Wittelsbacher Brunnen (Lenbachplatz)

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Wittelsbacher Brunnen
Der Wittelsbacher Brunnen bei Nacht
Der Wittelsbacher Brunnen bei Nacht
Ort München, Bayern
Land Deutschland Deutschland
Verwendung Brunnen
Bauzeit 1893-1895
Architekt Adolf von Hildebrand
Baustil Klassizismus
Technische Daten
Baustoff Untersberger Hofbruchmarmor, Kalkstein
Koordinaten
Lage 48.14111111111111.569166666667Koordinaten: 48° 8′ 28″ N, 11° 34′ 9″ O

48° 8′ 28″ N, 11° 34′ 9″ O48.14111111111111.569166666667


Der Wittelsbacher Brunnen ist ein Monumentalbrunnen am nordwestlichen Rand der Münchner Innenstadt, am Übergang vom Lenbachplatz zum Maximiliansplatz. Er wurde in den Jahren 1893 bis 1895 nach Plänen des Bildhauers Adolf von Hildebrand im Stil des Klassizismus errichtet. Sein Motiv ist eine Allegorie auf die Urkräfte des Elementes Wasser. In bezug auf die ruhige und klare Formgebung, wie auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten gilt der Brunnen als eine der künstlerisch vollendetsten Anlagen der bayerischen Landeshauptstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wiederentdeckung der ästhetischen Gestaltungsprinzipien der klassischen Antike in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte eine Rückbesinnung auf die Brunnenbaukunst der Renaissance mit sich. Im Zuge der Neugestaltung des Übergangs zwischen Karlsplatz und Maximiliansplatz, dem heutigen Lenbachplatz, sollte auf den Resten der ehemaligen Stadtmauer ein neuer Brunnen entstehen.

Gestiftet wurde die Anlage von der Stadtgemeinde München, die damit die Fertigstellung einer neuen Hochdruckleitung aus dem Mangfalltal zur Versorgung der Bürger mit Trinkwasser im Jahr 1883 würdigen wollte. Sie schrieb 1889 einen Wettbewerb zur Gestaltung des Brunnens aus, aus dem die Skizzen Hildebrands als Siegerentwurf hervorgingen. Die Vergabe des Auftrages war jedoch an die Bedingung geknüpft, Hildebrand solle seinen zweiten Wohnsitz nach München verlegen. Nach fast zweijähriger Arbeit fand am 12. Juni 1895 die Enthüllung des Brunnens statt.

Für Hildebrand war der Wittelsbacher Brunnen der erste in einer Reihe von fünf monumentalen Stadtbrunnen. In München entstanden in der Folge weitere Brunnen und andere Bauten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage schwer beschädigt und nach Kriegsende durch den Bildhauer und Hildebrand-Schüler Theodor Georgii wieder hergestellt. Am 3. Oktober 1952 wurde der Brunnen erneut in Betrieb genommen.

Architektur[Bearbeiten]

Grundriss für den Brunnen bildet ein 25 Meter breites Umfassungsbecken. Es hat die Form eines zum Platz hin ausgewölbten Halbkreises. An der rückwärtigen Seite ist der Kreis eingezogen, links und rechts verlängern zwei Rechtecke das Becken. Aus ihm erhebt sich in Form einer stilisierten Felslandschaft das Hauptbecken. Darin eine zweistöckige, reliefierte Kalksteinschale.

Allegorie der Zerstörung
Allegorie der Segenskraft

Flankiert wird das Hauptbecken von zwei monumentalen Plastiken aus Untersberger Hofbruchmarmor, in denen sich das antike Thema der Darstellung von Mensch und Tier wiederfindet.

Die linke zeigt einen Jüngling, auf einem fischschwänzigen Wasserpferd reitend, das gleichsam den Fluten entsteigt. Mit beiden Händen hält er einen Felsbrocken, mit dem er zum Wurf ansetzt. Hildebrand schuf mit der Figur eine Allegorie auf die zerstörende Kraft des Wassers, eine Anspielung auf die ungebändigte Kraft der Gebirgsbäche im Quellgebiet der Münchener Wasserleitung, wo sie noch Geröll mit sich führen.

Die rechte Figur zeigt eine Amazone. Sie sitzt auf einem aus den Fluten emporsteigenden fischschwänzigen Wasserstier. Mit der Linken streckt sie dem Betrachter eine Schale mit Wasser entgegen. Diese Figur versinnbildlicht die fruchtbare und heilbringende Kraft des Wassers, die es nach seiner Bändigung und Kanalisierung für die Menschen hat.

Betrieb/Beleuchtung[Bearbeiten]

Der Brunnen wird außer an sonnigen Tagen rund um die Uhr beleuchtet.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittelsbacher Brunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien