Wippra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.57444444444411.274444444444256Koordinaten: 51° 34′ 28″ N, 11° 16′ 28″ O

Wippra
Wappen von Wippra
Höhe: 256 m
Fläche: 46,09 km²
Einwohner: 1467 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 2008
Postleitzahl: 06526
Vorwahl: 034775
Breitenbach Gonna Grillenberg Grillenberg Großleinungen Horla Lengefeld Morungen Oberröblingen Obersdorf Riestedt Rotha Sangerhausen Wettelrode Wippra WolfsbergKarte
Über dieses Bild

Lage von Wippra in Sangerhausen

Wippra ist eine Ortschaft der Stadt Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Wippra liegt am südöstlichen Harzrand, etwa 13 km nördlich von Sangerhausen, auf etwa 320 m Höhe. Der Ort liegt im Tal der durch Wippra fließenden Wipper und ist umringt von dichten Wäldern. Der Wald war jedoch lange nicht immer so dicht gewachsen wie heute, da der Mansfelder Kupferschieferbergbau große Mengen von Holz sowohl für Stollenbau, als auch für den Schmelzprozess benötigte.

Etwa sieben Kilometer außerhalb der Ortschaft, tief im Wippertal, befindet sich die Talsperre Wippra. Sie wurde 1951 bis 1952 erbaut und fasst maximal 2 Millionen m³ Wasser. Die Staumauer ist etwa 20 m hoch und 126 m breit.

An Wippra grenzt der Ort Friesdorf.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaft Wippra setzt sich aus den Ortsteilen Hayda, Popperode und Wippra zusammen, sowie den Forsthäusern Bodenschwende und Schiefergraben und dem Wohnplatz Talsperre.

Geschichte[Bearbeiten]

Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges in Wippra

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis, der Zehnten des Klosters Hersfeld, wird Wippra als zehntpflichtiger Ort Vuipparacha im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt[1]. Der Ort entstand als Marktflecken, wovon auch heute noch die älteste Straße Wippras, die Fleckstraße berichtet. Auf dem Schlossberg befinden sich noch Reste der Burg Wippra aus dem 11. Jahrhundert.

Im Zuge der einsetzenden Industrialisierung und der Entstehung des Walzwerkes Hettstedt, wurde die Wippertalbahn im Jahre 1920 gebaut, die von Klostermansfeld über Mansfeld bis Wippra führt und auch heute noch fährt.

Wippra war bis zur Eingemeindung nach Sangerhausen am 1. Januar 2008[2] eine selbstständige Gemeinde. Vor der Eingemeindung gehörte die Gemeinde Wippra der Verwaltungsgemeinschaft Wipper-Eine an.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Wippra war Monika Rauhut.

Wappen[Bearbeiten]

Historisches Wappen von Otto Hupp

Blasonierung: „In Silber eine rote Kirche mit eckigem Turm, blauen Dächern, blau beknauften Dachgiebeln und zwei beknauften blauen Türmchen; das Längsschiff belegt mit einem quadrierten Halbrundschild: Feld 1 und 4: von Silber und Rot fünfmal geteilt, Feld 2 und 3: in Silber sechs rote Rauten (3:3).“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Lutz Döring gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wippraer Kirche

Das Ortsbild bestimmen zahlreiche schöne Fachwerkhäuser. Als besonderes Bauwerk ist die St. Marien-Kirche, ein barocker Putzbau aus dem 18. Jahrhundert hervorzuheben, in deren Kirchturm sich zwei ca. 700 Jahre alte Glocken mit gotischen Schriftzeichen befinden. Des Weiteren besitzt die St.-Marien-Kirche einen geschnitzten Marienaltar, dieser (spätgotische Flügelaltar) stammt aus der Zeit um das Jahr 1480. Sehenswert ist auch das um 1640 gebaute Pfarrhaus, das 1998 saniert wurde. Ebenso bemerkenswert ist der Schieferhof, ein 650 Jahre alter Fachwerkbau. In Wippra findet man ebenso am westlichen Ortsende die Hasselbachschanze (43-Meter-Schanze) sowie ein kleines Waldbad.

Im Zentrum des Ortes befindet sich die Brauerei, welche bereits seit 500 Jahren braut. Unter Graf Vollrad von Mansfeld wurde der Brauhof 1480 an der jetzigen Stelle errichtet. Nach einer längeren Pause wird dieser seit März 2004 wieder betrieben.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Heimatmuseum ist in einem Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert beheimatet und bietet einen kleinen beschaulichen Einblick in vergangene Zeiten.
  • Museums- und Traditionsbrauerei Wippra

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kirche Sankt Marien mit einem Marienaltar aus der Hildesheimer Schnitzkunst von 1480.

Musik[Bearbeiten]

  • Wippra hat einen Männerchor, eine Blaskapelle, weitere musikalische Unterhaltung bietet der Heimatverein.

Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten]

Hotel Deutsches Haus
  • In Wippra befindet sich eines der 25 Forstämter des Landes Sachsen-Anhalt.
  • Ebenso bietet Wippra ein vielfältiges Angebot von Dienstleistungen und Einzelhandel.
  • Übernachtungsmöglichkeiten finden sich vielfach im Ort, von Hotel- bis Gastzimmer.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof von Wippra
Wipperliese

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Wippra
  • Kindertagesstätte Wippra

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Schotte: Rammelburger Chronik. Geschichte des alten Mansfeldischen Amtes Rammelburg und der zu ihm gehörigen Flecken, Dörfer und Güter Wippra, Abberode, Biesenrode, Braunschwende, Forst Braunschwende, Friesdorf, Haida, Hermerode, Hilkenschwende, Königerode, Popperode, Rammelburg, Ritzgerode, Steinbrücken, Halle 1906, Neuauflage 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reg. Thur. Nr. 287
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008