Wladimir Wojewodski

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Wladimir Wladislawowitsch Wojewodski (russisch Владимир Владиславович Воеводский, wiss. Transliteration Vladimir Vladislavovič Voevodskij, meist unter dem englischen Namen als Vladimir Voevodsky zitiert; * 4. Juni 1966 in Moskau) ist ein russischer Mathematiker und Fields-Medaillen-Träger. Er arbeitet auf den Gebieten der Homotopietheorie algebraischer Varietäten und motivischen Kohomologie.

Voevodsky in Oberwolfach 2011

Leben[Bearbeiten]

Wojewodski besuchte die Lomonossow-Universität in Moskau (Diplom-Abschluss[1] 1989) und promovierte 1992 an der Harvard University (Homology of schemes and covariant motives), betreut von David Kazhdan. 1992/1993 war er am Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton, New Jersey. 1993 bis 1996 war er Junior Fellow und 1996/1997 Gastwissenschaftler an der Harvard University. Er ist seit 1998 Mitglied des IAS, wo er seit 2002 Professor ist. 1996/97 war er Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn und gleichzeitig 1996 bis 1999 Associate Professor an der Northwestern University. 2006 bis 2008 war er Gastwissenschaftler an der Harvard Universität.

1996 bis 1998 war er Sloan Fellow. 1999 bis 2001 war er Clay Prize Fellow. Er ist seit 2004 Ehrenprofessor der Wuhan-Universität und seit 2003 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften.

Werk[Bearbeiten]

Wojewodski beschäftigt sich mit den Schnittstellen von algebraischer Geometrie und Topologie, wobei er sich anfangs besonders mit Vermutungen und Ideen von Alexander Grothendieck aus den 1980er Jahren befasste. Zusammen mit Fabien Morel begründete er die Homotopietheorie von Schemata. Er ist Urheber der modernen Formulierung von motivischer Kohomologie und benutzte diese zum Beweis der Milnor-Vermutung. Für diese Arbeit wurde er 2002 zusammen mit Laurent Lafforgue auf dem 24. Internationalen Mathematikerkongress in Peking mit der Fields-Medaille ausgezeichnet. 1998 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Berlin (A^1-Homotopy Theory). In Fortführung seines Beweises der Milnor-Vermutung bewies er auch mit Markus Rost die Bloch-Kato-Vermutung (über die galoiskohomologische Beschreibung von Milnor-K-Gruppen, die Milnor-Vermutung ist ein Teilaspekt davon).

Um 2005 beschäftigte er sich auch mit Populationsgenetik und daraus erwachsend mit einem neuen kategorientheoretischen Zugang zur Wahrscheinlichkeitstheorie.

Literatur[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In seinem englischen Curriculum Vitae als Bachelor Abschluss bezeichnet