Wo ist Fred?

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Filmdaten
Deutscher Titel Wo ist Fred?
Originaltitel Wo ist Fred?
Wo ist fred logo.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Anno Saul
Drehbuch Bora Dagtekin, Ken Daurio, Cinco Paul
Produktion Philip Voges, Eberhard Junkersdorf, Dietmar Güntsche, Stefan Gärtner
Musik Marcel Barsotti
Kamera Peter Nix
Schnitt Tobias Haas
Besetzung

Wo ist Fred? ist eine deutsche Spielfilmkomödie des Regisseurs Anno Saul aus dem Jahr 2006. Die Produktion basiert auf einem Skript der beiden US-amerikanischen Drehbuchschreiber Autoren Ken Daurio und Cinco Paul, das Autor Bora Dagtekin für den deutschsprachigen Kinomarkt maßgeblich überarbeitete, und handelt von dem Berliner Polier Fred Krüppers, gespielt von Til Schweiger, der sich als Behinderter ausgibt, um dem verwöhnten Sohn seiner Verlobten einen handsignierten Basketball seines favorisierten Alba-Berlin-Spielers zu beschaffen – und dabei unfreiwillig zum Star einer Image-Kampagne des Basketballvereins wird.

Die Dreharbeiten unter gemeinsamer Produktion von Hofmann & Voges Entertainment und Neue Bioskop Germany fanden zwischen September und Oktober 2005 in Berlin und Umgebung statt und wurden unter anderem vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem FilmFernsehFonds Bayern (FFF) Bayern und der Filmförderungsanstalt (FFA) gefördert. In weiteren Rollen sind unter anderem Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Anja Kling, Tanja Wenzel und Christoph Maria Herbst zu sehen. Der offizielle Kinostart folgte am 16. November 2006 in Deutschland, wo der Film überwiegend gemischte Kritiken erhielt. Mit rund 825.000 Besuchern und einem Gesamteinspielergebnis von 5,1 Millionen Euro platzierte sich Wo ist Fred? unter den 13 erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen des Jahres 2006.

Handlung[Bearbeiten]

Der Polier Fred Krüppers will seiner Angebeteten Mara einen Heiratsantrag machen. Den richtigen Moment erwägt er bei einem Basketballspiel des Vereins Alba Berlin, das sie gemeinsam besuchen. Bevor Mara aber in Antrag einwilligt, soll ihr verwöhnter Sohn Linus Fred erst ins Herz schließen. Dieser denkt aber gar nicht daran. Stattdessen wünscht er sich von Fred zu seinem Geburtstag einen handsignierten Basketball von dem Star-Basketballspieler Mercurio Müller. Da dieser Ball nach dem Spiel immer auf die Behinderten-Tribüne geworfen wird, gestaltet sich dies für Fred jedoch alles andere als einfach. Während eines Bowling-Spiels kommt ihm die Idee, sich als behinderter Fan auf die Tribüne zu schmuggeln. Mit Hilfe seines Arbeitskollegen Alex – als sein Betreuer getarnt – besuchen sie ein Spiel. Fred spielt einen Sprach- und Gehbehinderten im Rollstuhl, der weder sprechen noch gehen kann. Doch auf der Bühne wartet bereits Ronnie, der sich fest vorgenommen hat, heute diesen Ball zu fangen. Doch Fred trickst den gehbehinderten Ronnie aus und fängt den Ball selbst. Ganz so gut scheint das Schicksal es aber nicht mit ihm zu meinen, denn nach dem Spiel stellt sich heraus, dass die Signatur und die Echtheits-Beglaubigung den Ball eine weitere Woche in Anspruch nehmen und auch noch ein Imagefilm über Alba Berlin geplant ist, bei dem Fred mitspielen soll. In seiner Rolle als Behinderter gibt Alex ihm kurzerhand den Namen Fred Krüppelmann.

Notgedrungen muss Fred die folgenden sieben Tage den „Behinderten“ spielen, der weder laufen noch sprechen kann. Auf dem Bau geht alles drunter und drüber, und zu allem Überfluss ist die für den Film verantwortliche Denise auch noch eine attraktive junge Frau, die Fred schnell in ihr Herz geschlossen hat. Weil Alex überdies nicht nachweisen kann, dass er ausgebildeter Pfleger ist, kommt Fred vorübergehend in das Heim von Frau Hildegard, wo er wieder auf Ronnie trifft. Dieser findet schnell heraus, dass Fred seine Behinderung nur vortäuscht, und erpresst ihn damit: Dafür, dass er ihn nicht verrät, soll Fred ihn in den Film bringen und damit ein Treffen mit seinem Idol Mercurio Müller ermöglichen.

Im Laufe der Dreharbeiten kommen sich Denise und Fred immer näher, bis sie sich ineinander verlieben. Fred plagen Zweifel, ob er das Richtige tut, und vor allem, ob es das Richtige ist, Mara zu heiraten, die den Wunsch ihres verzogenen Sohnes über die Beziehung zu Fred stellt. Da Benno Held, ein ehemaliger Basketballprofi und Leiter der Sportmarketing-Agentur Service Direkt, der den Film in Auftrag gegeben hatte, den Film stark verändert und Ronnies gewünschte Szenen entfernt, glaubt Ronnie an einen Bruch der Vereinbarung mit Fred. Somit verrät er Fred an Benno Held. Doch Held denkt nicht daran, die Enthüllung zu veröffentlichen, da der Verein keinen Skandal gebrauchen kann, und verlangt von Fred, dass er weiter den Behinderten spielt und die Ballübergabe mit ihm gefilmt wird. Bei dieser entscheidet sich Fred jedoch für die Wahrheit und gesteht vor laufender Kamera im Basketballstadion, dass seine Behinderung nur erfunden war und er dies nur vorgetäuscht hat, um an den Ball zu gelangen. Gleichzeitig gesteht er auch Denise seine Liebe. Zuvor hatte diese jedoch ein Gespräch zwischen Fred und Benno Held mitbekommen und voller Enttäuschung das Stadion verlassen, bevor sie Freds Bekenntnis miterleben konnte. Ronnie folgt ihr, und Denise erfährt schließlich doch noch, dass er sie liebt, und beide kommen zusammen.

Filmmusik[Bearbeiten]

Der Soundtrack stammt von Künstlern wie Snow Patrol, James Brown, Bob Geldof und Orson.

  1. Room 19 (Sha La La La Lee)
  2. Get Up I Feel Like Being A Sex Machine
  3. Wo ist Fred?: Wo ist Fred? (Original Version)
  4. Wo ist Fred?: Fred & Denise (Original Version)
  5. I Don’t Wanna Know
  6. No Tomorrow
  7. Der Kotzbrocken (Original Version)
  8. "Supi" (Original Version)
  9. Spandex Man
  10. Pretty Horny Flow
  11. Bowling Crash (Original Version)
  12. Miss Murray
  13. 3 Minutes
  14. Ronny Kimbel (Original Version)
  15. Rollstuhl Ahoi (Original Version)
  16. Playing Games
  17. Freedom
  18. Wirklich schwere Baustelle (Original Version)
  19. Liebe auf den ersten Blick (Original Version)
  20. Laß dich mit Musik verwöhnen
  21. Finale mit Kuss (Original Version)
  22. Fill My Little World
  23. Chasing Cars
  24. Sex Machine

Hintergrund[Bearbeiten]

TilSchweiger 2009 Toronto International Film Festival.jpg
AlexandraMariaLara07TIFF.jpg
Til Schweiger und Alexandra Maria Lara standen in Wo ist Fred? das erste Mal gemeinsam vor der Kamera.[3]

Die Idee zu Wo ist Fred? entstammt einem gemeinsamem Drehbuch der US-amerikanischen Filmautoren Cinco Paul und Ken Daurio. Bei beiden Filmschaffenden hatten das Drehbuch ursprünglich selbst für den heimischen Kinomarkt inszenieren wollen, waren jedoch zeitig an der Finanzierung des Projekts gescheitert.[3] Später fiel der Stoff dem deutschen Producer Matthias Ehmke in die Hände, der das Drehbuch dem Münchner Produzenten Philip Voges anbot. Dieser sicherte sich im Jahr 2003 mit seiner Produktionsfirma Hofmann & Voges die deutschen Rechte an dem Skript.[3] Als weiterer Produzent kam später Neue Bioskop Germany an Bord. Als Koproduzenten fungierten die Senator Film Produktion und SevenPictures mit Beteiligung von ProSieben.[3] Finanzielle Förderung erfolgte durch Mittel des Medienboard Berlin-Brandenburg, des FilmFernsehFonds Bayern und der Filmförderungsanstalt (FFA).[3]

Für die Regie verpflichtete wiederum Anno Saul, der Voges vor allem durch seine Komödie Kebab Connection (2005) aufgefallen war.[3] Saul benannte den „herrlich unkorrekten und wahnsinnig lustigen Stoff“ als Reiz seines Engagements.[3] Die Besetzung ergab sich vorwiegend aus früheren Projekten Voges sowie Casting-Phasen, die von Emrah Ertem geleitet wurden.[3] Jürgen Vogel hatte mit Voges bereits an dem Spielfilm Buddies (1996) zusammen gearbeitet (1996). Alexandra Maria Lara und Christoph Maria Herbst stießen hingegen durch Ertem zu dem Projekt hinzu, der Herbst zuvor bereits für Hui Buh – Das Schlossgespenst (2006) hatten besetzen können.[3] Anja Kling hatte mit Schweiger zuvor in Michael Herbigs Satire (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (2004) vor der Kamera gestanden; ihre ältere Schwester Gerit Kling wurde im Film ebenso als ihre Schwester gecastet.[3] Die frühere No Angels-Sängerin Vanessa Petruo und Komiker Kurt Krömer gaben in Wo ist Fred? wiederum ihr Kinodebüt.[3] Ebenso wirkte eine Vielzahl behinderter Komparsen bzw. Profi-Nebendarsteller am Film mit, darunter Marienhof-Darsteller Erwin Aljukic.[3]

Nach einjähriger Überarbeitungsphase durch Autor Bora Dagtekin konnten im Herbst 2005 die Dreharbeiten beginnen.[3] Diese fanden vom 2. September bis 24. Oktober 2005 vorwiegend in Berlin und Umgebung statt.[4] Drehorte waren unter anderem die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom, das Johannesstift, das Rathaus Schöneberg und das Schloss Sacrow sowie die Großbeerenstraße im Stadtteil Kreuzberg.[4] Die Stadionszenen entstanden als Mix aus realen Spielbildern, die Saul mit insgesamt vier Kamera-Units an einem Spieltag aufnahm, nachgedrehten Setaufnahmen mit Komparsen sowie mittels Hilfe der digitalen Nachbearbeitung im Rahmen der Postproduktion.[3] Weitere Szenen wurden mit Hilfe von Stuntleuten umgesetzt.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

„Anno Sauls neue Komödie ‚Wo ist Fred?‘ wartet gelegentlich mit tränentreibender Situationskomik auf. Zumeist allerdings setzt sie auf billige und sattsam bekannte Gags. […] So wenig einfallsreich wie die Story ist die Besetzung: Schweiger als simpler Herzensbrecher, Lara als sanftes Rehauge und Vogel in der Rolle des Sprücheklopfers hat man schon all zu oft gesehen. Und damit niemand auf den Gedanken kommt, hier werde auf Kosten von Behinderten gelacht, sind Vorzeige-Behinderte wie ‚Marienhof‘-Schauspieler Erwin Aljukic mit von der Partie. Die deutsche Komödie zeigt sich mit ‚Wo ist Fred?‘ mal wieder von ihrer schlichten Seite.“

Leni Höllerer, Berliner Zeitung[5]

Wo ist Fred? ist populistische Fließbandkost, entworfen am Reißbrett nach emotionslos kalkulierter Rezeptur; Hauptzutaten sind deutsche Kino-‚Lieblinge‘, ein durchaus talentierter Regisseur, der sich mit amüsant-charmanten Komödien Meriten verdient hat, schließlich das eingekaufte Drehbuch US-amerikanischer Filmautoren, die mit einem ‚vorbildlichen‘ Sujet wie Santa Clause 2 reüssierten, aber im eigenen Land dennoch wohl kein Geld für ihre jüngste Geschichte fanden.“

Horst Peter Koll - film-dienst[6]

„Öde Verwechslungs- und Rollentauschklamotte nach einem hanebüchenen Drehbuch, die sich weniger auf dem Rücken Behinderter austobt, als vielmehr irritierende Rollenklischees entwirft und Frauen entweder als berechnend, als Sexobjekte oder als leichtgläubig-dumme Schäfchen darstellt.“

Lexikon des Internationalen Films[7]

Erfolg[Bearbeiten]

Jürgen Vogel gewann für seine Darstellung im Film den Ernst-Lubitsch-Preis.[8]

Wo ist Fred? feierte am 12. November 2006 im Cinestar-Kino des Sony Centers in Berlin Premiere.[9] Die Freigabe der Produktion zur öffentlichen Vorführung erfolgte schließlich am 16. November 2006.[4] Presseberichten zufolge zählte die Produktion bereits nach Ende des ersten Vorführwochenendes rund 200.000 Besucher in 515 Kinos und erreichte damit hinter 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug und Borat unmittelbar Platz drei der deutschen Kinocharts.[10]

Insgesamt sahen in Deutschland den Film bis Februar 2007 mehr als 825.472 Kinobesucher.[11] Die verbreitete Kopienzahl belief sich zwischenzeitlich auf 520 Exemplare.[12] Das nationale Gesamteinspielergebnis betrug wiederum rund 5,1 Millionen Euro.[11] Der Film belegte damit im Jahr 2006 Platz 47 der deutschen Kinojahrescharts sowie Platz 13 der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen des Jahres.[13]

Darsteller Jürgen Vogel wurde auf der Berlinale im Februar 2007 für sein Spiel in Wo ist Fred? und Sebastian Schippers Spielfilm Ein Freund von mir (2006) mit dem Ernst-Lubitsch-Preis für die beste komödiantische Leistung des Jahres ausgezeichnet.[8]

Die Free TV-Premiere des Films erfolgte am 28. Mai 2009 zur Primetime auf Sat.1. Insgesamt sahen die Komödie 3,59 Millionen Zuschauer, was in etwa 13,0 Prozent Marktanteil entsprach. In der werberelevante Zielgruppe brachte es der koproduzierte Film auf überdurchschnittliche 20,8 Prozent und sicherte es sich damit den Tagessieg unter den jungen Zusehern.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. a b c d e f g h i j k l m n o Wo ist Fred?: Presseheft (PDF; 1,9 MB) Hofmann & Voges Entertainment. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  4. a b c Wo ist Fred?; Deutschland 2005/2006, Spielfilm (PDF; 1,9 MB) Filmportal. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  5. Leni Höllerer: Stumm und lahm. In: Berliner Zeitung, 16. November 2006
  6. Filmkritik film-dienst, 23/2006
  7. Wo ist Fred? im Lexikon des Internationalen Films
  8. a b Jürgen Vogel mit Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet. Net-Tribune.de. 14. Dezember 2012. Abgerufen am 11. Februar 2007.
  9. Karim Mahmoud: Til Schweiger an Krücken. In: Berliner Kurier, 13. November 2006
  10. Mike Oelerich: "Casino Royale" dominiert die Kinocharts. In: Widescreen. Widescreen-Online.de. 4. Dezember 2006. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  11. a b Wochenendcharts > Deutschland. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  12. Universum Film - Wo ist Fred?. In: Blickpunkt:Film. Mediabiz.de. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  13. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2006. In: Filmförderungsanstalt. FFA.de. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  14. Fabian Riedner: Primetime-Check: Donnerstag, 28. Mai 2009. Quotenmeter.de. 29. Mai 2009. Abgerufen am 15. Dezember 2012.