Witzwort

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Witzwort
Witzwort
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Witzwort hervorgehoben
54.4016666666678.98611111111112Koordinaten: 54° 24′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 28,14 km²
Einwohner: 1023 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25889
Vorwahl: 04864
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 161
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.witzwort.de
Bürgermeister: Willi Berendt (WGW)
Lage der Gemeinde Witzwort im Kreis Nordfriesland
Karte

Witzwort (dänisch: Vitsvort) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Plan des Ortes
Luftaufnahme, Blick nach Norden

Der Ort liegt im Osten der Halbinsel Eiderstedt, zwischen Husum und Tönning. Östlich verlaufen die Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording und die Bundesstraße 5. Südöstlich davon liegt der Witzworter Ortsteil Reimersbude direkt an der Eider.

An der Strecke Husum–St. Peter-Ording liegt einige Kilometer vom Ortszentrum entfernt der Haltepunkt Witzwort. Weiter ist Witzwort durch die Bus-Linie 1077 erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Witzwort wurde erstmals 1352 urkundlich erwähnt. Witzwort bedeutet etwa „Wurt des Wido“.[2]

Seit Juli 2000 ist Witzwort ein vom Land Schleswig-Holstein anerkannter Erholungsort.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

  • Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGW seit der Kommunalwahl 2008 sechs Sitze, die CDU vier und die SPD einen.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGW 47,1 Prozent und damit fünf Sitze. Die CDU kam auf 35,3 Prozent und vier Sitze. Eine neu gebildete Wählergemeinschaft WOF errang 17,3 Prozent und zwei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 61,3 Prozent.[3]

WGW=Wählergemeinschaft Witzwort, WOF=Witzwort offen und frei

Bürgermeister[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Willi Behrendt erneut zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold über schmalem blau-silbernen Wellenschildfuß ein flacher grüner Berg, davor ein silberner Haubarg mit rotem Dach, darunter ein silberner Ochsenkopf.“[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Gemeinde befindet sich die Osterhusumer Meierei, die der größte Frischmilch produzierende Betrieb Schleswig-Holsteins ist. Die Meierei wurde 1894 gegründet und ist am 7. September 2007 durch ein Feuer zerstört worden. Im Mai 2008 wurde sie wieder eröffnet und ist heute nach eigenen Angaben eine der modernsten Meiereien in Europa.[5]

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten]

In Witzwort befindet sich eine Grundschule mit angegliederter Turnhalle. Das Gebäude wurde 2005–2009 saniert. Direkt neben der Schule befindet sich der Ende 2010 fertiggestellte Neubau des evangelischen Kindergartens.

Kirchen[Bearbeiten]

In Witzwort steht die aus Backstein gebaute St. Marienkirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert errichtet und 1631 durch einen hölzernen Glockenturm und einen angebauten Chorraum ergänzt. Die hölzerne Kanzel wurde unter Pastor Laurentius Adzen im Jahre 1583 in der Kirche aufgestellt. Ein Stück neben der Kirche liegt das dazugehörige Pastorat, in dem der Pastor der Kirchengemeinde Witzwort/Uelvesbüll wohnt. St. Marien wird seit 2004 von drei Seiten in der Winterzeit nachts angestrahlt.

Vereine[Bearbeiten]

Der größte Verein in der Gemeinde ist der Turn und Sportverein Witzwort von 1926 (TSV Witzwort) mit rund 400 Mitgliedern.

Im Bereich der Hilfsorganisation gibt es den DRK-Ortsverein, welchem eine aktive Bereitschaft angehört. Die DRK-Bereitschaft ist an den Katastrophenschutz Nordfriesland über die 2. Sanitätsgruppe Nordfriesland angegliedert, durch welchen der Bereitschaft drei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt sind. Die Hauptaufgabe der Bereitschaft ist die sanitätsdienstliche Versorgung der ortsansässigen Feste und Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Ringreitturnier des Ringreitervereins Witzwort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Roter Haubarg

Der Rote Haubarg liegt etwa drei Kilometer nördlich von Witzwort. Er ist ein weiß verputzter Haubarg mit Reetdach, der vermutlich 1647 erbaut wurde. Die Herkunft des Namens ist unklar. Entweder ist er erst im 18. Jahrhundert entstanden und hat seinen Namen von seinem Vorgängerbau übernommen, der mit roten Ziegeln gedeckt war und rund 100 Jahre später durch einen Brand vernichtet wurde, oder der Haubarg war früher rot verputzt bzw. unverputzt. Der Rote Haubarg beherbergt heute den landwirtschaftlichen Teil des Eiderstedter Heimatmuseums und wird als Gaststätte genutzt.[6]

Freizeitangebote[Bearbeiten]

In Witzwort gibt es eine Vielzahl von Freizeitangeboten wie der „Eiderstedterplatz“, der einen Reitplatz, einen Schlittschuhsee (im Winter), einen Rodelberg (im Winter), einen Tennisplatz und einen Abenteuerspielplatz umfasst. Des Weiteren befindet sich neben der Schule ein weiterer Spielplatz und ein Sportplatz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Knutz, Gemeinde Witzwort, Hans Ulrich Meyer (Hrsg.): Chronik von Witzwort. Husumer Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1983
  • Hans-Walter Wulf: Kirchen in Eiderstedt. Lühr & Dircks, St. Peter-Ording 1981, ISBN 3-921416-13-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Witzwort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Witzwort – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Aufl., Neumünster 1992, S. 706.
  3. Ergebnis Witzwort Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Geschichte der Osterhusumer Meierei
  6. Museum im Roten Haubarg