Wittlich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wittlich (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wittlich
Wittlich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wittlich hervorgehoben
49.9869444444446.8897222222222160Koordinaten: 49° 59′ N, 6° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 49,64 km²
Einwohner: 18.255 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 54501–54507, 54516
Vorwahl: 06571
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 134
Stadtgliederung: Stadtmitte + 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossstr. 11
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.wittlich.de
Bürgermeister: Joachim Rodenkirch (CDU)
Lage der Stadt Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim an der Mosel Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichKarte
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Die Stadt Wittlich ist die Kreisstadt des rheinland-pfälzischen Landkreises Bernkastel-Wittlich und damit Mittelzentrum für ein Einzugsgebiet von 56 Gemeinden im Eifel- und Moselraum mit rund 64.000 Einwohnern. Wittlich ist mit etwa 18.000 Einwohnern die größte Stadt zwischen Trier und Koblenz und die viertgrößte Stadt zwischen Mainz und der belgischen Grenze.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in der Südeifel an der Lieser in einem Seitental der Mosel am nördlichen Rand der Wittlicher Senke. Dieser Landschaftsraum wird im Westen durch die Moseleifel und im Osten durch das Moseltal begrenzt.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag für Wittlich beträgt 721 mm und die Anzahl der Sonnenstunden summiert sich auf 1861 h. Die mittlere Luftfreuchte liegt bei 84 % und die mittlere Lufttemperatur (2m) bei 9,7 °C. Die Angaben beziehen sich auf einen Zeitraum von 1994–2012.

Stadtteile[Bearbeiten]

Zu Wittlich gehören neben der ursprünglichen Kernstadt die Stadtteile bzw. Ortsbezirke Bombogen, Dorf, Lüxem, Neuerburg und Wengerohr.[2] Die genannten Ortsteile waren bis zum 7. Juni 1969 eigenständige Gemeinden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Römische Villa.

Die ältesten bekannten Überreste menschlicher Siedlungstätigkeit stammen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. In römischer Zeit bestand direkt an der Lieser, unter der heutigen Autobahnbrücke eine stattliche Villa rustica.

Die erste schriftliche Nennung Wittlichs stammt aus dem Jahr 1065.

1912 wurde in Wittlich das erste deutsche Jugendgefängnis errichtet, das auch heute an die Justizvollzugsanstalt Wittlich angrenzt.

Bauprojekte in der Stadt[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 wurde die Stadt Wittlich in das Programm Aktive Stadtzentren des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen.

  • Neugestaltung des Geländes rund um das Missionshaus St. Paul: Bau eines Generationendorfes sowie Seniorenheim, Pfadfinderunterkunft, Ärztehaus, Ausflugslokal und Hotel.

Politik[Bearbeiten]

Altes Rathaus am Markt.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Wittlich besteht aus 32 Ratsmitgliedern,die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP LINKE FWG Gesamt
2014 8 14 4 2 1 3 32 Sitze
2009 8 13 4 3 1 3 32 Sitze
2004 9 14 3 3 3 32 Sitze
1999 10 16 2 2 2 32 Sitze

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wittlich unterhält Partnerschaften mit der niederländischen Gemeinde Boxtel, mit der französischen Gemeinde Brunoy (seit 1979) und mit der britischen Stadt Wellingborough (seit 1993). Seit der deutschen Wiedervereinigung besteht eine freundschaftliche Beziehung zu Zossen (Landkreis Teltow-Fläming, Brandenburg).

Blick vom Fintenhügel auf die Stadt Wittlich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bronzeskulptur zur Erinnerung an die Säubrennersage auf dem Wittlicher Markt.
Ehemalige Synagoge in der Himmeroder Straße.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Alte Rathaus am Marktplatz beherbergt einen kleinen Teil des künstlerischen Nachlasses des Malers Georg Meistermanns und erlangte unter dem Namen Georg-Meistermann-Museum große Bedeutung. 2010 wurde es in Städtischen Galerie für moderne Kunst zurückbenannt.
  • Ehemalige Synagoge, heute Kultur- und Tagungsstätte mit Dauerausstellung Jüdisches Leben in Wittlich
  • „Türmchen“, Teil eines alten Stadttors
  • Barocke Pfarrkirche St. Markus
  • Neugotische Evangelische Christuskirche
  • Überreste einer römischen Villa zwischen Wittlich und Altrich gelegen, neben der Bundesautobahn 1.
  • Missionshaus St. Paul der Steyler Missionare (im Herbst 2005 geschlossen) mit der Autobahnkirche St. Paul
  • Haus Daus in der Karrstraße 19-21, zählt zu den ältesten Bürgerhäusern von Wittlich
  • Seit 2014 sind in Wittlich auf dem Grundstück des Landes Rheinland-Pfalz, am Eingang der Justizvollzugsanstalt, die ersten Stolpersteine des international anerkannten Kölner Künstlers Gunter Demnig, die ohne jegliche städtische Unterstützung von der Georg-Meistermann-Gesellschaft verlegt wurden, zum Gedenken an die NS-Opfer zu sehen[5].

Siehe auch:

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Wittlicher Fastnacht wird jährlich von den beiden Karnevalsvereinen Schääl Saidt e.V. und Narrenzunft Rot-Weiß e.V. ausgerichtet. Am 3. Augustwochenende findet die Säubrennerkirmes statt, eines der größten Volksfeste in Rheinland-Pfalz. Die Kirmes wurde 1951 ins Leben gerufen, gründet sich aber auf die mittelalterliche Säubrennersage. Im Oktober findet jährlich das größte Oktoberfest in Rheinland-Pfalz statt. Seit Sommer 2012 findet im Stadtpark jährlich die Beachparty Wittlich statt. Sie versucht erwachsene Menschen, aber insbesondere auch Jugendliche anzusprechen mit dem Motto: Für Toleranz – gegen Homophobie!

Offener Kanal Wittlich[Bearbeiten]

Wittlich hat auch einen Offenen Kanal (Offener Kanal Wittlich), der mehrmals in der Woche über die aktuellen Ereignisse aus den Kommunen, über Veranstaltungen u.Ä. berichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Häuserensemble am Marktplatz

In Wittlich finden, bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, 14.500 Menschen einen Arbeitsplatz. Beamte und Selbstständige einbezogen, erhöht sich diese Zahl auf über 16.000. Damit liegt die Arbeitsplatzdichte bei 852 je 1.000 Einwohner und Wittlich in der Spitzengruppe der Städte in Rheinland-Pfalz.

Die Einzelhandelszentralität von Wittlich beträgt 222,7 Prozent, damit ist Wittlich eine der Städte mit der höchsten Einzelhandelszentralität in Rheinland-Pfalz.

Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG betreibt im Stadtteil Wengerohr ihr größtes von insgesamt vier Pizza-Werken.[6]
  • Die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH betreibt in Wittlich ein Werk, das auf die Produktion von LKW-Reifen spezialisiert ist.
  • Die Franklin Electric Europa GmbH ist ein Hersteller von Unterwassermotoren für Grundwasserpumpen. Seit 1964 ist in Wittlich das europäische Hauptquartier der amerikanischen Mutter Franklin Electric Company Inc.
  • Seit dem 2. Juni 1964 besteht das Ideal-Standard-Armaturenwerk.
  • Seit dem 7. November 2011 sendet das Regional-Radio 94.7 Radio Wittlich rund um die Uhr aus dem Alten Bahnhof.

Öffentliche Einrichtungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof.
DB-InterCity in Wittlich Hbf.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Vom Autobahnkreuz Wittlich wird eine vierspurige Bundesstraße B 50 neu mit einer Hochmoselbrücke in Richtung Rhein-Main-Gebiet gebaut, die Fertigstellung ist für das JahrVorlage:Zukunft/In 2 Jahren 2016 vorgesehen.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Wittlich Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Wengerohr an der Moselstrecke. Dort verkehren im Regionalverkehr der Mosel-Saar-Express von Koblenz über Trier nach Saarbrücken, die Moseltal-Bahn von Koblenz über Wittlich nach Trier und der Elbling Express von Wittlich über Trier nach Perl. Im Fernverkehr halten Intercitys zwischen Luxemburg und Norddeich Mole bzw. Emden oder Münster (Westfalen) in Wittlich Hbf. Im Jahr 2011 wurde mit der Modernisierung des Bahnhofs begonnen. Die Arbeiten sollen bis 2013 abgeschlossen sein. Die Bahnsteige werden dann barrierefrei zugänglich sein.

Zwischen Wittlich Hauptbahnhof und dem Stadtzentrum von Wittlich gibt es eine Busverbindung. Der ehemalige Stadtbahnhof von Wittlich liegt an der stillgelegten Bahnstrecke Wengerohr–Daun.

Flugverkehr[Bearbeiten]

  • Die nächstgelegenen Flughäfen sind Luxemburg und Frankfurt-Hahn, jeweils in etwa 40 Minuten zu erreichen.
  • Die Flughäfen Frankfurt und Köln/Bonn sind in etwa anderthalb Stunden mit dem Auto bzw. zweieinhalb Stunden mit der Bahn zu erreichen.
  • Der Verkehrslandeplatz Trier-Föhren für die allgemeine Luftfahrt befindet sich 20 km südwestlich von Wittlich.

Radwege[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Louis Constanz Berger (1829–1891), Industrieller und Politiker, Ehrenbürger der Stadt seit 1884
  • Hans-Günther Heinz (* 1933), Unternehmer und Politiker, Ehrenbürger der Stadt seit 2004
  • Matthias Joseph Mehs (1893–1976), Politiker und Heimatschriftsteller, Ehrenbürger der Stadt seit 1966
  • Willi Schrot (* 1915) Schlossermeister, Kommunalpolitiker, 1948–1979 Kreistagsmitglied, 1967–1979 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags, Ehrenbürger der Stadt seit 2004

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Wittlich (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; Bd. 12, Teil 4). Akademische Buchhandlung Interbook, Düsseldorf 1982, ISBN 3-88915-004-7 (Nachdr. d. Ausg. Düsseldorf 1934)
  • Klaus Freckmann: Stadt Wittlich. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln 1977, ISBN 3-88094-205-6.
  • Klaus Petry u.a.: Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Wittlich: Wittlicher Geschichte – Band 1, 2 und 3, Teilband 1 + 2
  • Günther Hesse, Andreas Wisniewski: Wittlich Land, Geschichte einer Verbandsgemeinde zwischen Vulkaneifel und Mosel. Verbandsgemeinde Wittlich-Land, 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittlich – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Wittlich – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Wittlich, § 4 Ortsbezirke
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 201 (PDF; 2,1 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Tatjana Wagner „Steiniger Weg zu Stolpersteinen – Über ein schwieriges Kapitel im Umgang mit Erinnerung in Wittlich“ SWR2 Journal am Mittag vom 21. Februar 2014, 12.33 Uhr, zum mithören [1] und als Abschrift [2]
  6. Das Werk Wittlich wird ausgebaut. Trierischer Volksfreund, 14. April 2010.