Wisentgehege Springe

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Wisentgehege Springe
Vollständiger Name Wisentgehege Springe
Ort Zum Saupark
31832 Springe
Fläche 90 Hektar
Eröffnung 1928
Tierarten 108 Arten im April 2013
Organisation
Trägerschaft Niedersächsische Landesforsten
Förderorganisationen Freunde des Wisentgeheges
Bison bonasus (Linnaeus 1758).jpg

Das Wisentgehege wurde nach Wisenten benannt, die hier im Gehege naturnah leben. Abgebildet ist ein Wisent der Flachland-Kaukasus-Linie (Bison bonasus caucasicus) aus der Springer Erhaltungszucht.

Wisentgehege Springe (Niedersachsen)
Wisentgehege Springe
52.1886944444449.6044166666667Koordinaten: 52° 11′ 19,3″ N, 9° 36′ 15,9″ O

Das Wisentgehege Springe ist ein Wildpark im Süden der Region Hannover in der Nähe von Springe. Es war ursprünglich nur für die Zucht von Wisenten bestimmt, dient aber heute der Zucht zahlreicher Wildarten. Auf dem 90 Hektar großen Gelände zwischen Eldagsen und Springe im Saupark Springe werden rund 100 Wildarten gehalten. Als Lebensgebiet des stark gefährdeten Eremiten ist es zusammen mit dem Hallerbruch ein 212 Hektar großes Fauna-Flora-Habitat. Träger des Wisentgeheges sind die Niedersächsischen Landesforsten, eine Anstalt des öffentlichen Rechts.[1] Das Wisentgehege wurde in dem Jahr 2012 von mindestens 152.000 Besuchern aufgesucht. 70 % der Besucher sind Erwachsene, 30 % sind Kinder.

Inhaltsverzeichnis

Lage[Bearbeiten]

Lage des Wisentgeheges im Saupark Springe

Das Wisentgehege befindet sich im Nordosten des von einer Natursteinmauer umgebenen Staatsforst Saupark. Der Saupark wird von der Landesstraße L 461 durchschnitten, die von Eldagsen nach Springe führt. Nördlich dieser L 461 befinden sich der Hallerbruch und das Wisentgehege Springe. Von der L 461 führt die Kreisstraße K 213 nach Alverode. Diese L 461 trennt das Wisentgehege von dem Hallerbruch. Beide Waldgebiete gehören aber naturräumlich zusammen.

Ursprünglich handelte es sich bei dem von der Kreisstraße K 213 durchgeschnittenen Waldgebiet des Wisentgeheges und des Hallerbruchs um einen großen Hutewald, in dem die Bewohner der umliegenden Orte ihre Schweine, Pferde, Ziegen und Kühe hüteten. So entstanden die einzelstehenden uralten Eichen und Buchen, die diese Parklandschaft prägen. Den Baumveteranen ist es zu verdanken, dass dieses Gebiet eine große Anzahl von sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Bestimmte Käferarten nutzen diese alten Bäume und ihr Totholz als ihr Biotop.

Einer dieser Käfer, der Eremit, hat hier seine größte Population in Niedersachsen. Da der Eremit in der Roten Liste als stark gefährdet gilt, ist er zusammen mit seinem Lebensraum unter Schutz gestellt. Das ist der Grund dafür, dass der Hallerbruch und das Wisentgehege als Fauna-Flora-Habitat ein Bestandteil des europäischen Schutzsystems Natura 2000 geworden ist. Neben anderen Urwaldreliktarten, die früher nur in Urwäldern lebten, bietet der Hallerbruch auch Wildkatzen, vier Spechtarten, Fledermäusen und verschiedenen anderen Tierarten ein einzigartiges Rückzugsgebiet.[2] Im Wisentgehege wurde im Jahr 2012 eine von Eremitenkäfern besiedelte Eiche mit Stahlseilen gesichert, um ihre Standsicherheit zu gewährleisten.

Verschneiter Hutewald im Wisentgehege Springe.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zucht der Wisente im Wisentgehege[Bearbeiten]

Im Jahr 1921 starb der letzte frei lebende Wisent in Polen. 1922 waren in der freien Wildbahn alle Wisentbestände erloschen, in Gefangenschaft lebten nur noch 56 reinblütige Wisente. 1923 gründeten polnische und deutsche Zoologen eine Gesellschaft, um Wisente vor dem Aussterben zu retten. Das Wisentgehege wurde 1928 am Rand des Saupark Springe unter Anleitung des Direktors des Berliner Zoos Professor Lutz Heck als Schutzgehege für die Zucht von Wisenten der Flachland-Kaukasus-Linie angelegt. Ziel der Einrichtung war es, den Wisent als das größte Säugetier in Europa vor dem Aussterben zu retten. Es war 1928 nicht möglich, an reinrassige Wisentkühe zu kommen, um eine Wisentherde im Wisentgehege zu gründen. So erfolgten die ersten Zuchtversuche mit dem Wisentstier Bernstein aus dem Zoo Berlin, der später Iwan genannt wurde, und mit drei amerikanischen Bisonkühen in Form einer Verdrängungszucht. Man versuchte durch Rückkreuzungen die Bisonerbanlagen zu verdrängen. Die Verdrängungszucht gelang sehr gut, und die Bastarde erwiesen sich als sehr widerstandsfähig. 1935 konnten aber reinrassige Wisentkühe aus dem Tiergarten der Schlossanlage Boitzenburg angekauft werden, und die Zucht konnte entsprechend umgestellt werden. Mit dem Wisentstier Bernstein und den reinrassigen Wisentkühen war danach eine reinblütige Zucht möglich. Die Bastarde wurden 1935 abgegeben.

Besonders wichtig war die Begründung eines tuberkulosefreien Wisentbestandes. Ein Bullkalb und zwei Kuhkälber wurden gleich nach der Geburt von den Müttern getrennt und mit Ersatzmilch aus der Flasche von Hand aufgezogen. Diese Sonderzucht, 1965 bis 1967 streng getrennt von den übrigen Wisenten, bildete den neuen tuberkulosefreien Grundstock für die heutige Springer Herde. Bis zum Jahr 2010 wurden 323 reinblütige Wisente geboren, was erheblich zum bisherigen Überleben der Art beigetragen hat. Zur Vermeidung von Inzucht werden hier geborene Wisente gegen Wisente von anderen Standorten ausgetauscht. Bis 2012 wurden etwa 140 Wisente in Wiederansiedlungsprojekte, Zuchtstationen und Beweidungsprojekte abgegeben.

Rechtes Auge des Wisent der Flachland-Kaukasus-Linie mit querovaler Pupille im Wisentgehege Springe

2009 lag der Weltbestand an reinblütigen Wisenten laut Zuchtbuch bei etwa 4.000 Individuen, davon leben über 2.100 in der freien Wildbahn oder in Großreservaten.[3] Ziel ist ein weltweiter Bestand von 10.000 Wisenten. Dabei soll die Inzucht gering und die genetische Vielfalt möglichst hoch gehalten werden. Eine besondere Gefährdung der Wisente ist die Blauzungenkrankheit, der in Deutschland im Jahr 2007 etwa 50 Wisente zum Opfer gefallen sind.[4] Alle Wisente werden in dem Weltwisentzuchtbuch, das im Białowieża-Nationalpark geführt wird, registriert. Die Namen der Wisente von der Flachland-Kaukasus-Linie aus der Springer Zucht tragen die Anfangsbuchstaben Sp für Springe. Die Namen der in Springe geborenen Wisente der Flachland-Bialowieża-Linie beginnen mit De für Deister. Bereits an dem Namen wird deutlich, aus welcher Zucht die Wisente stammen und welcher Zuchtlinie sie angehören.

Die Erfassung der Tierbestände im Wisentgehege geschieht in der internationalen Datenbank International Species Information System. Hier sind die wichtigen Informationen über sämtliche Tiere des Wisentgeheges gespeichert und für die anderen Tierparks zugänglich. Dadurch ist das Wisentgehege mit Tierparks weltweit vernetzt, die Tiere für ihre Zucht benötigen. So findet ein reger Austausch der Tiere mit anderen Zuchtstätten statt, der eine Degeneration der Bestände verhindert. Seit 1995 gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm für die Wisente, dem auch die Zucht im Wisentgehege Springe angehört.

Das Wisentgehege Springe ist seit dem 25. März 2010 eines von vier Regionalzentren in der Europäischen Zuchtorganisation European Bison Conservation Center (EBCC)[5] zur Betreuung der Wisentzucht in Deutschland. Als Regionalzentrum Nord[6] ist das Wisentgehege zuständig für Niedersachsen, Schleswig Holstein, Hamburg und Bremen. Es bekommt dadurch die Möglichkeit, in der Wisentzucht Maßstäbe zu setzen. Thomas Hennig schreibt 2012: Im Wissen über die Genetik unserer Tiere, im Kennen aller einzelnen Wisente im Bestand und in der dauerhaften, lebenslangen Markierung der Wisente haben wir eine Vorreiterrolle. Die in den nächsten drei Jahren vorgesehene genetische Vollerfassung aller deutschen Wisente geht in der Idee und in der unmittelbaren finanziellen Umsetzung auf unser Engagement zurück.[7]

Die Wisent-Population bestand in Europa aus zwei Unterarten: zum einen aus dem Bergwisent (Bison bonasus caucasicus) und zum anderen aus dem Flachlandwisent (Bison bonasus bonasus). Der Bergwisent ist ausgestorben und existiert heute nur noch als Mischform mit dem Flachlandwisent. Alle Nachfahren des Wisentbullen Kaukasus, des damals letzten reinblütigen Vertreters des Bergwisents (Zuchtbuch Nr. 100: Kaukasus), gehören der Flachland-Kaukasus-Linie (LC) an; sie sind Unterarthybriden. Alle Wisente, die nicht auf den Wisentbullen Kaukasus zurück gehen, gehören der Flachland-Bialowieża-Linie an und sind somit reinblütig erhaltene Wisente der Unterart Flachlandwisent (Bison bonasus bonasus). Die beiden Linien werden aus genetischen Gründen völlig isoliert voneinander gezüchtet.

Junger reinblütiger Wisent der Flachland-Bialowieża-Linie (Bison bonasus bonasus) im Wisentgehege Springe.

In der Wisentzucht unterscheidet man deshalb zwei Zuchtlinien: die reinblütige Flachland-Bialowieża-Linie (Bison bonasus bonasus) und die Flachland-Kaukasus-Linie (Bison bonasus caucasicus), die aus einer Kreuzung des Flachlandwisent mit dem Bergwisent entstanden ist. Es gab 2009 weltweit ca. 1500 Wisente der Flachland-Bialowieża-Linie und ca. 2500 Wisente der Flachland-Kaukasus-Linie (LC).

Im Wisentgehege wurden seit 1928 ausschließlich Wisente der Flachland-Kaukasus-Linie gehalten und gezüchtet. Im Jahr 2011 befanden sich hier 12 männliche und 13 weibliche Wisente der Flachland-Kaukasus-Linie. Seit dem 3. Juli 2012 werden hier auch Wisente der seltenen Flachland-Bialowieża-Linie gehalten und gezüchtet. Der Bulle Pawik stammt aus dem Białowieża-Nationalpark. Die Wisentkühe Durana und Dusty kamen aus dem Zoo Duisburg und drei weitere Wisentkühe Usara, Usanja und Uslania aus Usedom.[8] Neben dem Wisentgehege Springe gibt es in Deutschland noch das Wisentgehege in Hardehausen, das sowohl Wisente der Flachland-Kaukasus-Linie wie auch Wisente der Flachland-Bialowieża-Linie züchtet.[9]

Das Wisentgehege besitzt seit 2012 vier Wisentherden. Zur Flachland-Kaukasus-Linie gehören die Zuchtgruppe bei dem Waldpädagogikzentrum (WPZ), die Jugendgruppe hinter dem Rotwild links vor der Sauparkmauer und die Bullengruppe an der Schönen Aussicht. Zur Flachland-Bialowieża-Linie gehört die vierte separat gehaltene Wisentgruppe zwischen dem Weg hinter dem Elchgehege und dem Weg vor der Schönen Aussicht.

In den 1950er Jahren begann die Umwandlung des Wisentgeheges zu einem Wildgehege für Besucherverkehr. Friedrich Türcke, von 1957 bis 1978 Leiter des Forstamtes Saupark, setzte sich energisch für das Wisentgehege ein. Dass das Wisentgehege damals gegen mancherlei Widerstände erhalten blieb, war ausschließlich seiner Initiative zu verdanken[10] Den Leitern des Wisentgeheges Joachim Hennig (1972 bis 2003) und Thomas Hennig (seit 2003) ist es gelungen, das Wisentgehege zu modernisieren und zu einem attraktiven Wildpark umzugestalten.

Die Forschungsschwerpunkte[11] der Universität Osnabrück im Wisentgehege Springe sind:

  • Entwurf eines Wisent-Ethogramms auf der Grundlage von Filmanalysen
  • Gibt es bei Wisenten in der Gehegehaltung eine sexuelle Segregation?

Kämpfende Wisente von Gerd Pucka[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kämpfende Wisente
Im Jahr 1996 schuf der deutsche Künstler Gerd Pucka seine Skulptur Kämpfende Wisente für das Wisentgehege Springe.

Kämpfende Wisente waren das Markenzeichen vom Wisentgehege Springe. Das Wisentgehege Springe betreibt seit 1928 die Erhaltungszucht von Wisenten. Kämpfende Wisente locken die Besucher seitdem in das Wisentgehege. Der Führer durch das Wisentgehege vom Jahr 1994 zeigt kämpfende Wisente auf seiner Titelseite.[12] Um dieses Markenzeichen dauerhaft sichtbar zu machen, beauftragten die Niedersächsischen Landesforsten im Jahr 1996 den Künstler Gerd Pucka, eine Skulptur von den kämpfenden Wisenten anzufertigen. Gerd Pucka schuf dafür eine zweieinhalb Zentner schwere Kunststoffplastik, deren Oberfläche bronziert ist, damit sie vor Witterungseinflüssen geschützt wird. Im November 1996 wurde die Skulptur in Anwesenheit des Künstlers und des damaligen Leiters des Wisentgeheges Joachim Hennig an der Außenmauer des Wisentgeheges angebracht. Das Kunstwerk befindet sich an der Stelle, wo die Kreisstraße K 213 nach Alverode von der Landesstraße L 461 nach Springe abzweigt. Neben der Skulptur Kämpfende Wisente steht die bronzene Inschrift „Wisentgehege“, und ein bronzener Richtungspfeil zeigt dem Autofahrer, in welcher Richtung sich der Parkplatz und der Eingang zum Wisentgehege befinden. Der Künstler Gerd Pucka wohnt in Otze (Burgdorf). Er ist Tierpräparator und war im Landesmuseum Hannover tätig. Er war Leiter des Hegeringes Burgdorf und veröffentlichte im Jahr 2000 das Lehrbuch der Tierpräparation. Im Jagdschloss Springe hat er sich maßgeblich am Aufbau der Jagdschau beteiligt.[13]

Die Zucht der Sorraia im Wisentgehege[Bearbeiten]

Zwei Sorraiapferde an der Schönen Aussicht im Wisentgehege.

Sorraias stellen die Restpopulation eines südliberischen Wildpferdes dar, das anscheinend weitgehend unvermischt im damals unzugänglichen Gebiet des Sorraia-Flusses in Portugal überlebt hatte. Der portugiesische Zoologe und Hippologe Ruy d’Andrade begründete die Zucht der Pferderasse Sorraia, nachdem er eine Herde nach seiner Meinung wild lebender Pferde nahe dem namensgebenden Fluss Sorraia ausmachte. Ruy d'Andrade hielt diese Pferde für Vorfahren der Andalusier und Lusitanos, was durch einige genetische Untersuchungen belegt werden konnte,[14] von anderen jedoch widerlegt wurde.[15][16] Er begann 1937 ein Erhaltungszuchtprogramm mit einem Bestand von 3 Hengsten und 7 Stuten, davon 1 tragend von einem unbekannten Hengst. 1948 wurde als letztes Fremdblut ein grauer, stark zebrierter, aus Argentinien importierter Criollo hinzugefügt. Der Fortbestand der Rasse gilt als stark gefährdet durch die geringe Zahl, die zerstreuten Bestände, die enge Verwandtschaft und die daraus resultierenden Mängel an Vitalität und den in jüngster Zeit erfolgten Exporten von Zuchttieren nach Amerika zur Weiterzucht von Spanish Mustangs. Der portugiesische Pferdezuchtverband betreut die Sorraias wie eine Pferderasse und nicht im Sinne ihres Entdeckers und Erhalters Ruy d’Andrade.

In der aktuellen zoologischen Lehrmeinung in Deutschland handelt es sich bei Sorraiapferden nicht um Wildpferde, sondern um verwilderte Hauspferde. Das ist der Grund, dass Sorraiapferde in Deutschland nur im Wisentgehege Springe und sonst in keinen zoologischen Gärten und Wildgehegen gehalten werden. Im Gegensatz zu der aktuellen zoologischen Lehrmeinung geht das Wisentgehege laut Gerhard Freutel wie Ruy d’Andrade davon aus, dass es sich bei den Sorraiapferden um Südiberische Wildpferde handelt, die bei dem namensgebenden Fluss Sorraia im Süden der Iberischen Halbinsel offensichtlich reinblütig überlebt haben. Sie waren die Urahnen der American Sulphur,[17] die von Christoph Kolumbus auf den Schiffen nach Amerika mitgenommen und vor der Rückkehr nach Europa in Amerika freigelassen wurden. Gerhard Freutel schreibt: „Im Wisentgehege Springe gibt es seit 1979 eine Herde von bis zu 15 Tieren. Die ersten Pferde sind damals in Portugal gekauft und vom Förderverein finanziert worden. Die Herde hat sich trotz schwieriger Bedingungen in der Zucht gut entwickelt. Die formale Zusammenarbeit mit dem Zuchtbuch, das in Lissabon geführt wird, ist sehr schwierig und der wesentliche Grund, weshalb im Wisentgehege zurzeit auf Zucht verzichtet wird. Bis zu unserem vorübergehenden Zuchtstopp in 2009 wurden 23 Fohlen in Springe geboren.“[18]

Die Sorraiapferde wurden im Wisentgehege ursprünglich in dem Waldgebiet gehalten, das zwischen dem Weg hinter dem Elchgehege und dem Weg vor der Schönen Aussicht liegt und jetzt für die Zucht der Wisente aus der Flachlandlinie verwendet wird. Die Sorraiaherde befindet sich seit dem Herbst 2011 auf der großen östlichen Weide an der Schönen Aussicht. Auf der sonnigen Weidefläche ist die Zahl der Kriebelmücken geringer als am früheren überwiegend bewaldeten Standort der Herde. Die Sorraiapferde reagieren auf Kriebelmücken allergisch und erhalten dann das Sommerekzem.

Der Duellplatz im Wisentgehege[Bearbeiten]

Hinweisschild am Duellplatz

Adolf von Bennigsen (1860–1902) war in Bennigsen Jurist, Gutsbesitzer und Landrat des Kreises Springe. 1890 heiratete er die elf Jahre jüngere Elisabeth von Schnehen und hatte mit ihr fünf Kinder. „Frivolitäten“ nach damaligem Sprachgebrauch führten dazu, das er sich nach den damaligen Ehrvorstellungen genötigt sah, seinen wesentlich jüngeren Nachbarn, den Domänenpächter Oswald Falkenhagen, wegen Beleidigung zum Duell zu fordern. Das Duell auf Pistolen fand am Morgen des 16. Januar 1902 auf dem „Duellplatz“ im damals noch nicht gegründeten Wisentgehege statt. Die Bedingungen waren Schusswechsel bis zur Kampfunfähigkeit bei einer Entfernung von 15 Sprungschritten. Der Sekundant Bennigsens war der Assessor Ernst Freiherr Langwerth von Simmern, Falkenhagen wurde von seinem Schwager sekundiert. Der Forderer Adolf von Bennigsen wurde vom Geforderten Oswald Falkenhagen beim dritten Schusswechsel in den Unterleib getroffen und brach dabei zusammen. Später wurde eine vierfache Ruptur des Darms durch die Kugel festgestellt. Adolf von Bennigsen wurde in einem Tragekorb zum Bahnhof in Springe und von dort mit der Eisenbahn nach Hannover gebracht, wo er im Krankenhaus der Henriettenstiftung am nächsten Tag an Komplikationen nach der Operation durch Verblutung in der Bauchhöhle verstarb. Er wurde von seiner Familie im Park des Gutes in Bennigsen beerdigt. An der Beerdigung nahm der Reichskanzler Bernhard von Bülow mit der gesamten Reichsregierung sowie die politische Prominenz der Provinz Hannover teil.

Adolf von Bennigsens Frau Elisabeth wurde von der Familie von Bennigsen als „casus belli“ verstoßen. Der „frivole Beleidiger“ Oswald Falkenhagen wurde im Februar 1902 von der Strafkammer I des Landgerichts Hannover in einem damals viel beachteten Schwurgerichtsprozess zur Festungshaft verurteilt. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass die Frau des Landrats vier Jahre älter als ihr Verehrer war und vom Gericht als die eigentlich Schuldige angesehen wurde.[19] Die Duellpistolen, die der Landrat als Fordernder gestellt hatte, wurden im konkurrierenden Verfahren vor dem Femegericht eingezogen.[20] Nach diesem Duell entstand in Deutschland mit der 1902 in Kassel gegründeten deutschen Anti-Duell-Liga der öffentliche Widerstand gegen diese Form der Satisfaktion.

Profil[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen zoologischen Einrichtungen, die ihre Tiere in künstlich nachgebildeten Landschaften vorstellen, zeigt das Wisentgehege seine Tiere im natürlichen Lebensraum. Die ca. 100 Wildarten leben hier inmitten einer urwüchsigen Natur mit uralten Eichen- und Buchenwäldern, mit Erlenbrüchen, Teichen, Wiesen und Bächen. Die artgerechte, großräumige Haltung gibt dem Wild die Möglichkeit zu normalen, freilandtypischen Verhaltensweisen.

Die Besucher sehen ihrerseits die Wildtiere fast immer unbehindert mit einem weiten Blickfeld und erleben die Tiere trotz einer Sicherheit gebenden Distanz in emotionaler Nähe und Verbundenheit.

Die Wege im Wisentgehege sind nicht befestigt. Da sie regelmäßig von größeren Fahrzeugen befahren werden, bilden sich in den Fahrspuren Pfützen; oft sind Wege auch ganz von Wasser bedeckt. Nach Regenfällen und bei Tauwetter sind deshalb wasserdichte Schuhe mit Profilsohlen empfehlenswert.

Erhaltungszucht und andere Aufgaben[Bearbeiten]

Das Wisentgehege erfüllt für die Niedersächsischen Landesforsten den gesetzlichen Auftrag zur Umweltbildung. Umweltbildung ist deshalb das oberste Ziel des Wisentgeheges.[21]

Eine weitere wesentliche Aufgabe des Wisentgeheges besteht darin, das Überleben gefährdeter Tierpopulationen durch Erhaltungszucht und durch Abgabe geeigneter Tiere an Wiederansiedlungsprojekte zu sichern. Zu diesen Tierarten gehören neben dem Wisent auch das Przewalskipferd, der Mesopotamische Damhirsch, das Sorraiapferd (bis 2009), der Vielfraß, der Uhu und die Wildkatze.[22] Das Wisentgehege hatte einen erheblichen Anteil an der Rettung des Uhus, der inzwischen wieder stabile Bestände in Deutschland aufgebaut hat. Ca. 300 Jungvögel, zum Teil aus eigener Zucht, sind hier auf ein Leben in Freiheit vorbereitet und dann in die Freiheit entlassen worden. In den Jahren 1997 bis 2012 beteiligte sich das Wisentgehege an der Erhaltungszucht des Europäischen Nerzes.

Das Wisentgehege dient als offizielle Auffangstation für Greifvögel und Eulen. Sieben Volieren stehen im Hintergrund bereit, um geschwächten, verletzten oder verwaisten Greifvögeln und Eulen zu helfen. Ziel ist ihre Auswilderung. Sollte das nicht möglich sein, werden die Tiere an zoologische Einrichtungen weitergegeben.

Das Wisentgehege ist eine Ausbildungsstätte für TierpflegerInnen, die von dem Tierpflegemeister Oliver John geleitet wird.

Mesopotamischer Damhirsch in der Erhaltungszucht

Einrichtungen[Bearbeiten]

Zu den Einrichtungen des Wisentgeheges gehören die Gehegeschule mit dem neuen Schulungsgebäude für das Waldpädagogikzentrum (WPZ), der Falkenhof,[23] das Café Wild und der Förderverein.[24] Das 2010 begonnene Wolfsprojekt wird von dem selbständigen Wolfsexperten Matthias Vogelsang betreut, der einen Kooperationsvertrag mit dem Wisentgehege geschlossen hat.

Der Falkenhof im Wisentgehege[Bearbeiten]

Der Falkenhof ist seit 2002 eine Einrichtung des Wisentgeheges, die von dem Falkner Rouven Polep (seit 2004) und seinem Team Falknerin Claudia Fricke (seit 2007), Falknerin Vanessa-Sophie Korzenski (seit 2008) und den freiwilligen Helfern Freddy Gutt und Maike Hiller geführt wird (Stand: Mai 2012[25]). Die Anlage steht inmitten des Wisentgeheges, ermöglicht die Besichtigung der ausgestellten Greifvögel und Eulen und den Besuch der moderierten Flugvorführungen.

Eine Auffangstation im Falkenhof übernimmt für das Wisentgehege die Pflege verletzter Greifvögel und Eulen und veranlasst die Auswilderung. Der Falkenhof beteiligt sich am Zuchtprogramm für gefährdete Vögel und züchtet außerdem Vögel für den Falkenhof und für Privatfalkner. Die Zuchtstation wurde dafür im Jahr 2007 gebaut. 2009 gelingt die Handaufzucht von Steinkäuzen und Schleiereulen. Im Jahr 2010 und 2012 war auch die Handaufzucht von Harris Hawks erfolgreich.

Der Falkenhof unterstützt den Deutschen Falkenorden. Angehende Falkner, die am Jägerlehrhof in Springe die staatliche Prüfung ablegen möchten, besuchen während ihres Lehrgangs den Falkenhof. Eine Kooperation besteht zwischen dem Falkenhof und der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Untersucht wird der Einfluss des Flugtrainings auf die Durchblutung der Fänge. Es geht dabei um neue Therapiemöglichkeiten der Bumblefoot-Erkrankung (Pododermatitis). Seit April 2005 unterstützt der Falkenhof den Fotoworkshop, der zweimal im Jahr stattfindet.

Der Falkenhof wurde 2002 von dem Ehepaar Kristin und Wolfgang Krischke gegründet, die inzwischen die Fürstliche Hofreitschule Bückeburg betreiben. Im Mai 2004 wurde Rouven Polep von der Familie Krischke als Berufsfalkner eingestellt. Nach kurzer Zeit führte er den Falkenhof eigenverantwortlich. Als Mitte 2006 feststand, dass die Familie Krischke den Falkenhof nicht weiterführen wollte, machte sich Rouven Polep, der damals noch hauptberuflich im Informatikbereich tätig war, dort selbständig. Er unterzeichnete die Verträge als Subunternehmer mit den Niedersächsischen Landesforsten und wurde Ende 2006 Inhaber der Falknerei. Er vergrößerte den Greifvogelbestand von 20 auf rund 70 Tag- und Nachtgreife, viele aus eigener Zucht, baute die Zuchtanlage und errichtete Nachtkammern und Wintervolieren. Die Tiere werden teils in Volieren und teils in Flugdrahtanlagen gezeigt. In diesen Anlagen kann der Vogel sich bewegen und seine Sitzposition nach seinen eigenen Bedürfnissen verändern. An Flugdrahtanlagen können die Besucher den Greifvögeln nahe kommen und sie mit einem ungehinderten Blick betrachten. Siebzehn neue Volieren wurden 2012 fertiggestellt. Damit wurden dort alle als Provisorien im Jahr 2002 errichteten Altanlagen ersetzt. (Stand: April 2013).

Weißkopfseeadler mit einer Flügelweite von zwei Metern bei der Flugschau.

Das Wolfsprojekt[Bearbeiten]

Polarwolf im Wolfsgehege.

Im Jahr 2010 entstand das Wolfsgehege für die mit der Hand aufgezogenen Timberwölfe in einer Größe von 2000 m². Es ist mit einem zweieinhalb Meter hohen Doppelstabzaun umgeben, unter dem bis zu einer Tiefe von anderthalb Metern Baustahlmatten eingesetzt sind, damit sich die Wölfe nicht unter dem Zaun hindurchgraben können. Im Jahr 2013 soll ein zweites großes Wolfsgehege für die mit der Hand aufgezogenen Polarwölfe entstehen. Bislang leben die Polarwölfe bei den Timberwölfen. Zusätzlich gibt es ein kleines Gehege für kranke Wölfe.

Seit dem Mai 2010 arbeitet Matthias Vogelsang[26] mit seiner Frau Birgit Vogelsang als Selbständiger mit vier Timberwölfen und seit August 2012 auch mit fünf Polarwölfen im Wisentgehege. Er hat die Wölfe zusammen mit seiner Frau zu Hause von Hand aufgezogen und leitet das Rudel als Ranghöchster dauerhaft im Wisentgehege. Für die Besucher bietet das die einmalige Gelegenheit, Wölfe aus unmittelbarer Nähe zu erleben. Matthias Vogelsang berichtet in seinen regelmäßigen Präsentationen über die Tiere, ihre Entwicklung und über sein Zusammenleben mit den Wölfen. Zu den Angeboten gehören außerdem offene Wolfsabende mit hunderten Gästen und private Wolfsabende in kleinerem Kreis, Managerseminare, die Fotostunde und der Waldspaziergang mit einem Wolf. Im Jahr 2013 wird ein zweites Wolfsgehege gebaut, damit Polarwölfe und Timberwölfe ihre eigenen Gehege haben. Sieben TV-Beiträge wurden bis 2012 von ZDF, RTL, NDR und KIKA ausgestrahlt (Stand: Februar 2013).

Das Projekt ist unabhängig von der seit vielen Jahren bestehenden Wolfshaltung mit dem Rudel der Eurasischen Wölfe, das seine Anlage mit den Bären teilt.

Das Waldpädagogikzentrum[Bearbeiten]

Das Waldpädagogikzentrum Wisentgehege ist seit dem 1. Januar 2010[27] eine thematische Erweiterung der bisherigen Gehegeschule. Schüler sollen künftig nicht nur Tiergehegepädagogik erfahren, sondern auch den Lebensraum Wald erkunden. Über 3600 Personen, überwiegend Kinder, sind im Jahr 2012 durch das Waldpädagogikzentrum umweltpädagogisch betreut worden. Cornelia Trippke, pädagogische Leiterin der Gehegeschule im Wisentgehege, hat einen Kollegen, der für den Bereich Wald zuständig ist: Hans-Jürgen Thies vom Forstamt Fuhrberg.

Im Wisentgehege befindet sich rechts neben der Streichelwiese das Heinz-Sielmann-Haus, in dem das Waldpädagogikzentrum Wisentgehege seine Arbeit für die Region Hannover durchführt. Die Fenster lenken den Blick auf Wisente und auf Wildschweine. Das Gebäude wurde ebenso wie das Café Wild und das Kassenhaus des Wisentgeheges von der Firma Meisterstück-HAUS[28] aus Hameln in Holzständerbauweise gebaut. Es enthält einen großen Multifunktionsraum für eine ganze Schulklasse mit separatem Laborbereich, einen Sanitärtrakt, eine Küche und zwei Büros für die Lehrkräfte sowie Lager- und Technikräume. Das Niedrigenergiehaus kostete etwa 300.000 € und wird mit Holzpellets beheizt.[29] Der Technikraum ist im Gebäude so angeordnet, dass das Heizsystem mit Pellets von außen durch ein großes Fenster betrachtet werden kann. Auf dem Grundstück sind in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Göbel-Realschule Springe verschiedene Biotope entstanden, in denen kleine Wildtiere ihre Lebensräume finden.

Das Team des Waldpädagogikzentrum Wisentgehege bietet den Schulklassen und Kindergruppen, die im Rahmen einer Klassenfahrt oder Kinderfreizeit das Wisentgehege besuchen, ein reichhaltiges Programm.[30] Das altersgerechte Bildungsangebot ist thematisch breit gefächert und reicht von Tierworkshops, Aktionstagen, Erkundungsrundgängen bis hin zu Ferienpassaktionen und Kindergeburtstagen. Die Ansprechpartnerin für diese Angebote ist Cornelia Tripke.

Auch über die Grenzen des Standortes Springe hinaus bietet das Waldpädagogikzentrum zielgruppengerechte Angebote für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen in Wäldern der Region Hannover und im Raum Hildesheim an. Das Bildungsangebot reicht von Walderlebnisführungen, Waldaktionstagen bis hin zu speziellen Schulprojekten. Für Privatpersonen werden Familienevents und Kindergeburtstage gestaltet. Der Ansprechpartner für die pädagogische Angebote in der Region Hannover und im Raum Hildesheim ist Hans-Jürgen Thies.[31]

Das Waldpädagogikzentrum ist zugleich eine Informations- und Beratungsstelle für Lehrkräfte und stellt ihnen zoopädagogische Materialien und Handreichungen zur Verfügung, die die Vorbereitung und die Durchführung des Besuchs im Wisentgehege erleichtern. Zusätzlich werden auch Multiplikatorenschulungen und Seminare für Lehrerkollegien angeboten.

Das Waldpädagogikzentrum Heinz-Sielmann-Haus im Wisentgehege Springe.

Der Pilz-Lehrwald[Bearbeiten]

Im Wisentgehege befindet sich seit dem Oktober 1999 ein Pilz-Lehrwald, durch den ein Lehrpfad verläuft. Der Lehrpfad informiert über Pilze, die in Wäldern am Boden, auf Bäumen und auf Totholz wachsen. Neben alten Eichen und Buchen des ehemaligen Hutewaldes finden sich im Lehrwald zusätzliche Baumarten. Kleinbiotope begünstigen die Ansiedlung einheimischer Pilzarten. Während des Jahres lassen sich die Wechselwirkungen zwischen Pilzen und anderen Pflanzenarten beobachten. Über Jahre hinweg kann man die Abbauvorgänge von holzzersetzenden Pilzen an Altholz und Wurfholz und das zeitlich versetzte Auftreten verschiedener Pilzarten an dem gleichen Standort verfolgen. Bebilderte Schilder an den Standorten der Pilze, ein Bienenstand (2012 ohne Bienen) und ein Schutzhaus mit Informationstafeln bieten zusätzliche Informationen an.[32]

Vielgestaltige Holzkeule im Pilz-Lehrwald

Der Förderverein[Bearbeiten]

Der Förderverein[33] wurde am 16. Juli 1992 gegründet. Er ist gemeinnützig und hat die satzungsgemäße Aufgabe, das Wisentgehege zu fördern. Dies geschieht durch freiwillige tätige Mithilfe der Mitglieder in ganz unterschiedlichen Bereichen und durch finanzielle Unterstützung des Wisentgeheges mit dem Mitgliedsbeitrag des Fördervereins, der auch den kostenlosen ganzjährigen Besuch des Wisentgeheges und des Museums im Jagdschloss ermöglicht. Vereinsmitglieder helfen dem Wisentgehege bei der Durchführung von Veranstaltungen und durch Arbeitseinsätze zur Verbesserung des Wisentgeheges. Vereinsmitglieder erhalten die Möglichkeit zur Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen und exklusiven Führungen und an einer Lehr- und Informationsfahrt, die einmal im Jahr an einem Wochenende stattfindet. Dem Förderverein gehören 2013 über 1150 Mitglieder an.

Die Vereinshütte an der Köhlerhütte ist in der Saison an Wochenenden und Feiertagen von April bis Oktober durch Vereinsmitglieder besetzt, die Postkarten und Anstecker verkaufen und für Gespräche mit interessierten Besuchern zur Verfügung stehen. An Sonntagen von April bis Oktober bieten Vereinsmitglieder um 10 Uhr am Eingang des Wisentgeheges eine kostenlose ortskundige Begleitung im Wisentgehege an.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Um den Tierpark für den Besucher attraktiv zu machen, werden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Zu den regelmäßigen Terminen gehören Flugvorführungen mit unterschiedlichen Raubvögeln auf dem im Wisentgehege befindlichen Falkenhof, Präsentationen der Polarwölfe und Timberwölfe und Schaufütterungen verschiedener Tierarten wie Fischotter, Wölfe und Bären.

Jährlich wiederkehrende Attraktionen sind die Wolfsabende, das Tiermärchenfest, das Mittsommernachtsfest, das Kinderfest, die Rotwildwoche mit den Führungen zur Brunft des Rotwildes, der Kürbistag und das Hubertusfest (Stand: 2013).

Im Falkenhof und Wisentgehege finden mehrtägige Workshops zur Tierfotografie statt. Angehende Tierfotografen bekommen die Möglichkeit, einige Tierarten im Wisentgehege unter fachkundiger Anleitung zu fotografieren. Vermittelt werden Theorie und Praxis, und es gibt auch die Möglichkeit, fliegende Greifvögel zu fotografieren.

Angebote für Kinder[Bearbeiten]

Zusätzliche Angebote für Kinder sind der Barfußweg, die Bollerwagen, das Waldpädagogikzentrum, die Grillhütte für Kindergeburtstage, das Holzklanggerät, der Märchenwald, der Niedrigseilgarten, die Riechorgel, das Streichelgehege, der Summstein und verschiedene Spielplätze.

Neubauten im Wisentgehege[Bearbeiten]

Im sogenannten Alten Wisentschuppen wurden 2010 Futtersilos gemauert. Dort wird zur Versorgung der Wildschweine und des Wassergeflügels Mais und Getreide eingelagert.

Die begonnen Arbeiten an der Kleinraubtieranlage werden fortsetzt. Drei Minke, die Waschbären, die Frettchen (Bonny und Clyde), die Iltisse, ein Marderhund und die Auffangstation für weitere Waschbären befinden sich bereits dort. Geplant ist eine Anlage für den Europäischen Nerz und ein Freilandterrarium für die Europäische Sumpfschildkröte, die Kreuzotter und die Ringelnatter.

In dem neuen Informationspavillon am Ententeich werden die Lebensräume der Graureiher dargestellt, und es wird ein Graureiherhorst gezeigt.

Am Bärenhaus wurde das neue Futterhaus angebaut. Auf rund 100 m² entstand ein Tiefkühlraum für Frischfleisch, ein Verarbeitungsraum mit Edelstahlarbeitsplätzen, ein Auftauraum, ein Raum für die Zucht der Futtertiere (Ratten, Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen) und ein gekühlter Defäkationsraum, in dem Fleischabfälle, die nicht verfüttert werden können, für die Tierkörperverwertung aufbewahrt werden. Der Tiefkühlraum wird für eingekauftes gefrorenes Rindfleisch und gefrorene Eintagsküken sowie für gefrorene Wildfleischabfälle aus dem Forstamt Saupark benötigt, die im Wisentgehege verfüttert werden. Das Gebäude wird mit der Abwärme der Kältemaschine beheizt. Im bisherigen Futterhaus entstehen Werkstätten für Handwerker und ein Behandlungsraum für Tiere.

Nach dem Ausbruch eines Elches aus dem Wisentgeheges wurden in den Jahren 2011 bis 2012 die Zäune des ganzen Wisentgeheges und des Elchgeheges erneuert oder verstärkt.

An der Stelle, an der sich bisher die Anlage für die Europäischen Wildkatzen, befindet, soll ein Erweiterungsbau für die Vielfraße entstehen. Die Mittel dafür wurden 2013 nicht bewilligt. Der Standort des neuen Geheges für die Europäischen Wildkatzen ist noch nicht festgelegt.

Die Bärenbrücke neben der Anlage für Bären und europäische Wölfe wurde 2012 erneuert.

Im Jahr 2012 wurde der neue Eingangsbereich fertiggestellt. Hauptkomponente ist ein über 200m² großes Überdach. Darunter befindet sich die Infrastruktur zur Besucherlenkung, eine umweltpädagogische Spielstation und Bänke. Im Eingangsbereich ist auch der einzige Nachtausgang. Am Eingangsbereich entstand 2012 ein neues Kassengebäude mit einem Gehegeshop, Lager- und Sozialräumen und Besuchertoiletten. Das bisherige Kassengebäude wurde mit einem Anbau versehen. Dort befinden sich Büros, ein Besprechungsraum und die zweite Kasse für besucherstarke Tage. Es entsteht 2013 eine neue Zufahrt für Fahrzeuge, die die frühere Zufahrt durch den Eingangsbereich ersetzt.

Die Ausstellung im Gebäude „Schöne Aussicht“ wurde als FÖJ-Projekt von Friederieke Cecchini ganz neu gestaltet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • September 2009: Auszeichnung der European Bison Friends Society (EBFS)[34] für die lange und erfolgreiche Wisentzucht im Wisentgehege Springe.

Tierbestand[Bearbeiten]

Der Tierbestand des Wisentgeheges Springe umfasst ca. 100 Wildtierarten:[35][36]

Säugetiere[Bearbeiten]

Snowi, ein junges Wildschwein

Vögel[Bearbeiten]

Blauer Pfau im Wisentgehege

Reptilien[Bearbeiten]

Das kleine Aquarium mit Terrarium brannte leider vor einigen Jahren völlig ab und wurde nicht wieder erbaut. Die Planungen für das als Ersatz vorgesehene ´Aquatop´ ruhen.

Wildtiere als Besucher[Bearbeiten]

Wegen der Naturnähe besuchen Eichhörnchen, Eisvögel, Fledermäuse, Füchse, Graureiher, Kolkraben, Weißstörche, Großer Buntspecht, Insekten, Rehwild und frei brütende Uhus das Wisentgehege.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Friedländer: Interessante Krimialprozesse von kulturhistorischer Bedeutung. 12 Bände, Berlin 1911–1921. S. 204 ff. bei Zeno.org
  • Friedrich Türcke: Das Wisentgehege im Naturschutzgebiet Saupark bei Springe. J. C. Erhardt, Springe, ca. 1960.
  • Wisentgehege Springe: Das Wisentgehege. Springe 1966, dgl. 1968.
  • Friedrich Türcke: Erhaltung und Zucht der Wisente in Deutschland. In: Deutsche Tierärztliche Wochenschrift. 87. Jahrgang (1980), S. 416–419.
  • Ernst Andreas Friedrich: Gestaltete Naturdenkmale Niedersachsens. Landbuch-Verlag, Hannover 1982, ISBN 3-7842-0256-X.
  • Wisentgehege Springe: Das Wisentgehege. Springe 1994.
  • Niedersächsisches Forstamt Saupark: Das Wisentgehege des Niedersächsischen Forstamtes Saupark. Ein niedersächsisches Zentrum der Hege und des Artenschutzes mit 70jähriger Tradition. Beispiele für den Artenschutz durch Erhaltungszucht im Wisentgehege. Ein Begleiter für interessierte Besucher. Springe 1998.
  • Wisentgehege Springe: Wisentgehege im Saupark Springe. Pilz-Lehrwald. Springe 2001.
  • Gerhard & Herbert Müsch: Tierporträts aus dem Wisentgehege. Verlag M. Faste, Kassel 2006, ISBN 978-3-931691-45-5.
  • Wisentgehege Springe: Wildführer. Springe o. J. (2010/2011).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wisentgehege Springe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website der Niedersächsischen Landesforsten.
  2. Quelle: Wisentgehege Springe: Wildführer Seite 52.
  3. Eine Übersicht über die europäischen Standorte der Wisente im Jahr 2011 gibt diese Aufstellung. (PDF; 211 kB)
  4. Quelle: Wisentgehege Springe: Wildführer Seite 6-7.
  5. The European Bison Conservation Center (EBCC). und EBBC - Regionalzentren für Deutschland.
  6. Das EBCC Regionalzentrum.
  7. Wisent-Report, November 2012, Seite 2.
  8. Wisent-Transport nach Springe. und Bilder dieser Flachlandwisente.
  9. Wisentgehege in Hardehausen.
  10. Herbert Tomiczek: Zum Tod von Dr. Friedrich Türcke. In: Zeitschrift für Jagdwissenschaft. 45. Jahrgang. Nr. 1/1999, S. 73
  11. Rüdiger Schröpfer: Sozialstruktur der Wildrinder der Gattung Bison.
  12. http://www.leszoosdanslemonde.com/leszoosdanslemonde/europe/allemagne/springe/springe_guidebook_1994.jpg Der Führer durch das Wisentgehege von 1994.
  13. Artikel Mauer mit Skulptur geschmückt in der Neuen Deister Zeitung vom 16. November 1996.
  14. Genetic diversity and relationships of Portuguese and other horse breeds based on protein and microsatellite loci variation
  15. Luis, C.; Juras, R.; Oom, M. M.; Cothran, E. G.: Genetic diversity and relationships of Portuguese and other horse breeds based on protein and microsatellite loci variation Animal Genetics. 38(1):20-27, February 2007
  16. L. J. Royo, I. Álvarez, A. Beja-Pereira, A. Molina, I. Fernández, J. Jordana, E. Gómez, J. P. Gutiérrez, and F. Goyache: The Origins of Iberian Horses Assessed via Mitochondrial DNA Journal of Heredity 2005 96(6):663-669; doi:10.1093/jhered/esi116
  17. American Sulphur Horse Association und Colonial Spanish Horse#Modern breeds and types
  18. Gerhard Freutel: Das Sorraiapferd stellt sich vor. In: Wisent-Report des Fördervereins Wisentgehege Springe, Springe, Mai 2012, S. 7.
  19. Herbert Kater: Das Duell zwischen dem Landrat Adolf von Bennigsen und dem Domänenpächter Oswald Falkenhagen im Saupark/Springe 1902. In: Einst und Jetzt Band 37 (1992), Seite 222.
  20. Herbert Kater: Das Duell zwischen dem Landrat Adolf von Bennigsen und dem Domänenpächter Oswald Falkenhagen im Saupark/Springe 1902. In: Einst und Jetzt Band 37 (1992), Seite 218.
  21. Umweltbildung. Auf: wisentgehege-springe.de abgerufen am 5. November 2011.
  22. Erhaltungszucht. Auf: wisentgehege-springe.de
  23. Faszination Greifvögel erleben. Auf: falkenhof-wisentgehege.de
  24. Freunde des Wisentgeheges und der Jagdschau e. V. Webseite des Fördervereins.
  25. Wisent-Report vom Mai 2012, S. 4-5.
  26. Selbstdarstellung von Matthias Vogelsang auf seiner Homepage.
  27. Eröffnung des Heinz-Sielmann-Hauses im Wisentgehege Springe
  28. Projektportrait des Waldpädagogikzentrums (PDF; 1,1 MB)
  29. Brigitte Kieth: Das Wisentgehege wird zum Waldpädagogikzentrum. In: Leine-Nachrichten (Hannoversche Allgemeine.) 4. Januar 2010, S. 9.
  30. Flyer Waldpädagogikzentrum Wisentgehege. Unsere Bildungsangebote (2012 veröffentlicht). (PDF; 949 kB)
  31. Quelle: Information der Landesforsten und Bildungsangebote in der Region Hannover und dem Raum Hildesheim
  32. Quelle: Wisentgehege Springe: Wisentgehege im Saupark Springe. Pilz-Lehrwald. Springe 2001. Seite 2.
  33. Der Förderverein Wisentgehege Springe.
  34. The European Bison Friends Society (EBFS).
  35. Aktueller Bestand. Website Zootierliste.de.
  36. Tierbestand. Website des Wisentgeheges Springe.