Woiwodschaft Wolhynien (1921–1939)

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Wappen der Woiwodschaft Wolhynien
Verwaltungsgliederung der Zweiten Polnischen Republik, Woiwodschaft Wolhynien rot hervorgehoben

Die Woiwodschaft Wolhynien (polnisch Województwo wołyńskie) war in den Jahren 1921–1939 eine Verwaltungseinheit der Zweiten Polnischen Republik.

Nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Polnisch-Sowjetischer Krieg

Mit dem Zerfall Zarenrusslands kamen dort die Bolschewiki an die Macht, die ihr Arbeiter- und Soldatenräte-System nach Mittel- und Westeuropa ausbreiten wollten. Gleichzeitig strebte Polen vollständige Restauration ihres Staatsgebietes aus der Zeit vor 1772. Diese widerstrebenden Ziele führten zum Ausbruch des Polnisch-Sowjetischen Krieges, der mit dem Frieden von Riga endete. Dieser legte die polnisch-sowjetische Grenze fest und sprach die Westhälfte des Gouvernements Wolhynien Polen zu. Am 4. Februar 1921 wurde die Woiwodschaft Wolhynien gegründet.

Statistische Daten[Bearbeiten]

Die Woiwodschaft Wolhynien war in der Zwischenkriegszeit eine der sechs Woiwodschaften Ostpolens. Ihre Fläche betrug 35.754 km², die Bevölkerung 2.085.600 (laut Volkszählung 1931), was eine Bevölkerungsdichte von 58 Personen/km² ergab. Die Mehrheit der Einwohner stellten mit 1.426.900 (68,0 %) die Ukrainer, wobei 1.377.700 von ihnen auf dem Lande lebte. Die zweitstärkste Bevölkerungsgruppe bildeten mit 346.600 (16,6 %) Polen, die drittstärkste mit 9,9 % Juden. Die Hauptstadt war Łuck.

Einwohner der Woiwodschaft Wolhynien nach Konfession und Muttersprache 1931 (in tausend, aufgerundet)[1]
Konfession gesamt Muttersprache
Polnisch Ukrainisch Weißrussisch Russisch Tschechisch Deutsch Hebräisch oder Jiddisch andere o.k.A.
gesamt 2085,6 346,6 1426,9 2,4 23,4 31,0 46,9 205,5 2,9
röm.-kath.[2] 327,9 317,7 2,0 0,1 0,2 7,3 0,2 - 0,4
gr.-kath.[3] 1455,9 20,2 1388,0 2,2 22,8 21,6 - - 1,1
orthodox 11,1 1,2 9,7 0,2 0,1 - - - 0,1
evangelisch 53,4 4,6 5,3 - 0,1 1,3 42,2 - 0,1
mosaisch 207,8 2,0 0,1 - - - - 205,5 0,1
andere o.k.A. 29,5 1,1 21,7 - 0,2 0,8 4,5 - 1,1
Woiwodschaft Wolhynien mit Powiats

Bedeutende Städte waren:

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Wie im Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vereinbart, griffen die Sowjets Polen von Osten an. Im September 1939 fiel die Region zunächst an die Sowjetunion und mit dem Beginn des deutschen Feldzugs gegen die Sowjets für ca. drei Jahre an Deutschland. In der Zeit von 1941 bis 1944 waren die nicht-ukrainischen Volksgruppen Repressalien, Deportationen, Morden und Massakern ausgesetzt. In dieser Zeit, unter deutscher Besatzung, wurden hunderttausende Juden und Polen von den deutschen und mit ihnen kollaborierenden ukrainischen Nationalisten getötet. Dies erwiderten polnische AK-Partisanen mit Vergeltungsaktionen, es fanden regelrechte Schlachten gegen die ukrainischen Nationalisten statt. Die meisten Opfer dieser Vergeltungsaktionen, mehrere tausend Menschen, waren jedoch ukrainische Zivilisten.

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Nach 1945 wurden die Gebiete als Teil der Ukrainischen SSR von der Sowjets annektiert und die polnische Bevölkerung nach Polen, vor allem in die ehemaligen Ostgebiete des Deutschen Reiches, umgesiedelt.

Seit 1991 ist die Region Teil der unabhängigen Ukraine.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Drugi powszechny spis ludności z dnia 7 grudnia 1931 r. Mieszkania i gospodarstwa domowe. Ludność. Stosunki zawodowe. Województwo wołyńskie. Band 70, Warschau 1938, S. 22. Zit. nach: Cornelia Schenke: Nationalstaat und nationale Frage. Polen und die Ukrainer 1921–1939. Hamburg/München 2004, S. 29.
  2. außerdem Gläubige im armenisch-katholischen Ritus
  3. außerdem Gläubige im östlich-katholischen Ritus (Neounion)