Sick-Building-Syndrom
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| J68 | Erkrankungen der Atmungsorgane durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen | |
| L25 | Allergische Kontaktdermatitis | |
| R51 | Kopfschmerz und Gesichtsschmerz ohne nähere Angabe | |
| G44 | Sonstige Kopfschmerzsyndrome | |
| R53 | Unwohlsein und Ermüdung | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2011) | ||
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Das Sick-building-Syndrom (Sick building Syndrome, SBS), ist kein klar definiertes medizinisches Krankheitsbild, sondern eine epidemiologisch operational klassifizierte Entität und international verbindlich durch die WHO als Krankheitsbild definiert. Seit 1997 ist sie als Berufskrankheit anerkannt (BK-Nr. 1317) Nach internationaler Konvention wird dann von einem SBS gesprochen wenn mehr als 10 - 20% der Nutzer eines Gebäudes über Befindenstörungen bzw. diverse mit dem Krankheitsbild verbundenen Beschwerden klagt. Ab 1970 häuften sich in den USA Berichte über Gesundheitsprobleme von Angestellten in Büros mit schlecht gewarteten bzw. defekten Klimaanlagen, die durch den fehlenden Abtransport gesundheitsschädlicher Ausdünstungen von Baumaterialien hervorgerufen wurden.
[Bearbeiten] Ursachen
Als Ursachen des Sick-Building-Syndromes gelten im Allgemeinen Schadstoffe, die in der Innenraumluft vorkommen. Dazu zählen z.B. giftige Ausdünstungen, sogenannte VOC-Gifte, die durch bestimme Quellen freigesetzt werden, z.B. aus neu angebrachten Materialien, wie etwa Boden- und Teppichkleber und Gifte aus Möbeln (Lacke, Farben und Anstriche), sowie Mineralstoffe aus Dämmmaterialien, Materialien zur Schädlingsbekämpfung, und Reinigungsmittel. Auch können durch nicht oder schlecht gewartete Klimaanlagen oder bei Umluftschaltungen ggf. Schadstoffe, Gerüche, Pollen, Pilzsporen und Keime in die Raumluft gelangen. Außerdem spielt der Tabakrauch eine wichtige Rolle. Einige dieser Stoffe werden auch als Krebserregend eingestuft. Durch die verbesserte Wärmeisolierung bzw. eine energieeffizientere Bauweise und den dadurch fehlenden Luftaustausch sowie unzureichendes Lüften (besonders im Winter) bleiben diese schädlichen Stoffe vermehrt in der Raumluft.
[Bearbeiten] Symptome und Beschwerden
Die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Unwohlsein, Mattigkeit und Schlaflosigkeit sind eher leichte Beschwerden. Allergien, Kopfschmerzen, Schädigung des Immunsystems, Reizungen der Augen und Atemwege sowie Störungen der Nieren und Leberfunktion bedeuten aber teilweise erhebliche Einschränkungen im alltäglichen Leben und vermindern die Lebensqualität. Sogar Depressionen können dadurch ausgelöst werden. Da einige Stoffe als krebserregend eingestuft sind, kann aus eine Schadstoffbelastung der Innenraumluft nicht nur zu einem SBS, sondern in schweren Fällen sogar zu einer Krebserkrankung führen.
[Bearbeiten] Gesetzliche Richtlinien zur Prävention
Für etwa 20.000 verschiedene Materialien und Produkte Europaweit ist die Europäische Bauproduktenrichtlinie und das deutsche Bauproduktgesetz die rechtliche Grundlage. Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne, europäische Konformität) ist der Nachweis für den Europäischen Binnenmarkt. Für „Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz“ gelten nationale Regelungen. Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller die Konformität des Produktes mit den zutreffenden EG-Richtlinien und die Einhaltung der darin festgelegten „wesentlichen Anforderungen“ dürfen. Darunter befindet sich – gleich an erster Stelle – die Freisetzung giftiger Gase. In Deutschland wurde 1997 der Ausschuss für die gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten gegründet, kurz AgBB. Der AgBB entwickelte das Bewertungsschema zur gesundheitlichen Bewertung der Emission flüchtiger organischer Verbindungen aus Bauprodukten, die in Innenräumen Verwendung finden.
[Bearbeiten] Maßnahmen zu Verbesserung der Luftqualität
Um diesem Problem besser beizukommen, ist es notwendig, dass wirklich regelmäßig das Fenster geöffnet wird. Am besten ist Stosslüften, alle paar Stunden für rund zehn Minuten.
Natürliche Luftfilter Pflanzen verbessern das Raumklima immens und tragen zu mehr Wohlbefinden bei. Sie wirken in der Wohnung als natürliche Luftfilter und nehmen unter bestimmten Voraussetzungen Giftstoffe auf und neutralisieren so schädliche Dämpfe im Innenraum.
Die amerikanische Weltraumbehörde NASA beschäftigt sich seit über 20 Jahren innerhalb eines Raumfahrtteilprojektes damit, Umweltgifte aus geschlossenen Räumen zu eliminieren. Hierbei fanden Wissenschaftler heraus, dass es einige wenige Pflanzen gibt, die Gifte aus der Luft absorbieren können.
[Bearbeiten] Verwandte Themen
[Bearbeiten] Literatur
- Burge PS. Sick building syndrome. Occup Environ Med. 2004 Feb;61(2):185-90. Review. PMID 14739390
- Hodgson M. Indoor environmental exposures and symptoms. Environ Health Perspect. 2002 Aug;110 Suppl 4:663-7. Review. PMID 12194903
- Appleby PH. ABC of work related disorders. Building related illnesses. BMJ. 1996 Sep 14;313(7058):674-7. Review. PMID 8811763
[Bearbeiten] Weblinks
- Innenraumluftqualität - Sick Building Syndrom (Übersichtsartikel des FLUGS-Fachinformationsdienstes am GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (PDF-Datei; 252 kB)
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