Winzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Winzer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Winzer in der französischen Region Champagne-Ardenne beim Zurückschneiden der Weinreben im Winter (2006)
Der Rebmann aus Jost Ammans Ständebuch (1568)

Winzer ist der mit dem Weinbau verbundene Beruf.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff Winzer stammt vom lat. vinitor (Weinbauer/Weinleser) bzw. vinum (Wein). Für den Beruf sind im deutschen Sprachraum auch andere Bezeichnungen gebräuchlich, wie Weingärtner oder Wengerter in Württemberg, Weinzierl auf Bairisch, Weinhauer in Österreich oder Weinbauer in Tirol. In Franken ist auch die Bezeichnung "Häcker" verbreitet. Als Berufsbegriff veraltet und nur noch als Familiennamen bekannt sind Rebmann oder Weinmann (Weimann, Weihmann).

Aufgabe[Bearbeiten]

Ein Winzer pflegt und kultiviert die Weinrebe. Auch die Aufgaben nach der Weinlese wie Herstellung und Vermarktung des Weines gehören zum Berufsbild des Winzers. Die Mehrzahl der Winzer ist selbständig als Betreiber eines Familienbetriebs tätig.

Zur Verbesserung der Absatzchancen und zum rationellen Betrieb haben sich in vielen Gebieten Winzer zu Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.

Ausbildung[Bearbeiten]

Winzer[Bearbeiten]

In Deutschland, in der Schweiz sowie in Österreich ist Winzer ein landwirtschaftlicher Ausbildungsberuf mit dreijähriger Berufsausbildung. Bekannt sind in Deutschland die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg sowie die Forschungsanstalt Geisenheim. In Österreich wird an eigenen Schulen zum Weinbau- und Kellerfacharbeiter ausgebildet. Die Einrichtung Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bietet eine fünfjährige Ausbildung mit Matura, die einzige dieser Art in Österreich.

Winzermeister, Weinbaumeister[Bearbeiten]

Nach den üblichen Kriterien für die Weiterbildung zum Meister erfolgt auch diejenige zum Winzermeister. Voraussetzung sind eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung, in der Regel zum Winzer, und eine mindestens dreijährige einschlägige Berufspraxis.

Weinbau- und Önologiestudium[Bearbeiten]

In Deutschland kann man Önologie (Kellerwirtschaft) beziehungsweise Weinbau an der Hochschule RheinMain und dort am Fachbereich Geisenheim studieren. Der Studiengang wird in enger Kooperation mit der Forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau in Geisenheim durchgeführt.

Seit 2009 gibt es in Neustadt an der Weinstraße einen dualen Studiengang Weinbau und Önologie, der zusammen von den Fachhochschulen Bingen, Kaiserslautern und Ludwigshafen am Rhein sowie dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz angeboten wird. In Österreich bietet die Fachhochschulstudiengänge Burgenland in Eisenstadt und in der Schweiz die Fachhochschule Westschweiz / École d’ingénieurs de Changins ein Studium in dieser Kategorie an.

siehe auch: Ausbildungsmöglichkeiten für Weinbau und Kellerwirtschaft

Patronat[Bearbeiten]

Schutzpatrone der Winzer sind der heilige Cyriak, einer der Vierzehn Nothelfer, als Beistand gegen Frost und Unwetter, sowie der heilige Urban von Langres, der oft verwechselt wird mit dem Heiligen und Papst Urban I., als Helfer für gesunden Rebenwuchs. Beide Schutzpatrone werden oft mit einer Weintraube oder einem Weinstock in der Hand dargestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Weinbauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Winzer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen