Wittlaer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Düsseldorf Wittlaer
DEU Wittlaer COA.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten [1]
Geograph. Lage   51° 19′ N, 6° 45′ O51.3186111111116.743333333333329Koordinaten: 51° 19′ N, 6° 45′ O
Höhe   29 m ü. NN
Fläche   6,91 km²
Einwohner   7.654 (Stand 31. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte   1.108 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. Januar 1975
Stadtbezirk   Stadtbezirk 5
Stadtteilnummer   054
Verkehrsanbindung
Bundesstraße   B8
Stadtbahn   U79
Buslinie   760
Nachtverkehr   809

Wittlaer ist ein Stadtteil von Düsseldorf im Stadtbezirk 5 und erstreckt sich am Ostufer des Niederrhein nördlich von Kaiserswerth in Nordrhein-Westfalen. Der Stadtteil umfasst die alten Orte Dorf Bockum, Einbrungen, Froschenteich und Dorf Wittlaer. Die nördliche Stadtteilgrenze von Wittlaer bildet gleichzeitig die Stadtgrenze von Düsseldorf mit Duisburg. Bis ungefähr zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten auch zwei Rheinfischerfamilien in Wittlaer, ansonsten vorwiegend Bauern.

Wittlaer ist heute ein beliebter und teurer Wohnvorort Düsseldorfs. Die Geschichte der vormals selbstständigen Gemeinde im Amt Angerland reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Am 1. Januar 1975 wurde Wittlaer nach Düsseldorf eingemeindet.[2] Im Dorf Wittlaer befindet sich der niedrigste Punkt Düsseldorfs: die Mündung des Schwarzbachs in den Rhein 28 m ü. NN

Im Stadtteil befinden sich auch die Wasserwerke Wittlaer und Bockum der Stadtwerke Duisburg. Mit ihren bis zu 26 Millionen Litern pro Tag versorgen die beiden Werke das Duisburger Stadtgebiet südlich der Ruhr auf beiden Seiten des Rheins.

Wittlaer ist Düsseldorfs reichster Staddteil. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt hier bei 99.021 Euro (Stand 31.Dezember 2007).[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadtbahnlinie U79 (ehem. D-Bahn) der Rheinbahn AG und der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG verbindet Wittlaer mit Düsseldorf und Duisburg-Meiderich und schließt Wittlaer damit an die Stadtbahn Rhein-Ruhr an. Der Düsseldorfer Flughafen ist in etwa 15 Minuten mit dem Auto erreichbar sowie mit der durchgehenden Buslinie 760. Innerhalb Wittlaers dient diese Buslinie beginnend in Bockum als Zubringer zur Stadtbahnlinie U79.

Der Stadtteil wird von der B 8 zwischen den Ortsteilen Einbrungen und Alt-Wittlaer durchschnitten. Entlastung wurde im Jahr 2009 durch die neue einige hundert Meter weiter östlich verlaufende Schnellstraße B8n (A 59) erzielt, die zurzeit bereits die A 44, den Flughafen und die Innenstadt mit Wittlaer verbindet und an der Anschlussstelle Froschenteich in Wittlaer endet. Nach deren durchgehenden Ausbau (1. Juni 2012) besteht eine Schnellstraßenverbindung zur A 524 und darüber zur A 59, A 52 und A 3.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Remigius zu Wittlaer
  • Röm.-kath. Pfarrkirche St. Remigius; romanische Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert
  • Zur Pfarrei St. Remigius gehört auch die im 18. Jahrhundert errichte Hubertuskapelle. Sie befindet sich rund 3 Kilometer nord-östlich von Wittlaer im Düsseldorfer Stadtteil Angermund
  • Hof Kaldenberg, eine barocke, vierflügelige Hofanlage im Ortsteil Einbrungen

Wappen[Bearbeiten]

Das vom Heraldiker Wolfgang Pagenstecher in den Jahren 1928/29 für die damals neue Großgemeinde Wittlaer geschaffene und am 16. Februar 1938 offiziell verliehene, historische Gemeindewappen ist über blauem Wellenschildfuss gespalten und zeigt vorne in Silber einen goldgekrönten und goldbewehrten roten Hahn (der Grafen von Spee), hinten in Gold einen schwarzen Maueranker (der Fürsten von Hatzfeld).[4]

Der Wellenschildfuss repräsentiert den an Wittlaer angrenzenden Rhein. Der Spee’sche Hahn steht für das im damaligen Gemeindegebiet gelegene, zum Spee’schen Grundbesitz gehörende Schloss Heltorf, der Hatzfeld’sche Maueranker für das Schloss Kalkum, Eigentum der Herren von Hatzfeld.

Leben[Bearbeiten]

Blick in das Hauptschiff der katholischen Kirche

Wittlaer zeichnet sich durch seine ausgezeichnete Lage und sein ausgeprägtes Dorfleben aus. Zahlreiche Vereine (wie TV Kalkum1911/Wittlaer e.V., St.-Sebastianus-Bruderschaft, Freiwillige Feuerwehr, kirchliche Organisationen) organisieren eine Gemeinschaft. Auch wenn Wittlaer etwas abgelegen vom Düsseldorfer Zentrum liegt, kann man dieses dank guter Bahn- und Busverbindungen, innerhalb von etwa 30 Minuten, erreichen. Doch auch in Wittlaer selbst finden sich Sehenswürdigkeiten, einige Restaurants und Gaststätten.

Ortsteile[Bearbeiten]

Bockum[Bearbeiten]

Geografische Lage: 51° 20′ N, 6° 44′ O51.3255555555566.7352777777778
Der nördlich des Grenzwegs gelegene Teil Wittlaers ist der Ort „Bockum“, der heute mit Wittlaer zusammengewachsen ist. Bockum liegt unmittelbar am Rhein bei Stromkilometer 761. Es feierte am 25. September 2010 sein 700-jähriges Bestehen. Bockum war in der Vergangenheit eine Bauern- und Fischersiedlung. Bockum ist ein reiner Wohnvorort mit Villenbebauung und gehört aufgrund seiner gefragten Rheinlage und ländlichen Prägung mit einigen Bauernhöfen zu den teuersten und exklusivsten Wohnlagen Düsseldorfs. Schon in den 1950er Jahren wohnte der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hier am Rhein. In Bockum befindet sich das Wasserwerk II mit historischen Gebäuden, das ursprünglich das gesamte Gebiet des heutigen Düsseldorfer Nordens mit Wasser versorgte. Nördlich schließen sich die Reste des alten Bauern- und Fischerdörfchens Rheinheim an.

Siehe Bockum (Düsseldorf).

Einbrungen[Bearbeiten]

Geografische Lage: 51° 19′ N, 6° 45′ O51.3156.7505555555556
Auf der südöstlichen Seite des Stadtteils entstand von Ende der 1990er Jahre bis 2006 trotz heftiger Proteste der alteingesessenen Wittlaerer das letzte größere Neubaugebiet Einbrungen von Düsseldorf. Dieses Gebiet ist eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen, frei vermieteten Wohnungen und sozialem Wohnungsbau. Häuser in Einfachbauweise und Sozialwohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden empörten die Alteingesessenen.[5] Zudem zogen nach Einbrungen soviele Menschen, wie bereits in Wittlaer wohnten. Dort, wo vor einigen Jahren neben wenigen Wohnhäusern, einer evangelischen Kirche und der Graf-Recke-Stiftung lediglich Landwirtschaft betrieben wurde, ist inzwischen ein großes Neubaugebiet entstanden. Neben der neu gebauten Station der U-Bahnlinie U79 haben sich auch ein Altenheim, eine Bäckerei, ein Masseur, verschiedene Ärzte, ein Kindergarten, Supermarkt und Drogeriemarkt in Einbrungen angesiedelt, so dass eine gute Infrastruktur vorhanden ist.

Einbrungen ist seit dem 9. Jahrhundert besiedelt. Der Name leitet sich von „Einbrunger“ ab, eine Familie die hier siedelte. Historische Bedeutung hat vor allem die ehemalige Papiermühle in Einbrungen, welche heute als Wohnhaus und Atelier etlicher Künstler dient. Die ursprüngliche Besiedlung lag südlich der Einbrunger Straße vom Hof Kaldenberg bis nach Kalkum.

Froschenteich[Bearbeiten]

Hubertuskapelle der Pfarrei St. Remigius

Froschenteich liegt im Norden von Wittlaer an der Grenze zum Duisburger Stadtteil Huckingen. Es liegt an der B 8 und hat eine eigene Haltestelle der U79, der sog. D-Bahn. Hier befindet sich der Eingang zum Waldgebiet Dicken Busch, das zugleich Park des Schlosses Heltorf ist. Froschenteich ist geprägt von den umliegenden Feldern und dem Reitsport. Es existieren mehrere kleine Bauernhöfe mit Hofverkauf sowie eine Gaststätte. Anwohner fürchten, dieses Naherholungsgebiet durch die zukünftige Einrichtung eines weiteren großen Neubaugebiets im Düsseldorfer Norden, vergleichbar mit Einbrungen, zu verlieren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Magdalena Kraemer-Noble: St. Remigius in Düsseldorf-Wittlaer (Rheinische Kunststätten, Heft 185), 3. völlig neu bearb. Auflage, Köln 2000, ISBN 3-88094-864-X.
  • Hans Stöcker (Hrsg.): Zwischen Anger und Schwarzbach – Geschichte und Geschichten aus der ehemaligen Gemeinde Wittlaer mit den Ortsteilen Zeppenheim, Kalkum, Einbrungen, Wittlaer, Bockum und Froschenteich. 2. Auflage, Düsseldorf 1976.
  • Heinrich Lüssem: Wittlaer im Blick – Gedichte. Düsseldorf 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittlaer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 054 – Wittlaer
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 291.
  3. Statistisches Jahrbuch Düsseldorf 2012 (PDF; 8,3 MB).
  4. Stöcker (1976), S. 185f und Einbanddeckel vorne. Die Titelseite zeigt eine Abbildung des Wappens, welches sich auch hier findet.
  5. Rheinische Post: Dorf zwischen Großstädten