Wladimir Kaminer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wladimir Kaminer (* 19. Juli 1967 in Moskau, Sowjetunion) ist ein deutscher Schriftsteller und Kolumnist russisch-jüdischer Herkunft. Seine Erzählbände Militärmusik und Russendisko machten ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt. Kaminer schreibt alle seine Texte in deutscher Sprache und nicht in seiner Muttersprache Russisch.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
Kaminer ist der Sohn einer Lehrerin und eines Betriebswirts, der als stellvertretender Leiter in einem Betrieb der russischen Binnenflotte arbeitete. Nach einer Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk studierte Kaminer Dramaturgie am Theaterinstitut von Moskau. Im Juni 1990 kam er nach Berlin und erhielt „humanitäres Asyl“ in der damals noch bestehenden DDR. Noch vor der Deutschen Vereinigung am 3. Oktober erhielt er die Staatsbürgerschaft der DDR.[1]
Lange Jahre war er Mitglied der „Reformbühne Heim & Welt“, auf der er wöchentlich im Kaffee Burger seine neuesten Geschichten vorlas. Er veröffentlicht regelmäßig Texte in verschiedenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften, hatte eine wöchentliche Sendung namens Wladimirs Welt beim SFB 4 Radio Multikulti sowie eine lose gesendete Rubrik im ZDF-Morgenmagazin und organisierte im Kaffee Burger zusammen mit Yuriy Gurzhy Veranstaltungen, wie seine „Russendisko“. Im Dezember 2006 eröffnete Kaminer den Club Rodina in Berlin, den er allerdings schon nach viereinhalb Monaten wieder aufgab. Im gleichen Jahr kündigte er an, im Jahre 2011 für das Amt des Regierenden Bürgermeisters der Stadt Berlin anzutreten.[2][3]
Kaminer lebt mit seiner ebenfalls aus Russland stammenden Frau Olga Kaminer, die er 1995 in Berlin kennen lernte, und seinen beiden Kindern im Bezirk Mitte in Berlin.
[Bearbeiten] Kontroverse um eine Äußerung beim Eurovision Song Contest 2009
Bei einer "Countdownsendung" der ARD vor dem Eurovision Song Contest sorgte Kaminer für einen kleinen Eklat, als er die gewaltsame Niederschlagung einer nicht genehmigten Schwulendemo durch die russische Polizei relativierte und auf die Fragen des Moderators Thomas Anders mit den Worten „Die Russen sind nicht schwulenfeindlich, sie sind schwulenfreundlich, sie zeigen es nur nicht.“ reagierte.[4]
[Bearbeiten] Bibliografie
- Russendisko. (2000) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54519-6 Taschenbuch: ISBN 3-442-54175-1
- Schönhauser Allee. (2001) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54559-5 Taschenbuch: ISBN 3-442-54168-9
- Militärmusik. (2001) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54532-3 Taschenbuch: ISBN 3-442-45570-7
- Die Reise nach Trulala. (2002) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54542-0 Taschenbuch: ISBN 3-442-45721-1
- Helden des Alltags. Zusammen mit Helmut Höge (2002) Taschenbuch: ISBN 3-442-54183-2
- Mein deutsches Dschungelbuch. (2003) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54554-4 Taschenbuch: ISBN 3-442-45945-1
- Ich mache mir Sorgen, Mama. (2004) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54560-9 Taschenbuch: ISBN 3-442-46182-0
- Karaoke. (2005) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54575-7
- Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus. (2006) gebundene Ausgabe: ISBN 3-442-54610-9
- Ich bin kein Berliner. Ein Reiseführer für faule Touristen. (2007) ISBN 3-442-54240-5
- Mein Leben im Schrebergarten. Manhattan / Wilhelm Goldmann, München 2007; ISBN 978-3-442-54618-3
- Salve Papa! Manhattan / Wilhelm Goldmann, München 2008; ISBN 978-3-442-54617-6
- Es gab keinen Sex im Sozialismus Manhattan / Wilhelm Goldmann, München 2009; ISBN 978-3-442-54265-9
[Bearbeiten] Diskografie
- Russendisko. Random House Audio, ISBN 3-89830-135-4, 1 CD, ca. 73 min, August 2000
- Militärmusik. Random House Audio, ISBN 3-89830-263-6, 2 CD, ca. 150 min, September 2001
- Schönhauser Allee. Random House Audio, ISBN 3-89830-354-3, 1 CD, ca 75 min, März 2002
- Die Reise nach Trulala. Random House Audio, ISBN 3-89830-414-0, 2 CD, ca. 140 min, August 2002
- Best of … Random House Audio, ISBN 3-89830-489-2, 2 CD, ca. 140 min, März 2003
- Helden des Alltags. (Zusammen mit Helmut Höge), Random House Audio, ISBN 3-89830-549-X, 1 CD, ca. 70 min, März 2003
- Mein deutsches Dschungelbuch. Random House Audio, ISBN 3-89830-610-0, 2 CD, ca. 140 min, August 2003
- Ich mache mir Sorgen, Mama. Random House Audio, ISBN 3-89830-773-5, 2 CD, ca. 140 min, Juni 2004
- Karaoke Random House Audio, ISBN 3-86604-014-8, 2 CDs, ca. 140 min, August 2005
- Radio Russendisko zusammen mit Yuriy Gurzhy, Random House Audio, ISBN 3-86604-224-8, 1 CD, ca. 70 min, Januar 2006
- Küche totalitär Random House Audio, ISBN 3-86604-114-4, 2 CD, ca. 140 min, Februar 2006
- Ich bin kein Berliner. Ein Reiseführer für faule Touristen. Random House Audio, ISBN 3866044925, 2 CDs, März 2007
- Mein Leben im Schrebergarten. Random House Audio, ISBN 3866046707, 2 CDs, September 2007
- Salve Papa! Random House Audio, ISBN 3866048890, 2 CDs, August 2008
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Wladimir Kaminer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kaminer auf „Russentext.de“
- Russendisko - Termine, Fotos, Hörproben, etc.
- Interview mit Wladimir Kaminer von EastTalk
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Biographie im Munzinger-Archiv (Anfang kostenlos einsehbar)
- ↑ Anne Lena Mösken: Kaminer macht die Heimat dicht In: Berliner Zeitung. 27. April 2007.
- ↑ Kaminer will Wowereit beerben. In: Der Spiegel. 23. Oktober 2006. ISSN 0038-7452.
- ↑ Stefan Niggemeier: Wladimir Kaminers Schwulenwitz. 17. Mai 2009. Abgerufen am 10. Juni 2009. (Webseite des Journalisten Stefan Niggemeier mit Ausschnitt der Fernsehsendung vom 16. Mai 2009)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kaminer, Wladimir |
| KURZBESCHREIBUNG | Schriftsteller und Kolumnist |
| GEBURTSDATUM | 19. Juli 1967 |
| GEBURTSORT | Moskau, Sowjetunion |

