Wirtel (Baukunst)

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Schaftring
Wirtel mit Wandeinband

Ein Wirtel (auch Schaftring) ist ein plastisch vortretender Ring um den Schaft einer Säule oder eines Rundpfeilers. Säulen, die einen Schaftring besitzen, werden auch als "gewirtelt“ bezeichnet.

Die Verwendung des Schaftringes geht bis auf das 12. Jahrhundert zurück und ist ein Stilelement der Romanik und Gotik. Neben der gestalterischen Wirkung erfüllt der Wirtel auch einen konstruktiven Zweck. Durch den Wirtel wurde der Querschnitt in der Mitte der Säule vergrößert, sodass das Versagensrisiko der Stütze (Knickgefahr) reduziert werden konnte. Bei knapp vor einer Wand stehenden Säulen, z.B. bei den Stufengewänden eines gotischen Portals, sind die Wirtelscheiben meist als separates Werkstück ausgeführt und binden hinten ins Mauerwerk ein. Dadurch ergibt sich eine zusätzliche Stabilisierung gegen Knicken. Bei der Gestaltung des Schaftringes verwendete man viele unterschiedliche Formen und Ornamente. Der Betrachter sollte den Eindruck gewinnen, der Ring bündle die vielen Einzelpfeiler zu einem Gesamtpfeiler. Durch diesen Effekt gewann die Säule auch optisch mehr Tragfähigkeit.

Quellen[Bearbeiten]