Wiraqucha

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Dieser Artikel erläutert die Gottheit, die im Spanischen Viracocha oder Huiracocha genannt wird. Der nach ihr benannte Asteroid wird unter (2738) Viracocha beschrieben. Die spanischen Form Huiracocha ist ferner der symbolische Name des Rosenkreuzers Arnold Krumm-Heller.

Bei Wiraqucha (in spanischer Schreibweise: Huiracocha oder Viracocha) handelt es sich um eine pan-andine Schöpfergottheit, die vor der Eroberung durch die Spanier (Conquista) von allen Völkern des Kulturraumes der Anden verehrt wurde. Wiraqucha wird oft (nicht jedoch von den Inka) auch gleichgesetzt mit dem Weltenschöpfer Pachakamaq (Pachacámac), und es taucht stellenweise auch der Doppelname Pachakamaq Wiraqucha auf.

In der Inka-Mythologie ist Qun Tiksi Wiraqucha (im Huarochirí-Manuskript: Quniraya Wiraqucha) der Schöpfer der Zivilisation und einer der wichtigsten Gottheiten in der Mythologie der Inka. In einer Legende wird erzählt, dass er mit seiner Frau Mama Qucha (Mutter Meer) einen Sohn hatte, Inti (Sonne), und eine Tochter, Mama Killa (Mond). In dieser Legende lässt Wiraqucha fast alle Menschen um den Titicacasee in einer Sintflut sterben, die Unu Pachakuti (Wasser-Zeitenwende) genannt wird. Zwei lässt er überleben, um die Zivilisation in die Welt zu bringen. In einer anderen Legende schuf Wiraqucha die ersten acht zivilisierten Menschen.

Tiksi (auch tiqsi) bedeutet in der Quechua-Sprache „Grundlage“, wira bedeutet „Fett“ (das die Inka als eine Quelle von Energie kannten) und qucha bedeutet „See“ (als mama qucha: „Meer“). Pacha heißt „Welt“ oder „Zeit“, kamaq „Schöpfer“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • María Rostworowski de Diez Canseco: Estructuras andinas del poder / Ideología religiosa y política. IEP Instituto de estudios peruanos. Lima 1988 (3. Auflage).
  • Waldemar Espinoza Soriano: Los Incas / Econonomía sociedad y estado en la era del Tahuantinsuyo. Amaru editores, Lima 1987 (1. Auflage).
  • Fernando Armas Asín: Wiracocha, pastoral católica y mitología del Titicaca Consideraciones desde la mitografía y la andinística. Anuario de Historia de la Iglesia, No. 11 (2002), S. 191-213.
  • Arthur Andrew Demarest: Viracocha – the nature and antiquity of the Andean High God. Peabody Museum of Archaeology and Ethnology, Harvard University, Cambridge (Massachusetts) 1981.
  • Verónica Salles-Reese: From Viracocha to the Virgin of Copacabana: Representation of the Sacred at Lake Titicaca. University of Texas Press, Austin (Texas) 1997.
  • Paul Richard Steele: Handbook of Inca Mythology, ABC-CLIO, Santa Barbara (California) 2004, S. 149–151: Cuniraya Viracocha (Coniraya Wiraqucha).

Weblinks[Bearbeiten]