Wischhafen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wischhafen
Wischhafen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wischhafen hervorgehoben
53.77239.31801944444441Koordinaten: 53° 46′ N, 9° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Nordkehdingen
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 33,68 km²
Einwohner: 3039 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 21737, 21734
Vorwahlen: 04770, 04779
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 040
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
21729 Freiburg/Elbe
Webpräsenz: www.nordkehdingen.de
Bürgermeister: Bernd Tietje (CDU)
Lage der Gemeinde Wischhafen im Landkreis Stade
Balje Krummendeich Freiburg/Elbe Oederquart Wischhafen Drochtersen Großenwörden Engelschoff Hammah Düdenbüttel Himmelpforten Burweg Kranenburg Estorf Oldendorf Heinbockel Stade Deinste Fredenbeck Kutenholz Jork Buxtehude Apensen Beckdorf Sauensiek Ahlerstedt Brest Bargstedt Harsefeld Nottensdorf Bliedersdorf Horneburg Dollern Agathenburg Landkreis Stade Niedersachsen Landkreis Cuxhaven Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Hamburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Grünendeich Mittelnkirchen Neuenkirchen Guderhandviertel Steinkirchen Hollern-TwielenflethKarte
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Wischhafen (plattdeutsch Wischhoben) ist eine niedersächsische Gemeinde in der Samtgemeinde Nordkehdingen im Landkreis Stade mit rund 3.000 Einwohnern. Der Ort liegt in Kehdingen an der Elbe.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird im Norden von der Elbe begrenzt. Im Osten grenzt die Wischhafener Süderelbe die Gemeinde von Krautsand und der Gemeinde Drochtersen ab. Im Südwesten liegt Osten, während sich im Nordwesten Oederquart und Freiburg/Elbe anschließen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Wischhafen besteht aus den Ortsteilen Hamelwörden, Wischhafen, Neuland, Wolfsbruchermoor, Neulandermoor, Hamelwördenermoor und zu kleinen Teilen auch Dösemoor.[2] Weitere Wohnplätze sind Altendorf, Dösehof, Hamelwördener Defensionsdeich, Holenweg, Holenwisch, Hollerdeich, Köckweg, Schinkel (teilweise) und Wolfsbruch.

Geschichte[Bearbeiten]

Laut archäologischer Untersuchungen wurden die Kehdinger Marsch ab dem 4. Jh. v. Chr. besiedelt. Zu der Zeit war Kehdingen eine einzige Insellandschaft, die durch Priele getrennt wurde.

Die ersten schriftlichen Erwähnungen in Dokumenten von Kehdingen sind von den römischen Geschichtsschreibern Tacitus und Plinius, ein römische Offizier, überliefert.

Die weitgehende Autonomie Kehdingens endete erst zu Beginn des 16. Jh., als es dem Bremer Erzbischof Christoph gelang, das Land einer durchorganisierten Finanzverwaltung zu unterwerfen.

Die Gemeinden Balje, Krummendeich, Oederquart, Wischhafen und der Flecken Freiburg/Elbe(an der Elbe) haben sich am 28. Dezember 1970 anstelle einer vorgesehenen Einheitsgemeinde für die Bildung einer Samtgemeinde entschieden. Somit haben die 5 Mitgliedsgemeinden innerhalb der mit Wirkung vom 1. Januar 1971 entstandenen Samtgemeinde ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Wischhafen wurde 2008 in das Dorferneuerungsprogramm Niedersachsen aufgenommen. Ziel ist es zweckdienliche Projekte umzusetzen.[3]

Religionen[Bearbeiten]

Kirche St. Dionysius in Hamelwörden

Ein Großteil der Bevölkerung ist konfessionell mit der evangelisch-lutherischen Religion verbunden. Die genutzte Hauptkirche St. Dionysius befindet sich im Zentrum des Ortsteils Hamelwörden.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

Partei: Stimmen: Sitze:
SPD 45,94 % 7
CDU 54,06 % 8

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Heinrich von Borstel (SPD) bis 2011
  • Bernd Tietje (CDU) ab 2011, bestellter Gemeindedirektor ist Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf silbernem Grund einen grünen Berg, der von einem silbernen Wellenbalken durchflossen wird. Oberhalb sind drei Wolfsangeln dargestellt.

Der grüne Berg weist auf den ältesten Siedlungsplatz der Gemeinde, der Kirchenwurt und dem Ortsteil Altendorf, hin. Der Wellenbalken ist sowohl Hinweis auf das Wappen der Familie von Drewes wie auch Symbol für die Bedeutung der Schifffahrt für den Ort an der Elbe. Die Wolfsangeln weisen darauf hin, dass im Ortsteil Wolfsbruch die letzten Wölfe Kehdingens gefangen wurden.

Das Wappen wurde am 5. August 1948 vom niedersächsischen Innenministerium genehmigt und damit offiziell.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Museumsschiff Iris-Jörg

Seit 1995 besteht in Wischhafen das Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum, das unter anderem ein eigenes Museumsschiff, das ehemalige KüstenmotorschiffIris-Jörg“, besitzt.

Sport[Bearbeiten]

Wischhafen hat unter anderem einen Turnverein, Tennisverein, Tischtennisverein, Schießverein und Fußballclub. In letzterer Hinsicht wird mit Dornbusch (Teil der Gemeinde Drochtersen) kooperiert und der Verein FC Wischhafen/Dornbusch wurde im Jahr 2000 gegründet. Derzeit spielt die erste der drei Mannschaften in der Kreisliga Stade. Im Jugendbereich wiederum wird seit der Saison 2010/2011 mit der SG Freiburg/Oederquart und dem TSV Großenwörden kooperiert und man spielt gemeinsam in der JSG Nord. Ferner werden noch andere Sportarten angeboten, wie zum Beispiel Volleyball und Leichtathletik.

Tourismus[Bearbeiten]

Wischhafen liegt an der Deutschen Fährstraße.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Elbfähre

Zwischen Wischhafen und Glückstadt in Schleswig-Holstein besteht eine Fährverbindung über die Elbe. Der Anleger befindet sich nordöstlich des Hochwasserschutzsperrwerks an der Süderelbe. Vom Fähranleger aus führt die B 495 in westlicher Richtung zu dem Ort Osten (Oste) und schließt bei Hemmoor an die B 73 an. Die L 111 ist von Süden aus Drochtersen kommend ein Stück weit mit der B 495 identisch, führt dann aber nach Freiburg weiter.

Dieses Sperrwerk Wischhafen ist in den Elbe-Radwanderweg einbezogen, steht dem Radverkehr aber nur an etwa 40 Tagen im Jahr für jeweils zweimal zwei Stunden zur Verfügung.

Die schmalspurige Kehdinger Kreisbahn, die Wischhafen mit Stade und Itzwörden (Oste) verband, wurde bereits 1936 stillgelegt und restlos demontiert. An ihrer Stelle verkehrt heute die Omnibuslinie 2025 Stade - Drochtersen - Wischhafen - Freiburg - Itzwörden, die von der KVG Stade betrieben wird und dem Hamburger Verkehrsverbund angeschlossen ist.

Momentan ist als Teil der A 20 eineTunnelverbindung zwischen Ritsch und Schleswig-Holstein geplant.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Wischhafen ist der Hauptsitz der Karl Meyer AG, einem Unternehmen, das in den Bereichen Entsorgung und Recycling tätig ist. Der zweitgrößte Arbeitgeber ist die Niederlassung der Gerhard Rode Rohrleitungsbau GmbH & Co KG. Neben diesen beiden sind noch „Bernhardt Bauunternehmen Kehdingen“ und die Elbfähre Glückstadt–Wischhafen große Arbeitgeber. Darüber hinaus sind einzelne kleinere Betriebe in Wischhafen sesshaft.

In der Gemeinde Wischhafen werden 7,7 ha als Gewerbefläche genutzt.

Hebesätze[Bearbeiten]

Die Grundsteuer beträgt zur Zeit 370 und ist seit mehreren Jahren konstant. Auch die Gewerbesteuer ist seit mehreren Jahren unverändert bei 360 Punkten.

Öffentliche Finanzen[Bearbeiten]

Die öffentlichen Kassen der Gemeinde weisen seit mehreren Jahren teils Defizite auf. In den nächsten Jahren wird ständig Schulden getilgt. Ende 2007 lag die Verschuldung bei 298.300 €, was derzeit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 97€ entspricht. In den kommenden Jahren soll stets mindestens 20.600 € Schulden getilgt werden. So soll Ende 2011 die Verschuldung bei 214.000 € liegen, was wiederum bei derzeitigem Einwohnerstand eine Verschuldung von 70 € entsprechen würde.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Touristikverein Kehdingen
  • JugendKonferenz Wischhafen

Diese wurde im Jahre 2007 gegründet und setzt sich aus Vereinen und Institutionen der Gemeinde Wischhafen zusammen. Die JuKo veranstaltet regelmäßig Ausfahrten und Veranstaltungen für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde: Weitere Infos unter: www.jukos.de/Wischhafen.

Bildung[Bearbeiten]

  • Nils Holgersson-Grundschule
  • Kindergarten Wischhafen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Werner von Bargen (1898−1975), Botschafter
  • Richard Toborg (* 1927), Politiker (CDU), ehemaliger Abgeordneter des niedersächsischen Landtages, Land- und Gastwirt i. R.
  • Heinrich von Borstel (* 1936), Politiker (SPD), Abgeordneter des niedersächsischen Landtages

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Reichert u. a.: Chronik der Gemeinde Wischhafen in zwei Bänden, Stade 2001
  • Hamelwörden. In: Heinrich Schmidt-Barrien: Aus meinen Jungensjahren. Uthlede, Hamelwörden und Barrien. 1902 – 1917. Heide 1992, Seite 26-127; ISBN 3-8042-0572-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wischhafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. www.nordkehdingen.de
  3. Dorferneuerungsprogramm