We’re Going to Hang out the Washing on the Siegfried Line

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We're Going to Hang out the Washing on the Siegfried Line (deutsch: Wir trocknen unsere Wäsche an der Siegfriedlinie, Französisch: On ira pendr' notre linge sur la ligne Siegfried) ist ein parodiehaftes Lied aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und wurde im Original verfasst vom irischen Autor Jimmy Kennedy, während er seinen Dienst bei der British Expeditionary Force leistete.

Die Siegfriedlinie bezeichnete ein System aus Bunkern und Verteidigungsstellungen im Westen des Deutschen Reiches, und Kennedy spielt in seinem Text mit dem Begriff „line“, der im Englischen sowohl „Linie“ bedeutet als auch „Wäscheleine“.

So geht es im Lied um die scherzhafte Ankündigung, man werde „die Wäsche auf der Siegfriedlinie (=Leine) trocknen“, also eine bewusste Lächerlichmachung der gegnerischen Verteidigungskraft, wie man im Deutschen beispielsweise einen Unterlegenen und Schwachen gern als „Waschlappen“ bezeichnet.

Aufgrund seiner einprägsamen Melodie und der Tatsache, dass das Wort „ligne“ im Französischen über die gleiche Doppeldeutigkeit verfügt, entstand bald eine französische Version des Liedes.

Auf deutscher Seite reagierte man auf die Provokation durch die Westalliierten mit einem Lied, das, in der Bildsprache des „Waschtags“ bleibend, bemüht war, den Spieß propagandistisch umzudrehen, indem man den Franzosen und Engländern ankündigte, man werde sie alsbald „einseifen“.

Englischer Originaltext[Bearbeiten]

We're going to hang out the washing on the Siegfried Line.
Have you any dirty washing, mother dear?
We're gonna hang out the washing on the Siegfried Line.
'Cause the washing day is here.
Whether the weather may be wet or fine.
We'll just rub along without a care.
We're going to hang out the washing on the Siegfried Line.
If the Siegfried Line's still there.

Deutsche Übertragung:

Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie (Leine) aufhängen
hast du irgendwelche Dreckwäsche, liebe Mutter?
Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie aufhängen
Denn der Waschtag ist gekommen.
Ob das Wetter gut oder schlecht sein mag,
wir werden sorglos die Wäsche reiben.
Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie aufhängen,
Insofern die Siegfriedlinie noch da ist.

Französische Version[Bearbeiten]

Un petit Tommy chantait cet air plein d'entrain
En arrivant au camp
Tout les p'tits poilus joyeux apprirent le refrain
Et bientôt le régiment
Entonnait gaiement:

Refrain:
On ira pendr' notre linge sur la ligne Siegfried
Pour laver le linge, voici le moment
On ira pendr' notre linge sur la ligne Siegfried
A nous le beau linge blanc.
Les vieux mouchoirs et les ch'mis's à Papa
En famille on lavera tout ça
On ira pendr' notre linge sur la ligne Siegfried
Si on la trouve encore là.

Deutsche Übertragung:

Im Refrain weitestgehend gleich der englischen Version, dazu das Intro:

Ein kleiner Tommy sang dieses schwungvolle Lied,
als er im Lager eintraf
drum lernten all die kleinen fröhlichen Poilus rasch den Refrain
und bald darauf stimmte das Regiment fröhlich mit ihm ein: (…)

Deutsche „Antwort“[Bearbeiten]

In den meisten erhaltenen Versionen der deutschen „Gegenversion“ ist zu Beginn eine Gruppe alliierter Soldaten zu hören, die den englischen Refrain der „Siegfried line“ intoniert; ein Schauspiel, das abrupt vom Angriff eines deutschen Sturzkampfbombers unterbrochen wird. Nachdem seine Bomben den Chor auseinander gesprengt haben und der Schall der Explosion verhallt ist, sind durch das Wehklagen der Soldaten die ersten Takte des deutsch-preußischen „Königgrätzer“ Triumphmarsches zu hören. Gefolgt vom Gesang der Soldaten:

Ja, mein Junge, das hast du dir gar zu leicht gedacht
mit dem großen Wäschetag am deutschen Rhein
hast du dir auch deine Hosen tüchtig vollgemacht,
brauchst du gar nicht traurig sein!
Bald seifen wir dich gründlich ein
von oben und von unten her
wenn der deutsche Waschtag wird gewesen sein,
Mensch, dann brauchst du keine Wäsche mehr!

Sing dies Liedchen mit, wer es nur immer singen mag
mit der zweiten Kriegsberichterkompanie
Bis zum Wäschetag, ja bis zum Wäschetag
In aller Herrgottsfrüh.
Mein Mädel, schenk' noch einmal ein
Und tanzt und trinkt die Gläser leer.
Denn wenn der große Waschtag wird gewesen sein
Kehr' ich heim, kehr' ich heim übers Meer.

Weblinks[Bearbeiten]