Der Wohlstand der Nationen

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Titelseite von Adam Smith' Hauptwerk (1776)

Der Wohlstand der Nationen (vollständiger engl. Titel: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations) ist das am 9. März 1776 erschienene Hauptwerk des schottischen Ökonomen Adam Smith. Es entstand als Kontrapunkt zum bis dahin wirtschaftspolitisch vorherrschenden Merkantilismus wie er von den damaligen europäischen Großmächten praktiziert wurde. Smith' Werk gilt als das grundlegende Werk der Wirtschaftswissenschaft, welche sich erst in der Folgezeit als eigenständige Wissenschaftsdisziplin etablierte, und markiert sowohl den Beginn der klassischen Nationalökonomie als auch parallel des Wirtschaftsliberalismus.

Smith entwickelt in seinem Werk keine eigene geschlossene Theorie. Der Wohlstand der Nationen ist zum Großteil als Zusammenfassung der wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse zahlreicher liberaler Vordenker zu verstehen. Es erfuhr ein großes Echo durch nachfolgende Ökonomen wie David Ricardo, Thomas Robert Malthus und Karl Marx. Heute ist das Werk vorrangig durch die Metapher der unsichtbaren Hand (und dem damit behaupteten Prinzip) bekannt, obwohl diese tatsächlich nur nebenbei von Smith erwähnt wurde.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Wohlstand der Nationen ist in fünf Bücher unterteilt:

  1. Von den Ursachen für die Steigerung der produktiven Kräfte der Arbeit und von der Regel, nach der ihr Produkt unter die verschiedenen Klassen des Volkes natürlicherweise verteilt wird
  2. Natur, Ansammlung und Einsatz des Kapitals
  3. Die unterschiedliche Zunahme des Wohlstandes in einzelnen Ländern
  4. Systeme der Politischen Ökonomie
  5. Die Finanzen des Landesherrn oder des Staates

Das Werk behandelt z. B. die grundlegenden Wirkungsmechanismen der verschiedenen Märkte, der Geldwirtschaft, der Produktionsfaktoren und des Außenhandels.

In diesem Werk geht Smith speziell auf Arbeitsteilung in entstehenden Manufakturen ein und begründet seine Theorien am Beispiel der Stecknadelproduktion in Südengland.[1]

Übersetzung[Bearbeiten]

Die erste Übertragung in die deutsche Sprache besorgte der Göttinger Historiker und Ökonom Georg Friedrich Sartorius (1765-1828), der eine gedrängte Darstellung von Smiths Lehren unter dem Titel „Handbuch der Staatswirthschaft“ (Berlin: Unger, 1796) herausbrachte und sich auch um die Verbreitung des Werkes verdient machte. Später erschienen weitere Übersetzungen, u.a. von Christian Garve (1742-1798) und Max Stirner (1806-1856). Eine moderne Fassung ist die 2009 erschienene Übersetzung von Franz Stöpel. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Smith, Adam (1776), An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations., Band 1, Nachdruck von 1981, Indianapolis, Indiana, USA, S. 14f., ISBN 0-86597-006-8
  • Smith, Adam (1776), An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations., Band 2, Nachdruck von 1981, Indianapolis, Indiana, USA, ISBN 0-86597-007-6

Voll-Faksimile-Ausgabe

  • An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, Vol. I/ Vol. II. Printed for W. Strahn; and T. Cadell, in the Strand, 1776; erschienen im IDION-Verlag, München 1976 (als Vorlage diente eine sich in der Universitätsbibliothek Heidelberg befindende Originalausgabe).

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Föllinger, Sabine: Der Einfluß der stoischen Philosophie auf die Grundlagen der modernen Wirtschaftstheorie bei Adam Smith, in: Barbara Neymeyr; Jochen Schmidt; Bernhard Zimmermann (Hrsg.): Stoizismus in der europäischen Philosophie, Literatur, Kunst und Politik. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Moderne. Bd. 2, Berlin/New York 2008, 1063 - 1079

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Smith, Adam (1776), An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, Band 1, Nachdruck von 1981, Indianapolis, Indiana, USA, S. 14f., ISBN 0-86597-006-8
  2. ISBN 978-3-86150-955-4