sich bis nach Schaffhausen erstreckt.

Das Stadtgebiet wird von den Flüssen Eulach, Töss und dem Mattenbach durchflossen; die Eulach und der Mattenbach sind jedoch über weite Strecken kanalisiert. Weil in Winterthur abgesehen von wenigen Teichen kein See vorhanden ist, beträgt der Gewässeranteil auf Gemeindegebiet gerade mal 0.6 Prozent. Die grosse Eulachschotterebene, in der die Stadt liegt, ist von mehreren bewaldeten Hügeln umgeben, die die Kernstadt von fast allen Seiten einrahmen (Eschenberg, Brüelberg, Wolfensberg, Lindberg). Im südlich des Stadtzentrums gelegenen Stadtwald Eschenberg befinden sich auf zwei Lichtungen, eine Sternwarte und der Wildpark Bruderhaus. Am südlichen Rand des Lindbergwaldes liegt der Goldenberg, ein Aussichtspunkt über die Stadt, an dessen Hang Weinbau betrieben wird.

Der höchste Punkt der Stadt ist der Hulmen mit 687 Metern, der tiefste liegt an der Grenze zu Pfungen unterhalb der Kläranlage Hard mit 393 Metern. Die Stadt hat eine Waldfläche von 2'637 Hektar, was 38.8 Prozent der Stadtfläche entspricht. Damit hat Winterthur im Vergleich zu anderen Schweizer Städten den höchsten Waldanteil. Aufgrund des grossen Gemeindegebiets ausserhalb der Stadtgrenzen beträgt der Anteil an Acker, Wiesen und Weiden 27.9 Prozent. Das tatsächlich bebaute Stadtgebiet beträgt lediglich 32 Prozent des Gemeindegebiets.[3]

Aussicht vom Brühlbergturm: v. l. n. r.: im Vordergrund: Wülflingen, Veltheim, Stadtzentrum und Autobahn bei Töss. Im Hintergrund: Oberwinterthur und Seen.

Stadtkreise[Bearbeiten]

Karte der Stadtkreise und Quartiere

Winterthur besteht aus den sieben Stadtkreisen Stadt, Mattenbach, Oberwinterthur, Seen, Töss, Veltheim und Wülflingen.

Der Kreis Stadt trennt die Gemeinde Winterthur von Nord nach Süd. Neben der Altstadt umfasst sie den Heiligberg und die Hälfte des Eschenberg-Waldes im Süden und des Lindbergs im Norden sowie weitere Quartiere wie das Tössfeld oder Neuwiesen.

Die fünf Kreise Oberwinterthur im Nordosten, Seen im Südosten, Töss im Südwesten, Veltheim im Norden und Wülflingen im Nordwesten waren ehemals eigenständige Gemeinden, die alle am 1. Januar 1922 eingemeindet wurden. Diese Ortsteile haben bis heute ein ausgeprägtes Eigenleben. Der jüngste Stadtkreis Mattenbach hingegen wurde erst 1973 zum Stadtteil erklärt, als im Gebiet immer mehr neue Überbauungen entstanden. Er wurde zwischen den damaligen Kreisen Stadt und Seen geschaffen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Winterthur grenzt an 15 Gemeinden in drei Bezirken (inklusive Bezirk Winterthur). Diese sind im Uhrzeigersinn: Im Norden hat Hettlingen oberhalb von Wülflingen einen kleinen gemeinsamen Grenzstreifen mit Winterthur und danach kommt die Gemeinde Seuzach, die von Winterthur von Süden her etwa zur Hälfte umschlossen wird. Im Nordosten grenzen die Gemeinden Dinhard, Rickenbach, Wiesendangen und im Osten Elsau alle an den Stadtteil Oberwinterthur. Südöstlich an Seen grenzend befinden sich Schlatt und Zell. An der Südgrenze am Stadtwald Eschenberg befinden sich die zum Bezirk Pfäffikon gehörenden Gemeinden Kyburg und Illnau-Effretikon. Südwestlich grenzt Winterthur an Lindau (Bezirk Pfäffikon) und Brütten. Im Westen liegt Oberembrach (Bezirk Bülach) und Pfungen. Im Nordwesten grenzt der Stadtteil Wülflingen an die Gemeinde Neftenbach.

Neftenbach Hettlingen
Seuzach
Dinhard
Rickenbach
Wiesendangen
Pfungen
Oberembrach
Nachbargemeinden Elsau
Brütten
Lindau
Illnau-Effretikon
Kyburg
Schlatt
Zell

Geologie[Bearbeiten]

Winterthur liegt im Molassebecken des Mittellandes, dass sich auf dem Gebiet Winterthurs bis in eine Tiefe von etwa zwei bis drei Kilometern erstreckt. Die Molasseschicht ist heute grösstenteils durch Moränenmaterial verschüttet und nur noch an Hängen der Winterthur umgebenden Hügeln einsehbar, wobei diese sichtbaren Schichten der Oberen Süsswassermolasse zugerechnet werden, die durch frühere alpine Seen und Gewässer entstanden sind. Oberhalb der Molasseschicht befindet sich in der Eulachschotterebene über der obersten Humusschicht eine Schotterschicht von 20 bis 30 Metern, danach folgt eine Lehmschicht («Pfungener Schicht») von unterschiedlicher Tiefe: Von der Altstadt bis Wülflingen umfasst diese etwa 60 Meter (beim Niederfeld mit einer Grube bis fast 100 Meter), jedoch ist diese Schicht dann bereits beim Schwimmbad Geiselweid nur noch zehn Meter tief und wird von einer Grundmoränenschicht, die im Gebiet um Wülflingen nicht nachweisbar ist, über- sowie auch unterlagert und verschwindet dann weiter Richtung Oberwinterthur und Seen gänzlich.[4]

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm der Messstation Zürich-Kloten

Winterthur befindet sich im Mittelland und im Bereich der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima von Winterthur sind einerseits die Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), welche meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen bringt als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen auf Winterthur.

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt laut Messstation Winterthur-Seen von MeteoSchweiz 1039 mm im Jahr[5] – dies sind im Vergleich mit anderen Standorten normale Werte. Die Niederschlagsmenge im Sommer ist aufgrund von konvektiven Niederschlägen höher als im Winter. Eine eigene Temperaturmessstation gibt es in Winterthur nicht, die nächste befindet sich in Kloten (33m tiefer als die Winterthurer Altstadt), diese weist eine Jahresmitteltemperatur von 9,75 °C in den letzten 12 Jahren. Tiefstpunkt ist im Februar mit 1,91 °C und der wärmste Monat ist der Juli mit 19.1 °C.[6] Allgemein lässt sich über das Jahrhundert hinweg im Kanton Zürich eine immer schneller werdende Klimaerwärmung feststellen.[7]

Stadtbild[Bearbeiten]

Den Ruf einer «Gartenstadt» verdankt Winterthur primär seiner Stadtplanung aus der Zwischenkriegszeit, daneben aber auch einem relativ grossen Bestand an Familiengärten, in Winterthur Pünt genannt, anderswo auch als Schrebergärten bekannt. In Winterthur gibt es 2'907 Pünten auf 4'965 Aren Land,[8] wobei Püntenhäuschen in der Vergangenheit schon mit dem Helikopter gezügelt wurden, um diese zu erhalten.

1926 hat Stadtplaner Albert Bodmer einen Zonenplan geschaffen, der nach dem Vorbild der englischen Gartenstadt aufgebaut war. Dadurch gab es bei den vielen Neubauten kleine private Gärten, die Grünflächen in der Stadt bewahrten. Jedoch blieb Bodmer weniger als zehn Jahre im Amt, da die Stadt dem neuen Zeitgeist in der Stadtplanung folgen wollte. 1964 verschwand die Idee einer Gartenstadt dann völlig mit einem neuen „modernen“ Zonenplan. Ein Ergebnis dieses Zonenplans waren unter anderem Überbauungen in Mattenbach – nicht zuletzt dank diesen Überbauungen wurde Mattenbach zum Stadtteil ernannt. Erst später nach der Rezession in den 1970er-Jahren besann die Stadt sich auf die alten Werte zurück und revidierte den Zonenplan. Für diese Leistung erhielt Winterthur 1999 den Wakker-Preis des Schweizerischen Heimatschutzes als Auszeichnung für die Erhaltung der traditionellen Wohnformen.

Die drei höchsten Gebäude der Stadt sind das Sulzer-Hochhaus, das Swisscom-Hochhaus und das KSW-Hochhaus des Kantonsspitals Winterthur, wobei das Sulzer-Hochhaus mit seinen damals 92.4 Metern Höhe von 1966 bis 2003 das höchste Hochhaus der Schweiz war. 2007 wurde es um zwei zusätzliche Stockwerke aufgestockt und hat neu eine Höhe von 99.7 Metern. Das Hochhaus ist aber immer noch wenige Meter kleiner als der Messeturm Basel, das bisher höchste Hochhaus der Schweiz mit 105 Metern. Am 6. April 2010 hat der Prime Tower in Zürich mit 126 Metern Höhe das bis dahin höchste Gebäude der Schweiz, den Basler Messeturm überholt. Das Sulzer- und das Swisscom-Hochhaus (90 m), das KSW-Hochhaus (50 m) und vor allem die zwei Türme der Stadtkirche (55 m), die immer wieder Sujet auf Ansichtskarten und Bildern der Stadt sind, prägen das Winterthurer Stadtbild.

Aussicht vom Bäumli oberhalb des Bahnhofs Grüze, Bildmitte nach Rechts: Stadtkirche, Sulzer-Hochhaus, Swisscom-Hochhaus und KSW-Hochhaus

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:
Einwohner gemäss Einwohnerkontrolle Winterthur[9]
Jahr Einwohner
1850 13'651
1900 40'961
1930 53'925
31. Dezember 1950 66'925
31. Dezember 1960 80'352
31. Dezember 1970 92'722
31. Dezember 1980 87'885
31. Dezember 1990 88'075
31. Dezember 2000 91'243
31. Dezember 2007 99'307
31. Dezember 2009 101'745
31. Dezember 2011 105'088
Bevölkerung nach Bürgerrecht[10]
Stand Ende 2011
Wappen von Winterthur Winterthur 25,22 %
Wappen des Kantons Zürich Kanton Zürich 40,76 %
SchweizSchweiz Schweiz 76,67 %
DeutschlandDeutschland Deutschland 4,44 %
ItalienItalien Italien 4,30 %
MazedonienMazedonien Mazedonien 1,87 %
TurkeiTürkei Türkei 1,77 %
SerbienSerbien Serbien 1,72 %
OsterreichÖsterreich Österreich 0,68 %
SpanienSpanien Spanien 0,58 %
KroatienKroatien Kroatien 0,36 %
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien 0,35 %

Am 31. Dezember 2011 wohnten 105'088 Menschen in Winterthur.[11]

Mit 100'000 Einwohnern[12] seit Juli 2008 ist Winterthur die sechstgrösste Stadt der Schweiz und die zweitgrösste im Kanton Zürich.[13][14] Am 3. Juli 2008 registrierte die Eulachstadt die 100'000. Einwohnerin und promovierte damit zur Grossstadt.[15][16] Obwohl sie unter den Schweizer Städten mit über 30'000 Einwohnern zu den wachstumsstärksten zählt, wird ihre weitere Bevölkerungszunahme bis 2030 gemäss offiziellen Prognosen[17] mit knapp zehn Prozent leicht unter dem kantonalen Durchschnitt liegen.

Winterthur gilt nicht als Vorort von Zürich, sondern bildet das Zentrum einer eigenständigen Agglomeration mit den zwölf umliegenden Gemeinden Brütten, Dättlikon, Dinhard, Elsau, Henggart, Hettlingen, Neftenbach, Pfungen, Rickenbach, Seuzach, Wiesendangen und Zell.

Kirchen / Religionen[Bearbeiten]

Kirchenplatz Winterthur

Am 31. Dezember 2011 gehörten 34,9 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 25,3 Prozent zur römisch-katholischen Kirche.[18]

Der Anteil der Mitglieder der evangelisch-reformierten Kirche an der Gesamtbevölkerung verringerte sich von 1980 bis 2010 von 57,6 Prozent auf 35,6 Prozent, der Anteil der römisch-katholischen Kirche von 33,6 Prozent auf 25,9 Prozent.

2010 zählten sich zwölf Prozent der Bevölkerung zum Islam, 3,1 Prozent zu anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, 0,3 Prozent zur evangelisch-lutherischen Kirche, 0,2 Prozent zur christkatholischen Kirche und 0,01 Prozent zum Judentum. Die weltanschauliche Zugehörigkeit der restlichen 19,85 Prozent der Bevölkerung wurde amtlich nicht erfasst.[19] Gemäss Bundesamt für Statistik betrug der Anteil der Konfessionslosen an der Bevölkerung ab 15 Jahren 2012 23%.[20]

In Winterthur gibt es sieben reformierte Kirchengemeinden: Mattenbach (Unterer Deutweg), Oberwinterthur (Hohlandstrasse), Seen (Kanzleistrasse), Töss (Stationsstrasse), Veltheim (Feldstrasse), Winterthur-Stadt (Untere Briggerstrasse) und Wülflingen (Lindenplatz). Der Stadtverband der reformierten Kirchen von Winterthur gehört zur Trägerschaft der Fabrikkirche. Römisch-katholisch Pfarrgemeinden gibt es acht: Pfarrei Herz Jesu (Unterer Deutweg), San Francesco (St. Galler-Strasse), St. Josef (Nägelseestrasse), St. Laurentius (Oberfeldweg), St. Ulrich (Seuzacherstrasse), St. Urban (Seenerstrasse), St. Marien (Oberwinterthur) sowie St. Peter und Paul (Tellstrasse).

Zur Winterthurer Sektion der Evangelischen Allianz gehören u. a. die evangelisch-reformierte Kirche Seen, von den Chrischona-Gemeinden die Chile Grüze und diejenige in Wülflingen, von der BewegungPlus die Arche Winti, die Evangelisch-methodistische Kirche, von der Schweizerischen Pfingstmission SPM die Freie Christengemeinde und die Pfimi Winterthur, die Freie Evangelische Gemeinde, von der GvC die Chile Hegi in der Parkarena, die Heilsarmee, die Stadtmission, die Stiftung Schleife sowie die Iglesia Evangélica Hispana.[21]

Ferner sind in Winterthur u. a. auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (als Mormonen bekannt) und die Zeugen Jehovas vertreten.

Neben den christlichen Religionsgemeinschaften gibt es auch eine islamische Glaubensgemeinschaft, einen türkischen Verein, eine islamisch-albanische Gemeinschaft, zwei türkisch-islamische Kulturvereine und einen türkisch-alevitischen Verein in Winterthur-Hegi, der das grösste alevitische Kulturzentrum in der Schweiz ist.

Politik[Bearbeiten]

Winterthurs Politik war im 19. Jahrhundert von einer Abneigung gegenüber Zürich geprägt und von der Gruppierung der so genannten Demokraten dominiert. Diese standen – als Teil der radikaldemokratisch-freisinnigen Bewegung – für einen relativ starken Staat ein, während andere Teile dieser Bewegung wie etwa der Zürcher Freisinn eher wirtschaftsliberale Positionen vertraten. Die in der französischsprachigen Schweiz als École de Winterthour bezeichnete Politik der Demokraten hinterliess auch in der Bundesverfassung nachhaltige Spuren und gilt als treibende Kraft des 1878 gescheiterten Nationalbahn-Projekts einer zusätzlichen Ost-West-Eisenbahntransversalen unter Umgehung von Zürich. In der Eulachstadt selber überdauerte die starke Stellung der ab 1941/42 in einer eigenen Kantonalpartei politisierenden Demokraten bis zur 1971 vollzogenen Wiedervereinigung mit dem Freisinn zur Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP).

Exekutive[Bearbeiten]

Mitglieder des Winterthurer Stadtrates[22] (2010–2014)
Name Departement Partei
Michael Künzle (Stadtpräsident, seit 2012) Kulturelles und Dienste CVP
Josef Lisibach (seit 2014) Bau SVP
Nicolas Galladé (seit 2010) Soziales SP
Stefan Fritschi (seit 2010) Schule und Sport FDP
Yvonne Beutler (seit 2012) Finanzen SP
Barbara Günthard-Maier (seit 2012) Sicherheit und Umwelt FDP
Matthias Gfeller (seit 2006) Technische Betriebe Grüne

Die Exekutive in der Stadt Winterthur ist der Stadtrat. Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt. Sitz des Stadtrates ist das 1865–1869 nach den Plänen von Gottfried Semper erbaute Stadthaus an der Stadthausstrasse am Altstadtrand. In ihren besten Zeiten stellten die Demokraten alle sieben Stadträte und bis 1971 immerhin noch deren drei (inklusive Präsident). Die ab 1900 aufkommenden Sozialdemokraten vermochten schon bald im Stadtrat Einsitz zu nehmen und ihre Vertretung nach und nach auf drei Sitze auszudehnen. Heute besteht in der Exekutive eine rot-grüne Mehrheit aus drei SP-Vertretern und einem Grünen. Stadtpräsident ist seit 2012 der CVP-Politiker Michael Künzle, welcher 2005 in den Stadtrat gewählt wurde.

Stadtpräsidenten[Bearbeiten]

  • 1939–1966: Hans Rüegg (Demokraten)
  • 1966–1990: Urs Widmer (Demokraten/FDP)
  • 1990–2002: Martin Haas (FDP)
  • 2002–2012: Ernst Wohlwend (SP)
  • seit 2012: Michael Künzle (CVP)

Legislative[Bearbeiten]

2
5
15
7
4
4
7
13
3
15 13 
Von 60 Sitzen entfallen auf:

Von den 3 „sonstigen“ Sitzen entfällt je einer auf folgende Parteien:

Die Legislative in der Stadt Winterthur ist der Grosse Gemeinderat. Er besteht aus 60 Mitgliedern, die sich im Jahr 2006 auf zehn Parteien verteilt haben und wird, wie der Stadtrat, alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt. Der Grosse Gemeinderat hält seine Sitzungen montagnachmittags im Rathaus. Das Parlament wurde 1895 geschaffen und umfasste damals 45 Mitglieder. Mit der Stadtvereinigung 1922 wurde die Mitgliederzahl auf 60 aufgestockt. Der Winterthurer Gemeinderat wird seit 2006 mit dem neu eingeführten Wahlsystem «doppelter Pukelsheim» gewählt, das eine gerechtere Sitzverteilung ermöglichen soll.

Partei 2002 2006 2010 2014
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 21 19 16 15
Schweizerische Volkspartei (SVP) 14 11 13 13
Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) 10 9 7 7
Grünliberale Partei (glp) 2 6 7
Grüne Partei der Schweiz 4 5 5 5
Evangelische Volkspartei (EVP) 4 5 4 4
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 4 6 5 4
Alternative Liste (AL) 1 1 1 2
Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) 1 1 1 1
Schweizer Demokraten (SD) 1 1 1
Piratenpartei 1 1

Judikative[Bearbeiten]

Als Bezirkshauptort des nach der Stadt benannten Bezirks ist das Bezirksgericht Winterthur in der Stadt ansässig. Es befindet sich im Bezirksgebäude. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hat als einziges Kantonalgericht seinen Sitz in Winterthur, in der Nähe des Hauptbahnhofs.

In Winterthur gibt es ein Gefängnis mit Kapazität für 48 Insassen, vorwiegend für Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Es wurde im Rahmen der Sparmassnahmen vom Regierungsrat zum 31. März 2004 geschlossen, musste jedoch bereits im September 2004 wegen der Überbelegung in den übrigen Haftanstalten wieder provisorisch in Betrieb genommen werden. Am 1. Juli 2005 nahm das Gefängnis wieder regulären Vollbetrieb auf, einzig das Catering wurde als Sparmassnahme ausgelagert.

Verwaltung[Bearbeiten]

Zurzeit beschäftigen die sieben Departemente der Stadtverwaltung rund 5000 Mitarbeiter. Das Sozialdepartement verfügt als grösste Einheit über 1400 Mitarbeiter.

Als Stadtschreiber und Vorsteher der Stadtkanzlei amtet seit dem Jahr 2000 Arthur Frauenfelder.

Die Stadtpolizei Winterthur ist das Polizeikorps der städtischen Exekutive. Stadtwerk Winterthur ist für die Grundversorgung der Bevölkerung mit Strom, Wasser, Gas und Fernwärme sowie für die Abwasser- und Kehrichtentsorgung zuständig. Die Feuerwehr Winterthur ist die Feuerwehr der Stadt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Kyburger (vor 1264)

Die Blasonierung lautet: «In Silber ein roter Schrägbalken, begleitet von zwei schreitenden roten Löwen.» Das Stadtwappen ist vom Wappen der Kyburger abgeleitet. Die erste Version eines Winterthurer Wappens erscheint 1252 auf dem Siegel der Stadt, das sowohl vom dazumaligen Schultheiss als auch von den übrigen Bürgern verwendet wurde. Es zeigt ein ähnliches Wappen wie heute, jedoch ohne den oberen Löwen. 1276 schliesslich taucht das vollständige Wappen der Kyburger, also inklusive des oberen Löwen, im Siegel des Schultheisses Wezzel auf. Daraus lässt sich schliessen, dass Rudolf von Habsburg, der zu dieser Zeit deutscher König war und das Erbe der ausgestorbenen Kyburger angetreten hatte, 1275 der Stadt erlaubte, das Kyburger Wappen als Stadtwappen zu führen. Die ältesten Belege für farbige Versionen der Wappen gehen auf die Zeit vor 1467 zurück, auf zwei Bogenschilden und einem Banner. In Winterthur selbst gilt der Schild von 1493 in der Sakristei der Stadtkirche als frühester Nachweis.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Winterthur ist mehrere Städtepartnerschaften eingegangen. Die Verbindungen zu diesen Orten konzentrieren sich vor allem auf kulturellen Austausch und behördliche Verbindungen. Teilweise werden aber auch Verbindungen im wirtschaftlichen und sportlichen Bereich gepflegt.

Die Partnerschaften mit Yverdon-les-Bains und La Chaux-de-Fonds wurden eingegangen, um sprachliche Unterschiede zu überbrücken und den Austausch zwischen der Welsch- und der Deutschschweiz zu fördern. Die Partnerschaft mit La Chaux-de-Fonds wird seit 1991 durch die Stiftung Winterthur – La Chaux-de-Fonds[23] betreut, die von beiden Städten getragen wird. Die Stiftung unterstützt Austauschprojekte im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich, ermöglicht Besuche von Schulklassen und organisiert selbst Bevölkerungsbesuche zwischen beiden Städten, zuletzt im September 2012 einen Besuch von über 140 Winterthurerinnen und Winterthurern in La Chaux-de-Fonds. Die Partnerschaft mit Hall in Tirol entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Schweiz beim Wiederaufbau mithalf. Winterthur belieferte Hall in Tirol, das damals noch Solbad-Hall hiess, mit Eisenbahnwagen voller Sachspenden und Lebensmittel. Pilsen, die jüngste Partnerstadt, kam durch behördliche Hilfe aus Winterthur zustande, als dort die ersten freien Wahlen wieder anstanden.

Gemeinsam mit den Städten Schaffhausen und St. Gallen unterstützt Winterthur jedes Jahr je ein Entwicklungshilfeprojekt im Inland und im Ausland.

Wirtschaft[Bearbeiten]

«Banane»-Areal der Siska Holding AG

Die Stadt erlangte vor allem durch ihre einst blühende Maschinenindustrie mit Unternehmen wie Sulzer, SLM, Rieter und Geilinger internationale Berühmtheit. Über die Grenzen der Stadt bekannt ist das Handelshaus Volkart, das heute nur noch teilweise in Winterthur tätig ist. Auch bekannt war – bis zum Zusammenbruch im Jahr 2003 – der Mischkonzern der Familie Erb. Heute haben die ehemals grossen Industriefirmen nur noch Bruchteile ihrer ehemaligen Grösse, so haben sich viele ehemalige Abteilungen der Sulzer selbstständig gemacht.

Winterthur ist einer der Ursprungsorte der früheren Schweizerischen Bankgesellschaft (Fusion der Toggenburger Bank mit der Bank in Winterthur zur damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft im Jahre 1912), die 1998 mit dem Schweizerischen Bankverein zur UBS AG fusionierte. Das Gründungsgebäude liegt an der Stadthausstrasse und ist noch heute eine Geschäftsstelle der UBS AG. Im Juni 2006 veräusserte die Credit Suisse die Winterthur-Gruppe an den französischen Axa-Konzern, der Nummer zwei im europäischen Versicherungsmarkt. Die Traditionsmarke Winterthur wird in einer Übergangsphase als AXA Winterthur beibehalten. Axa hat jedoch angekündigt, den Zusatz Winterthur mittelfristig streichen zu wollen und nur noch als Axa aufzutreten.

Seit den 1980er-Jahren hat die Winterthurer Wirtschaft einen grossen Umbruch erlebt, zuerst den Wandel von der Maschinen- zur Dienstleistungsindustrie (Versicherungen und Banken), in den 1990er-Jahren schliesslich mit dem Verkauf der Winterthur-Versicherungen an die Credit-Suisse-Gruppe und daran anschliessenden ständigen Restrukturierungen auch einen teilweisen Niedergang dieses Wirtschaftszweiges. Die Swica hat ihren Sitz in Winterthur.

Mit einem Stadtmarketing, dem ersten einer Schweizer Stadt, wurde ab 1992 versucht, diesen Wandel in eine Entwicklungs- und Ansiedlungspolitik für neue Industriezweige sowie kleinere und mittlere Betriebe (KMU) umzusetzen. Das amerikanische Medizinaltechnik-Unternehmen Zimmer nahm seinen Sitz für Europa, Asien und Australien in Winterthur. Auch kleinere Firmen im Hightech-Bereich siedelten sich an.

In Winterthur sind zudem zwei grössere Lehrbetriebe ansässig. Das aus den ehemaligen Sulzer-Lehrbetrieben entstandene Ausbildungszentrum Winterthur (azw) ist der grösste Ausbilder im Kanton. Der zweite grössere Lehrbetrieb mit eigener Berufsschule ist die msw-winterthur. Sie ist der drittgrösste Lehrbetrieb dieser Art in der Schweiz. Beide Lehrbetriebe zusammen bilden pro Jahr 250 Lehrlinge aus.

Die Sozialwirtschaft hat in Winterthur eine erhebliche Bedeutung, obgleich ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft und ihre Soziologie noch nicht systematisch erforscht ist. Zur Sozialwirtschaft gehört auch das breite Netzwerk von Freiwilligenarbeit.[24]

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten]

Bis in die 1950/60er-Jahren gab es in Winterthur fünf konkurrierende Tageszeitungen. Dies waren die «sozialistische» Winterthurer Arbeiterzeitung, der «demokratische» Landbote, das «freisinnige» Winterthurer Tagblatt, die «katholische» Hochwacht und von auswärts der «konservative» Weinländer.[25] Überlebt als Tageszeitungen hat heute einzig die heute auflagenstärkste Zeitung Winterthurs, Der Landbote. Die frühere Winterthurer AZ wurde in die Wochenzeitung Stadtblatt umgewandelt und von Januar bis Juni 2008 als lokale Sonntagszeitung kostenlos in alle Haushaltungen verteilt. Wegen Fehlkalkulationen im Anzeigemarkt musste sie ihr Erscheinen als letzte der ehemals konkurrierenden Tageszeitungen in Winterthur nach über 100 Jahren einstellen. Der Weinländer existiert zwar noch als zweimal wöchentlich erscheinende Andelfinger Zeitung weiter, hat in Winterthur jedoch seit langem keine Bedeutung mehr.

Gratiswochenzeitungen in der Stadt sind der Winterthurer Stadtanzeiger und die Winterthurer Zeitung, eine indirekte Nachfolgerin der Winterthurer Woche, die vom Stadtanzeiger übernommen wurde.

Radio[Bearbeiten]

In Winterthur sind die Radiosender Radio Top und Radio Top Two ansässig. Zudem hat der Bundesrat 2007 auf Betreiben des Trägervereins von Radio Stadtfilter entschieden, dass Winterthur eine zweite Festkonzession erhalten soll. Radio Stadtfilter, das zeitweise bereits auf Sendung war, hat diese Lizenz Anfang Juli 2008 zugesprochen bekommen und ging am 7. März 2009 um 0:00 Uhr auf Sendung.

Fernsehen[Bearbeiten]

Der Fernsehsender Tele Top hat seinen Sitz in Winterthur. Der Sender wurde 1986 als Lokalfernsehen für Winterthur gegründet und hiess bis 1999 Winti TV. Tele Züri, der Regionalsender der Stadt Zürich, kann in Winterthur ebenfalls empfangen werden.

Winterthurer Jahrbuch[Bearbeiten]

Das Winterthurer Jahrbuch[26] erscheint seit 1954. Es berichtet über die Menschen in Winterthur, über das kulturelle und wirtschaftliche Geschehen und über gesellschaftliche Entwicklungen. Ergänzt wird es mit einer Stadtchronik und kulturellen Rückblicken.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Winterthur Hauptbahnhof: Aufnahmegebäude von Südosten

Der Winterthurer Hauptbahnhof ist ein bedeutender Eisenbahn- und Busknotenpunkt. Er erzielt nach Zürich HB (300'000), Bern (145'000) und Zürich Stadelhofen (135'000) mit 122'000 Bahnreisenden pro Tag die schweizweit vierthöchste Benutzerfrequenz. Es führen Hauptlinien (mit IC- und S-Bahn-Zügen) nach

Nebenlinien (S-Bahn) führen nach

Diese Strecken werden von zehn Linien der S-Bahn Zürich bedient. Dabei stossen die Kapazitäten in Richtung Zürich zwischen Winterthur und der Verzweigung Hürlistein an Grenzen. Das im Rahmen der ersten Auflage von Bahn 2000 vorgesehene Projekt eines durchgehenden Tunnels zwischen Winterthur und Bassersdorf vermochte nicht zu überzeugen und fiel einer Sparrunde zum Opfer. Über Nachfolgeprojekte wird diskutiert. Des Weiteren steht für die Strecke Richtung Schaffhausen langfristig ein Doppelspurausbau mittels eines zweispurigen Lindbergtunnels zur Debatte.[27]

Auf Winterthurer Gemeindegebiet befinden sich neben dem Hauptbahnhof neun weitere S-Bahn-Haltestellen: Winterthur-Töss, Winterthur-Wülflingen, Oberwinterthur, Winterthur-Wallrüti, Winterthur-Grüze, Winterthur-Seen, Winterthur-Hegi, Reutlingen und Sennhof-Kyburg. Die beiden letztgenannten Haltepunkte befinden sich in so genannten Aussenwachten von Winterthur ausserhalb des städtischen Siedlungsgebiets.

Auf dem kantonalen Richtplan sind zwei weitere Haltestellen zu finden: Zum einen die Haltestelle Försterhaus an der Linie Richtung Zürich. Diese soll, sobald die Strecke auf vier Spuren ausgebaut ist, zur Erschliessung der aufstrebenden Quartiere in Töss dienen. Mittel- bis langfristig ist zudem eine Haltestelle für Oberseen geplant, um die boomenden Quartiere Oberseen und Gotzenwil zu erschliessen.

Auf stadträtlicher Ebene wurde die Idee einer Stadtbahn geäussert, ähnlich dem Erfolgsmodell der Stadtbahn Zug. Sie soll die bestehenden stadtinternen Bahnhöfe im 15-Minuten-Takt verbinden und den Busverkehr entlasten. Zudem sollen zu den zehn existierenden Bahnhöfen (von denen acht für die neue Bahn genutzt werden sollen) vier weitere hinzukommen, namentlich die beiden bereits oben genannten Haltestellen Töss-Försterhaus und Oberseen und die beiden neuen Wülflingen-Strickhof und Oberwinterthur-Technorama. Bis die Stadtbahn allerdings eingeführt werden kann, muss der Stadtrat beim Zürcher Verkehrsverbund Überzeugungsarbeit leisten und somit ist die Realisierung noch unsicher.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Die städtische Verkehrsgesellschaft Stadtbus Winterthur, die in den Zürcher Verkehrsverbund integriert ist, betreibt diverse innerstädtische und regionale Auto- und Trolleybus-Linien. Diese sind, mit Ausnahme einiger Zubringerlinien, am Hauptbahnhof miteinander verknüpft. Der so entstandene Busbahnhof ist der grösste des Kantons und (nach Sion, Luzern und Bern) einer der grössten der Schweiz. Es verkehren sechs Nachtbuslinien ab dem Hauptbahnhof in der Freitag- und Samstagnacht.

Von 1898 bis 1951 verkehrte in der Stadt die Strassenbahn Winterthur, sie wurde durch den Trolleybus ersetzt.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Winterthur ist ein Verkehrsknotenpunkt am Ausgang des Tösstals und des Kempttals und verbindet das Weinland mit dem übrigen Kanton Zürich. Mehrere Hauptachsen führen in die Altstadt.

Die Autobahn A1 umfährt die Stadt im Westen und Norden mit den Ausfahrten Winterthur-Töss, Winterthur-Wülflingen, Winterthur-Ohringen/Veltheim und Oberwinterthur. Zudem befindet sich im Norden die Autobahnverzweigung Winterthur-Nord mit der Autostrasse A4 nach Schaffhausen und nordöstlich die Autobahnverzweigung Winterthur-Ost mit der Autobahn A7 nach Kreuzlingen. Es steht immer wieder eine Südumfahrung der Stadt durch den Eschenberg zur Diskussion. Sie ist zwar noch im Richtplan eingetragen, jedoch ist der Bau in weite Ferne gerückt.[28] Der Bau dieser Südumfahrung ist äusserst umstritten. Winterthur ist Knotenpunkt der Hauptstrassen 1, 7 und 15.

Die Altstadt Winterthurs ist eine Fussgängerzone und kann nur unter Einschränkungen befahren werden. Sie ist die grösste zusammenhängende Fussgängerzone der Schweiz.[29]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Wenige Kilometer südwestlich von Winterthur befindet sich in Kloten der Flughafen Zürich, der grösste Flughafen der Schweiz. Alle Schnellzüge nach Zürich, eine S-Bahn-Linie und eine Buslinie verbinden Winterthur mit dem Flughafen. Die Fahrzeit mit dem Zug beträgt 12 bis 16 Minuten.

Ausserdem gibt es im Quartier Hegmatten in Oberwinterthur seit 1964 den Segelflugplatz Hegmatten mit Graspiste, der vom lokalen Segelflugverein betrieben wird.

Fahrrad[Bearbeiten]

Winterthur wird von vielen Radwegen mit einer Gesamtlänge von 175 Kilometern durchzogen. Deshalb wird Winterthur auch als «Velostadt» bezeichnet.[30] Es besteht eine grosse Anzahl Fahrradabstellplätze, an welchen die Fahrräder kostenlos abgestellt werden können. «Für ihr vorbildlich ausgestaltetes Radwegnetz» wurde die Stadt 2005 mit dem Prix Velo ausgezeichnet.[31] Eine Besonderheit im städtischen Gesamtverkehrskonzept sind zudem zwei provisorisch verzeichnete Velolifte – einer Richtung Heiligberg und einer ins Dättnau.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühzeit[Bearbeiten]

Die archäologisch nachweisbare Geschichte Winterthurs geht bis in die Bronzezeit zurück, von der allerdings nur spärliche Funde zeugen. Der Name der späteren römischen Siedlung Vitudurum in Oberwinterthur gibt einen Hinweis auf eine keltische Ansiedlung, da der Name dem Keltischen entstammt. Jedoch sind bis heute keine eindeutig keltischen Siedlungsspuren auf Stadtgebiet überliefert. Man vermutet, dass auf dem Kirchhügel in Oberwinterthur, mit wenigen Unterbrüchen, seit der Jungsteinzeit gesiedelt wurde – jedoch kann man dies trotz umfassenden Ausgrabungen in der Region nicht nachweisen. Nachgewiesen sind prähistorische Spuren in Wülflingen sowie Seen.[32]

Römische Siedlung Vitudurum (Antike)[Bearbeiten]

Inschriftentafel des Römerkastells
Hauptartikel: Vitudurum

In römischer Zeit bestand im heutigen Oberwinterthur wahrscheinlich zuerst eine Siedlung (römisch Vicus), die dann laut einer Inschriftentafel 294 n. Chr. mit einem Kastell befestigt wurde wegen andauernder Überfälle der Alemannen auf die Siedlung. Vitudurum befand sich an einer wichtigen Römerstrasse, die von Vindonissa zum Bodensee führte. Die römische Siedlung hat reiche archäologische Aufschlüsse und zahlreiche Funde geliefert und ist heute ein Schwerpunkt der archäologischen Forschung im Kanton Zürich, es werden auch immer wieder neue Fundstellen aufgedeckt. Man nimmt an, dass in Vitudurum verschiedene Werkstätten wie Schmieden, Töpfereien, Gerbereien existiert haben. In der Siedlung gab es auch einen Tempel (fanum), eine Therme und ein Wasserleitungssystem. Die archäologischen Funde lassen sich bis um 400 n. Chr. nachweisen, jüngere Fundstücke gibt es nicht mehr. In dieser Zeit zogen die Römer von der Rheingrenze ab und verliessen auch Vitudurum.

Das Römerkastell Vitudurum hatte eine Inschriftentafel, die vielleicht das Tor des um 294 n.Chr. errichteten römischen Kastells schmückte. Diese Tafel wurde später nach Konstanz gebracht, wo sie beim einfachen Volk wie ein Heiligtum verehrt wurde, da die Einwohner der Stadt im Mittelalter die Inschriftentafel als Nachweis für die Gründung von Konstanz durch Kaiser Constantius I. hielten. Heute ist das Stück jedoch wieder in Winterthurer Besitz und im Rathaus ausgestellt (man kann die Tafel vom Rathausdurchgang her sehen). Auf dieser Inschriftentafel ist das Jahr 294 n. Chr. als Grundsteinlegung für Vitudurum angegeben. Jedoch ist das die Grundsteinlegung des Kastells Vitudurum, denn eine römische Siedlung hat hier wohl bereits 1 n. Chr. existiert.

Auf dem Gebiet der heutigen Altstadt muss zumindest ein römisches Landhaus gestanden haben, so fand man 1923 eine römische Heizanlage. Des Weiteren fand man weitere Streufunde an verschiedenen Stellen auf dem heutigen Stadtgebiet.[33]

Gründung von Winterthur und die Kyburger (600–1264)[Bearbeiten]

Das mittelalterliche Winterthur (das zuerst noch Niederwinterthur hiess), die heutige Altstadt, wurde etwa vier Kilometer westlich des alten Vitudurum angelegt. Erste Siedlungen gab es an der Stelle schon im 6. oder 7. Jahrhundert; der älteste Vorgängerbau der heutigen Stadtkirche St. Laurentius geht auf einen einfachen hölzernen Saalbau des 7./8. Jahrhunderts zurück. Dass sich die Siedlung Winterthur gut entwickelte, hatte mehrere Gründe. Es lag einerseits am wichtigen Handels- und Verkehrsweg der Region. Zudem verband/verbindet es zwei Marktgebiete: das Tösstal und das Flachland.

Der erste schriftliche Beleg der Stadt geht auf eine Urkunde von 919 zurück. Dort taucht erstmals ein Ortsname auf: Niederwinterthur. Laut Inhalt dieses Dokumentes gehört die besagte Ortschaft zur Kirche Oberwinterthur und muss dieser den Zehnten abliefern. Zwischen den Siedlungen in Niederwinterthur und dem heutigen Stadtteil Oberwinterthur dürfte es einen richtigen Konkurrenzkampf gegeben haben. Aus dem Jahr 1180 stammt eine zweite Urkunde, in der in der heutigen Kernstadt eine städtische Siedlung urkundlich unter dem Namen Niderunwinterture belegt ist. Es wurde unter dem Bischof von Konstanz ein Kaufvertrag abgeschlossen, der die Kapelle Winterthur von der Kirche Oberwinterthur loslöst. Laut der Urkunde gehörte Grund und Boden von Niederwinterthur nun den Grafen von Kyburg, deren Löwen Winterthur heute im Wappen führt. Zudem gewährten die Kyburger Winterthur das Marktrecht. Wann Niederwinterthur den Namen Winterthur genau übernahm, ist unklar. Man darf annehmen, dass sich der Name spätestens kurz nach der zweiten Urkunde um 1180 in Winterthur geändert hat, vielleicht auf Einfluss der Kyburger hin.

Im Jahr 919 fand vor Winterthur die Schlacht bei Winterthur statt, bei der das Herzogtum Schwaben seine Ansprüche gegenüber dem Hochburgund für den Thurgau und Zürichgau sichern konnte. Zu dieser Zeit waren die Herren über Winterthur noch aus der Stammlinie der Udalrichinger, deren Vertreter im 10. und 11. Jahrhundert auch als Grafen von Winterthur bekannt waren. Die Stadt kam schliesslich im 11. Jahrhundert als ein Mitgift aus der Vermählung von Hartmann I. von Dillingen und Adelheid, wahrscheinlich Tochter des letzten Herren der Stadt, Adalbert II. von Winterthur, in den Besitz von Hartmann I., der sich nun fortan nach seinem neuen Hauptsitz «von Kyburg» nannte.

Für die Grafen von Kyburg wurde Winterthur dann wie zu ihrer Hauptstadt. Die Grafen lagerten ihre Steuer- und Zehnteneinnahmen in Winterthur. Die Stadt wurde befestigt mit Wall, Graben und Wachtürmen, der Aufbau der Stadt wurde gezielt und systematisch gefördert, was man heute am Aufbau der Altstadt erkennen kann. Die Kyburger gelten deshalb bis heute noch als die Stadtgründer, obwohl Winterthur das Stadtrecht erst von den Habsburgern zugesprochen bekam, die das Erbe der Grafen von Kyburg antraten, nachdem die männliche Linie der Kyburger 1264 ausgestorben war.

Im Spannungsfeld zwischen Habsburg und Eidgenossenschaft (1264–1467)[Bearbeiten]

Winterthur um 1292 auf einer Karte von 1814
Die gotische Stadtkirche

Die Stadt entwickelte sich seit dem frühen 13. Jahrhundert stark. Die Befestigungsanlagen wurden bis zum Unter- und Obertor ausgedehnt. Das Geschlecht der Kyburger starb schliesslich 1264 aus; die Stadt ging somit in den Besitz der Nachfolger und Erben über, die Habsburger. Infolgedessen erhielt Winterthur am 22. Juni 1264 durch Rudolf I. von Habsburg das Stadtrecht[34], das ihnen unter anderem ein alleiniges Marktrecht im Umkreis von zwei Stunden (das sind etwa 8 km) und ein eigenes Gericht zuerkannte.

Im April 1292 besiegten die Habsburger in der Schlacht bei St. Georgen vor den Toren der Stadt die Zürcher, die die Stadt Winterthur gerne in ihrem Gebiet gesehen hätten. Dieser Sieg über die Oppositionsbewegung gegen die Habsburger, die sich nach dem Tod von Rudolfs von Habsburg ergründete, sicherte die Vorherrschaft der Habsburger über die Ostschweiz und damit verbunden auch den Frieden in Winterthur.

Durch die Zugehörigkeit zu Habsburg entwickelten sich im Gegensatz zum verfeindeten Zürich keine Zünfte, die Einfluss auf die Politik und Entwicklung der Stadt genommen hätten. Zwar gab es bis Anfangs des 15. Jahrhunderts mehrere Versuche, eine solche Bewegung zu errichten, wie mehrere Urkunden aus dieser Zeit berichten. Es ist durch einen Schiedsspruch von 1342 sogar anzunehmen, dass der Adel eine Zeit lang aus der Stadt gejagt wurde; jedoch wird in mehreren Urkunden von habsburgischer Seite den Bürgern beschieden, dass solche Geheimgesellschaften unerwünscht waren, und die Macht der Stadtherren wird dabei unterstrichen.[35]

Ab 1380 tauchte mit der alten Eidgenossenschaft eine neue Bedrohung für die Stadt auf, und Winterthur war zu ihrer Verteidigung in der Folge auch an mehreren Scharmützeln auf habsburgischer Seite beteiligt und kam dabei auch selbst in eine militärisch ungünstige Lage. 1415/17 kam die Stadt dank der Einmischung des deutschen Kaisers Sigismund, der in Opposition zum Hause Habsburg stand, zur Reichsfreiheit. 1434 erwarb die reichsfreie Stadt das Dorf Hettlingen, das ihr bis 1798 gehören sollte. Jedoch gelang es der Stadt nicht, diese Reichsfreiheit im Alten Zürichkrieg zu halten: Winterthur fiel 1442 wieder Habsburg-Österreich zu, was der Stadt indessen immer noch lieber war, als der Eidgenossenschaft anzugehören. Auf diese Zeit fällt auch die Bestätigung eines im Vergleich zum alten Stadtrecht erweiterten Friedkeises, womit sich der neue Machthaber wohl auch die Gunst der Stadtbevölkerung sichern wollte. Die von der neuen Herrschaft versprochene Hilfe und Besserung trat jedoch nicht ein; vielmehr wurde die Stadt mehrmals verpfändet. 1460 kam es im Zusammenhang mit der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen erneut zu einer zweimonatigen Belagerung, der die Stadt wiederum standhielt. Dies konnte aber nicht verhindern, dass das nunmehr vollständig von der Eidgenossenschaft umschlossene Winterthur zunehmend unter eidgenössischen Druck geriet und infolge der notorischen Geldnot der Habsburger 1467 endgültig an die Stadt Zürich verpfändet wurde. Winterthurs Stadtmauern fassten zu dieser Zeit rund 2'200 Einwohner.

Winterthur unter Zürcher Herrschaft (1467–1798)[Bearbeiten]

Unter Herrschaft der Stadt Zürich erhielt Winterthur den Status einer Munizipalstadt – sie hatte damit mehr Rechte als der Rest der Zürcher Gebiete – im Pfandvertrag musste Zürich den Winterthurer Bürgern bisher zustehende Rechte anerkennen. So unterlag die Stadt zusammen mit ihrem Untertanengebiet Hettlingen der Selbstverwaltung und konnte auch die Steuerhoheit bewahren. Verschiedene Persönlichkeiten von Zürich hatten in Winterthur gewisse Repräsentationsfunktionen für Zürich. Ab 1540 hatte ein Amtmann in Winterthur seinen Sitz, der zwar hauptsächlich für Zehnte und Gerichte in Neftenbach und Elgg zuständig war, jedoch trotzdem das Leben sowie die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Winterthur überwachen konnte. Zusätzlich hatte der Landvogt von Kyburg die Gerichtsbarkeit über Besitzungen der Bürger ausserhalb der Stadt. Zürich erhielt mit der Pfändung jedoch auch das Recht, Winterthur nach aussen zu vertreten und behielt die Reispflicht für sich ein. Diese Reispflicht führte auch dazu, dass Winterthur auf Geheiss der Obrigkeit zu praktisch jedem Kriegshändel gewisse Truppenkontingente stellen musste. Die Verpfändung und damit der Verlust vieler Freiheiten behagte den Winterthurern gar nicht, mit der Verpfändung verliessen etliche einflussreiche und wohlhabende Familien die Stadt.

Die Stadt selbst versuchte sich in der Folge mehrmals aus der Verpfändung auszulösen, um ein selbstständiger Ort der Eidgenossenschaft werden zu können, was wohl einem späteren eigenen Kanton gleichgekommen wäre. Die Herren aus Zürich traten diesen Versuchen mit Entschiedenheit entgegen und behinderten die Stadt in ihrer territorialen Entwicklung. So erwarb Winterthur 1544 selbstständig einen Brief von Karl V., der der Stadt ihre bisherigen Privilegien bestätigte und ihr – unannehmbar für die Zürcher Herrschaft – ein paar neue Privilegien zuerkannte. Als man in Zürich durch einen Zufall davon Wind bekam, sah man sich um das Recht der Aussenrepräsentation der Stadt beschnitten und überprüfte nochmals alle Privilegien der Stadt und liess solche neueren Datums vernichten. Auch die Versuche von habsburgischer Seite, der Stadt die Selbstauslösung zuzuerkennen – den laut Pfändungsvertrag hatte nur das habsburgische Haus selbst das Recht darauf – scheiterten allesamt.

Ansicht von Winterthur auf einem Stich von Matthäus Merian, 1642

Ab der Reformationszeit schliesslich zeigte sich Winterthur weitgehend einverstanden mit der Zürcher Politik, wie auch diverse Volksanfragen zeigten. Auf jeden Fall gab es keine bedeutendere Opposition zum Zentrum der Reformation aus dieser Zeit – auch wenn Winterthur mit dem Ende der Reformation eine weitere Zürcher Repräsentationsperson vorgesetzt bekam: Der Stadtpfarrer wurde von nun an von Zürich her bestimmt und hatte durch das Ehegericht und die Abnahme des Treueeids Einfluss auf die Stadt. Da es ansonsten kein Kloster oder ähnliche religiöse Institutionen gab, die einen Einfluss auf das städtische Leben gehabt haben, wird man den Einfluss der Reformation vor allem durch das vermehrte Stellen von Söldnern für Zürich bemerkt haben.

Winterthur erlebte zwar in dieser Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung, wurde jedoch von Zürich aus in seiner wirtschaftlichen und territorialen Entwicklung immer wieder schikaniert. Auch konnte die Stadt selbst Ländereien und Gerichtsbarkeiten ausserhalb der Stadtgrenzen erwerben, jedoch ging das nur mit der Erlaubnis aus Zürich. So geschah es, dass man 1587 das Schloss Hegi und die damit verbundenen Ländereien erwerben wollte, dies aber am Einspruch Zürichs scheiterte. Elf Jahre später konnte man jedoch die Mörsburg erfolgreich erwerben, nachdem Zürich kein Interesse für das Schloss und die Höfe angemeldet hatte.[36] 1634 und 1719 scheiterte man bei der Erwerbung von Wülflingen zweimal bei einem wichtigen stadtnahen Gebiet am Einspruch von Zürich, das wohl Winterthur nicht zu mächtig werden lassen wollte. Auffällig an beiden Einsprüchen ist, dass Verhandlungen für einen Verkauf an Zürich durch den Besitzer vorher scheiterten und die Stadt erst bei Bekanntwerden des Winterthurer Interesses Massnahmen ergriff.[37]

Auf wirtschaftlicher Seite wurde zum Beispiel das Marktrecht eingeschränkt und der Handel und die Verarbeitung von Gütern wie Seide oder Wolle verboten. Insbesondere beim Eingriff zürichs in die Textilwirtschaft um 1720 sah Winterthur seine Wirtschaftsfreiheit verletzt, während Zürich seine Macht demonstrierte, in dem es den Winterthurer Schultheissen Steiner durch einen Hinterhalt[38] in Töss verhaften liess und Winterthur – nachdem dieses Rechtsgutachten von zwei Universitäten in der Bevölkerung verteilte – sogar mit einem Militärschlag drohte. Ein anderes Beispiel sieht man bei den Ärzten: Da die Stadt Zürich die Ausbildung solcher nicht auch an sich reissen konnte, wurden die Examina der Stadtärzte einfach im restlichen Zürich nicht anerkannt. Bei anderen Gütern, in deren Herstellung Winterthur stark war, wurde der Verkauf an Stadtzürcher mit Bussen belegt, so etwa bei den berühmten Winterthurer Kachelöfen. Auch die kulturelle Entwicklung ihrer Munizipalstadt kontrollierten die Zürcher: Die Gründung einer Buchhandlung wurde erst 1772 erlaubt und der Zürcher Zensur unterworfen, jene einer Druckerei blieb bis zum Ende der alten Zürcher Herrschaft untersagt.

In der Zeit von 1349 bis 1635 sind auch insgesamt elf Pestepidemien in der Stadt überliefert. Die schlimmste Epidemie war wohl die von 1611, die 1135 Einwohnern oder knapp der Hälfte der Bevölkerung das Leben kostete. Bei den anderen Epidemien dürften die Zahlen der Verstorbenen um die 500 betragen haben, bei den letzten bekannten Epidemien ist von 112 und 200 Opfern die Rede.[39]

Ende der Herrschaft durch die Franzosen (1798–1799)[Bearbeiten]

Mit dem Ende der Alten Eidgenossenschaft und dem Einzug napoleonischer Truppen am 5. Mai 1798 ging die zürcherische Herrschaft zu Ende. Einige feierten die Ankunft der Franzosen als Befreiung und stellten in der Altstadt Freiheitsbäume auf, andere blieben der Revolution gegenüber skeptisch eingestellt. Die Franzosen machten die Stadt zum Truppenlager und verlangten von Winterthurs Bevölkerung (3000 Bewohner) beispielsweise die Lieferung von 12'000 Paar Militärschuhen. Nachdem 5000 eiligst in Strassburg bestellte Schuhe wegen mangelhafter Qualität zurückgewiesen wurden, konnte Schlimmeres nur mit schmerzhaften Ersatzzahlungen und Geschenken an bestimmte Einzelpersonen abgewendet werden. Während des Zweiten Koalitionskrieges wurde Winterthur kurzfristig von Österreichern und Russen besetzt. Im Gefecht bei Winterthur am 27. Mai 1799 besiegten österreichische Truppen ein französisches Heer; das Gefecht war ein Vorspiel zur Ersten Schlacht von Zürich. Nach einer Niederlage am 25. September 1799 räumten die russischen Truppen als letztes fremdes Heer ihr Lager im Tössfeld.

Winterthur als Industriestadt (19. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Um die Jahrhundertwende wurden in und um Winterthur mehrere Firmen gegründet, die die Stadt die nächsten 150 Jahre wesentlich prägen sollten: 1778 entstand mit dem Laboratorium die erste chemische Fabrik der Schweiz unter Johann Sebastian von Clais, 1795 wurde auf dem Gebiet des ehemaligen Klosters Töss das Handelsunternehmen und spätere Maschinenfabrik J. J. Rieter & Cie. gegründet und 1802 nahm in Wülflingen mit der Spinnerei Hard die erste mechanische Spinnerei und Fabrik der Schweiz ihren Betrieb auf. 1834 eröffnete Johann Jacob Sulzer die Eisengiesserei, welche den Grundstein des späteren Grossunternehmens Sulzer AG bilden sollte.

In dieser Zeit des Wandels wurden die militärisch überholten Befestigungsanlagen der Stadt mehr und mehr als Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung empfunden. 1800 wurden die Schanzen niedergelegt und am 19. Mai 1835 beschloss die Gemeindeversammlung die vier nach Nord-Süd ausgerichteten Tortürme (Steigtor beim Neumarkt, Holdertor beim Holderplatz, Nägelitor beim Graben und das Schmidtor bei der Schmidgasse) abzubrechen sowie die letzten Stadtgräben aufzufüllen – wovon der letzte 1939 verschwand. Nun konnte in grossem Stil ausserhalb der Stadtmauern gebaut werden, und die Stadt erlebte dadurch einen markanten Wachstumsschub. 1865 wurden dann auch noch die vier an der West-Ost-Achse auf der Marktgasse gelegenen Tore (Untertor, Zeitbogen auf Höhe Neumarkt, Oberer Bogen beim Oberen Graben und das Obertor) dem Durchgangsverkehr geopfert. Der damalige Stadtbaumeister Karl Wilhelm Bareiss legte 1871 wegen des Abbruchs dieser repräsentativen spätgotischen Torbogen enttäuscht das Amt nieder.

Das Stadthaus; erbaut von Gottfried Semper

Die Stadt an der Eulach wurde immer bedeutender und entwickelte sich zu einer international bekannten und bedeutenden Wirtschaftsmacht. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 3'000 auf 20'000 an. Auch die Quartiere profitierten von dem Wirtschaftsaufschwung und wuchsen stetig. Die Stadt versuchte erneut, sich von Zürich abzugrenzen, und so entstanden zu dieser Zeit mächtige private und öffentliche Repräsentationsbauten, so zum Beispiel das Stadthaus, das vom berühmten Architekten Gottfried Semper erbaut wurde.

«Winterthur aus der Vogelschau», Lukas Weber, etwa 1850

Winterthur spielte ab 1869 eine massgebliche Rolle in der kantonalen Politik und führte namentlich die Opposition gegen den Wirtschaftsliberalismus Zürichs an. Zürich war der Hort der freisinnigen Politik, während Winterthur mit dem langjährigen Stadtpräsidenten Johann Jakob Sulzer die Hochburg der Demokraten war. Zur besten Zeit 1869 bestand der Winterthurer Stadtrat aus sieben Demokraten, und sie stellten beide Ständeräte des Kantons Zürich. Damit war Winterthur mitunter massgeblich an der Schaffung einer neuen demokratischen Bundes- und Kantonsverfassung beteiligt, womit 1878 politisch das „Eschersche“ System des Zürcher Freisinns besiegt wurde (die sogenannte Ecole de Winterthour). Winterthur blieb bis 1971, bis zur Fusion mit ihren Rivalen, den Freisinnigen, die Hochburg der Demokraten; sie waren nach der SP immer die zweitstärkste Partei in der Stadt.

Ein besonders augenfälliges Beispiel für das Winterthurer Emanzipations- und Konkurrenzstreben gegenüber Zürich stellen die Bestrebungen dar, ein eigenes Eisenbahnnetz aufzubauen, das Zürich ins Abseits stellen sollte. Die Winterthurer Demokraten erreichten, dass die Schweizerische Nationalbahn (SNB) mit Kantonsgeldern und in Konkurrenz zur „freisinnigen“ Nordostbahn den Bau einer Strecke vom Bodensee bis zum Genfersee in Angriff nehmen konnte. Die Nordostbahn hatte ihrerseits bereits 1855 mit der Strecke Oerlikon–Winterthur–Romanshorn eine erste Bahnlinie nach Winterthur eröffnet. Mit der Nationalbahn wollte man eine von der öffentlichen Hand getragene Volksbahn schaffen, die vom mächtigen Eisenbahnmonopolisten Alfred Escher und der Finanzaristokratie des Zürcher Freisinns unabhängig war. Diese verstanden es allerdings, den planerischen Spielraum der SNB durch gezielten Erwerb von Konzessionen für weitere Bahnprojekte einzugrenzen und so etwa die geplante Stichbahn zum Anschluss von Zürich zu vereiteln. 1878 wurde die SNB zwangsliquidiert. Die Anlagen gingen an die Nordostbahn über, und die Passiven wurden den beteiligten Städten Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofingen belastet. Für Winterthur sollte sich die Tilgung der Schuldenlast bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts erstrecken.

Die Stadt hat im 19. Jahrhundert ihr Aussehen komplett geändert: Überall waren Fabriken entstanden, das Dorf Töss war mit der Stadt durch die Fabrikareale der Sulzer und der 1871 gegründeten Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik verbunden, ebenso war schon das Gebiet zwischen Veltheim und der Stadt verbaut.

Wachstum im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Winterthur und Umgebung im Siegfriedatlas (1881)
Sulzer-Hochhaus

Die Maschinenindustrie stellte 60 Prozent der Arbeitsplätze, Winterthur war eine «Stadt der Arbeit». So gab es in der Stadt immer weniger Platz und die umliegenden Gemeinden gehörten schon praktisch zu Winterthur. Es entstanden Strassenbahnlinien in die umliegenden Gemeinden. Die erste Linie führte 1898 nach Töss. Auch bezogen drei Gemeinden (Veltheim, Töss und Wülflingen) bereits finanzielle Hilfe, da die ehemaligen kleinen Bauerndörfer mit der schnellen Industrialisierung nicht mithalten konnten und zu wenig Geld für die nötige Infrastruktur hatten. Die Sozialdemokraten haben schon früh auf diese Sache hingewiesen und kämpften für eine Eingemeindung der fünf Vororte, um ein «Grosswinterthur» zu schaffen. Auch wurde schon in gewissen Bereichen der Politik zusammengearbeitet und koordiniert. Veltheim wollte bereits seit 1889 die Eingemeindung, jedoch ging weder die Stadt noch der Kanton darauf ein. Immerhin hatten sie mit dieser Initiative die provisorische finanzielle Unterstützung durch die Stadt erreicht. Erst 1916 wurde die ganze Sache konkret: Die fünf Vororte Winterthurs starteten eine Eingemeindungsinitiative. 1919 wurde der Initiative in allen Orten zugestimmt. Am 1. Januar 1922 war es soweit: Töss, Wülflingen, Veltheim, Seen und Oberwinterthur wurden eingemeindet und die Bevölkerungszahl Winterthurs wuchs damit auf über 50'000 Einwohner an.

Die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre traf die Stadt besonders hart, da der grösste Teil der Arbeitsplätze von der Metall- und Maschinenindustrie gestellt wurde mit Firmen wie Sulzer, SLM oder Rieter. In fünf Jahren verloren ein Drittel der Bevölkerung ihre Arbeit. Die Stadt wendete als Folge davon viele Millionen für Notstandsbeschäftigungen der Arbeiter auf. Aber immerhin blieben grössere politische Grabenkämpfe zwischen den Lagern aus. Das lag daran, dass die eigentlich «bürgerlichen» Demokraten in Winterthur eine sozialliberale Stellung vertraten und so weniger in Konflikt mit der SP kamen, die damals schon eine ganze Zeit lang die tonangebende Partei in der Stadt war. Auch hatten die Freisinnigen im Gegensatz zum übrigen Kanton Zürich, wo sie mit ihrer streng wirtschaftsliberalen Politik Konflikte verursachten, kaum etwas zu sagen. Dies ermöglichte eine politisch gute Bewältigung der Krise sowie auch anderer politischer Schwierigkeiten über die Jahre hinweg, so zum Beispiel der Generalstreik 1918, der in der Stadt dank der einheitlichen sozialen Politik deutlich weniger heftig ausfiel als in anderen Schweizer Städten. Politisch ist Winterthur somit im 20. Jahrhundert bis heute eine rote Stadt, in der die SP die Nase vorne hat (auch wenn es nie wie in Zürich eine absolute Mehrheit gab).

Die Stadt erholte sich während des Zweiten Weltkriegs gut von der Wirtschaftskrise, so dass es nach dem Krieg ein Mangel an Arbeitnehmern gab. Winterthur erfuhr eine zweite Blütezeit: Bis 1972 wuchs die Bevölkerung auf 95'000 an, konnte jedoch die 100'000er-Marke nicht knacken. Die Bevölkerungszahl hat sich damit innerhalb von 40 Jahren fast verdoppelt. Sie fiel aber infolge der Rezession wieder auf 86'000 zurück und fing erst anschliessend wieder zu wachsen an. Winterthur wurde während dieser Zeit zu einer Dienstleistungs- und Handelsstadt, während der sekundäre Sektor immer weniger Prozent der Angestellten beschäftigte. In diese Zeit fällt auch der Bau des Sulzer-Hochhauses 1966, dem damals grössten Hochhaus der Schweiz und Wahrzeichen von Winterthur. Es sollte fast 40 Jahre lang ungeschlagen das höchste Hochhaus bleiben und ist heute noch, auch wenn inzwischen um ein paar Meter geschlagen, eines der grössten Hochhäuser der Schweiz. Mit dem Swisscom-Hochhaus erhielt Winterthur 1999 ein zweites Hochhaus in der gleichen Grössenkategorie.

Gegenwart[Bearbeiten]

Bauarbeiten Kranbahn Katharina Sulzer-Platz/Sulzer-Areal (inzwischen vollendet)

Die Stadt hat weiterhin eine kontinuierliche Einwohnerentwicklung und überschritt am 3. Juli 2008 die 100'000-Einwohner-Grenze. Quartiere mit reger Bautätigkeit sind vor allem Oberseen, Dättnau und Hegi. Letzteres erhielt 2006 einen eigenen Bahnhof.

Weitergehende Veränderungen gibt es im Sulzer-Areal. Dieses ehemalige Industrieareal und Zeichen einer ehemals mächtigen Industriestadt wird seit Mitte der 1990er-Jahren umgebaut und umgenutzt. Es entstanden und entstehen neue Wohnungen wie moderne Lofts, Freizeiteinrichtungen wie die Trendsportanlage Block mit der Kartbahn Tempo-Drom und das Kulturlokal Kraftfeld, Einkaufsmöglichkeiten, Schul- und Geschäftsräumlichkeiten. Ab 2008 wurde das ehemalige Kesselhauses zwischen Pionierpark und Hauptbahnhof in ein Einkaufs- und Ausgehzentrum mit Kinos umgebaut und in einer Halle im Süden des Areals das Einkaufszentrum „Lokwerk“ errichtet.

Auf dem Archareal beim Hauptbahnhof wird nun nach längerem hin und her und dem Rückzug mehrerer Projekte (unter anderem jenem eines Sheraton Hotels) die Überbauung Archhöfe vorangetrieben, die Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und Büroflächen kombinieren soll. Die Fertigstellung ist auf die erste Hälfte 2013 geplant.

Zuvor wollte der Stadtrat auf diesem Areal für die Stadtverwaltung, welche zurzeit ihre Amtsstellen auf etwa 50 Gebäude verteilt hat, ein neues Stadthaus bauen, um sie zu zentralisieren. Er bekam dafür aber durch den Grossen Gemeinderat eine Abfuhr mit der Begründung, man könne an dieser zentralen Lage etwas erstellen, was viel Publikum anzieht. Die Stadtverwaltung wird stattdessen nun nach gewonnener Volksabstimmung auf dem Sulzer-Areal Stadtmitte im Superblock zusammengeführt.

Primarschule Geiselweid

Bildung[Bearbeiten]

Der gesetzliche Schulunterricht besteht in Winterthur aus einer sechsjährigen Primarschule und der dreijährigen Oberstufe. Das Schulsystem der Oberstufe ist nicht in der ganzen Stadt einheitlich. In den meisten Winterthurer Schulkreisen gibt es die dreiteilige Sekundarstufe, in manchen Schulkreisen wurde jedoch die gegliederte Sekundarstufe eingeführt. Es gibt in Winterthur 62 Kindergärten, 43 Primarschulen und elf Oberstufenschulen.[40] Im Durchschnitt besuchen etwa 10’000 Schüler und Schülerinnen[41] die obligatorische Volksschule. Der Kindergarten ist seit 2009 obligatorisch.

Höhere Schulen[Bearbeiten]

Winterthur ist ein regionales Bildungs- und Schulzentrum. Es sind mehrere grössere Schulen in der Stadt ansässig, die über die normale Schulpflicht (Primar- und Sekundarstufe) hinausgehen.

Die berühmteste Schule in der Stadt ist die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die bis September 2007 Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) (ehemals Technikum Winterthur) hiess. Sie ist die grösste Fachhochschule im Kanton und unterhält in Winterthur fünf von acht Departemente. Die ZHAW ist damit die grösste Mehrsparten-Fachhochschule der Schweiz. Ein Teil der Hochschule ist im 1874 gegründeten Technikum untergebracht, das das grösste und älteste Technikum in der Schweiz ist. Die zweite in Winterthur ansässige Fachhochschule ist die Zürcher Hochschule der Künste (bis 2007 Hochschule für Musik und Theater, früher Musikschule und Konservatorium Winterthur). Im Schuljahr 2006/07 wurde die Hochschule von 3462 Studierenden[41] besucht.

Ebenfalls in der Stadt, genauer im Schlosstal, ist die Schweizerische Technische Fachschule ansässig.

Die drei Mittelschulen in Winterthur sind die Kantonsschulen Im Lee (Kurzzeitgymnasium und zweisprachige Maturität), Rychenberg (Langzeitgymnasium und Fachmittelschule) und Büelrain (Wirtschaftsgymnasium, Kurzzeitgymnasium, zweisprachige Maturität, Handelsmittelschule und Informatikmittelschule).

Des Weiteren sind in Winterthur mehrere Berufsschulen beheimatet: Die KV Business School, die Berufsbildungsschule Winterthur (BBW), das Zürcherische Ausbildungszentrum Gesundheit (ZAG) und die Berufsschule der msw-winterthur.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Studienbibliothek, Winterthur
Stadtbibliothek am Kirchplatz, Winterthur

Die Winterthurer Bibliotheken sind in einem Bibliotheksnetz mit acht Bibliotheken organisiert. Es besteht aus den sechs Quartierbibliotheken (früher Kreisbibliotheken) in Oberwinterthur, Hegi, Töss, Seen, Veltheim und Wülflingen, der Studienbibliothek (Museumstrasse 52) und der Stadtbibliothek am Kirchplatz. Die Stadtbibliothek wurde im Jahre 1660 als Bürgerbibliothek gegründet und war lange im Rathaus untergebracht. 1916 zog die Stadtbibliothek in das neu gebaute Museumsgebäude ein und blieb dort bis 2003. Im Sommer 2003 wurde eine Trennung zwischen Studienbibliothek und Stadtbibliothek vorgenommen. Die Studienbibliothek blieb mit den Sondersammlungen alter Bücher, Wappensammlung und Handschriften im Museumsgebäude, die Stadtbibliothek zog zusammen mit der ehemaligen Kreisbibliothek Altstadt an den Kirchplatz in die beiden neu umgebauten Liegenschaften Tösserhaus und Blumengarten. Die so entstandene Freihandbibliothek ist gemäss eigener Deklaration die grösste der Schweiz.[42] Die Bibliothek Hegi zog im Sommer 2013 in das Mehrgenerationenhaus an der Ida-Sträuli-Strasse.

Die Winterthurer Bibliotheken gehören zu den wenigen Bibliotheken der Schweiz, die eine fraktale Aufstellungsweise eingeführt haben. Auch waren sie die ersten Bibliotheken Europas, die ihre Medien mit RFID-Labels diebstahlgesichert haben und damit eine Selbstausleihe und -rückgabe ermöglicht haben. Mit ihrem Projekt Integrationsbibliothek haben sie den Zürcher Bibliothekspreis 2004 gewonnen.

In Winterthur gibt es zudem drei Ludotheken: Die Ludotheken Altstadt, Oberwinterthur und Seen.

Im WebOPAC, dem Online-Katalog der Winterthurer Bibliotheken,[43] finden sich auch die Bestandskataloge der Musikhochschule, der «Musikschule und Konservatorium» sowie des Münzkabinetts und der Antikensammlung der Stadt Winterthur.

Film/Kino[Bearbeiten]

Mehrere initiative Gruppen kümmern sich um ein breites Filmangebot in der Stadt Winterthur neben dem Mainstream. Dazu zählen das Kino Nische[44] im Gaswerk in Winterthur-Töss und das FilmFoyer,[45] das mit monatlichen Schwerpunktprogrammen im Kino Loge zu Gast ist.

In Winterthur beheimatet ist «Filme für die Erde», eine von der UNESCO ausgezeichnete Umweltinitiative. Politisch und religiös unabhängig, lädt die Organisation zu kostenlosen Filmabenden ein, nach denen jeder Besucher eine ebenso kostenlose «Weitergabe»-DVDs bekommt, die von Freund zu Freund weitergegeben werden soll – um möglichst viele Menschen zu berühren und das Wissen weiterzugeben. Auf diesem Weg hat Filme für die Erde 17'000 DVDs verteilt und 300'000 Menschen erreicht.[46]

Klassisches Blockbuster-Kino findet man in den Kinos Kiwi am Neumarkt und maxx im Kesselhaus, während das Kino Loge mehr auf Independent-Filme und Studioproduktionen ausgerichtet ist. Über den Sommer kann man ausserdem im Freibad Wülflingen (Kino am Pool) und auf dem Parkdeck des Hauptbahnhofs (über den sieben Gleisen) Freiluftkino erleben, wobei die Weiterführung des Letzteren aktuell auf unsicheren finanziellen Beinen steht.

Museen[Bearbeiten]

Winterthur gilt als «Stadt der Museen» mit insgesamt 18 Museen. Die Museumslandschaft in Winterthur ist besonders ausgezeichnet durch ein dichtes Netz hochkarätiger Sammlungen von nationalem und internationalem Ruf. Die verschiedenen hervorragenden Kunstsammlungen, die sich in dieser Dichte kaum irgendwo sonst in der Schweiz finden, umfassen neben den Museum Oskar Reinhart und der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» auch das Kunstmuseum Winterthur und die Villa Flora sowie das Museum Briner und Kern. Dies hat nicht zuletzt mit wichtigen Winterthurer Kunstsammlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu tun, die später ihre Sammlungen der Öffentlichkeit präsentierten, so Oskar Reinhart und das Ehepaar Hahnloser. Auch heute lebt mit Bruno Stefanini ein grösserer Kunstsammler in der Stadt, der immer wieder umfangreiche Leihgaben für Ausstellungen zur Verfügung stellt. Das Fotozentrum mit dem Fotomuseum Winterthur und der Fotostiftung Schweiz hat einen weltweiten Ruf als Ort der internationalen Fotografie, das Gewerbemuseum Winterthur ist ein schweizweit bedeutendes Zentrum für zeitgenössisches Design und materielle ästhetische Kultur. Das Münzkabinett und Antikensammlung der Stadt Winterthur und die Uhrensammlung Kellenberger im Gewerbemuseum besitzen Sammlungen von internationalem Rang.

Das mit Abstand am meisten besuchte Museum ist jedoch das Technorama der Schweiz; es zählt mit rund 250'000 Personen so viele Besuchende wie alle anderen Museen zusammen. Eine besondere Stärke der Museumskultur in Winterthur ist eine zentral koordinierte, sich über alle Häuser erstreckende Museumspädagogik, die 2012 gut 15'000 Kinder und Jugendlichen Museen und Ausstellungen näher brachte. Ein Teil der Museen (hier die ersten sieben Einträge in der Liste ausgenommen das Technorama) werden zudem von einem privat ermöglichten Museumsbus ab Hauptbahnhof stündlich angefahren. Es gibt einen Museumspass, mit dem zu allen Museen der Stadt Zutritt gewährt wird.

In neuster Zeit gibt es auf politischer Ebene Bestrebungen, die Kunstmuseen oder zumindest einen Teil davon zusammenzuführen (Museumskonzept Winterthur). So soll die Villa Flora mit dem Kunstmuseum verbunden werden (im September 2013 wird dazu eine Volksabstimmung in Winterthur stattfinden) und das Museum Briner und Kern soll im Museum Oskar Reinhart untergebracht werden.

Villa Flora
Gewerbemuseum

Eine Liste der Winterthurer Museen:

Open Doors[Bearbeiten]

Das Open Doors ist ein Ausstellungskonzept, das auf der Idee des geöffneten Ateliers basiert. Jeweils am letzten Septemberwochenende öffnen Winterthurer Kunstschaffende ihre Ateliers und zeigen kunstinteressierten Besuchern ihre Räume und Werke. Gäste haben so auch die Möglichkeit den Kunstschaffenden bei der Arbeit zuzusehen. Unter den zirka sechzig Künstlern, die jährlich teilnehmen, finden sich sowohl lokal als auch international bekannte, Autodidakten wie auch Absolventen von Kunsthochschulen. Gegründet wurde das Open Doors 2008.[47]

Musik und Orchester[Bearbeiten]

Die älteste musikalische Organisation in Winterthur ist das 1629 gegründete Musikkollegium Winterthur, welches dem vom aufstrebenden Bürgertum gepflegten blühenden Musikleben eine organisatorische Struktur verlieh. Anekdotisch ist in diesem Zusammenhang ein Zwischenhalt Mozarts 1777 auf seinem Weg nach Mannheim und Paris zu erwähnen. 1875 wurde im Rahmen des Musikkollegiums das Stadtorchester Winterthur unter dem Dirigenten Georg Wilhelm Rauchenecker ins Leben gerufen, das in den 1920er-Jahren unter Hermann Scherchens Leitung Bekanntheit erlangte und heute 50 bis 60 Konzertveranstaltungen pro Jahr gibt. Weiterhin besteht ein von Reto Parolari aufgebautes Orchester für gehobene Unterhaltungsmusik. Nicht mit dem Stadtorchester zu verwechseln ist die bereits 1872 gegründete Stadtmusik, ein Blasorchester. In der Stadtjugendmusik Winterthur (SJM) mit Blasmusik- und Tambouren-Formationen, dem Winterthurer Jugendsinfonieorchester (WJSO) und dem Jugendorchester Jump@prova spielen junge Musiker. Des Weiteren gibt es 13 Musikvereine.

Der berühmte Blockflötist und Dirigent Maurice Steger (* 1971) wurde in Winterthur geboren und erlebte hier seine frühe Kindheit. Die bekanntesten (Independent-)Pop-Bands sind die Gruppen «Plankton» und «My Name Is George». Die Rapperin «Big Zis» wurde ebenfalls in der Stadt geboren. Überregionale Aufmerksamkeit erreichten im Punk-/Rockabilly-Bereich die One-Man-Band «Admiral James T.» sowie die Gruppe «The Peacocks». Auch die Winterthurer Punkbands «Snotty Cheekbones» und «Hukedicht» (2006 aufgelöst) haben sich überregional einen Namen in der Szene gemacht. Weiterhin ist besonders in der Bluesszene Gitarrist Paul Camilleri bekannt.

Das In Guitar Festival Winterthur wird jährlich veranstaltet.

Theater[Bearbeiten]

Casinotheater

In der Stadt gibt es mehrere Theater. Das Casinotheater ist ein schweizweit bekanntes Comedyhaus an der Stadthausstrasse. Das Theater Winterthur ist das grösste Gastspieltheater der Schweiz. Weiter gibt es das Theater am Gleis, ein Theater für engagierte Kleinkunst, das sich in unmittelbarer Bahnhofnähe befindet. Das Kellertheater Winterthur veranstaltet Theateraufführungen und Lesungen. Das älteste Theater der Stadt ist das seit 1865 bestehende Sommertheater. Im Waaghaus existiert ein Marionettentheater. Für Kinder gibt es im Keller des Schuhgeschäfts Peterhans ein Kasperlitheater.

Zudem existiert das Theater Kanton Zürich (TZ) mit Sitz in Winterthur. Dieses wird von den Gemeinden des Kantons getragen und organisiert regelmässig Vorstellungen, unter anderem in Winterthur.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Es gibt vier Burgen/Schlösser und eine Burgruine bei Winterthur. Das grösste Schloss ist die Kyburg, die ausserhalb des heutigen Gemeindegebiets liegt. Sie war jedoch die Residenz der Stadtgründer, der Grafen von Kyburg, und später im Besitz der Habsburger, die Winterthur das Stadtrecht zusprachen.

Weitere Winterthurer Schlösser sind die Schloss Mörsburg bei Stadel, das Schloss Hegi und das Schloss Wülflingen. Auf einer Anhöhe über dem Totentäli bei Wülflingen liegt die Burgruine Alt-Wülflingen, deren Besitzer später das Schloss Wülflingen erbauen liessen. Auf der andere Seite des Totentäli liegt die Burgstelle Hoh-Wülflingen. Südlich von Rossberg ist der Burghügel der abgegangenen Burg Rossberg. Wo genau und in welcher Form der Wohnturm oder vielleicht sogar Burg namens «Winturm» existierte, ist bis heute unklar. Das Gebäude soll auf einer Anhöhe bei Winterthurs Altstadt gestanden haben. Auf dem Eschenberg standen zudem auf Gamser und Langenberg zwei Vorburgen der Kyburg. Von diesen existieren heute aber keine offensichtlichen Spuren mehr.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Riesenrad auf dem Neumarkt ist das inoffizielle Symbol des Albanifests.

In Winterthur gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Im Februar wird die Winterthurer Fasnacht durchgeführt. Ende Mai sind die Afro-Pfingsten in der Stadt, in denen es einen afrikanischen Markt und einige Konzerte gibt. Jeweils am letzten Juniwochenende wird das Stadtfest zum Stadtrecht Winterthurs, das Albanifest, veranstaltet. Es ist das europaweit grösste jährlich stattfindende Altstadtfest.[48] St. Alban ist einer der drei Stadtheiligen und der Namensgeber des Albanifestes. Im August/September finden die Winterthurer Musikfestwochen statt. Es ist ein zweiwöchiges Musik- und Kulturfestival in der Altstadt von Winterthur, vorwiegend in der Steinberggasse mit vielen Gratis-Konzerten und Vorführungen. Es finden jeweils drei bis vier kostenpflichtige Konzerte über zwei Wochen verteilt statt. Grösstenteils im August finden auch die «Dorffeten» (Dorffeste) der ehemaligen Dörfer Veltheim, Wülflingen, Töss, Seen und Oberwinterthur statt. Massgeblich von Reto Parolari mitorganisiert wird das Internationale Festival der Unterhaltungsmusik im Oktober, dass sich der Gehobenen Unterhaltungsmusik widmet. Anfang November wird die grösste Kurzfilmveranstaltung der Schweiz durchgeführt, die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur. Alle drei Jahre finden Mitte November die Internationalen Lichttage Winterthur statt. Auch im November/Dezember findet in den Eulachhallen die fünftägige Winterthurer Messe statt. Während des Dezembers gibt es auf dem Neumarkt in der Altstadt einen Weihnachtsmarkt, der jeweils drei Wochen dauert und vor Weihnachten endet. Die erste libertäre Buchmesse für den deutschsprachigen Raum wurde 2009 in Winterthur veranstaltet. Die seit einiger Zeit jährlich in Winterthur stattfindende JapAniManga Night hat sich mit zuletzt über 1000 Besuchern zu einer inzwischen auch über die Grenzen bekannten Anime-Convention gemausert.

Kulturzentren[Bearbeiten]

Der 1988 gegründete Musikklub Albani in der Altstadt ist einer der ältesten Musikklubs der Schweiz. Seit November 1992 wird auch die Alte Kaserne für kulturelle Veranstaltungen aller Art genutzt.

Nachdem das Ausgehverhalten der jüngeren Generation von «Abwanderungstendenzen» geprägt war, wurden Mitte der 1990er Jahre Anstrengungen zugunsten einer Ausweitung des Angebots unternommen. So entstanden 1996 drei neue Kulturzentren. Die Jugendlobby Kaktus fand im Gaswerk in Töss Unterschlupf und baute dort ein alternatives Kulturzentrum auf. Im Sulzer-Areal wurde nach der Abschaffung des Wirtepatent-Gesetzes das Kraftfeld eröffnet und auf dem Archareal beim Bahnhof wurde im Salzhaus ein Club mit überregionaler Ausstrahlung eingerichtet. In allen drei Klubs finden regelmässig Livekonzerte statt.

Sport[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Der Winterthurer Fussballclub FC Winterthur spielt in der Challenge League und die letzten erfolgreichen Jahre gehen auf die 1970er zurück - der letzte der drei Meistertitel wurde in der Saison 1917/18 erreicht. Im Eishockey spielt der EHC Winterthur zwar ständig an der Spitze der 1. Liga mit, jedoch reicht es für den Aufstieg jeweils finanziell nicht.

Die Herren des Unihockeyclubs HC Rychenberg Winterthur sind seit Beginn der Schweizer Unihockeyliga als einziger Club immer in der höchsten Spielklasse und wurden dreimal Cupsieger. Die Red Ants Rychenberg, die sich nach 13 Meistertiteln im Jahr 2000 von ihrem Stammclub HCR trennten, sind Schweizer Rekordmeister und wurden 2005 Europacup-Sieger – dem höchsten Titel im Clubunihockey.

Beim Handball gibt es mit Pfadi Winterthur einen erfolgreiches Team, das vor allem in den 1990er-Jahren und den frühen 2000er-Jahren das beste Schweizer Team war. Auch Yellow Winterthur ist ein Nationalliga B-Klub. Der American Football-Club Winterthur Warriors spielte bis 2010 in der höchsten Liga und wurde 2005 Schweizer Meister. Im Wasserball stellt der Schwimmclub Winterthur Teams in der höchsten Liga. Im Radball konnte der RV Winterthur mehrere Weltmeisterteams stellen.

Patrick Meier und Karin Iten waren erfolgreiche Eiskunstläufer aus den Reihen des Winterthurer Schlittschuh-Club. Aus den Reihen des Schwingklubs Winterthur kamen bereits drei verschiedene Schwingerkönige. Im Tennissport bei den Frauen spielten der LTC Winterthur sowie der TC Schützenwiese in der höchsten Interclubliga, wobei der TC Schützenwiese zweimal Schweizer Meister wurde, einmal davon mit der zwölfjährigen Martina Hingis im Meisterteam. Der Stammklub der Olympia-Bronzemedaillengewinner im Beachvolleyball Patrick Heuscher und Stefan Kobel ist der Volleyballclub VC Smash Winterthur.

Sportstätten[Bearbeiten]

Stadion Schützenwiese

Es gibt in Winterthur keine grossen Sportarenen, was wohl auch an der allgemeinen Stimmung in der Stadt in Sportsachen zuzuschreiben ist. So brauchte es insgesamt 20 Jahre und vier Volksabstimmungen, bis die 2500 Zuschauer fassende Eishalle Deutweg gebaut werden konnte. Zudem herrscht auch ein Sporthallenmangel in der Stadt, 2010 wurde deswegen durch den Dachverband Winterthur Sport eine Volksinitiative eingereicht um diesem Umstand Abhilfe zu verschaffen. Zurzeit ist die einzig grössere Sporthalle in der Stadt die Eulachhalle -Heimstadion der Winterthurer Handballklubs- mit einem Fassungsvermögen von 2300 Plätzen. Die Unihockeyclubs spielen in der kleinen Sporthalle Oberseen, die aber beim HCR gemäss Vorschriften nicht mal für die nationalen Playoffspiele genügt, da sie nur 350 Sitzplätze aufweist. Das grösste Stadion der Stadt ist das Fussballstadion Schützenwiese, zu dem offiziell noch 8500 Zuschauer zugelassen sind. Neben der Eishalle Deutweg befindet sich das Leichtathletikstadion Deutweg, das Platz für 3000 Zuschauer bietet. Die parkähnliche Tennisanlage Römerpark ist ein nationales Kulturgut.

Da kein Fluss oder See in der Stadt zum Baden lädt, gab es in Winterthur schon früh künstlich erschaffene Hallen- und Freibäder (Liste). So ist das Schwimmbad Geiselweid das älteste noch existierende Freibad der Schweiz und die längst geschlossene Badewannenmoschee war das erste Hallenbad der Schweiz.

In Oberwinterthur gibt es den Flugplatz Hegmatten, der über eine Rasenpiste verfügt. Er wird von der Segelfluggruppe Winterthur benutzt.

Im Dättnau befindet sich eine BMX-Bahn, die von Powerbike Winterthur benutzt wird und 2011 bereits zum fünften Mal Austragungsort von zwei EM-Läufen war. Nur wenig daneben findet sich auch die Anlage der Hornussergesellschaft Winterthur.

Im Osten der Stadt findet sich der grosse Schiessstand Ohrbühl mit Anlagen über 10, 25, 50, 100 und 300 Meter, Heim der meisten Schützenvereine der Stadt und bereits mehrfach Austragungsort nationaler und internationaler Wettkämpfe. Kleinere Schiessanlagen für Pistole und Kleinkaliber sowie Armbrust und Bogen finden sich verstreut über alle Stadtkreise ausser Mattenbach und Stadt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wohl aufgrund der räumlichen Nähe zu Zürich gibt es in Winterthur wenig grössere Sportveranstaltungen. In der Winterpause findet in der Eulachhalle mit dem Yellow Cup ein Handballturnier mit internationalem Ruf statt. Im Frühling wird jeweils im Winterthur-Marathon um den Sieg gelaufen.

1895 und 1990 war Winterthur Austragungsort des Eidgenössischen Schützenfestes. 1997 und 2007 fanden die Weltmeisterschaften im Hallenradsport in der Eulachhalle statt. Der weitläufige Stadtwald Eschenberg wurde bei den Orientierungslauf-Weltmeisterschaften 2003 für die Langdistanz benützt. Im Jahr 2008 wurde der Europacup im Unihockey in der Eulachstadt ausgetragen. 2011 schliesslich war die Eishalle Deutweg einer der Spielorte der Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen und im September wurde im Schiessstand Orbühl der Final des LAPUA Europacups über 300 Meter ausgeschossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann-Josef Krug: Möglichkeitsräume gestalten – Eine urbane Rekartografie des Sulzer-Areals in Winterthur, 1989–2009, Transcript, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1997-3
  • Winterthurer Jahrbuch. Stiftung Edition Winterthur, Winterthur ISSN 1422-0725.
  • Kathrin Bänziger: Winterthur Stadtführer. Stiftung Edition Winterthur, Winterthur 2005 (Erstauflage 2002), ISBN 3-9522599-1-8.
  • Alfred Bütikofer, Regula Michel und Daniel Schneller: Schweizerische Kunstführer. GSK, Band 712/713: Die Altstadt Winterthur – Eine kulturgeschichtliche Entdeckungsreise. Bern 2002, ISBN 3-85782-712-2.
  • Erwin Eugster (Hrsg.): Winterthurer Stadtgeschichte: Band 1: Von den Anfängen bis 1850. Zwischen Rot und Blau - Habsburg, Zürich oder Autonomie. Band 2: Von 1850 bis zur ... Dampf und Bytes - Technik, Kultur, Innovation, herausgegeben von der Stadt Winterthur und Adele-Koller-Knüsli-Stiftung, Chronos, Zürich 2014, ISBN 978-3-034-01212-6.
  •  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960 (ohne ISBN).
  •  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur vom Durchbruch der Helvetik 1798 bis zur Stadtvereinigung 1922. Vogel, Winterthur 1979 (ohne ISBN).
  • Andreas Hauser, Alfred Bütikofer: Winterthur, Architektur und Städtebau 1850–1920. In: Inventar der Neueren Schweizer Architektur, 1850–1920, INSA Sonderpublikation aus dem Band 10. Orell Füssli, Zürich 2001, ISBN 978-3-280-02818-6.
  • Maja von Meiss, Martin Kraft, Hervé Bareau, David Bowler: Winterthur – Stadt im Wandel. Vogel, Winterthur 2006, ISBN 978-3-85961-065-1 (deutsch/englisch/französisch).
  • Hansruedi Roth: Geschichts- und Wirtschaftschronik der Stadt Winterthur. Winterthur 1998 (ohne ISBN).
  •  Hans Schaufelberger, Neue Helvetische Gesellschaft (Hrsg.): Die Stadt Winterthur im 20. Jahrhundert. Eine Chronik mit begleitenden Texten. Winterthur 1991.
  • Andreas Wolfensberger (Fotos), Martin Gmür (Texte): Winterthur, Stadtporträt; Geschichte, Kunst, Arbeit, Szene, Umwelt. AS, Zürich 1996, ISBN 3-905111-09-8.
  • Kathrin Bänziger (Text), Charly Fülscher (Bild): Kunst im öffentlichen Raum in Winterthur, Stiftung Edition Winterthur, Winterthur 2004, ISBN 3-9522599-2-6.
  • Kathrin Bänziger (Text), Andreas Wolfensberger (Bild): Gartenstadt Winterthur – Ein Führer durch Winterthurs Gärten, Pärke und Grünräume. Stiftung Edition Winterthur 2010, ISBN 978-3-9522599-3-1.
  • Verein Stadtrundgang Winterthur: Frauenblicke – vier Stadtrundgänge durch Winterthur. Stiftung Edition Winterthur, Winterthur 2006, ISBN 978-3-033-00835-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Winterthur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Winterthur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Winterthur – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Winterthur in Zahlen 2012 (PDF; 1,1 MB). Stadt Winterthur. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  3. Die Bodennutzung – Stand 2006
  4.  Max Steffen und Ernst Trüeb: Quartärgeologie und Hydrologie des Winterthurer Tales. In: Dr. Th. Geiger (Hrsg.): Mitteilungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur. Heft, Nr. 31 (1961–1963), Selbstverlag der NGW, Winterthur 1964, S. 3–26 (http://ngw.ch/sites/default/files/files/NGW_Heft_31.pdf, abgerufen am 4. September 2012).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFelix Bosshard: Klimawerte im Kanton Zürich 1988–1997. Statistisches Amt des Kanton Zürich, abgerufen am 3. Juni 2010.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFelix Bosshard: Lufttemperaturen. Statistisches Amt des Kanton Zürich, abgerufen am 3. Juni 2010.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFelix Bosshard: Das Wetterjahr 2005 (Seite 3). Statistisches Amt des Kanton Zürich, abgerufen am 3. Juni 2010.
  8. Artikel: «Pünten: ein Winterthurer Phänomen» auf http://bau.winterthur.ch./ Abgerufen am 22. August 2012.
  9. Fachstelle Statistik Stadt Winterthur – Entwicklung der Gesamtbevölkerung der Stadt Winterthur ab 1850 (PDF). Stadt Winterthur.
  10. http://einwohnerkontrolle.winterthur.ch/fileadmin/user_upload/Einwohnerkontrolle/news/beilagen/doc/pdf30113601326.pdf (abgerufen am: 25. Februar 2012).
  11. http://einwohnerkontrolle.winterthur.ch/fileadmin/user_upload/Einwohnerkontrolle/news/beilagen/doc/pdf30113601326.pdf (abgerufen am: 25. Februar 2012).
  12. zivilrechtlich Niedergelassene und Wochenaufenthalter
  13. Winterthur in Zahlen – Bevölkerungsentwicklung 1850–2007 (PDF). Stadt Winterthur.
  14. Zivilrechtliche und wirtschaftliche Wohnbevölkerung 31. Dezember 2007. Statistisches Amt des Kantons Zürich.
  15. News: Winterthur hat 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Stadt Winterthur.
  16. Französin aus Cannes macht Winterthur zur Grossstadt. Tages-Anzeiger. 7. Juli 2008.
  17. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2007
  18. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  19. http://stadtentwicklung.winterthur.ch/fileadmin/user_upload/Stadtentwicklung/Dateien/winterthur_in_zahlen/Zahlen_und_Grafiken/1985-2011_Religionen.pdf (abgerufen am: 29. Mai 2012).
  20. Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit, 2012. Bundesamt für Statistik, 1. Januar 2012, abgerufen am 6. April 2014 (xls).
  21. http://www.each.ch/ea-winterthur.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  22. Stadtrat auf der Website der Stadt Winterthur, abgerufen am 2. Oktober 2012
  23. http://www.staedtepartnerschaft.ch/
  24. http://www.benevol-winterthur.ch/dnn/Home/Mitglieder/tabid/271/language/de-CH/Default.aspx (abgerufen am: 13. Juni 2012).
  25. Andreas Wolfensberger und Martin Gmür: Winterthur. Zürich 1996, ISBN 3-905111-09-8 (Abschnitt Die Medienszene, S. 90)
  26. Winterthurer Jahrbuch. Website des Winterthurer Jahrbuches. Abgerufen am 3. September 2013.
  27. 4.3 Öffentlicher Personenverkehr
  28. 4.2 Strassenverkehr
  29. Umwelt > Mobilität
  30. Winterthur in Zahlen 2006/2007 − Verkehr
  31. Amt für Städtebau Winterthur
  32.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 6.
  33.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 8.
  34. Ernst Theodor Gaupp: Deutsche Stadtrechte im Mittelalter, mit rechtsgeschichtlichen Erläuterungen. Erster Band: Die Stadtrechte von Straßburg, Hagenau, Molsheim, Colmar, Annweiler, Winterthur, Landshut in Bayern, Regensburg, Nürnberg, Eger, Eisenach und Altenburg. Breslau 1851, S. 129–147, online
  35.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 31–34.
  36.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 113.
  37.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 121.
  38.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 92.
  39.  Werner Ganz: Geschichte der Stadt Winterthur. Einführung in seine Geschichte von den Anfängen bis 1798. In: 292. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1960, S. 299–300.
  40. Schulhäuser und Kindergärten von Winterthur von A–Z
  41. a b Winterthur in Zahlen 2006/2007 – Bildung
  42. Seite 2, 1. (PDF-Datei; 646 kB)
  43. http://katalog.winterthur.ch/
  44. http://www.kinonische.ch/
  45. http://www.filmfoyer.ch/
  46. filmefuerdieerde.ch: Über uns | Filme für die Erde: Alle Filme zu Nachhaltigkeit, Umwelt, Ökologie, Klima, Energie und Ressourcen, Zugriff am 13. Dezember 2011
  47. Opendoors Winterthur
  48. Webpräsenz des Albanifestes
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