Wladimir Anatoljewitsch Schamanow

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Wladimir Schamanow während eines Besuches bei George W. Bush, 2007

Wladimir Anatoljewitsch Schamanow (russisch Владимир Анатольевич Шаманов; * 15. Februar 1957 in Barnaul) ist ein russischer Offizier, Politiker und mutmaßlicher Kriegsverbrecher.

Biografie[Bearbeiten]

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Wladimir Schamanow war im Ersten und Zweiten Tschetschenienkrieg eingesetzt, wo er sich als „der Schlächter“ einen Namen machte.[1] In seinen Bemühungen, Territorium zu sichern und den Feind zu vernichten, kümmerte er sich kaum um so genannte Kollateralschäden unter unbeteiligten tschetschenischen Zivilisten. Seiner Logik zufolge war jede Zivilperson, die nicht bereit war, tschetschenische Kämpfer, selbst Väter, Söhne und Brüder, an die Russen zu verraten, gleich zu behandeln wie der Feind und daher zu vernichten. Mit dem von ihm autorisierten brutalen Vorgehen seiner Streitkräfte erwarb er sich auch den Ruf ein Mann zu sein, der seine Mission erfolgreich zu Ende brachte.[2]

Im Zweiten Tschetschenienkrieg war Schamanow Kommandeur eines größeren Militärbezirks. Als solcher unternahm er nichts gegen „Pannen“, die sich in seinem Jurisdiktionsbereich ereigneten, wie beispielsweise den Fliegerangriff auf tschetschenische Zivilisten, denen die russischen Streitkräfte zuvor die Ausreise in eine Nachbarrepublik gestattet hatten. Auch die so genannten „Filtrationslager“, in denen zahlreiche „verdächtige“ Tschetschenen vom russischen Militär interniert, gefoltert und ermordet wurden, tolerierte er in seinem Machtbereich.[3]

Bereits während des letzten Tschetschenienkriegs hatte sich Schamanow dafür ausgesprochen, den „verräterischen“ Georgiern, die in russischen Militärkreisen als heimliche Unterstützer der Tschetschenen galten, eine Lektion zu erteilen. Diese Gelegenheit erhielt er schließlich im August 2008, wo er während des Kaukasuskrieges Oberbefehlshaber der russischen Truppen in Abchasien war.[4] Seit 2009 ist er als Generalleutnant Oberbefehlshaber der russischen Luftlandetruppen.

Schamanow setzte sich auch für den in Russland wegen Kriegsverbrechen verurteilten Juri Dmitrijewitsch Budanow ein, der während des Zweiten Tschetschenienkriegs die 18-jährige Elza Kungayeva vergewaltigt und ermordet hatte – ein Verbrechen, dass selbst bei zahlreichen russischen Offizieren für Abscheu gesorgt hatte.[5] Von 2001 bis 2004 war Schamanow Gouverneur der Oblast Uljanowsk, „one of the poorest, turned into a mere source of raw materials for big companies based elsewhere and, worse, into a rubbish tip for waste materials“, wie die mittlerweile ermordete russische Reporterin und Menschenrechtsaktivistin Anna Politkowskaja in einem ihrer Bücher schrieb.[6] Dort heißt es über Schamanows Tätigkeit als Gouverneur weiter:

„Under him the crime bosses of Ulianovsk came out of the underground. Shamanov openly depended on them and was surrounded by ex-soldiers who had retrained as gangsters, a minor sideways movement in Russia. Shamanov himself was thoroughly stupid and incapable of managing civilians.
Wrapping themselves in democratic slogans and brandishing the support of Putin, these supposed helpmates of the state openly robbed, and continue to rob, the province, even though Shamanov has now been transferred to the presidential administration.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ray Finch: One Face of the Modern Russian Army: General Vladimir Shamanov. In: Journal of Slavic Military Studies, 24:396–427, 2011. (online; PDF; 512 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vladimir Shamanov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zu diesen Vorwürfen und anderen Machenschaften Schamanows vgl. auch Fallschirmjäger-Chef nutzte Einheiten privat und Ein russischer General.
  2. Vgl. Finch 2011, S 406f.
  3. Vgl. Finch 2011, S 415.
  4. Vgl. Finch 2011, S 416.
  5. Vgl. Finch 2011, S 417.
  6. Anna Politkovskaja: A Russian Diary. A Journalist's Final Account of Life, Corruption, and Death in Putin's Russia. Random House, New York 2007 (E-Book-Ausgabe).
  7. Politkovskaja, Diary, ebda.