Wirtschaftsgemeinschaft der Länder der Großen Seen

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Die Wirtschaftsgemeinschaft der Länder der Großen Seen (französisch: Communauté Économique des Pays des Grand Lacs, CEPGL) ist eine Organisation zentralafrikanischer Staaten, die Freundschaft und Zusammenarbeit fördern soll. Sie wurde 1976 von den an die Afrikanischen Großen Seen angrenzenden Staaten Zaire (Demokratische Republik Kongo), Ruanda und Burundi gegründet. Sitz der Organisation war Gisenyi in Ruanda.

Seit Dezember 1969 hatten Kongo-Zaire, Burundi und Ruanda über eine regionale Wirtschaftsunion verhandelt. Propagierte Ziele waren zunächst eine gemeinsame Flüchtlingspolitik in den Grenzgebieten, eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen untereinander, die gemeinsame Nutzung der Gasvorkommen und Fischereiressourcen des Kivu- und Tanganjika-Sees, gemeinsame Nutzung der Wasserkraft zur Energieerzeugung und gemeinsame Bemühungen zur Industrialisierung. Dafür wurde eine gemeinsame Entwicklungsbank gegründet, die Banque de Développement des États des Grands Lacs (BDEGL). Fernziel sollte ein gemeinsamer Markt sein.

Grundlegende Probleme der Wirtschaftsgemeinschaft waren jedoch das Übergewicht Kongo-Zaires, die stärkere Orientierung Ruandas und Burundis auf die Ostafrikanische Gemeinschaft und die anhaltenden Bürgerkriege. Infolge des Völkermords in Ruanda, des Putsches in Burundi und des Beginns der Kongokriege stellte die CEPGL nach zwanzig Jahren ihre Tätigkeit 1996 zunächst ein, die drei Staaten nahmen einander feindliche Positionen sein. Nach Vermittlung Belgiens vereinbarten die drei Staaten 2008 einen für 2010 angesetzten Neubeginn, der bisher jedoch kaum sichtbar geworden ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Nohlen (Hrsg.): Handbuch der Dritten Welt, Band 5 - Ostafrika und Südafrika, Seite 535. Bonn 1993
  • Wissenschaftslexikon24.net: Wirtschaftsgemeinschaft der Länder der Großen Seen