Wirtschaftsprüfung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Wirtschaftsprüfung versteht man die Prüfung der Finanzberichterstattung von Unternehmen nach den jeweils geltenden Rechnungslegungsstandards, insbesondere im Rahmen der für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlussprüfung. Unter den Begriff fällt die Prüfung der Buchhaltung und der Bilanzierung. Eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit erfolgt nur insoweit, als dass festgestellt wird, ob eine Unternehmensfortführung wahrscheinlich ist. In der Theorie wird bei einer Wirtschaftsprüfung ein Ist- mit einem Soll-Zustand verglichen und auf der Grundlage der Abweichung ein entsprechendes Prüftestat entweder uneingeschränkt oder eingeschränkt erteilt oder verweigert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Abschlussadressaten (u.a. Investoren, Lieferanten, Kreditgeber, Mitarbeiter) den Informationen des Jahresabschlusses vertrauen können (Informationsfunktion), ein korrekter Gewinnausweis erfolgt (Zahlungsbemessungsfunktion) sowie auch mittelbar die korrekte Steuerlast (Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz). Je nach Rechnungslegungsstandard überwiegen bestimmte Funktionen, was sich durch unterschiedliche Ansatz- und Bewertungskriterien widerspiegelt.

Wirtschaftsprüfung dürfen nur nach der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) zugelassene Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer mit Unterstützung weiterer Mitarbeiter (Assistenten ohne Examen) durchführen. Davon zu unterscheiden ist eine Kontrolle durch Mitarbeiter des geprüften Unternehmens, die man dann als Innenrevision bezeichnet, oder eine Kontrolle der Finanzen eines Vereins durch aus dem Mitgliederkreis gewählte Rechnungsprüfer (Rechnungsprüfung).

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Bereits in alten babylonischen und ägyptischen Aufzeichnungen sind Hinweise auf Kontrollen zu finden. Das Römische Reich hatte bereits ein sehr ausgefeiltes System von Kontrollen für Finanzbeamte.

In der Neuzeit führten oft spektakuläre Unternehmenskrisen zu Veränderungen der Prüfungsauflagen. So führte die Pleite von Jürgen Schneider 1994 zu einer Verschärfung der Kreditprüfungsregeln für Banken in Deutschland. Spekulationsverluste von Unternehmen wie der Metallgesellschaft führten zum Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Nach Bilanzmanipulationen bei Enron und Worldcom wurde 2002 der Sarbanes-Oxley Act erlassen.

Entstehung in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland entstand die erste staatliche Rechnungskontrollbehörde 1701. Die erste Verpflichtung zur Prüfung ergab sich in Deutschland 1870. Das Aktienrecht wurde geändert und damit war der Aufsichtsrat verpflichtet, den Jahresabschluss zu prüfen und der Hauptversammlung darüber zu berichten. 1884 wurde das Aktienrecht erneut überarbeitet. Jetzt mussten Aktiengesellschaften ihren Jahresabschluss unter bestimmten Bedingungen von einem externen Prüfer prüfen lassen. 1896 wurde der Verband Berliner Bücherrevisoren gegründet, welcher 1905 zum „Verband Deutscher Bücherrevisoren“ (VDB) wurde. Damit war der erste Zusammenschluss von Wirtschaftsprüfern entstanden. 1929 waren 853 Prüfer Mitglied beim VDB.

Aktuelle Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Heute hat die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) mit Sitz in Berlin ca. 21.700 Mitglieder (Stand: 1. Juli 2013).[1]

Der Markt der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland[Bearbeiten]

2013 bestimmten die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung:[2]

Rang Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
1 PwC AG 1.515,0 9.299
2 KPMG AG 1) 1.334,3 9.170
3 Ernst & Young GmbH 2) 1.271,9 7.746
4 Deloitte GmbH 682,4 5.259
5 BDO AG 195,0 1.772
6 Rödl & Partner GbR 160,9 1.650
7 Ebner Stolz Gruppe 150,4 954
8 Baker Tilly Roelfs Gruppe 94,5 750
9 Warth & Klein Grant Thornton AG[3] 83,6 792
10 RBS RoeverBroennerSusat GmbH & Co. KG 74,8 638
  • *) Daten teilweise geschätzt
  • 1) inkl. Rechtsberatung
  • 2) Gesamtumsatz der EY-Gruppe: 1.307,8 Mio. € (2013); 1.197,4 Mio. € (2012).Gesamtmitarbeiter: 7.920 (2013); 7.389 (2012)

Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes werden mit Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung (ohne Steuerdeklaration und Buchhaltung), Corporate Finance und/oder Rechtsberatung erzielt, davon entfallen mindestens 15 Prozent auf Wirtschaftsprüfung (Abschlussprüfung, ohne Beratung). Weiterhin sind nur selbstständig organisierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften enthalten (keine Netzwerkgesellschaften oder Allianzen). So ist sichergestellt, dass nur Unternehmen gelistet sind, deren Kerngeschäft im betrachteten Markt angesiedelt ist.

Die Lünendonk GmbH betrachtet seit 2006 kontinuierlich den Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsmarkt in Deutschland. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden zahlreiche mittelgroße und kleine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften (WP) zu Vergleichszwecken in die Analysen einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind. Die Lünendonk-Analyse des Jahres 2013 umfasst 94 Unternehmen (77 Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, 17 Netzwerke) inklusive der Top 25. Letztere sind gemäß ihres Inlandsumsatzes gelistet.

Zum Stichtag 1. Juli 2013 waren in der Wirtschaftsprüferkammer (WPK), Berlin, 2.793 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vertreten. Dabei zählte die Kammer 14.594 Wirtschaftsprüfer und 3.304 vereidigte Buchprüfer zu ihren Mitgliedern.[1] Die Vielzahl an Unternehmen deutet auf einen stark atomisierten Markt hin. Die in Deutschland agierenden Marktteilnehmer lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • die großen internationalen Player (Big Four: PwC, KPMG, Ernst & Young, Deloitte)
  • die internationalen Netzwerke
  • mittelgroße WP-Gesellschaften (inklusive Next Ten)
  • kleine Prüfungsunternehmen und „Einzelkämpfer“.

In Hinblick auf das Marktvolumen sind in der Literatur kaum valide und konsistente Daten vorhanden. Dies kann einerseits auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden basieren, andererseits auf unterschiedlichen Definitionen des „Wirtschaftsprüfungs-Marktes“. Viele WP-Gesellschaften bieten über ihr ursprüngliches Tätigkeitsfeld Prüfung hinaus auch andere Dienstleistungen wie Steuer-, Rechts- und Finanzierungsberatung an. Auch Management- und IT-Beratungskompetenzen wurden und werden vereinzelt ausgebaut. Bereits seit 2008 erzielt der Durchschnitt der befragten Unternehmen mehr Umsatz mit Steuerberatung als mit Wirtschaftsprüfung. Je nachdem, welche Leistungen einbezogen werden, ergeben sich unterschiedliche Zahlen.

Die Lünendonk GmbH schätzt das Volumen des Wirtschaftsprüfungsmarktes 2012 auf rund 11,5 Milliarden Euro. Reine Steuerberatungs- und Rechtsberatungsleistungen sind hierin nicht berücksichtigt. Wie in jedem Jahr erhob Lünendonk auch 2013 im Rahmen einer schriftlichen Befragung Zahlen, Daten und Fakten von in Deutschland tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften sowie Netzwerken.

Für den Gesamtmarkt wurde für das Jahr 2013 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 3,3 Prozent prognostiziert. Der Median (Zentralwert) von 3,0 Prozent bestätigt diesen Wert. Somit ist diese Vorhersage im Vergleich zu den Einschätzungen aus den Jahren 2012 und 2011 konstant. Der Mittelwert der Marktwachstumserwartung für den Zeitraum 2013 bis 2018 p.a. beträgt ebenfalls 3,3 Prozent (Median: 3,0%). Im Vergleich zu den Prognosen der letzten Jahre ist festzustellen, dass sich die Erwartungen wieder positiv entwickeln (2012-2017: 3,0% p.a., 2011-2016: 3,0% p.a., 2010-2015: 3,1% p.a., 2009-2014: 3,9% p.a.). Auch die langfristige Prognose (2018-2020 p.a.) gestaltet sich mit einem Mittelwert von 3,0 Prozent optimistischer. Auffällig ist, dass sich die mittelfristigen Prognosen als optimistischer erweisen als die kurzfristigen. Normalerweise fallen die Annahmen desto konservativer aus, je weiter sie in der Ferne liegen. In diesem Fall erwarten die Studienteilnehmer mittel- sowie langfristig eine dynamische Entwicklung des Marktvolumens in Deutschland.

Die 77 analysierten selbstständigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 4,6 Prozent gewachsen. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr (2011: 6,6%; 2010: 2,2%; 2009: 4,6%; 2008: 9,0%; 2007: 8,2%). Jedoch hatten die Teilnehmer diese Entwicklung in der Vorjahresstudie vorhergesagt: Sie erwarteten für 2012 ein Wachstum von 4,8 Prozent. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise scheinen die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften in Deutschland zwar überwunden zu haben. Jedoch sind die großen Anbieter deutlich stärker gewachsen als die mittelgroßen und kleinen Unternehmen. Vom durchschnittlichen Marktwachstum profitieren demnach nicht alle WP-Gesellschaften. Im Gegenteil: Der Zugewinn der einen geschieht häufig zulasten der anderen Marktteilnehmer. Daher halten sich die Teilnehmer bei der Umsatzprognose für 2013 erneut zurück: Sie geben an, im aktuellen Geschäftsjahr im Durchschnitt um 5,0 Prozent wachsen zu wollen. Langfristig gehen die WP-Gesellschaften wieder von etwas höherem Zuwachs aus. In den Jahren 2013 bis 2108 soll das jährliche Wachstum 5,3 Prozent betragen.

Die analysierten WP-Gesellschaften generierten 2012 45,0 Prozent ihres Umsatzes mit Steuerberatung (2011: 44,9%) und 37,6 Prozent mit Wirtschaftsprüfung (2011: 37,8%). Auch sonst sind keine besonderen Veränderungen aufgetreten. 8,2 Prozent wurden erneut mit Advisory umgesetzt. Die Anteile von Rechtsberatung (6,2%) und „Sonstige“ Leistungen (3,0%) liegen in etwa auf Vorjahresniveau.

Im Durchschnitt waren im Jahr 2012 pro Unternehmen 711 Mitarbeiter angestellt (2011: 691).

Die stärkeren Wachstumsraten der Top-25-Gesellschaften – aber auch mittelgroßer Sozietäten – basieren nicht nur auf organischem Wachstum. So nahmen im Geschäftsjahr 2012 die Übernahmen und Fusionen signifikant zu. Hierbei wurden nicht nur Managementberatungen integriert – was meist zu Berichterstattungen in den Wirtschaftsmedien führte –, sondern auch andere WP-Gesellschaften, Steuerberatungen, steuerliche Rechtsberater oder auch spezialisierte IT- respektive Software-Häuser.

Interessant ist hier besonders der starke Ausbau der Advisory und Consulting Services in den zurückliegenden Jahren. PwC verstärkte sich unter anderem mit PRTM, Kampus und 50 Prozent der Anteile der Intes-Akademie; KPMG mit BrainNet, Dr. Geke & Associates sowie TellSell Consulting; EY mit J&M. Und auch die WP-Gesellschaft Deloitte, die sich im Gegensatz zu den anderen Big-Four-Mitgliedern zu Beginn dieses Jahrtausends nicht von ihrer Consulting-Sparte trennte, erweitert die ohnehin starke Beratungsexpertise unter anderem durch den Erwerb der Monitor Group sowie der Eingliederung des langjährigen Rechtsberatungspartners Raupach & Wollert-Elmendorf. Im Oktober 2013 verkündete PwC die Übernahme der internationalen Strategie- und Managementberatung Booz & Company – unter Vorbehalt der Zustimmung der US-amerikanischen Kartellbehörde soll diese im März 2014 abgeschlossen sein.

Neben den Big Four bauen auch andere größere WP-Gesellschaften aus den Reihen der „Next Ten“ – also den zehn Positionen der Lünendonk-Liste nach den Big Four – die Beratungstätigkeiten aus. Damit versuchen sie, sich als Alternative zu den Big Four zu positionieren. Neben einem integrierten Portfolio gehört eine gewisse Umsatzgröße zu diesem Wachstumsziel. In der Tat wird der Druck auf die mittelgroßen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberater größer: Zum einen fragen Kunden vermehrt integrierte, teilweise länderübergreifende Services nach. Zum anderen stoßen große WP-Gesellschaften in den Mittelstand vor. Diese so genannte „Stuck-in-the-middle“-Position birgt zukünftig Herausforderungen.

Lehrstühle für Wirtschaftsprüfung an deutschen Universitäten[Bearbeiten]

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt lediglich die Informationen wieder, die die Hochschulen für den Studienführer "Wirtschaftsprüfung" der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) geliefert haben. Demnach sind an folgenden deutschen Universitäten Lehrstühle für das Fach Wirtschaftsprüfung eingerichtet:[4]

  1. Universität Augsburg: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsprüfung und Controlling, Wolfgang Schultze
  2. Otto-Friedrich-Universität Bamberg: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Brigitte Eierle
  3. Universität Bayreuth: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre II: Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Sebastian Schanz
  4. Universität Bayreuth: Lehrstuhl BWL X - Internationale Rechnungslegung, Rolf Uwe Fülbier
  5. Freie Universität Berlin: Department of Finance, Accounting and Taxation (FACTS), insbesondere Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung, Klaus Ruhnke
  6. Humboldt-Universität zu Berlin: Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung, Joachim Gassen
  7. Ruhr-Universität Bochum: Lehrstuhl für Accounting, insbesondere Auditing, Jürgen Ernstberger
  8. Universität Bremen: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Franz Jürgen Marx
  9. Technische Universität Chemnitz: Professur BWL X, Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Michael Hinz
  10. Technische Universität Chemnitz: Professur BWL I, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Silke Hüsing
  11. Technische Universität Darmstadt: Fachgebiet Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung, Reiner Quick, Anette von Ahsen
  12. Universität Duisburg-Essen: Mercator School of Management. Campus Duisburg: Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling, Annette G. Köhler
  13. Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main: Abteilung Rechnungswesen / Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance, Hans-Joachim Böcking
  14. Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main: Abteilung Rechnungswesen / Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung und Rechnungslegung, Michael Hommel
  15. Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder): Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Stephan Kudert
  16. Justus-Liebig-Universität Gießen: Lehrstuhl für Internationales Management, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Martin Glaum
  17. Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald: Lehrstuhl für Unternehmensprüfung und -besteuerung, Torsten Mindermann
  18. Universität Hamburg: Lehrstuhl für Revisions- und Treuhandwesen, Carl-Christian Freidank
  19. Universität Hohenheim, Stuttgart: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Prüfungswesen, Holger Kahle
  20. Universität Hohenheim, Stuttgart: Lehrstuhl für Rechnungswesen und Finanzierung, Dirk Hachmeister
  21. Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Controlling und Wirtschaftsprüfung, Max Götsche
  22. Handelshochschule Leipzig Graduate School of Management: Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling, Henning Zülch
  23. Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Stefan Rammert
  24. Universität Mannheim: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen, Dirk Simons
  25. Universität Mannheim: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsprüfung, Area Accounting & Taxation, Jens Wüstemann
  26. Philipps-Universität Marburg: Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungslegung, Sascha H. Mölls
  27. Ludwig-Maximilians-Universität München: Seminar für Rechnungswesen und Prüfung, Wolfgang Ballwieser
  28. Westfälische Wilhelms-Universität, Münster: Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Hans-Jürgen Kirsch
  29. Universität Osnabrück: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Bilanz-, Steuer- und Prüfungswesen, Michael Wosnitza
  30. Universität Potsdam: Lehrstuhl für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung im privaten und öffentlichen Sektor, Ulfert Gronewold
  31. Universität Regensburg: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Financial Accounting and Auditing, Axel Haller
  32. Universität Rostock: Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling, Peter Lorson
  33. Universität Rostock: Lehrstuhl für ABWL, Bank- und Finanzwirtschaft, Susanne Homölle
  34. Universität Rostock: Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und -besteuerung, Stefan Göbel
  35. Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Institut für Wirtschaftsprüfung, Michael Olbrich
  36. Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, Alois Knobloch
  37. Universität Siegen: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Prüfungswesen und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Rainer Heurung
  38. Universität Siegen: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungslegung und Corporate Governance, Andreas Dutzi
  39. Universität Trier: Lehrstuhl WP.C - Wirtschaftsprüfung und Controlling, Matthias Wolz
  40. Eberhard Karls Universität Tübingen: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Renate Hecker
  41. Eberhard Karls Universität Tübingen: Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Martin Ruf
  42. Universität Ulm: Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung, Kai-Uwe Marten

Ablauf einer Prüfung[Bearbeiten]

Grundlagen[Bearbeiten]

Wirtschaftsprüfer üben einen freien Beruf aus, der einen rechtlichen Rahmen durch eine Vielzahl gesetzlicher Vorschriften erhält, insbesondere die Wirtschaftsprüferordnung und das Handelsgesetzbuch. Hinzu kommen standesrechtliche Berufsgrundsätze, die zwar formell keine Gesetze sind, aber für die Wirtschaftsprüfer herausragende Bedeutung haben.

Dies sind die Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, wie sie vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) formuliert werden. Insbesondere die Prüfungsstandards geben dem Wirtschaftsprüfer sehr detailliert vor, wie Aufträge anzunehmen, zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren sind.

Den Prüfungsstandards kommt dabei insofern Quasi-Gesetzesrang zu, als dass der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer fast durchgängig der Ansicht ist, dass die Nichtanwendung der Standards ohne ausreichende Dokumentation eine Berufspflichtverletzung ist. Die Verletzung von Berufspflichten kann durch die Wirtschaftsprüferkammer sanktioniert werden.

Prüfungstechniken[Bearbeiten]

Eine Prüfung erfolgt in der Regel durch Stichproben. Dabei wird in Bereichen mit hohem Risiko eine vergleichsweise hohe Stichprobenanzahl verwendet. Der Abschlussprüfer legt vor dem Beginn der eigentlichen Prüfungshandlungen fest, nach welchen Kriterien Fehler als unwesentlich anzusehen sind und wann sie als wesentliche Fehler Einfluss auf den Bestätigungsvermerk nehmen. Diese Kriterien werden sowohl für den Gesamtbereich als auch für die einzelnen Prüfungsfelder festgelegt.

Die Prüfungstechniken können in die

  • Systemprüfung (z. B. Prüfung des Internen Kontrollsystems oder Lohn- und Gehaltsabrechnungssystem) mit
    • Aufbauprüfung und
    • Funktionsprüfung sowie die
  • aussagebezogene Prüfung mit
    • analytischen Prüfungshandlungen und
    • Einzelfallprüfung

unterteilt werden.

Prüfungsrisiko[Bearbeiten]

Prüfungsrisiko in der Jahresabschlussprüfung beschreibt das Risiko, dass vom Abschlussprüfer ein Bestätigungsvermerk erteilt wird, obwohl im Jahresabschluss wesentliche Fehler enthalten sind. Diese Fehler können dazu führen, dass über den von der Prüfungsgesellschaft ausgestellten Comfort Letter die prüfende Gesellschaft in Haftung genommen wird.

Bei dem Prüfungsrisiko unterscheidet man

  • das Fehlerrisiko mit
    • dem inhärenten Risiko: dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt Fehler im Jahresabschluss enthalten sind,
    • dem Kontrollrisiko: Wahrscheinlichkeit, dass Fehler enthalten sind, welche nicht durch interne Kontrollmechanismen z. B. die Interne Revision entdeckt werden und
  • das Entdeckungsrisiko: die Wahrscheinlichkeit, dass der Abschlussprüfer wesentliche Fehler nicht entdeckt.

Arten von Prüfungen[Bearbeiten]

Das Hauptgebiet der Tätigkeit von Wirtschaftsprüfern ist die Jahresabschlussprüfung. Daneben werden Zwischenabschlüsse geprüft, etwa bei Unternehmensveräußerungen, Umwandlungen oder anderen Strukturveränderungen. Selten, aber besonders arbeitsintensiv sind Sonderprüfungen zur Aufdeckung vermuteter Unregelmäßigkeiten.

Kritik[Bearbeiten]

Von Seiten der Wissenschaft und der Praxis wird immer wieder Kritik an der Konzeption der Wirtschaftsprüfung geübt, da ein Wirtschaftsprüfer bei jeder Prüfung in dem Zielkonflikt steckt, einerseits sorgfältig – seinem Auftraggeber gegenüber kritisch – zu prüfen und andererseits wieder den Prüfungsauftrag für das nächste Jahr zu bekommen. Allerdings wird i.d.R. auch der Auftraggeber daran interessiert sein, wirtschaftliche Entscheidungen auf der Grundlage eines Rechenwerks zu treffen, das die Unternehmenslage richtig abbildet. Der Markt der Wirtschaftsprüfungen wird zum größten Teil von vier großen Unternehmen kontrolliert, den sog. Big Four, und ist durch einen intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. In der Vergangenheit wurden Wirtschaftsprüfungen häufig genutzt, um an lukrativere Aufträge in der Unternehmensberatung zu kommen; das hat teilweise zu Gesetzesänderungen geführt.

Der deutsche Gesetzgeber hat mit dem Bilanzrechtsreformgesetz unter anderem § 319a HGB neu eingeführt, der besondere Ausschlussgründe für den Abschlussprüfer konstituiert. So gibt es u.a. das Verbot, Prüfungs- und bestimmte Beratungsleistungen bei demselben Mandanten zu erbringen. Faktisch sind Einschränkungen des Testats selten – gemessen an der Gesamtzahl geprüfter Jahres- und Konzernabschlüsse. Auch in Deutschland gab es trotz eines ausgebauten Systems der Unternehmensprüfung eine Reihe großer Bilanzskandale und Unternehmenszusammenbrüche, bei denen die Wirtschaftsprüfer keine Einschränkung in das Testat geschrieben hatten, z. B. der Skandal um den Zusammenbruch der Bankgesellschaft Berlin.

Andererseits weist das Testat des Wirtschaftsprüfers darauf hin, dass das Ergebnis der Prüfung nur mit „hinreichender Sicherheit“ festgestellt werden kann. Ein Schutz gegen betrügerisches Verhalten wird durch das Testat nicht gewährleistet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mitgliederstatistik der WPK. Stand 1. Juli 2013. Wirtschaftsprüferkammer (WPK). Körperschaft des öffentlichen Rechts, S. 2, abgerufen am 19. Oktober 2013 (PDF, ca. 2,5 MB).
  2. Lünendonk-Liste 2014 "Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland" (PDF; 282 kB)
  3. Homepage Warth & Klein Grant Thornton AG
  4. Studienführer "Wirtschaftsprüfung" Wintersemester 2013 / 2014. Wirtschaftsprüferkammer (WPK). Körperschaft des öffentlichen Rechts, S. 1-21, abgerufen am 20. Oktober 2013 (PDF, 152 KB).