Woiwodschaft Schlesien

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Dieser Artikel beschreibt die 1999 entstandene Wojewodschaft. Für die zwischen 1922 und 1939 bestehende Woiwodschaft, siehe Woiwodschaft Schlesien (1920–1939).
Flagge der Woiwodschaft Schlesien
Woiwodschaft
Schlesien
Karte
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Über dieses Bild
Wappen und Logo
Wappen der Woiwodschaft Schlesien
Logo der Woiwodschaft Schlesien
(Wappen, Flagge und Logo)
Basisdaten
Hauptstadt: Katowice
Woiwode: Zygmunt Łukaszczyk
Woiwodschaftsmarschall: Mirosław Sekuła[1]
Größte Stadt: Katowice
ISO 3166-2: PL-SL
Einwohner: 4.617.000(31. März 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km²
Geographie
Fläche: 12.294 km²
- davon Land: ? km²
- davon Wasser: ? km²
Ausdehnung: Nord-Süd: bis 188 km
West-Ost: bis 107 km
Höchster Punkt: 1365 m
Tiefster Punkt: 180 m
Landschaftl. Struktur
Wälder: 31,7 %
Gewässer:  ? %
Landwirtschaft:  ? %
Sonstige:  ? %
Verwaltungsgliederung
Kreisfreie Städte: 19
Landkreise: 17
Gemeinden: 166
Śląskie administracja.png
Verlauf der Grenze (Ober-)Schlesiens durch die Woiwodschaft
Spodek in Katowice
Blick auf die Carsten-Centrum-Grube (Bobrek-Centrum) in Bytom
Bergarbeitersiedlung in Zabrze
Burg in Będzin

Die Woiwodschaft Schlesien, polnisch Województwo śląskie, mit der Hauptstadt Katowice ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie ging bei der Gebietsreform 1999 aus den Woiwodschaften Woiwodschaft Katowice, Częstochowa und Bielsko-Biała hervor und nimmt den zentralsüdlichen Teil Polens ein. Mit rund 4,7 Millionen Einwohnern auf 12.294 km² ist Schlesien die am dichtesten besiedelte Woiwodschaft. Das Ballungsgebiet um die Städte Katowice und Gliwice entstand infolge des Steinkohlenbergbaus im 19. Jahrhundert.

Zur Woiwodschaft Schlesien gehören Teile der historischen Regionen Schlesien und Kleinpolen (und damit auch Galizien).

Der Name der Woiwodschaft geht zurück auf die Autonome Woiwodschaft Schlesien. Die Autonome Woiwodschaft Schlesien bestand nur aus einem Teil Oberschlesiens, wodurch eine Unterscheidung zwischen Oberschlesien und Niederschlesien im Namen nicht nötig war.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau ein völlig goldener Adler.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Woiwodschaft Schlesien, die in ihren Grenzen nicht mit den geografischen Regionen Schlesien oder der Autonomen Woiwodschaft Schlesien übereinstimmt, nimmt den zentralsüdlichen Teil Polens ein. In ihren oberen Verläufen fließen Oder, Weichsel und Warthe durch diese Woiwodschaft. Sie grenzt an die Woiwodschaften Oppeln, Łódź, Heiligkreuz, Kleinpolen und im Süden an Tschechien und die Slowakei.

Größte Städte[Bearbeiten]

Stadt Deutscher Name Einwohner
30. Juni 2006
Katowice Kattowitz 315.996
Częstochowa (Tschenstochau) 246.129
Sosnowiec (Sosnowitz) 225.202
Gliwice Gleiwitz 199.099
Zabrze Hindenburg 190.610
Bytom Beuthen O.S. 187.205
Bielsko-Biała Bielitz / (Biala) 176.678
Ruda Śląska Ruda 145.929
Rybnik Rybnik 141.382
Tychy Tichau 130.842
Dąbrowa Górnicza (Dombrowa) 129.753
Chorzów Königshütte 114.434
Jaworzno (Arnshalde) 96.051
Jastrzębie Zdrój Bad Königsdorf 95.149
Mysłowice Myslowitz 74.988
Siemianowice Śląskie Siemianowitz / Laurahütte 72.451
Żory Sohrau 62.625
Tarnowskie Góry Tarnowitz 61.107
Piekary Śląskie Deutsch Piekar 59.494
Będzin (Bendsburg) 58.659
Racibórz Ratibor 57.352
Świętochłowice Schwientochlowitz 55.172
Zawiercie (Warthenau) 52.926

Flüsse[Bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft 2006 einen Index von 55,5 (EU-27 = 100).[3] Im Zuge des Strukturwandels und dem Niedergang der Schwerindustrie stieg die Zahl der Arbeitslosen vor allem im Sekundärsektor stark an. Es konnten aber in den letzten Jahren in anderen Wirtschaftsbereichen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, weshalb die Arbeitslosenquote deutlich zurückging. Nach den Wojewodschaften Masowien und Großpolen hat sie die geringste Arbeitslosenquote Polens (Stand Dezember 2009).

  • 16,9 % (31. Dezember 2004)
  • 15,2 % (30. April 2006)
  • 13,1 % (30. Oktober 2006)
  • 11,7 % (30. April 2007)
  • 10,6 % (30. Juni 2007)
  • 8,2 % (30. April 2008)[4]
  • 9,2 % (Dezember 2009)[5]

Industrie[Bearbeiten]

Steinkohlebergbau, Eisen- und Schwermetallhütten, Elektroindustrie, Maschinenbau und Automobilindustrie bilden die Hauptzweige der hier ansässigen Industrie. Die Woiwodschaft Schlesien ist der am meisten industrialisierte Teil Polens.

Bodenschätze[Bearbeiten]

  • Steinkohle
  • Eisen-, Zink- und Bleierze

Autobahnen[Bearbeiten]

Quer durch die Woiwodschaft Schlesien, von West nach Ost, verläuft die A4 (Breslau–Oberschlesien–Krakau) und von Norden nach Süden die geplante Autobahn A1.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Betreiberin des Schienennetzes in Polen ist die PKP S.A. (Polnische Staatliche Eisenbahn AG). Der größte Schienenverkehrsknoten der Woiwodschaft befindet sich in Katowice.

Flughäfen[Bearbeiten]

Am Rande der Woiwodschaftshauptstadt befindet sich der internationale Flughafen Katowice.

Touristik[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Woiwodschaft hat Anteil an Mittelgebirgen, wobei das hügelige Terrain im Süden in die Beskiden übergeht, einer touristischen Region mit Wintersportorten wie Szczyrk, Ustroń, Wisła. Beliebt unter Wanderern und Kletterern ist auch das Bergland des Krakau-Tschenstochauer Jura, das aber auch für seine historischen Burgruinen aus dem 14. und 15. Jahrhundert bekannt ist, die durch den Szlak Orlich Gniazd (die Adlerhorstroute) touristisch erschlossen sind.

Das industrielle Erbe der Region wird mehr und mehr touristisch erschlossen. Die Straße technischer Kulturdenkmäler führt zu interessanten Industriedenkmalen.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Woiwodschaft Schlesien wird in 17 Landkreise unterteilt, wobei 19 Städte kreisfrei bleiben. Einige davon bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

  1. Bielsko-Biała (176.678)
  2. Bytom (187.205)
  3. Dąbrowa Górnicza (129.753)
  4. Gliwice (199.099)
  5. Jaworzno (96.600)
  6. Katowice (315.996)
  1. Jastrzębie Zdrój (95.149)
  2. Chorzów (114.434)
  3. Mysłowice (74.988)
  4. Piekary Śląskie (59.494)
  5. Ruda Śląska (145.929)
  6. Rybnik (141.382)
  1. Siemianowice Śląskie (72.451)
  2. Sosnowiec (225.202)
  3. Świętochłowice (55.172)
  4. Częstochowa (246.129)
  5. Tychy (130.842)
  6. Zabrze (190.610)
  7. Żory (62.625)

Landkreise[Bearbeiten]

  1. Będzin (151.122)
  2. Bielsko-Biała (150.764)
  3. Bieruń/Lędziny (55.868)
  4. Gliwice (114.963)
  5. Kłobuck (84.730)
  6. Lubliniec (76.628)
  1. Myszków (71.619)
  2. Mikołów (91.022)
  3. Pszczyna (104.638)
  4. Racibórz (111.505)
  5. Rybnik (73.527)
  6. Żywiec (149.492)
  1. Tarnowskie Góry (137.979)
  2. Cieszyn (171.029)
  3. Częstochowa (133.553)
  4. Wodzisław Śląski (155.228)
  5. Zawiercie (124.127)

(Einwohner am 30. Juni 2006)

Siehe auch[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silesian Voivodeship – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Website der Wojewodschaft Schlesien, Marszałek, abgerufen am 10. Dezember 2013
  2. Ergebnis der Volkszählung 2011, Główny Urząd Statystyczny, Wyniki Narodowego Spisu Powszechnego Ludności i Mieszkań 2011, Warschau, März 2012. Online
  3. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  4. Polnisches Statistisches Amt
  5. Zentrales Statistikamt Polens (GUS), Bezrobotni oraz stopa bezrobocia wg województw, grudzień 2009, 3. Febr. 2010

50.33333333333319.000277777778Koordinaten: 50° N, 19° O